Römermarsch: Leiden für die Wissenschaft,Heldenhaft, todesmutig und vor allem sehr zäh - die Soldaten der alten Römer mussten ganz schön viel aushalten. Und der Respekt vor den Leistungen der Legionäre wächst noch mehr, wenn man für ein paar hundert Kilometer in ihre Rolle schlüpft.
26.10.09
Römermarsch: Leiden für die Wissenschaft
Tags: Antike, Dokumentation, Forschung, Roemer, Waffen
30.04.09
Die Germanen
Die Dokumentationsreihe „Die Germanen“ erzählt den Aufstieg des „Volkes vieler Völker“ von ihrer „Erfindung“ durch Julius Cäsar bis zur Taufe des Frankenkönigs Chlodwig, die die Ablösung Roms als vorherrschende Macht einläutet.
In vier Folgen werden Meilensteine der Germanengeschichte behandelt: Repräsentative Figuren wie die Priesterin und der Krieger geben der Geschichte ein Gesicht und machen die Ereignisse lebendig.
Auf den folgenden Links könnt ihr die Dokumentationsreihe online anschauen und sie downloaden (mP4 Format).
Barbaren gegen Rom
Die Varusschlacht
Entscheidung am Limes
Im Zeichen des Kreuzes
DownloadQuelle: planet-schule.de
Tags: Antike, Dokumentation, Germanen, Völker
11.01.09
Baukunst - Nemausus - Sozialer Wohnungsbau der 80er Jahre
Der französische Architekt Jean Nouvel hat für die südfranzösische Stadt Nîmes 114 Sozialwohnungen gebaut. Für Nouvel ist "eine schöne Wohnung vor allem eine große Wohnung". Bei Nemausus ist Quantität die ästhetische Grundvoraussetzung. Nemausus sieht aus wie ein Raumschiff aus dem Film "Krieg der Sterne" und wurde seitdem vielfach kopiert.
Diese Wohnungen haben bis zu 40 Prozent mehr Grundfläche als die herkömmlichen Sozialbauwohnungen - ohne mehr zu kosten. Das kommt einer Revolution gleich, denn Wohnungen dieser Kategorie wurden bisher immer nach dem "Schuhkartonprinzip" entworfen. Für Nouvel ist die futuristische Formgebung von Nemausus keine künstlerische Laune, sondern das Ergebnis gründlichen Nachdenkens, eines Kampfes für den Raum und gegen die Kosten.
Nouvels Hauptziele sind: Platz in den Wohnungen gewinnen, indem die überdachte kollektive Nutzungsfläche des Hauses verkleinert wird, Raum und Licht gewinnen, die Kosten reduzieren, indem die Struktur des Gebäudes so weit wie möglich vereinfacht wird.
Die Wohnungen von Jean Nouvel setzen sich über den typischen Grundriss der modernen Sozialbauwohnung hinweg. Die Nemausus-Wohnungen - zwischen 90 und 160 Quadratmeter groß - haben meist drei oder vier Zimmer und erstrecken sich als Maisonettewohnungen über zwei oder drei Stockwerke. So entfallen die traditionellen Eingänge und Flure. Raum wird also nicht nur durch zusätzliche Grundfläche, sondern auch durch Volumen gewonnen. Jean Nouvels Wohnungen aus den 80er Jahren haben dadurch - obwohl sie Prinzipien des sozialen Wohnungsbaus folgen - nichts mehr mit den tristen Siedlungen und beengenden Wohnverhältnissen in den französischen Vororten gemein.
Über dieses Sozialbauprojekt hinaus sind Jean Nouvels wichtigste Werke die Lyoner Oper, die Kongresshalle von Tours und die Cartier-Stiftung, das "Institut du Monde Arabe" sowie das Musée du Quai Branly in Paris.
Tags: Baukunst, Dokumentation
03.01.09
Baukunst - Centre Georges Pompidou
Nach siebenjähriger Bauzeit wurde 1977 das "Centre National d'Art et de Culture Georges Pompidou" eingeweiht. Das Kulturzentrum, das nach dem historischen Stadtviertel, in dem es sich befindet, auch Centre Beaubourg genannt wird, beherbergt neben einem neuen Museum für moderne Kunst unter anderem eine öffentliche Bibliothek, mehrere Lesesäle, Ausstellungsräume für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst sowie ein Kino. Auch Pierre Boulez sollte dort sein Zentrum für zeitgenössische Musik bekommen; außerdem war die Unterbringung eines ohnehin notwendigen Design Centers geplant. Ganz nach Pompidous Motto: "Wir packen sie alle in ein Gebäude, und möglichst viele sollen Zugang haben."
Die beiden Architekten, der Engländer Richard Rogers und der Italiener Renzo Piano, waren damals kaum 30 Jahre alt und noch ganz unbekannt. Zum ersten Mal gewannen sie mit einem gemeinsamen Entwurf einen Wettbewerb. Ihr "Informationszentrum" geht mit der Zeit, denn es ist wandelbar. Des weiteren bestach an dem Entwurf, dass er die Beteiligung der Besucher an Veranstaltungen in den Mittelpunkt stellte.
Die Veranstaltungen auf dem von einer Fußgängerzone umgebenen Vorplatz verweisen bereits auf das Geschehen im Innern des Gebäudes: Man kann sich setzen, mit anderen sprechen oder einfach nur schauen, kurz, das Miteinander auf der Straße verlängert sich bis ins Gebäude hinein: Zum riesigen Eingangsbereich des Kulturzentrums ist der Zutritt frei. Hinter der transparenten Fassade zum Vorplatz gewährleisten Rolltreppen und Fahrstühle die Beförderung der Besucher und führen gleichsam in der Vertikalen die Bewegung der Fußgänger im städtischen Raum weiter. In der Fassade zur Rue du Renard hin sichtbar und durch die Verwendung unterschiedlicher Farben gekennzeichnet, sind alle technischen Funktionen wie Belüftung, Wasser- und Stromversorgung, Transport der Werke und großer Lasten untergebracht.
Das Prinzip, alles zu zeigen und alles als nützlich auszuweisen, war zumindest zur Zeit des Entwurfs eine Provokation. Mittlerweile ist das Centre Beaubourg ein Pariser Wahrzeichen geworden, das tagsüber an seinen bunten und metallfarbenen Röhren erkennbar ist und sich nachts wie ein riesiges, beleuchtetes Schiff im Lichtermeer abzeichnet.
Tags: Baukunst, Dokumentation
23.12.08
Baukunst- Eine gebaute Sozialutopie im 19. Jahrhundert
Die Mauer eines riesigen Industriegeländes, auf der ein Firmenschild mit dem Namen "Godin" angebracht ist. Gegenüber der Eingang zu einem Gelände mit dem Hinweis: "Schritttempo - Privatgrundstück". Eine kleine Brücke überspannt eine Flusskrümmung. Am anderen Ufer steht ein langgezogenes, massiges Gebäude aus rotem Backstein, das sich radikal von seiner Umgebung abhebt: die von Jean-Baptiste André Godin entworfene Familistère in Guise.
Die Familistère stellt zunächst die Verwirklichung eines Projektes dar: das einer gemeinschaftlichen Wohnform - ein Novum in der damaligen Zeit, das so ausgereift war, dass es als Vorläufer des sozialen Wohnungsbaus betrachtet werden kann.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand im Zuge der Industriellen Revolution eine neue Bevölkerungsschicht, das Proletariat, das in den Städten auf engstem Raum zusammenlebte, dort aber unter schlimmsten, teils gesundheitsschädlichen Bedingungen. Zum ersten Mal stellte sich die Frage nach Arbeiterwohnungen: Die ersten Arbeitersiedlungen wurden nach dem Vorbild von Einfamilienhäusern gebaut, denn selbst die aufgeklärtesten Industriellen scheuten vor kollektiven Wohnformen zurück. Denn sie befürchteten, in diesen revolutionären Zeiten durch die Konzentration einer großen Anzahl von Arbeitern in gemeinsamen Unterbringungen einen Unruheherd zu schaffen.
Ganz anders die Familistère in Guise: Die Siedlung besteht aus einem einzigen 450 Meter langen Gebäude mit erhöhtem Erdgeschoss, drei Stockwerken und einem Dachgeschoss; 16 Gemeinschaftstreppen führen zu den Wohnungen, in denen 1.500 Menschen - und damit genauso viele wie in 300 Einfamilienhäusern - untergebracht werden können.
Realisiert hat die Anlage der Industrielle Godin: Um sein utopistisches Bauvorhaben für seine eigenen Arbeiter zu realisieren, wurde Godin vom Besitzer einer Firma für Gusseiserne Öfen zum Architekten. Das Ergebnis ist mehr als Architektur, es ist in die Praxis umgesetztes sozialpolitisches Programm.
Tags: Baukunst, Dokumentation
14.12.08
Baukunst - Die Pariser Opéra Garnier u. Der Bahnhof St. Pancras in London
Die Dokumentationsreihe "Baukunst" präsentiert herausragende Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten der Architekturgeschichte.
Die Pariser Opéra Garnier
Nach 15-jähriger Bauzeit wurde am 5. Januar 1875 die Opéra Garnier, nach ihrem Erbauer Charles Garnier benannt, eingeweiht. Als Charles Garnier seinen Entwurf beim Architektenwettbewerb einreichte, war er noch ein junger, fast unbekannter Architekt. Den Wettbewerb hatte Napoleon III. im Jahr 1860 im Rahmen der architektonischen Umgestaltung der Stadt Paris durch Baron Haussmann ausgeschrieben. Von den 171 anonym vorgelegten Entwürfen wurde am 29. Dezember 1860 der von Charles Garnier ausgewählt.
Während der Bauzeit war das Projekt den Wechselfällen der französischen Politik ausgesetzt, so dem Fall der Reichsregierung und dem deutsch-französischen Krieg von 1870. Die Geschichte der Pariser Oper reicht bis zur Gründung der "Académie Royale de Musique" durch Ludwig XIV. ins Jahr 1669 zurück. Das Opernhaus ist kugelartig konzipiert, schirmt den Besucher von der Außenwelt ab und gestattet ihm, in die Traumsphäre der Oper einzutauchen.
Der Eingangsbereich stellt den Übergang von der realen in die Traumwelt dar und bildet das architektonische Pendant zur Opernouvertüre. Das Bauwerk verbindet Klassizismus und Rationalismus im Sinne einer funktional ausgerichteten Architektur. Diese Begegnung von Tradition und Moderne zeigt sich auch in der Auswahl der Baustoffe: Der Zuschauerraum besteht aus einer riesigen Konstruktion aus verkleidetem Stahl und bildet somit den ersten Opernbau mit einer stählernen Innenstruktur. Der Zuschauerraum selbst ist nur sparsam ausgeschmückt, damit das Publikum nicht vom Geschehen auf der Bühne abgelenkt wird. Im Jahr 1964 gestaltet Marc Chagall das Deckengemälde, das verschiedene Allegorien zeigt und beim Betrachter Szenen aus dem Opern- und Ballettrepertoire evoziert.
Das Palais Garnier leitete zudem eine kleine Revolution der Sitten ein: Während der Pausen wandelten die Besucher durch die Gänge und das von Paul Baudry in zehnjähriger Arbeit dekorierte Foyer, anstatt in ihren Logen Gäste zu empfangen, wie das zuvor üblich war. Im Foyer ganz nahe an einem Fenster befindet sich übrigens eine Büste des Architekten, deren Blick nach draußen auf die Avenue de l'Opéra gerichtet ist.
Charles Garnier wollte einen Bau errichten, der selbst ein Schauobjekt sein würde, gewissermaßen als Kontrapunkt zu der im Inneren stattfindenden Opernaufführung. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzte er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel. Dabei war es sein großes Anliegen, nicht nur als Erbauer der Oper, sondern auch als ihr Direktor in die Geschichte einzugehen.
Tags: Baukunst, Dokumentation
Baukunst - Die Passage Umberto I. in Neapel
Die Dokumentationsreihe "Baukunst" präsentiert herausragende Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten der Architekturgeschichte.
Die Passage Umberto I.
Die Galleria Umberto I. ist eine der letzten überdachten Passagen, die in Europa erbaut wurden. Die ersten überdachten Passagen wurden ab 1820 in Frankreich, später auch in anderen europäischen Ländern gebaut und fanden rasche Verbreitung. Mit der Schaffung von geschützten Passagen in den Stadtzentren wurden zwei Ziele verfolgt: Durch die so entstandenen Fußgängerzonen wurde das Straßennetz entlastet und dem Einzelhandel konnten wetterunabhängige Geschäftsräume zur Verfügung gestellt werden.
Die Passage Umberto I. gehört zur letzten Generation von Passagen, die sich durch ihren Monumentalstil auszeichnen. Passagen bescheidenerer Ausmaße gingen häufig auf die Initiative privater Unternehmer zurück, wohingegen Monumentalpassagen eindeutig als öffentliche Bauwerke verstanden wurden und fester Bestandteil städtebaulicher Sanierungsprojekte waren. Neben praktischen Beweggründen gab es auch politische und wirtschaftliche Motive, zum Beispiel entstanden bei diesem Vorhaben mitten in der Stadt auf Tausenden von Quadratmetern Raum für Geschäfte, Büros und elegante Wohnungen.
Im Zuge dieser großangelegten Immobilienspekulation fügten sich neue palastähnliche Gebäude zu einem Luxusviertel, das sich bewusst vom alten Stadtbild abheben wollte. Trotz des Monumentalstils handelt es sich aber nicht um ein echtes Architektenbauwerk: Die Passage war vor allem das Projekt von Investoren. Daher drückt sich das mit dem Bau einer überdachten Passage verfolgte Modernitätsideal lediglich in den gigantischen Ausmaßen, nicht aber in einer technisch oder architektonisch kühnen Gestaltung aus. Zum eigentlichen Erfolg der Passage Umberto I. wurde ihre riesige, öffentlich zugängliche Halle, die bei jedem Wetter von allen genutzt werden kann.
Tags: Baukunst, Dokumentation
29.09.08
Die Habsburger 12v12
Erfüllte Mission – Die Donaumonarchie als Ende und Anfang
„Österreich ist ein Staatenblock verschiedenster Nationen und verschiedenster Rassen unter einheitlicher Führung. Jedenfalls ist das die Idee eines Österreichs, und es ist eine Idee von ungeheuerster Wichtigkeit für die Weltzivilisation": So euphorisch schrieb Kronprinz Rudolf in den 1880er Jahren. Etwa 100 Jahre später gewann diese Idee neue Strahlkraft: Europa war auf der Suche nach einem größeren Zusammenhalt, Imperien fielen, neue Völkergemeinschaften wurden gegründet. Hinter der realen Geschichte ließ sich eine Utopie des Möglichen entdecken: Die Donaumonarchie als Ende und Anfang- Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger 640 Jahre – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und gibt eine zeitgemäße Interpretation.
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Tags: Die Habsburger, Dokumentation, Europa, Mythos
23.09.08
Das kulturelle Erbe der Roemer
"Prudentia potentia est!" - "Wissen ist Macht!" Dieses heute noch geläufige Sprichwort stammt von den Römern. Diese beherrschten vor mehr als 2.000 Jahren einen Großteil des europäischen Kontinents. Dabei verstanden sie nicht nur das Kriegshandwerk. Sie hatten auch ein ausgefeiltes Währungssystem, pflegten ein weitverzweigtes Straßennetz, bauten Kastelle, Aquädukte, Badeanlagen und den Limes als Schutzwall gegen die Barbaren. Nicht zuletzt vermittelten die Römer den besiegten Mächten aber auch ihre Kultur und ihr Wissen.
Die römische Schriftkultur prägt bis heute das Abendland. Latein ist nicht nur die Sprache der Mediziner, sondern auch die Wurzel aller Sprachen des romanischen Kulturkreises, wie Spanisch, Französisch, oder Italienisch.
Viele europäische Städte wie London, Köln und Trier waren einmal römische Siedlungen. Die Römer gingen äußerst geschickt bei der Expansion ihres Reiches vor. Sie verliehen den Besiegten schnell Bürgerrechte, sorgten für Rechtssicherheit und stärkten die Rolle der Frau. Auch römische Mode und nicht zuletzt die verfeinerte Küche und das Kultivieren der Weinrebe galten als Ausdruck von Lebensstil. Und weil, wer herrschen will, auch amüsieren muss, wurden im Kolosseum blutige Gladiatorenkämpfe veranstaltet.
Größte Berufsarmee aller Zeiten
Es waren die Legionäre, die Rom zu einer Großmacht werden ließen. Wie die Soldaten ausgerüstet waren, weiß man aus Schriftstücken und von Darstellungen auf Grabsteinen: Auf der Wolltunika saß der Kettenpanzer, daran waren Schwert und Dolch befestigt. Vor der Brust wurde der Helm aus Bronze getragen, auf dem Rücken der Schild und dazu die Tragestange mit Kleidersack, Proviant und Kochtopf. Jetzt noch der Speer – und fertig war der Legionär! Der schleppte so an die 50 Kilo Ausrüstung mit sich herum.
Zur Zeit des Kaisers Augustus, um Christi Geburt, reichte der Arm Roms bis an den Rhein. Hier wurde Mogontiacum gegründet, das heutige Mainz – damals der wichtigste Brückenkopf für Feldzüge ins Innere Germaniens. Hier waren bis zu 50.000 Soldaten stationiert, teils römische Legionäre, aber auch sogenannte Hilfstruppen. Sie wurden aus den besiegten Völkern und Stämmen rekrutiert. Das Reich unterhielt die größte Berufsarmee aller Zeiten, nur unbescholtene Bürger mit Bürgerrechten dürfen Legionär werden.
Wo Soldaten waren, wurden auch Geschäfte gemacht
Weil Legionäre nicht heiraten durften, lebten sie in wilder Ehe außerhalb der Garnison. Nach 25 Jahren Dienst und mit einer stattliche Abfindung ließen sie sich oft in den besetzten Gebieten nieder. Als Veteranen waren sie freie Bürger mit allen Rechten, die bei einer Heirat auch auf die Frau übergingen. Entlang des Rheins entstand so im Laufe der Zeit eine gallo-römische Bevölkerung.
o Soldaten waren, wurden auch Geschäfte gemacht. Garnisonsstädte sorgten für die wirtschaftliche Belebung ganzer Regionen, denn die Truppen mussten mit Nahrungsmitteln und Ausrüstung bis hin zu Luxusgütern versorgt werden. So kamen Getreidesorten, Südfrüchte, Fisch und sogar Austern aus allen Provinzen des Reiches an den Rhein. Auch der Fluss selbst wurde als Verkehrsweg genutzt. Die Römer verbreiteten in den besetzten Gebieten auch ihr Finanzsystem. Wo früher Tauschhandel üblich war, wechseln jetzt Gold- und Silbermünzen den Besitzer. Sogar Schecks waren üblich.
Römer erfanden neuartige Dachkonstruktionen
Nicht nur in Deutschland, auch auf dem Gebiet des heutigen Libyen steht bis heute noch ein Limes – der "Limes africanus". Er sollte damals die Berber fernhalten und eine der prächtigsten römischen Handelsmetropolen schützen: Leptis Magna. 100.000 Einwohner genossen den Komfort moderner Infrastruktur, wie fließend Wasser und Kanalisation.
Eine Basilika war Sitz der Stadtverwaltung. Hier arbeiteten die Beamten und Juristen geschützt vor der afrikanischen Sonne. Das verdankten sie einem enormen technischen Fortschritt in der Geschichte der Architektur: dem gewölbten Dach. Schon die Griechen hatten große Gebäude errichtet, in deren Innern viele Säulen standen, die die schweren, flachen Dächer stützten. Die Römer aber perfektionierten eine bessere Idee: die Last des Daches wurde durch eine Krümmung zu den Wänden abgeleitet - Säulen im Inneren wurden überflüssig.
Sie errichteten dazu das gewölbte Dach in einzelnen Abschnitten. Am oberen Ende des Bogens setzten die römischen Bauleute einen Schlussstein ein, dessen Gewicht die unteren Abschnitte nach außen presste. Der so erzeugte Druck hielt das gesamte Dach zusammen. Ein gewölbtes Dach braucht keine Säulen, es trägt sich selbst. Später übertrafen sich die Römer sogar noch in Sachen Dachkonstruktion und bauten das ultimative Gewölbe: eine Kuppel, das Pantheon in Rom. 1.500 Jahre lang war der Tempel zur Verehrung der Götter das Gebäude mit dem größten freien Innenraum der Welt.
Fußbodenheizung - eine "Erfindung" der Römer
In Leptis Magna befanden sich auch die größten römischen Badeanlagen überhaupt – eine Oase mitten in der lybischen Wüste und ein römischer Superlativ. Es gab 5 unterschiedlich warme Becken, alle mit feinstem griechischen Marmor ausgelegt. Aber wie baut man aus Marmor wasserdichte Schwimmbecken? Die Antwort ist römisch und heißt: "Opus Caementitium" oder einfach: Zement. Die römischen Bäder wurden immer wieder zu Versuchsstätten für neue Techniken. So gab es eine Wasserversorgung und ein Heizungssystem – alles äußerst fortschrittlich. Die Römer entwickelten überdies das Prinzip der "Fußbodenheizung".
Das römische Reich existierte in wechselnder Größe rund 1.000 Jahre lang. Von den eroberten Völkern nahmen die Römer stets neues, fremdes Wissen auf und entwickeln es weiter. Der Film von Frank Rother folgt den Spuren dieser Zivilisation, die Europa geprägt hat und zeigt, dass die Römer vor allem einer Devise gefolgt sind: "Prudentia potentia est!" – "Wissen ist Macht!"
Die Habsburger 11v12
Franz Joseph I.: Völkerkerker – Hort der Völker
Nach 1867 beginnt für die Donaumonarchie eine Zeit des Friedens. Im Parlament geben die Liberalen den Ton an. Doch trotz bedeutender Reformen scheitert ihre Politik an der Nationalitätenfrage. Die Bereitschaft zum Fanatismus wächst. Nur Kaiser Franz Jospeh I. hält die Gesellschaft zusammen. Um die Jahrhundertwende entwickelt sich Wien zur Hauptstadt der Moderne. Vorwiegend jüdische Künstler und Wissenschaftler geben der gesellschaftlichen Krise ein Profil. Franz Joseph I. ignoriert diese Zeichen. Er ist beschäftigt mit den schweren Schicksalsschlägen, die das Haus Habsburg treffen: Franz Josephs Bruder Maximilian, Kaiser von Mexiko, fällt 1867 unter den Kugeln eines mexikanischen Hinrichtungskommandos. 1889 nimmt sich der Sohn des Kaisers, Kronprinz Rudolf, das Leben. Er hatte sich mit den Liberalen identifiziert – und war mit ihnen gescheitert. Neun Jahre später, 1898, wird Kaiserin Elisabeth von einem italienischen Anarchisten ermordet. Franz Joseph I. sucht auf dem Balkan einen Ausgleich für die Verluste in Deutschland und Italien. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina 1908 bringt Europa an den Rand des Kriegs. Vergeblich versucht Thronfolger Franz Ferdinand, seinem Onkel eine Föderalisierung des Staats abzuringen. Franz Joseph I. hält jedoch am Dualismus Österreich-Ungarn fest. Am 28. Juni 1914 wird das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo von serbischen Nationalisten ermordet – vier Wochen später unterzeichnet Franz Joseph die Kriegserklärung an Serbien und löst damit den Ersten Weltkrieg aus. Mit dem Tod des Kaisers am 21. November 1916 naht das Ende der Monarchie. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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16.09.08
Die Habsburger 10v12
Zwischen Reich und Nation: Der junge Kaiser Franz Joseph
Die Revolution von 1848 breitet sich über das gesamte Gebiet der Habsburger-Monarchie aus. Kaiser Ferdinand "der Gütige" ist dem nicht gewachsen und tritt zugunsten seines Neffen zurück. Am 2. Dezember 1848 besteigt der 18-jährige Franz Joseph den Thron. Seine Jugend lässt auf Erneuerung und Liberalisierung hoffen, doch Franz Joseph "erneuert" nur das alte Gottesgnadentum der Habsburger. Die Revolution wird niedergeschlagen, und Habsburg kehrt zum Absolutismus zurück. Doch Franz Joseph kann weder politisch noch militärisch überzeugen. Seine frühe Regierungszeit manifestiert sich lediglich in einer städtebaulichen Großtat: im Bau der Wiener Ringstraße. Auch sein Privatleben wird von Konflikten überschattet. Die Ehe mit seiner bayerischen Cousine Elisabeth, der schönen "Sissi", gestaltet sich schwierig. In der Politik scheitern die Versuche des Kaisers, eine betont deutsche Politik unter habsburgischer Hoheit durchzusetzen, an Bismarck und dem preußischen Führungsanspruch. Mit der Schlacht bei Königgrätz endet 1866 Österreichs bisherige Vormachtstellung im Reich. Die Trennung von Deutschland und Österreich ist endgültig vollzogen. Im Schock über diese Niederlage wird Franz Joseph aktiv. Die längst fällige Liberalisierung und der "Ausgleich" mit Ungarn werden möglich. Das Kaiserreich Österreich verwandelt sich in die Österreichisch-Ungarische Monarchie. Dies wird von den anderen Kronländern, besonders von Böhmen, als Unrecht aufgefasst. Zwischen dem Kaiser und seinen Völkern bahnt sich ein tiefes Zerwürfnis an, das dem Nationalismus eine gefährliche Sprengkraft verleiht. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe "Die Habsburger" zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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07.09.08
Die Habsburger 9v12
Metternich – ein System
1804, als Napoleon Bonaparte sich zum Kaiser der Franzosen krönt, wird der Habsburger Erzherzog Franz von Österreich gezwungen, die Donaumonarchie aufzuwerten: Er nimmt den Titel eines österreichischen Kaisers an und proklamiert zwei Jahre später die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs. Napoleons gefährlichster Gegner ist der österreichische Außenminister Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich. 1815, beim Wiener Kongress, nutzt er alle diplomatischen Möglichkeiten, um die alte Ordnung in Europa wiederherzustellen. Im System Metternich herrscht nach außen hin ein Gleichgewicht der Kräfte – keine Nation soll die andere dominieren -, im Inneren herrscht Ruhe statt Freiheit – an der Befehlsgewalt der Herrschenden darf kein Zweifel bestehen. Fürsten und Monarchen bestimmen wieder das Schicksal ihrer Völker. Liberal Denkende werden im nunmehr reaktionären Österreich politisch verfolgt. Die Zensurbehörden greifen immer häufiger ein – und der Dichter Franz Grillparzer spricht "von unsichtbaren Ketten, die an Hand und Fuß klirren". Kaiser Franz I. gibt sich volksnah – und duldet dennoch keine demokratische Regung. Es möge alles beim Alten bleiben, empfiehlt er seinem Sohn. Aber Kaiser Ferdinand ist nur noch ein "regierendes Symbol", und Metternich muss immer größere Anstrengungen unternehmen, nun das morsche Staatsgebäude zu stützen. Am 13. März 1848 bricht in Wien die Revolution aus. Arbeiter, Studenten und Bürger sammeln sich im Sturm auf das verhasste System. Sie verlangen die Abschaffung der Zensur, die Pressefreiheit – und den Rücktritt Metternichs. Eine Ära geht zu Ende.
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02.09.08
Die Habsburger 8v12
Im Banne der Revolution – Reform von oben
„Große Dinge müssen mit einem Schlage verwirklicht werden": Die Erklärung Josephs II. ist eine Kampfansage an den bisherigen Regierungsstil. 15 Jahre lang war Joseph Mitregent, ab 1780 trägt der „aufgeklärte Despot“ und „Revolutionär von Gottes Gnaden“ allein die Verantwortung. Joseph II. beseitigt die Leibeigenschaft und führt das Toleranzpatent ein, er löst Kirchen und Klöster auf, um die Seelsorge in tätige Sozialhilfe umzuwandeln. In Wien gründet er das erste Allgemeine Krankenhaus, kaiserliche Parks und Jagdreviere macht er für die Öffentlichkeit zugänglich. Staat und Gesellschaft sollen per Dekret erneuert werden. Am Ende muss er jedoch die meisten seiner Erlässe wieder zurücknehmen. „Ich habe nichts getan als nur gewollt", schreibt er zuletzt voll Bitterkeit. Joseph II. stirbt 1790 im Alter von 49 Jahren. Der Josephinismus aber wird ihn überleben – als österreichische Spielart eines staatlich gelenkten Fortschritts und einer geistig aufgeschlossenen Bürokratie. Was Kaiser Joseph II. geplant hat, verwirklicht sein jüngerer Bruder Leopold im Herzogtum Toskana. Ebenso entschieden, doch ohne Fanatismus setzt er seine Vorhaben um: etwa die Abschaffung der Todesstrafe und die Reform der Landwirtschaft. In 25 Regierungsjahren gestaltet er die Toskana zu einem Musterstaat. Die fortschrittlichen Söhne Maria Theresias können ihre Länder vor einer Revolution bewahren, die 1789 über Frankreich hereinbricht. Maria Theresias Tochter Marie-Antoinette hingegen stirbt in Frankreich unter der Guillotine.
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24.08.08
Wassertechnik des antiken Wiens
Die Versorgung der Städte mit hochwertigem, frischen Trinkwasser und die perfekte Entsorgung des Abwassers ist eine Basis menschlichen Lebens, heute wie in der Römerzeit.
Die Dokumentation zeigt, welche Techniken dabei von den Römern in der Antike erfunden wurden und wie viele davon immer noch verwendet werden. Der Bau von Wasserleitungen, die reines Wasser in menschliche Siedlungen führen, ist eine 2.000 Jahre alte Idee. Computeranimationen machen deutlich, wie die römische Wassertechnik funktioniert hat.
Wassertechniken aus dem ersten Jahrhundert
Der römische Sachbuchautor Vitruv beschrieb schon im 1. Jahrhundert n.Chr. Wassertechniken in einem dicken Werk:
"Die Leitung des Wassers geschieht auf dreierlei Art: als Quellbach in gebauten Rinnen (-> aus Holz), oder in bleiernen Röhren, oder in tönernen. Dabei ist das Verfahren folgendes: Wird das Wasser in Rinnen geleitet, so mache man das Mauerwerk so dauerhaft als möglich, und sorge dafür, dass die Sohle der Rinne ein Gefälle von mindestens einem halben Fuss auf je hundert Fuss Länge erhalte, und überwölbe die gemauerte Rinne, damit die Sonne so wenig als möglich auf das Wasser Einfluss habe. Und wenn es an die Stadt kommt, errichte man einen Sammelraum zur Aufnahme des Wassers."
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Die Wartburg - Wo Romantik vom Mittelalter träumt
Pathetisch und poetisch, hundertmal, tausendmal in Bildern und Worten verewigt - das ist die Wartburg im Thüringer Wald, hoch über Eisenach. Steingewordene Metapher für Rittertugend und Minnesang, für Kreuzfahrer-Blut und reformatorischen Geist.
Goethe hat sie beschrieben und gezeichnet und Wagner sie im Tannhäuser besungen. Und zwischen beiden liegt der Burg Wiedergeburt. Mitte des 19. Jahrhunderts bergen der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Architekt Hugo von Ritgen die "deutscheste aller Burgen" aus den Trümmern. Kurz nachdem 500 Burschenschafter hier die politische Einigung Deutschlands beschworen hatten, suchten sie in den Ruinen des Mittelalters nach dem neuen deutschen Selbst- und Geschichtsbewusstsein.
In den Trümmern und hinter dickem Putz fanden sie einen großartigen mittelalterlichen Bau, zierliche Säulen, Arkadengänge und - eine Lebensaufgabe.
40 Jahre Restaurierungsarbeit - unterbrochen von Geldmangel, politischen Wirren und Streiks - mit dem Ziel, dass "von der Erbauung der Wartburg der Deutsche einst die schöne Epoche seiner Selbsterkennung datieren (wird)." In Erwartung einer Bewunderung, "die süßer ist als alle gewonnenen Schlachten".
Die Besucherzahlen, die Millionen-Scharen , vielleicht sind sie die lebendige Bestätigung für solchen Enthusiasmus. Sie kommen aus Deutschland und von weither, die Pilger von heute. Auf den Spuren der Minnesänger, der katholischen Heiligen Elisabeth oder wegen des flüchtigen Reformators Luther. Auf der Wartburg trieb jede Geschichte ihre Blüten, wurde jede historische Gestalt zum Sagenheld wurden Taten zu Wundern...
"Von der Wartburg wird Deutschland das schöne Märchen vernehmen, dass es eine Geschichte und eine Literatur, Helden und Dichter hatte" - das ist die "Eroberung" des Mittelalters mit den Idealen der Romantik. Das ist die Wartburg.
Kulturdenkmal: Wartburg mit Speise- und Rittersaal, Elisabeth-Kemenate, Landgrafenzimmer, Burgkirche, Bergfried und Luther-Stube
Unesco-Ernennung: 1999
1080
erstmals erwähnter Burgbau
1131
Rang einer Residenz
nach 1172
Ausbau unter Landgraf Ludwig III.
1203
Wolfram von Eschenbach lebt auf der Wartburg
1207-31
Elisabeth von Ungarn, heiliggesprochen 1235
1317/18
Zerstörung großer Teile der Burg durch Feuer
1483-1546
Martin Luther
17./18.4.1521
Luthers Verteidigung seiner reformatorischen Schriften auf dem Reichstag von Worms und anschließend zehnmonatiger Unterschlupf auf der Wartburg
18.10.1817
Versammlung von etwa 500 Studenten deutscher Universitäten, die Einigkeit und Freiheit in einem einzigen Vaterland fordern
1838
Beginn von Restaurierungsarbeiten im Sinne der Romantik
1854-56
Freskenmalerei von Moritz von Schwind
Carnuntum Weltstadt im Land der Barbaren
Der römische Offizier und Historiker Villeius Paterculus berichtete sechs nach Christus, dass ein unter dem Feldherrn Tiberius stehendes römisches Heer sein Winterlager im keltischen Königreich Noricum errichtete. Der genaue Ort der Niederlassung wird als "Carnuntum" bezeichnet. Das war die Geburtsstunde der legendären, römischen Großstadt im "Land der Barbaren", später auch als Klein-Rom an der Donau bezeichnet.
Mit 3-D-Animationen und Spielszenen wird das Leben und Treiben in der antiken Metropole wieder zum Leben erweckt.
Gegen die Markomannen zu Felde
Vor 2.000 Jahren sammelte sich eine römische Armee, von Ungarn kommend, am Südufer der Donau, um diese nordwärts zu überqueren. Man wollte gegen die Markomannen zu Felde ziehen, ein germanischer Volksstamm, der Rom feindlich gesinnt war und seinerzeit jenseits des Nordufers der Donau seinen Aufenthalt hatte - wahrscheinlich in der Region des heutigen Weinviertels.
Die abenteuerliche Überquerung der Donaumäander, von Süd nach Nord, war zuvor von den Römern noch niemals gewagt worden.
Römische Donaumetropole
Vier Jahrhunderte hielten sich die römischen Invasoren an der Donaumetropole, dann begann der Niedergang, wahrscheinlich ausgelöst durch ein verheerendes Erdbeben. Der erste große Aufschwung Carnuntums vollzog sich durch die Anbindung an die sagenumwobene Bernsteinstraße. Diese führte direkt in den Süden bis nach Aquileia, und von dort bis an die Nord- und Ostsee. Dadurch konnte Carnuntum regelmäßig und rasch mit allen benötigten Gütern versorgt werden. Bereits 50 nach Christus war ein befestigtes Römerlager entstanden, um das sich nach und nach eine Zivilstadt entwickelte.
Quartier von Kaiser Marc Aurel
Schon nach weiteren 50 Jahren wurde ein Amphitheater aus dem Boden gestampft, um nach römischem Vorbild Gladiatorenkämpfe auf Leben und Tod abzuhalten. Carnuntum erlangte rasch eine derart strategische Bedeutung, dass sogar römische Kaiser ständig ihr Quartier aufschlugen: Marc Aurel wurde 171 nach Christus in Carnuntum sesshaft. Seine Hauptaufgabe war es, gegen die immer stärker werdenden Markomannen zu kämpfen, deren einziges Ziel es war, die römische Kultur und Carnuntum zu vernichten. In jahrelangen, zähen Kämpfen gelang es Marc Aurel, die Barbaren zurückzuschlagen. Der römische Kaiser, der als großer Philosoph galt, verfasste in Carnuntum sogar das zweite Buch seiner berühmten "Selbstbetrachtungen".
Römerlager und Zivilstadt
Besonders ausführlich beschäftigt sich der Film mit den ganz alltäglichen Dingen des römischen Lebens vor 2.000 Jahren, die aus heutiger Sicht besonders interessant erscheinen. Wie hat die normale Zivilbevölkerung gelebt? Und wie der einfache Soldat? Was wurde gegessen und was wurde getrunken?
Antworten auf diese und viele Fragen mehr sind in den aufwendig inszenierten Spielszenen verpackt. Der Zuschauer erfährt, wie der so genannte "Puls", der Eintopf, in der römischen Armee zubereitet wurde, aber auch, was die so genannte High Society tafelte: Die Oberschicht Carnuntums genoss kulinarisch nahezu jeden Luxus. Sogar frische Austern, die man in salzwasserbefüllten Holzfässern von der Adria bis an die Donaumetropole transportierte, standen auf der Speisekarte. Doch nicht nur "was" gekocht wurde, sondern auch "wie" gekocht wurde, zeigt der Film in hyperrealistischen Bildern.
Der multikulturelle Einfluss in Carnuntum brachte aber nicht nur Segen: Durch die Anbindung an die großen, internationalen Handelsrouten gelangte auch so mancher ungebetene Gast in die "Weltstadt im Lande der Barbaren". Etwa die Schwarze Hausratte. Diese Tierart gab es vorher in Österreich nicht und wurde über Indien in den mediterranen Raum und schließlich bis nach Carnuntum eingeschleppt. Zum Teil mit verheerenden Folgen, denn die Schwarze Hausratte war der Überträger des Schwarzen Todes, der Pest. Noch viele Jahrhunderte später wurden durch die Pest Millionen Menschen des Mittelalters dahingerafft. Carnuntum war also das frühe Tor für den Schwarzen Tod.
Westlich der Stadt wurde an der Donau ein militärisches Versorgungslager eingerichtet, das man Vindobona nannte. Nichts anderes als die Keimzelle des heutigen Wien! Bis heute ist die römische Spur erhalten geblieben, denn der erste Wiener Gemeindebezirk folgt in seinen Grundrissen dem ehemaligen römischen Militärlager!
Badekultur und Lagerleben
Bereits vor 2.000 Jahren wurden in Carnuntum die vorhandenen Thermen genutzt. So zeigt der Film auch in perfekten Rekonstruktionen die Badekultur der Römerinnen: u.a. zeigt er, dass der Bikini schon in der Antike erfunden wurde.
Die Spieldokumentation deckt nicht nur die großen Ereignisse der vier römischen Jahrhunderte ab, sondern folgt auch dem Lauf der Jahreszeiten. Denn während die Menschen in der Stadt die Wintermonate relativ bequem erleben konnten, mussten die Legionäre bei ihren ständigen Erkundungsmärschen in Eis und Schnee übernachten - nur durch dünne Stoffzelte geschützt.
Letztlich ist aber nicht nur die römische Kultur Thema des Films, sondern auch die Umwelt vor 2.000 Jahren. Zum Teil sahen sich die Römer in Österreich mit Tieren konfrontiert, die heute längst ausgestorben oder verschwunden sind. Der Film lässt den legendären Ur- oder Auerochsen wiederauferstehen und zeigt imposante Aufnahmen des Wisents, den europäischen Vetter des amerikanischen Büffels, der ebenfalls Zeitgenosse der Römer war.
Premiere feiert auch der größte Süßwasserfisch der Welt, der Hausen. Diese bis zu neun Meter große Störart war vor 2.000 Jahren sogar relativ häufig in den Donaugewässern anzutreffen und wurde von den Römern gejagt. Die größten bekannten Exemplare waren doppelt so groß wie ein durchschnittlicher weißer Hai. Weltweit wird erstmals gezeigt, wie die Römer mehrere Meter große Exemplare überwältigten.
Zeitfenster in die Antike
Mitte des vierten Jahrhunderts wurde Carnuntum von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Dies ist gleichzeitig der Anfang vom Ende, denn auch die römische Welt geriet ins Wanken, und Militär- und Zivilbevölkerung verließen nach und nach die ehemalige "Weltstadt im Land der Barbaren".
Grundsätzlich wurden für dieses außergewöhnliche Dokumentationsvorhaben Rüstungen, Waffen, Kleidungsstücke oder Bauwerke bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Dadurch erhalten die Zuseher die Möglichkeit, in eine perfekt nachempfundene Welt der Antike einzutauchen. Dem Regisseur und Produzenten Prof. Dr. Kurt Mündl war es wichtig, "ein Zeitfenster zu öffnen, um am Leben und Treiben der Legions- und Zivilbevölkerung hautnah teilhaben zu können".
Die gesamte Spieldokumentation wurde mit modernster Technik in High Definition gedreht und mit hoch qualitativen Animationen veredelt. Auch Trickspezialisten und Konsulenten, die bei dem großen Spielfilm "Gladiator" mitwirkten, konnten für diese Dokumentation als Mitarbeiter gewonnen werden.
Tags: Antike, Dokumentation, Kelten, Roemer
20.08.08
Video about Hadrian (engl.)
Dieses Video besteht eigentlich aus 5Teilen und ich habe sie halt mal zusammen gefügt
Intro 1v5 (01:26)
Hadrian: a new emperors 2v5
When Hadrian became emperor he faced rebellion and attack. He went on to strengthen the Roman Empire and create a unified sense of Roman identity (3 minutes 3 seconds).
Building the wall 3v5
In AD122 Hadrian ordered a mighty frontier system to be built across the north of Britain. The result was Hadrian's Wall, a 73 mile barrier stretching from the Solway Firth on the west coast of Britain to the River Tyne on the east coast.
Its purpose was to defend the Roman Empire from the barbarians to the North. (3 minutes 14 seconds).
The imperial palace 4v5
Hadrian built himself a vast palace in the countryside, the villa Adriana in Tivoli about 30 kilometres east of Rome.
It was a huge complex, designed to accommodate thousands of people. It was his administrative capital and represents his empire in miniature. (2 minutes 25 seconds)
The power of image 5v5
For many years Hadrian was perceived as a peace-loving admirer of Greek culture and customs, a philhellene.
But the one statue on which this long-standing perception was based is not all that it should be.
Curator Thorsten Opper and conservator Tracey Sweek investigate. (4 minutes 10 seconds)
Quelle:
Britishmuseum.org
Tags: Antike, Dokumentation, Roemer, Rome
18.08.08
Alte Waffen Und Wissenschaftliche Geräte
Berufe - Vom Aussterben bedroht? ARTE stellt eine Reihe altehrwürdiger Handwerke vor, die in Reichtum und Vielfalt ihrer Arbeitsweisen und Produkte einzigartig sind.
Tags: Dokumentation, Waffen
Die Habsburger 7v12
Habsburgs Glanz und Preußens Gloria – Das Zeitalter Maria Theresias
1740 stirbt Kaiser Karl VI. Er hat alles unternommen, um seiner Tochter Maria Theresia die Thronfolge zu sichern. Doch nach Karls Tod leben die alten Bündnisse gegen Österreich wieder auf. Maria Theresia, gerade 23 Jahre alt, ist auf diese Attacken kaum vorbereitet. Noch härter trifft sie die Kriegserklärung Preußens: Friedrich II. fällt in Schlesien ein. Durch eine aggressive Eroberungspolitik will er sich im Kreis der europäischen Großmächte etablieren. Für Maria Theresia wird der Preußenkönig zum erklärten Feindbild, dessen Existenz sie ein Leben lang verflucht. Die ersten Jahre ihrer 40-jährigen Herrschaft sind turbulent. Zwischen einzelnen Kriegszügen wird Maria Theresia zur Königin von Ungarn und Böhmen gekrönt. Offiziell trägt ihr Mann, Franz Stephan von Lothringen, die Kaiserkrone, doch es besteht bald kein Zweifel mehr, dass Maria Theresia selbst regiert. Ihre Verantwortung wächst mit der Sorge um die Dynastie, den Zusammenhalt ihrer Völker. Sie leitet auf vielen Gebieten Reformen ein: Neben dem Handwerk fördert sie auch die industrielle Verarbeitung, führt die Schulpflicht ein und schafft die Folter ab. Gleichzeitig setzt sie eine Keuschheitskommission zur Bestrafung von Ehebrechern ein. Ihre strenge Religiosität verleitet sie dazu, aufklärerische Werke verbrennen und Juden verfolgen zu lassen. Trotzdem zählt der Schriftsteller und Jude Joseph von Sonnenfels zu ihren wichtigsten Beratern. Die späteren Regierungsjahre kennzeichnen eine zunehmende Herrschsucht und das kritische Verhältnis zu ihrem ältesten Sohn, dem künftigen Kaiser Joseph II. Am 29. November 1780 stirbt die Kaiserin.
Tags: Die Habsburger, Dokumentation, Europa, Mythos
16.08.08
Frontiers of the Roman Empire
Die Grenzen des Römischen Reiches erstreckten sich über 5.000 km – von der schottischen Atlantikküste quer durch Europa bis zum Donaudelta, vom Schwarzen Meer durch den Mittleren Osten zum Roten Meer und von Ägypten über Nordafrika bis zur Atlantikküste in Marokko. Einige dieser Außengrenzen waren seit Kaiser Augustus (31 v. Chr. – 14 n. Chr.) mehrere Jahrhunderte lang besetzt. Das Meer, Flüsse, Berge und Wüsten wurden oft als natürliche Barrieren des Reiches einbezogen. Wo natürliche Grenzen fehlten, konnten künstliche konstruiert werden.
Tags: Antike, Dokumentation, Roemer