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28.10.09

Unterwasser-Stadt ist fast 6000 Jahre alt

Auf dem Meeresgrund vor der griechischen Halbinsel Peleponnes liegen die Überreste von Pavlopetri, die schon seit Jahrzehnten als älteste versunkene Stadt der Welt gilt. Doch ihre Anfänge liegen nicht in der Bronzezeit, wie Archäologen bisher annahmen, sondern schon in der späten Steinzeit. Das beweisen Keramikstücke, die Archäologen nun auf dem Gebiet fanden und die zwischen 5000 und 6000 Jahre alt sind.

Pavlopetri war einst 100 000 Quadratmeter groß, etwa die Hälfte der Fläche haben Nic Flemming vom National Oceanography Centre in Southampton und sein Team mittlerweile kartiert. Da viele Straßen und Häuser noch immer erkennbar sind, konnte sie den Plan der Hafenstadt fast vollständig rekonstruieren. Ganz in der Nähe machten die Forscher außerdem Schiffwracks und ihre verlorene Ladung aus. Demnächst wollen sie die Funde weiter untersuchen, um mehr über die Anfänge des Seehandels am Mittelmeer zu erfahren.

Flemming hatte Pavlopetri 1967 entdeckt, die Überreste wurden zunächst auf ein Alter von 4000 Jahren geschätzt. Die Stadt existierte noch bis etwa 1000 v. Chr., warum sie danach im Meer versank, ist unklar. Laut Geologen könnte ihr Untergang mit einem Anstieg des Meeresspiegels oder einem Erdbeben zusammenhängen.


National Oceanography Centre


Quelle: spektrumdirekt.de

06.08.09

Regisseur Costa-Gavras empört über Kürzung von Museumsfilm

Athen — Der griechisch-französische Filmemacher Constantin Costa-Gavras hat scharf gegen die Kürzung eines Films von ihm protestiert, der im neuen Akropolis-Museum in Athen gezeigt wird. Die Kürzung sei eine "nicht hinnehmbare Zensur", sagte Costa-Gavras griechischen Medienberichten zufolge. Die Entscheidung sei auf Druck der machtvollen griechisch-orthodoxen Kirche erfolgt, kritisierte der Regisseur. Vertreter des Kulturministeriums und des Museums hatten angeordnet, aus dem 13 Minuten langen Animationsfilm eine anderthalbminütige Sequenz herauszuschneiden.

In der Szene ist zu sehen, wie Christen mit Leitern den Parthenon-Tempel erklimmen, um Darstellungen zu zerstören und Statuen zu entfernen. Der Zeitung "Eleftherotypia" zufolge begründeten die Behörden die Entfernung der Filmszene damit, dass Besucher durch die Darstellung "verärgert" worden seien. Costa-Gavras zeigte sich empört und sagte, er habe lediglich nachprüfbare historische Fakten dargestellt. Auch die größte Oppositionspartei PASOK kritisierte die Kürzung des Films.

Quelle: google.com/hostednews

23.06.09

Akropolis Museum: Begegnung mit der Antike

Athen - «Ich habe Menschen gesehen, die vor Freude geweint haben, als sie das neue Akropolis-Museum betraten», sagt ein Wächter zwei Tage vor der feierlichen Eröffnung des neuen Akropolis-Großmuseums an diesem Samstag.






Nur wenige, griechische Journalisten etwa, Archäologen und Architekten durften das Museum im Voraus besichtigen. «Ein Traum wird wahr. Wir sind gerührt», sagt eine junge Architektin, die seit Jahren auf der Akropolis arbeitet. Das einzig negative: Teile des Frieses der Akropolis liegen immer noch im Britischen Museum in London. Die Eröffnung des neuen Museums will Athen am Samstagabend ganz groß feiern und Bilder des Festes in alle Welt übertragen. Staats- und Regierungschefs aus mindestens 20 Ländern Europas und rund ums Mittelmeer sind eingeladen.

Das neue Museum am Fuß der Akropolis hat drei Stockwerke und eine Fläche von insgesamt 25 000 Quadratmetern. Vom Dach aus bietet sich dem Besucher ein Rundumblick über die Stadt bis hin zum Meer. «Das antike Athen war dem Meer und dem Handel zugewandt. Das haben wir hier berücksichtigt», sagte Alexander Mantis, Chef der Akropolis.

Der Bau des größtenteils aus Stahl und Glas errichteten monumentalen Gebäudes hat mehr als elf Jahre gedauert. Vom Museum aus ist die Akropolis zu sehen. Der Blick geht aber auch hinunter bis zu den Fundamenten des Gebäudes. So können sich im Erdgeschoss nur Schwindelfreie sicher über das Kunststoffglas des Fußbodens bewegen, der etwa acht Meter über den Fundamenten zu schweben schein. Die Säulen des Museums ruhen auf Ausgrabungen - auf Mauern von Wohnhäuser aus der Antike bis ins 13. Jahrhundert. Die Pläne entwarf der Schweizer Stararchitekt Bernard Tschumi.

Im ersten Stock wird der Besucher überrascht: Dutzende Statuen begegnen ihm ohne Absperrungen, ohne Gitter und ohne Glasschutz wie lebende Menschen. «Hier ist die Antike auf Augenhöhe zu sehen», sagt eine Besucherin.

Mit der großen Eröffnungsfeier will Athen auch Großbritannien weiter unter Druck setzen, die dort liegenden Teile des antiken Parthenon-Fries zurückzugeben. «Sie gehören hierher», hatte in den 1980-er Jahren die griechische Schauspielerin und sozialistische Kulturministerin Melina Merkouri («Sonntags nie») immer wieder gesagt und damit einen Streit zwischen Athen und London ausgelöst. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der damalige britische Botschafter in Istanbul, Lord Elgin, die am besten erhaltenen Teile des Parthenons und anderer Denkmäler der Akropolis demontiert und nach England gebracht.

56 der 96 Platten des Parthenon-Frieses befinden sich bis heute im Britischen Museum in London. Im neuen Akropolis Museum sind sie Teile als Duplikate aus strahlend weißem Marmor dargestellt, um ihr Fehlen zu unterstreichen. Das Britische Museum hatte bislang argumentiert, in Athen gebe es keinen geeigneten Aufbewahrungsplatz für die Relikte. Dieser Mangel sei mit dem neuen Museum nun beseitigt, meinen die Griechen.

Im dritten Stock des Museums können die Besucher die echten und die Duplikate der fehlenden Fries- und Metopenteile vergleichen. «Wir haben Geduld. Wir warten. Für uns ist das Wichtigste, was die Besucher sagen werden. Wir wollen alle überzeugen, dass wir hier unser Bestes gegeben haben», sagt der Chef der Akropolis, Alexander Mantis.

Quelle: de.news.yahoo.com


Offizielle Website des Museums

30.05.09

Schon 500 Kubikmeter Marmor für die Akropolis

Athen (dpa) - Für die Restaurierung der Akropolis sind allein in den vergangenen acht Jahren mehr als 500 Kubikmeter neuer Marmor aus den umliegenden Bergen von Athen verwendet worden.

Zudem seien rund 2350 Tonnen Marmor und Steine der Akropolis entfernt und nach ihrer Restauration wieder eingesetzt worden. Dies berichtete am Freitag die Athener Zeitung «Kathimerini» unter Berufung auf das griechische Kulturministerium. Die zusätzlichen Marmorteile wurden zwischen alten aus der Antike stammenden Säulen und Bauelementen eingesetzt, um sie zu befestigen und fehlende Teile zu ersetzen. Sie stammen aus den gleichen Regionen Athens, wo im Altertum der Marmor für den Bau der Monumente auf der Akropolis kam. Die Restaraurierung des Wahrzeichens Athens dauert seit 1975 an.

«Jetzt brauchen wir rund 15,8 Millionen Euro, um mit der Restaurierung der Westseite der Akropolis zu beginnen», sagte die Direktorin der zuständigen Abteilung des Kulturministeriums Maria Ioannidou dem Blatt. Bislang sind der Nike Tempel und die Propyläen (Torbau) der Akropolis sowie der Ost- und Nordteil des Parthenon restauriert worden. Dutzende Architekten, Archäologen und speziell ausgebildete Steinmetze haben in den vergangenen Jahren tausende Stücke dieser Monumetne vorsichtig abgebaut, gereinigt und sie wieder eingesetzt in einem «riesigen archäologischen Puzzle», wie ein Restaurateur sagte.

Quelle: de.news.yahoo.com

20.01.09

Bunte Götter

Die weißen Marmorstatuen und -büsten sind Sinnbilder der Antike und stehen für die Kultur des Abendlandes. Doch nun hat der Archäologe Vinzenz Brinkmann gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern entdeckt, dass viele der Skulpturen nicht nur farbig, sondern geradezu kreischend bunt bemalt waren. Die Dokumentation begleitet Brinkmann nach Griechenland auf seiner Suche nach der historischen Wahrheit.

Das allgemein vorherrschende Bild von der marmorweißen Antike steht zur Disposition. Ebenso wie die bis heute gepflegte Vorstellung von der "edlen Einfalt, stillen Größe", die Johann Joachim Winckelmann, Vater der Kunstarchäologie, der antiken Skulptur unterstellte. Denn viele der Skulpturen und Tempelarchitekturen waren nicht schlicht weiß, sondern von greller Buntheit und zeigten eine höchst irritierende und suggestive Bemalung. Kronzeuge der "farbigen" Antike mit ihren überaus bunten Göttern und Göttinnen ist der Archäologe Vinzenz Brinkmann.
Gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern erforscht er seit mehr als 25 Jahren dieses Thema. Mit neuester Technik werden Farbreste auf Original-Skulpturen analysiert, Abdrücke von den Plastiken genommen und authentisch bemalt. Das Ergebnis war schockierend, ein greller Figurenreigen, der eher an Disneyland als an Alt-Athen denken lässt. Eine beeindruckende Sammlung dieser Rekonstruktionen zeigt derzeit das Frankfurter Museum Liebieghaus, dessen Antikensammlung Vinzenz Brinkmann leitet.
Die Dokumentation folgt dem langen Weg der Erkenntnis, den die Kunsthistoriker in diesem Zusammenhang seit dem 19. Jahrhundert gegangen sind und konfrontiert den Zuschauer mit der erheiternd verstörenden Wahrheit einer popfarbenen Antike. Am Beispiel des sogenannten "Perserreiters", der einst auf der Akropolis stand, wird gezeigt, wie die Bemalung der Repliken zustande kommt.

Stationen Bunte Götter:
Okt 2008 bis Feb 2009: Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt
Ab März 2009: Antikensammlungen Kassel

Farbige Antike -Artikel von Vinzenz Brinkmann über neue Erkenntnisse und Methoden


10.01.09

Dem Geheimnis von Troja auf der Spur

Die finanziell gefährdeten Ausgrabungen in der antiken Stadt gehen weiter

Die finanziell gefährdeten Ausgrabungen in der antiken Stadt Troja werden voraussichtlich doch fortgesetzt. Der Grabungsleiter, der Tübinger Professor Ernst Pernicka, sagte in Mannheim, dank einer großzügigen Privatspende könnten die Archäologen im kommenden Jahr weiterarbeiten.

Im vergangenen Sommer hatte es noch geheißen, die Ausgrabungen in der heutigen Westtürkei müssten nach gut 20 Jahren aufgrund der auslaufenden Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beendet werden.

Pernicka kündigte an, den Verlauf eines Wehrgrabens durch Bohrungen und einen neuen Grabungsschnitt weiter zu untersuchen. Außerdem wollen die Forscher die Geländeoberfläche in und um Troja mit einem speziellen Laser-Messgerät aus der Luft genauer als bisher aufzeichnen. Das «Airborn Laserscanning» ermöglicht es, auch kleinste Erhebungen und Vertiefungen zu erfassen, die oft durch die Vegetation verdeckt werden.

Mit den Messdaten hofft Pernicka auch ein detailliertes virtuelles Modell Trojas zu bekommen. Dieses könnte den Besuchern in dem geplanten Museum die Lage und den Aufbau der Stadt plastisch zeigen. Voraussetzung für die Lasermessung ist allerdings, dass die Volkswagenstiftung die dafür beantragten Mittel genehmigt.

Das weltberühmte Epos «Ilias» des Dichters Homer über die Eroberung Trojas durch die Griechen gilt als älteste Dichtung des Abendlandes. Seit der Wiederentdeckung der alten Stätte im 19. Jahrhundert versuchten Hunderte Forscher, die Geheimnisse der legendären Stadt zu lüften.

Der Graben aus der Bronzezeit, der die Unterstadt der Festung umgibt, ist bisher auf 1,4 Kilometer Länge nachgewiesen. Sein Verlauf lässt Rückschlüsse auf die Ausdehnung Trojas vor rund 3500 Jahren zu. In dieser Epoche etwa spielt auch die «Ilias». Allerdings ist die Deutung des Grabens als militärisches Bollwerk in der Wissenschaft umstritten. Pernicka ist überzeugt, dass die Lage des Grabens mit einer Tiefe von zwei Metern und einer Breite von vier Metern die These untermauert, dass Troja in der späten Bronzezeit (1750 bis 1300 v. Chr.) eine Fläche von 35 Hektar und bis zu 10 000 Einwohner hatte.

Im vergangenen August hatten die Archäologen nach langer Suche die Fortsetzung des Grabens in östlicher Richtung entdeckt. Sie waren zudem auf eine Unterbrechung gestoßen und hatten damit eine weitere Toranlage freigelegt, die den Trojanern den Übergang über den Graben ermöglichte.

Allerdings werden die weiteren Ausgrabungen nach Pernickas Worten durch die Reste früherer wissenschaftlicher Arbeit behindert. Denn sein Vorgänger, der vor drei Jahren verstorbene Tübinger Archäologe Manfred Korfmann und sein Team, hatten Erdaushub und Schutt genau in diesem Gelände abgeladen, wo die Forscher nun den Spaten ansetzen wollen. «Man überlegt sich in der Archäologie zwar vorher immer genau, wo man den Schutt lagert. Trotzdem passiert es immer wieder, dass man später genau dort weitergraben will», erklärte Pernicka.

Korfmann hatte 1988 die jüngste Grabungskampagne in Troja begonnen. Er und sein Team hatten mit vielen Funden dazu beigetragen, das Wissen um die antike Stadt zu erweitern.

Quelle: mz-web.de

22.11.08

Koloss von Rhodos- Wunder gibt es immer wieder

In der Antike galt er als eines der Sieben Weltwunder, nun soll er wiederauferstehen: Ein deutscher Künstler plant den "Koloss von Rhodos" als Lichtskulptur.

Nicht weniger als ein neues Weltwunder wird verheißen, und ein Beitrag zum Weltfrieden noch dazu. Ort des Wunders: Die griechische Insel Rhodos. Dort stand einst der spreizbeinige Koloss von Rhodos, gut 30 Meter hoch, die größte Bronzeskulptur jener Zeit und eines von sieben Weltwundern der Antike.

Ein Erdbeben ließ die Figur des Sonnengottes Helios 226 vor Christus stürzen, nur 70 Jahre nach der Errichtung des kolossalen Monuments. Nun soll der Koloss wiederauferstehen - aus der Sonne selbst.

Der deutsche Lichtkünstler Gert Hof will den neuen Koloss von Rhodos als Lichtskulptur erstehen lassen. Hof, der schon zur Jahrtausendwende die Berliner Siegessäule illuminierte sowie die Akropolis in Athen, ist bekannt für pompöse Inszenierungen an geschichtsträchtigen Orten, seine Kunst hat deshalb manche Kontroverse ausgelöst; das Siegessäulen-Silvester-Spektakel wurde gar in die Nähe von Nazi-Licht-Spielen gerückt. Der Lichtmagier nannte seine Aktion völkerverbindend statt völkisch.
Auf Rhodos haben sich schon andere in der Vergangenheit mit der Idee verhoben, den sagenhaften Koloss erneut zu errichten. Die griechischen Archäologen zerpflückten jeden Vorschlag.

Kein Wunder: Weiß doch in Wirklichkeit keiner, wie der echte Koloss einst ausgesehen hat, alle Darstellungen stammen aus späterer Zeit. Niemand kann daher sagen, ob einst tatsächlich ein nackter Gott mit lockigem Haar breitbeinig über der Hafeneinfahrt stand, so dass alle Schiffe hindurchfahren mussten, wie es berühmte Bilder glauben machen wollen.

» Wir wollen keine Replik des antiken Mythos. «
"Wir wollen keine Replik des antiken Mythos", sagt Asteris Koutoulas, der damit möglichen Koloss-Kritikern gleich den Wind aus den Segeln nehmen möchte. Der gebürtige Grieche Koutoulas fungiert als Manager des Künstlers Hof, dessen Koloss auf der Sonneninsel vielmehr ein "neuartiges Gebäude" von bis zu 100 Metern Höhe sein soll. Tagsüber soll sich das Hochhaus "mit der Sonne bewegen", so kündigt Koutoulas höchst geheimnisvoll an, und nachts soll die gespeicherte Sonnenenergie den neuen Koloss "zur größten Lichtskulptur der Welt" machen.

Mehr will Koutoulas noch nicht verraten. Auch keine Bilder, nicht einmal aus dem Computer, soll es von dem neuen Wunder geben, solange es noch ein Traumgebilde ist.

Wunder für den Fremdenverkehr erhofft
Den Bürgermeister der Stadt Rhodos, Hatzis Hatziefthimiou, haben Gert Hof und sein Team schon gewonnen. "Als Rhodite bin ich stolz, dass auf unserer Insel die Idee geboren wurde, der Welt ein neues Wunder zu schenken", schwärmt der Rathauschef, der auch hofft, dass der neue Koloss für den Fremdenverkehr Wunder wirken könnte. "Rhodos war einmal die Mutter des Mittelmeertourismus", sagt Koutoulas. Das ist lange vorbei, denn es gibt einfach zu viel Konkurrenz.

Auch Friedenskonferenzen und die Tagungen zur Förderung alternativer Energien sollen im neuen Kultur-Koloss Platz finden, wünschen sich dessen Förderer. Damit folgen sie durchaus dem Vorbild der Antike. So soll die Kolossalstatue einst aus dem Kriegsmaterial der Belagerer der Insel gegossen worden sein, nachdem es diesen nicht gelungen war, den Stadtstaat Rhodos zu besiegen - ein früheres Beispiel dafür, wie sich Schwerter zwar nicht in Pflugscharen, aber in Denkmäler verwandeln lassen. Schon in der antiken Literatur galt der Koloss jedoch auch als Beispiel für übertriebene Größe und Größenwahn.

Bescheidenheit ist auch die Sache der soeben in Köln gegründeten "New Colossus Peace Association" nicht, die nun erst einmal Sponsoren für den Sonnenlicht-Dom sucht. Sie hofft wohl, dass dies nicht zwölf Jahre dauern wird - so lange brauchte einst der Bronzegussmeister Chares von Lindos für seinen Koloss. Schon in zwei Jahren, so sagt Koutoulas, könnte Rhodos leuchten.

Quelle: sueddeutsche.de

13.11.08

Teil des Parthenonfriesen als Leihgabe nach Athen

Athen - Der Vatikan hat eine antike Skulptur aus dem Parthenonfries als Leihgabe für ein Jahr nach Griechenland geschickt. Beim Empfang des Kunstwerks sagte Kulturminister Michalis Liapis am Mittwoch in Athen, er hoffe, dass diese Geste einen Vorbildcharakter für andere haben werde.

Bei der Skulptur handelt es sich um den 24 mal 25 Zentimeter großen Kopf eines Jugendlichen. Er entstand zwischen 445 und 438 v.Chr. und gehörte zu einer Figur, die der Athener Stadtgöttin Pallas Athena Süßigkeiten reichte.

Der Parthenonfries war der Skulpturenschmuck des Tempels dieser Göttin in Athen. Der größte Teil des Frieses wurde 1801 von dem britischen Diplomaten Lord Elgin nach London gebracht, wo die Stücke heute im British Museum ausgestellt sind. Die griechische Regierung fordert schon lange die Rückgabe des antiken Kunstwerks.

Eine Sprecherin des Museums, Hannah Boulton, sagte jedoch, die Position des Museums zu den «Elgin Marbles» habe sich nicht geändert. Da es sich bei der Skulptur aus dem Vatikan nur um eine Leihgabe handle, bedeute dies nicht, dass sich damit der Druck auf das British Museum verstärkt habe.

Die Skulptur wurde aus dem Museo Gregoriano Etrusco des Vatikans nach Athen gebracht. Der für die Antikenabteilung zuständige Kustos Giandomenico Spinola sagte, die Leihgabe werde möglicherweise verlängert. Es sei denkbar, dass zwei weitere Stücke des Parthenonfrieses ausgeliehen würden. «Die Stücke sind das Eigentum des Papstes, und das liegt in seiner Entscheidung», sagte Spinola.

Vor zwei Jahren gab die Universität Heidelberg ein Stück des Parthenonfrieses an Athen zurück. Im September folgte ein weiteres Teil aus einem Museum in Palermo. Die Bemühungen Griechenlands um den Parthenonfries stehen in Zusammenhang mit dem Bau des Neuen Akropolis-Museums in Athen, das im März kommenden Jahres eröffnet werden soll.

Quelle: net-tribune.de

11.10.08

Der Parthenon

Vor über 2.500 Jahren entstand der Parthenon auf der Athener Akropolis als Tempel für die Göttin Athene. Im Laufe der Geschichte wurde er von Erdbeben erschüttert, angezündet und mehrfach umgebaut. Heute stellt sich die Frage, wie es den Griechen der Antike möglich war, dieses architektonische Meisterwerk ohne moderne technische Hilfsmittel zu errichten.

Der Parthenon gilt seit mehr als 2.500 Jahren als Inbegriff der Schönheit und Perfektion. Er wurde auf der Athener Akropolis zu Ehren der Stadtgöttin Pallas Athene als Dank für die Rettung Athens vor den Persern errichtet. Im Laufe seiner Geschichte wurde das Gebäude beschossen, in Flammen gesetzt, von Erdbeben erschüttert, seiner Skulpturen beraubt und durch katastrophale Renovierungen entstellt.
Nun will ein Team von Architekten und Restauratoren dieses einmalige Bauwerk retten. Doch dazu muss es zunächst einige Rätsel lösen. Wie gelang es den alten Griechen, innerhalb von weniger als neun Jahren ein Bauwerk derartigen Ausmaßes mit millimetergenauer Präzision zu errichten? Welche Techniken und Werkzeuge setzten sie ein? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führt an die Wiege der europäischen Kultur und in die Entstehungszeit von Mathematik, Philosophie, Tragödie und Demokratie.


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27.09.08

Die Stadt, die ins Rutschen kam

Im Jahr 373 vor Christus verschwand die griechische Stadt Helike über Nacht. Nun schlagen Geologen eine neue Erklärung für die mysteriöse Katastrophe vor.


Quelle:sueddeutsche.de- Grafik: SZ/Eiden

Es muss schwer was los gewesen sein im Hafen von Helike an jenem verhängnisvollen Wintertag im Jahr 373 vor Christus. Zehn große Kriegsschiffe aus dem Nachbarland Sparta hatten am Kai der griechischen Hafenstadt im Golf von Korinth festgemacht.
Der Besuch dürfte viele Händler und Schaulustige in den Hafen der geschäftigen Metropole gelockt haben. Helike war Hauptstadt des Achaiischen Bundes, einer Art Hanse der Antike. Die Stadt war zudem das religiöse Zentrum der Region. Täglich versammelten sich Pilger im Tempel zu Füßen der bronzenen Poseidon-Statue. Dort baten sie den Gott des Meeres um Schutz vor den Naturgewalten.
Doch diesmal wurden ihren Bitten nicht erhört. Als man sich in Helike an jenem Abend Schlafen legte, ahnte niemand, dass es kein Erwachen geben würde. In der Nacht ereignete sich eine der mysteriösesten Katastrophen aller Zeiten: Die ganze Stadt verschwand.
Im Morgengrauen war dort, wo Helike gerade noch stand, nur Schlamm und Wasser zu sehen. Allein die Poseidon-Skulptur ragte aus dem Modder. Noch Generationen später verfingen sich Fischernetze in der bronzenen Statue. 547 Jahre nach der Katastrophe will der griechische Historiker Pausanias Ruinen der Stadt unter Wasser erblickt haben.

Wenn der Boden flüssig wird
Antike Quellen geben Auskunft über ihre Lage. "Wo gesucht werden muss, scheint eindeutig", sagt Katrin Boldt, Geowissenschaftlerin an der Universität Marburg, die an den Forschungen beteiligt ist: Sieben Kilometer südöstlich der Ortschaft Aigio an der Südküste des Golfes von Korinth.
Dort begannen 2001 Ausgrabungen unter Leitung der Archäologin Dora Katsonopoulou. Sie förderten tatsächlich antike Ruinen zutage, die allerdings einige Jahrzehnte jünger waren als Helike. Auch Relikte aus der Bronzezeit kamen zum Vorschein. Von Helike jedoch entdeckten die Archäologen allenfalls ein paar Tonscherben, die Stadtruine wurde noch nicht gefunden.
Eine neue Studie könnte die Archäologen auf die richtige Spur bringen. Helike sei auf andere Weise untergegangen als angenommen, berichtet George Ferentinos von der Universität Patras in Griechenland. Eigentlich schien die Ursache des Desasters längst festzustehen: Ein Erdbeben habe Helike zerstört und Tsunamis über die Stadt geschickt, vermuteten Experten einhellig. Zeitgenössische Quellen berichten von heftigen Erdstößen in Helike am Tag des Untergangs.
Doch die Theorie sei falsch, behaupten Ferentinos und sein Kollege George Papatheodorou. Nicht das Meer sei über die Stadt gekommen, sondern umgekehrt: Die Stadt sei ins Meer gekippt. Das Erdbeben habe das gesamte Fundament der Stadt ins Meer rutschen lassen und nur einen See hinterlassen. Eine schlechte Nachricht für die griechische Küste - das Desaster könnte sich wiederholen. Während vor Tsunamis gewarnt werden kann, gibt es kein Entkommen, wenn der Untergrund kollabiert.
Ferentinos und Papatheodorou haben die Katastrophe von Helike mit Akribie nachvollzogen. Zunächst prüften die Geologen die Erdbeben-Brüche im Golf von Korinth. "Das schwerstmögliche Erdbeben in der Region hätte die Stärke 6,7", berichten sie. Solch ein Schlag hätte zwar jede antike Stadt verwüstet, aber verschwunden wäre Helike nicht. Der entsprechende Tsunami wäre maximal 1,10 Meter hoch gewesen, haben die griechischen Geologen ermittelt - "zu wenig Wasser, um Helike für immer zu fluten", sagt Ferentinos.
Im Golf von Korinth können zwar, von untermeerischen Lawinen ausgelöst, auch höhere Tsunamis wüten. Zehn Meter hohe Flutwellen donnern in solch einem Fall 1,2 Kilometer landeinwärts. Doch Helike hätte dabei nicht verschwinden können, sagt Ferentinos, denn der Hauptteil der Stadt lag zwei Kilometer von der Küste entfernt. Noch höhere Tsunamis - ein hypothetischer Fall - hätten nicht nur Helike, sondern auch andere antike Metropolen am Golf von Korinth verwüstet. Davon ist nichts bekannt.
Es bleibe nur eine Ursache für den Untergang von Helike, sagt Ferentinos: Die Stadt sei ins Meer gerutscht. Das Erdbeben habe den Boden unter der Stadt so durchgeschüttelt, dass er sich quasi in eine Flüssigkeit verwandelt habe. "Bodenverflüssigung" ist bei sandigem Untergrund eine gefürchtete Folge von Erdbeben, Hochhäuser sinken in den Boden und stürzen ein. Die Erschütterungen treiben das Wasser zwischen den Sandkörnern heraus, es bildet sich flüssiger Matsch.

Möglicherweise muss man vor der Küste suchen
Wattwanderer kennen das Phänomen: Festes Auftreten drückt das Wasser aus dem Watt-Boden, es sammelt sich als kleiner See an der Oberfläche. Der zuvor feste Sand wandelt sich in weichen Schlamm - der Fuß sinkt ein.
Anschauung für die Helike-Katastrophe lieferte 1995 ein Erdbeben der Stärke 6,2 in der Nähe von Aigio. Die Erschütterungen ließen einen unbewohnten Küstenstreifen ins Meer rutschen, berichtet Ferentinos. Das Ereignis bestätige seine dramatische Theorie: Das Erdbeben in jener Winternacht 373 vor Christus schüttelte demnach eine 15 Meter dicke Bodenschicht mitsamt Helike ins Meer, den entstandenen Krater flutete das Meer.
Möglicherweise müssen die Archäologen also vor der Küste suchen. Der Meeresgrund sei allerdings bereits mit Schallwellen abgetastet worden, berichtet Helmut Brückner von der Universität Marburg. In den vergangenen 2500 Jahren haben jedoch Flüsse große Mengen Sand und Schlick ins Meer gespült. "Vielleicht", sagt Brückner, "liegen die Ruinen Helikes unter einer mächtigen Sedimentschicht am Meeresgrund."

Quelle: sueddeutsche.de/wissen

31.07.08

Erstmals Hinweis für Einbalsamierung im römischen Griechenland

Ein schweizerisch-griechisches Forscherteam hat erstmals Hinweise gefunden, dass auch im römischen Griechenland Leichname einbalsamiert wurden.

Mit physikalisch-chemischen und histologischen Methoden konnten die Forscher nachweisen, dass bei der Bestattung einer ungefähr 55-jährigen Frau in Nordgriechenland diverse Harze, Fette, Öle und Gewürze verwendet wurden. Dies ist der erste multidisziplinär-basierte Hinweis für eine künstliche Mumifizierung um 300 nach Christus in Griechenland.


Die sterblichen Überreste einer ungefähr 55-jährigen Frau, die vermutlich aus der sozialen Oberschicht stammt, wiesen diverse Weichteile, Haare und Teile eines goldbestickten Seidengewandes auf. Dieser einmalige Fundzustand ermöglichte die multidisziplinäre Forschung an diesen Geweben. Neben makroskopischen und anthropologischen Analysen wurden unter anderem elektronenmikroskopische und gaschromatographisch-massenspektrometrische Untersuchungen durchgeführt. Dabei fanden die Wissenschaftler diverse Einbalsamierungssubstanzen wie zum Beispiel Myrrhe, Fette und Harze, jedoch kaum einen konservatorischen Einfluss durch den umgebenden Bleisarg aus römischer Zeit. Diese Befunde ermöglichen es, das Wissen über die Verwendung von gewebserhaltenden, anti-bakteriellen und anti-oxidativen Substanzen beim Totenkult im römischen Griechenland wesentlich zu erweitern.

"Noch nie konnten für diese Zeitperiode in Griechenland solche Einbalsamierungssubstanzen nachgewiesen werden", erklärt Christina Papageorgopoulou, Studieninitiantin und Assistentin am Anatomischen Institut der Universität Zürich. Bisher war nur aufgrund von historischen schriftlichen Quellen vermutet worden, dass auch im römischen Griechenland möglicherweise ausgewählte Personen einbalsamiert wurden.

"Dank der Mumienforschung an der Universität Zürich ist dies ein weiterer wichtiger Erkenntnisgewinn für die Gesellschaft und die Geschichtswissenschaften", sagt Dr. Rühli, Leiter des Swiss Mummy Projects. Die aktuelle Arbeit, die in der renommierten Archäologie-Fachzeitschrift "Journal of Archaeological Science" online erschienen ist, ist zusammen mit einem griechischen Kollegen von der Demokritus Universität Thrace durchgeführt worden. Dabei konnte auf die Infrastruktur der Universität Zürich im Zentrum für Mikroskopie sowie im Institut für Rechtsmedizin zurückgegriffen werden.

Die Anwendung modernster analytischer naturwissenschaftlicher Verfahren bringt einen enormen Erkenntnisgewinn gerade auch für die Archäologie und weist auf die mögliche zukünftige Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaftern hin. "Dieser transdisziplinäre Ansatz ist besonders in der Mumienforschung wünschenswert und wird von unserer Wissenschaftsgruppe ausdrücklich gepflegt", betont Dr. Rühli.

Von: Uni Zürich / AB


Projekte der Forschungsgruppe Angewandte Anatomie der Universität Zürich (Engl.)

28.06.08

Kreuzfahrt mit Odysseus - Im Kielwasser eines Mythos

Von Troja zur Insel des Windes
Seit der griechische Dichter und Sänger Homer im 8. Jahrhundert vor Christus mit "Ilias" und "Odyssee" sein Publikum unterhielt, haben die Geschichten um die schöne Helena und den Trojanischen Krieg, um große Helden wie Hektor und Achilles, Paris und Agamemnon, um das Hölzerne Pferd und den Untergang Trojas, um die Abenteuer des Odysseus nichts von ihrer Faszination verloren. Homer lässt in diesen beiden ältesten Zeugnissen europäischer Literatur das "Goldene Zeitalter" Griechenlands, die Spätbronzezeit, wieder aufleben.


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Die Heimkehr des Abenteurers
Die Heimfahrt des Helden Odysseus - von Homer in seinem großen Epos, der "Odyssee", erzählt - hat die Menschen seit der Antike immer wieder dazu inspiriert, die Schauplätze der geschilderten Abenteuer zu lokalisieren. Nach den Berechnungen des Architekten Hans-Helmut Wolf und des Historikers Armin Wolf legte Odysseus in 45 Tagen und Nächten 2.400 Seemeilen zurück. Der Rest der zehn Jahre, die er laut Homer unterwegs gewesen sein soll, entfällt auf Landaufenthalte.


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27.06.08

Das Delphi-Syndikat - Die geheime Macht des Orakels

Die Orakelstätte von Delphi in Zentralgriechenland war über viele Jahrhunderte der Nabel der Welt. Der Gott Apollon selbst - so glaubten die Pilger - sprach aus dem Mund seiner Priesterin, der Pythia. Ihre Weissagungen entschieden über Krieg und Frieden, über Leben und Tod. Und bescherten dem Heiligtum eine Fülle an Gold und Macht.

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20.04.08

Parthenon Marbles Battle

The Parthenon is among the greatest national treasures of Greece, but important parts of it have been displayed at the British Museum in London for two centuries. Should they be returned to Athens?


19.04.08

3D Scanning of Parthenon

The animation The Parthenon uses new computer graphics research to present an interpretation of the history of the Parthenon and its sculptures. The film begins with models of the Parthenon’s frieze, metopes, and pediment sculptures obtained using a structured light 3D scanning. A Christian column carving and a Turkish-era cannonball impact were recorded on-site using photometric stereo. With high dynamic range timelapse illumination, a complete day of light is simulated on a 90-million polygon model of the Parthenon obtained through laser scanning. Inverse global illumination reflectometry techniques were used to recover lighting-independent texture maps for the Parthenon, and renderings were created using Monte-Carlo based global illumination. The sunset is shown from a virtual reconstruction of the Erechtheion featuring scanned models of the Caryatid figures. A 3D model of the Parthenon Gallery in the British Museum created using photogrammetry is used to show the current location of most of the Parthenon’s remaining sculptures. High dynamic °range lighting and image-based rendering are used to create virtual camera moves within the virtual version of the museum. The final sequence uses all of these techniques together to perform several crossdissolves between the sculptures in the museum and the locations they once occupied on the Parthenon.

The textured 3D model of the Parthenon was produced using novel techniques described in “Estimating Surface Reflectance Properties of a Complex Scene under Captured Natural Illumination”. The paper describes the reflectometry techniques used for building the textured 3D model of the Parthenon from laser scans, digital photographs, and incident illumination measurements taken on site. The outdoor scenes are lit with captured real-world outdoor illumination using new techniques.




°Da der Film ohne Ton war habe ich ihn mit dem sOng Medieval Total War - Arab Mobilize vertont.

08.03.08

The Parthenon

The Parthenon, located on the Acropolis in Athens, Greece, was built as a temple to Athena and completed around 432 BC. This building is noted both for its architectural refinement and its numerous sculptural decorations. The three main types consist of the frieze, the metopes and the pediment sculptures. Today, nearly none of the original sculptures remain in situ on the Parthenon. Many have been damaged or destroyed, the remaining pieces have been moved to museums around the world