Ernst Künzl stellt Sachbuch über römischen Waffenschmuck vor
Ernst Künzl versteht es, die Vergangenheit anschaulich darzustellen. Er hält Geschichte lebendig, und er hat immer interessante Anekdoten parat. So auch bei der Vorstellung von Künzls neuem Buch im Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM), in der Abteilung Römerzeit. Jene Abteilung, deren Direktor Künzl einst gewesen ist.
"Unter den goldenen Adlern" heißt das Sachbuch, es geht darin um den Waffenschmuck des römischen Imperiums. Das Werk ist großzügig illustriert, es ermöglicht einen spannenden und authentischen Einblick in den Alltag der römischen Legionen. "Ich wende mich mit diesem Buch an die vielen Liebhaber der Antike, die mehr über das Thema erfahren möchten", sagte der Autor während der Präsentation.
Vorgestellt wurde das Sachbuch von einem Quartett: von Künzl selbst, von RGZM-Generaldirektor Falko Daim, von Albrecht Weiland, Geschäftsführer des Verlags "Schnell & Steiner", in dem das Buch erschienen ist, und von AZ-Redakteur Bernd Funke. Der Archäologie-Fachmann übernahm zugleich die Moderation der Buchvorstellung. "Das Buch ist kurzweilig, aufklärend, lesenswert", sagte Funke. Für den Fachmann sei es genauso interessant wie für den am römischen Reich interessierten Laien.
Ernst Künzl, Jahrgang 1939, hat in München, Frankfurt am Main und Köln Klassische Archäologie, Klassische Philologie und Alte Geschichte studiert. Von 1971 bis 2004 arbeitete er im RGZM. "Er genießt international ein großes Renommee", sagte RGZM-Generaldirektor Daim. "Das Buch hat er mit großem Engagement geschrieben", so Daim weiter. Außerdem verriet er: "Wir haben mit schon über weitere Buchprojekte gesprochen."
Mit einem Vortrag stimmte Künzl das Publikum auf sein neues Werk ein. Mit viel Witz und Charme verdeutlichte der Autor, dass vieles, was in Unterhaltungsmedien über die Antike verbreitet worden sei, schlicht falsch sei - auch wenn es sich dabei meist um Kleinigkeiten handele. Zum Beispiel habe die Berufsarmee der Römer anders ausgesehen als in einigen populären Filmdarstellungen. "Aber Comics wie Asterix und Filme wie Ben Hur bestimmen nun mal das Geschichtsbild", sagte Künzl.
Darüber beklagen wollte sich der Fachmann nicht. Sondern: "Ich hoffe, dass ich mich mit meinem Buch zumindest als kleiner Gegenpol zur Unterhaltungsindustrie werde behaupten können", sagte Künzl. Auf der einen Seite gebe es die Welt der Unterhaltungsindustrie, auf der anderen die Welt der "harten" Wissenschaft - und in der Mitte, in der "Zwischenwelt", da sehe er sich und sein neues Buch.
Ernst Künzl, Unter den goldenen Adlern. Der Waffenschmuck des römischen Imperiums, 154 Seiten, Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen, 24,90 Euro, Verlag Schnell & Steiner.
Quelle: main-rheiner.de
16.12.08
Für Liebhaber der Antike
Tags: Antike, Roemer, Veröffentlichungen, Waffen
30.09.08
Schriftrollen vom Toten Meer bald im Internet einzusehen
Jerusalem - Die Schriftrollen vom Toten Meer sollen digitalisiert und ins Internet gestellt werden. Unter Einsatz amerikanischer Weltraumtechnologie hätten Wissenschaftler am Mittwoch mit der Umsetzung eines entsprechenden Pilotprojekts begonnen, erklärte eine Sprecherin der israelischen Behörde für Altertümer. Ziel sei, die 2.000 Jahre alten Schriftrollen - die älteste bekannte Version der Hebräischen Bibel - Forschern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Experten beklagen seit langem, dass bislang nur eine kleine Zahl Wissenschaftler Zugang zu den Schriftrollen und den Tausenden Fragmenten erhielt, die vor 60 Jahren in Höhlen in der Nähe des Toten Meers bei Qumran gefunden wurden. «Erstmals werden die Schriftrollen nur einen Computerclick entfernt sein», sagte eine Abteilungsleiterin der Behörde, Pnina Schor. «Dies wird sicherstellen, dass die Schriftrollen weitere 2.000 Jahre erhalten bleiben.» Mit Hilfe von Infrarotfotografie werde außerdem erreicht, dass die Rollen besser zu entziffern seien. Insgesamt würden für das Projekt etwa fünf Jahre veranschlagt.
Quelle: net-tribune.de
31.07.08
Ältestes Bibelmanuskript der Welt ist online
Der aus dem 4. Jahrhundert stammende, in Ägypten gefundene Codex Siniaticus gilt als älteste Bibelabschrift der Welt. Mittlerweile sind die einzelnen Pergamente über ganz Europa verteilt. Ein internationales Projekt macht die verstreuten Pergamente jetzt im Internet zugänglich.
Seit dem 24. Juli sind die ersten 110 Blätter aus den Beständen der British Library und der Universitätsbibliothek Leipzig unter der Adresse www.codexsinaiticus.org abrufbar. Im Lauf der nächsten zwei Jahre sollen nach und nach weitere Teile veröffentlicht werden, bis der Codex dann im Juli 2009 erstmals als vollständiges Werk zugänglich sein wird.
Die Handschrift gilt als das umfangreichste Buch, das wir aus der Antike besitzen. Der im 4. Jahrhundert entstandene Text enthält große Teile des Alten und das vollständige Neue Testament. Der Codex wurde 1859 im Katharinenkloster am Berg Sinai entdeckt und kam anschließend nach St. Petersburg.
Das Codex Sinaiticus Projekt ist eine internationale Kooperation der British Library, der Russischen Nationalbibliothek, dem Katharinenkloster im Sinai und der Universitätsbibliothek Leipzig.
Von: AB
Codex Siniaticus Projekt
Tags: Antike, Veröffentlichungen