Dreieckige Schatten auf Luftbildaufnahmen verleiten die Forscher zu wilden Spekulationen. Das markanteste Bauwerk misst in der Kantenlänge 190 Meter und übertrifft damit sogar die Cheops-Pyramide. Eigentlich sind Satelliten, die für Google Earth die Welt von oben photographieren und mittels Zoom ungewollte Einblicke erlauben, inzwischen eher als Spionagewerkzeug verschrieen. Doch die hochauflösenden Bilder bieten auch für die Archäologen ungeahnte Möglichkeiten, potentielle Grabungsorte zu sondieren, die sonst nur schwer zugänglich wären. Einer dieser Grabungsorte könnte in der Nähe von Abu Sidhum in Oberägypten liegen: Die Satellitenarchäologin Angela Micol lokalisierte dort vier Erdhügel mit einer dreiecksähnlichen Spitze in der Mitte. Die größeren Hügel messen 76 Meter in der Länge, die kleineren Hügel 30 Meter. Der auffälligste Baukomplex übertrifft in seinen Dimensionen hingegen selbst die Cheops-Pyramide: Mit 190 Metern Kantenlänge ist sie dreimal so groß und misst noch an seiner erodierten Spitze knapp sechs Meter. Insbesondere die kleineren Hügel entsprechen mit ihrer Kantenlänge damit dem Standardmaß für Pyramiden aus der 13. Dynastie. Die zweite auffällige Stelle liegt knapp 100 Kilometer von der Fayoum-Oase entfernt: Dort hat der Satellit eine ähnliche, pyramidenförmige Aufschüttung photographiert, deren symmetrisches Zentrum laut Micol relativ eindeutig auf eine Pyramidenspitze hinweist. Für ihre Theorie könnte auch die günstige Lage dieses Erdhügels sprechen, der nur drei Kilometer von der antiken Stadt Dimai entfernt ist. Auch dort vermuten die Archäologen drei Pyramiden, angeordnet genauso wie ihre berühmten Vorbilder in Gizeh und gebaut aus dem für die Gegend typischen dunklen Lehm. Micol hofft, durch Infrarotaufnahmen noch weitere Details zu erkennen, bevor eine kostspielige Grabung in den Weg geleitet werden kann. Sicher ist auf jeden Fall, dass die satellitengestützte Forschung für die Archäologie immer wichtiger werden wird. So erkundet momentan eine US-Drohne in den Anden die antike Inka-Stadt Mawchu Llacta. Dimai selbst wurde von Ptolemaios II. Philadelphos (309 bis 246 v.Chr.) im dritten Jahrhundert gegründet. Seine Bedeutung als Handelszentrum lässt sich nicht nur an den den hohen Mauern messen (bis zu zehn Meter Höhe), sondern auch an der enormen Anzahl von Papyri und anderem Inschriftenmaterial, das dort bis jetzt gefunden wurde. Die Stadt wurde im dritten Jahrhundert nach Christus aus unbekannten Gründen aufgegeben. Quelle: Saskia Kerschbaum / g-geschichte.de
17.08.12
09.11.09
Monumente des Jenseits - Das Rätsel der Pyramiden
"Es gibt kein Bauwerk unter dem Himmel, das an Vollendung den Pyramiden Ägyptens gliche! Mein Auge erquickt sich an diesen einzigartigen Bauten, aber meine Gedanken quälen sich mit der Frage, was sie bedeuten sollen!" Sätze aus dem Mittelalter...
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Bier, Brot und Arbeit – Alltag im Alten Ägypten
Das Alte Ägypten ist nicht nur eine der ersten Hochkulturen der Welt - die Geschichte dieses Landes reicht über 5000 Jahre zurück - sondern auch eine, die am besten untersucht ist. Die Ägyptologie existiert seit Napoleons ägyptischem Feldzug, doch im Focus dieser Wissenschaft stand lange Zeit nur die reiche Oberschicht Ägyptens. Aber wie lebten damals die einfachen Leute? Die Quellen darüber sind oft mäßig und die Überreste meist gering. Dennoch ist es ansatzweise gelungen, das Wissen über die Arbeit und das Leben der Beamten und Handwerker zu konkretisieren. So spielten bei den Menschen im antiken Ägypten Kleidung, Kosmetik und Haartracht wohl eine große Rolle. Sogar der Speiseplan der alten Ägypter ist uns inzwischen bekannt, wie auch ihre Vorliebe für Wein und einer Art Bier.
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16.10.09
Neues Museum wird wieder eröffnet
Ägyptische Sammlung mit weltberühmter Büste von Nofretete zu sehen
Nach mehr als 70 Jahren wird am 17. Oktober das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wiedereröffnet. Nach der feierlichen Übergabe am Vorabend durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann dann das Publikum die ägyptische Sammlung mit der weltberühmten Büste der Königin Nofretete sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte besuchen. Zum Auftakt am Wochenende gibt es zwei Tage der offenen Tür mit freiem Eintritt.
Quelle: Phoenix.de
Neues-museum
Wer es nicht einrichten kann, am Wochenende nach Berlin zu reisen, kann schon mal einen virtuellen Rundgang durch das Neue Museum und die Museumsinsel machen.
Museumsinsel(Flash-Animation)
Tags: Ägypten, Antike, Kultur, Kunst, Veranstalltungen
28.05.09
Ältestes ägyptisches Keilschriftdokument gefunden
Ägyptologe der Universität Wien erforscht asiatische Herrschaft im Pharaonenland
Im 17. Jahrhundert v. Chr. geriet Ägypten in die Abhängigkeit einer fremden Dynastie aus Vorderasien: Die Hyksos eroberten vom nordöstlichen Nildelta aus ganz Ägypten. Die Hauptstadt dieser Fremddynastie wurde von Manfred Bietak, Ägyptologe an der Universität Wien, bereits 1966 auf einem Ruinenhügel namens Tell el-Dab'a im Nordosten Ägyptens entdeckt. 2005 fanden Bietak und sein Team schließlich einen ausgedehnten Palastbezirk der Hyksos-Zeit. Heuer im Frühjahr stießen sie auf sensationelle Funde: Das älteste ägyptische Keilschriftdokument und eine im Palast bestattete Pferdestute.
Fragment einer babylonischen Keilschrifttafel (Foto: Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI) Kairo)
Bisher ist nicht viel über Herkunft, Kultur- und Ereignisgeschichte der Hyksos in Ägypten bekannt. Sie regierten zwischen 1640 und 1530 v. Chr. von ihrer Hauptstadt Auaris im östlichen Nildelta aus Ägypten, bis die Pharaonen der 17./18. Dynastie die Hyksos besiegten und die Hauptstadt eroberten.
Univ.-Prof. Dr. Manfred Bietak, Vorstand des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien und Gründer des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo, arbeitet gemeinsam mit Dr. Irene Forstner-Müller und einem großen Team seit 2005 an der Freilegung dieses vorderasiatischen Herrschersitzes der Hyksos.
Bei den diesjährigen Untersuchungen konnte ein weitreichendes Areal der ca. 10.000 Quadratmeter großen Palastanlage freigelegt werden. Zur Überraschung der ForscherInnen entspricht der Palast nicht dem Plan eines ägyptischen Palastes, sondern reiht sich architektonisch unter die Königspaläste aus Syrien ein - dem Ursprungsland der Hyksos.
Im Zuge der Freilegung des Hyksos-Palastes machten die ForscherInnen Sensationsfunde: In der Füllung des Palastbrunnens der mittleren bis späten Hyksoszeit fanden sie das Fragment einer babylonischen Keilschrifttafel aus den letzten Dezennien des Altbabylonischen Reiches (1600 - 1550 v. Chr.). "Es handelt sich dabei um das bisher älteste Keilschriftdokument in Ägypten und belegt die unerwartet weit reichenden diplomatischen Beziehungen der Dynastie der Hyksos", erklärt Manfred Bietak. Der Fund ist die "Krönung" für den soeben sehr positiv vom FWF evaluierten und von Manfred Bietak geleiteten Spezialforschungsbereich "SCIEM 2000", der die Synchronisierung der Hochkulturen zum Thema hat.
Eine weitere Überraschung war der Fund einer im Palast bestatteten Pferdestute, möglicherweise das Lieblingstier des Hyksos Chayan. Dabei handelt es sich um die bisher älteste entdeckte Pferdebestattung in Ägypten.
Spezialforschungsbereich SCIEM 2000 an der ÖAW
Quelle: archaeologie-online.de
Tags: Ägypten, Ausgrabungen
30.04.09
Wird Kleopatra gefunden, hätten viele gelogen
Derzeit suchen Archäologen medienwirksam in dem Tempel von Taposiris Magna das Grab der ägyptischen Königin Kleopatra und ihres Geliebten Marcus Antonius. Der tatsächliche Fund wäre ein Desaster für die Geschichtsforschung. Denn alle Quellen widersprechen den Archäologen.
Als vor neun Jahren in Berlin der Neufund eines Papyrus präsentiert wurde, auf dem die ägyptische Königin Kleopatra – möglicherweise – ihr handschriftliches Signet hinterlassen hat, war ein gutes Dutzend Kamerateams vor Ort. Wie groß die Aufmerksamkeit sein dürfte, wenn ihr unberührtes Grab ans Licht käme, kann man sich unschwer vorstellen. Und wenn darin noch die Gebeine ihres Geliebten Marcus Antonius gefunden würden, es wäre eine Weltsensation.
Die Hoffnung darauf schürt kein Geringerer als Zahi Hawass. Der ebenso mächtige wie umtriebige Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung inszeniert sein neuestes Projekt denn auch entsprechend. „Wir hoffen, die Grabstätte zu finden und zwar unversehrt“, gab er mit medienwirksamem Vorlauf zu Protokoll. Jetzt soll nun die Suche beginnen, die zur „größten Entdeckung des Jahrhunderts“ (Hawass) führen soll.
Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Denn das Grabmal, das da die Fantasie beflügelt, wird in 21 Metern Tiefe unter einem Tempel vermutet, der rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel liegt. Mit dem modernen Gerät sollen Röntgenaufnahmen noch in 70 Metern Tiefe möglich sein. Irgendwo da unten, ist sich die Archäologin Kathleen Martinez aus der Dominikanischen Republik sicher, befindet sich ein komplexes Tunnelsystem. An drei Stellen will ihr Team den Spaten ansetzen.
Seit drei Jahren gräbt Martinez in dem Tempel von Taposiris Magna. Der Fund von zehn Mumien, 22 Münzen mit dem Abbild Kleopatras sowie einer Maske, die möglicherweise Marcus Antonius darstellt, bewogen die Spatenforscher zu ihrer Annahme, auf die Spur des legendären Paares gekommen zu sein.
Hinzu kommt, dass es sich bei dem Tempel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wohl um einen heiligen Ort der Isis handelte. Im altägyptischen Mythos erweckte die Göttin ihren ermordeten Gemahl zu neuem Leben. Da sich Kleopatra im Leben ihren ägyptischen Untertanen auch als Inkarnation der Isis vorstellte, wäre ein Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin auch ein ihr gemäßer Ort der letzten Ruhe. Soweit die hoffnungsvolle Spekulation.
Doch hinter dem Spiel mit publikumswirksamen Erwartungen verbirgt sich auch brisanter methodischer Zündstoff. Denn den erhofften Fund dürfte es nach Aussage der schriftlichen Zeugnisse überhaupt nicht geben. Berichten doch die wichtigsten Chronisten und Historiker übereinstimmend, dass Kleopatra in Alexandria beerdigt wurde und Antonius an ihrer Seite. Also angenommen, die Grabungen in Taposiris Magna würden den mumifizierten Körper der Kleopatra ans Licht bringen, es würde unsere Gewährsleute in einer Weise desavouieren, die das methodische Gerüst der althistorischen Forschung ins Wanken brächte.
Denn als Generallinie dient der Geschichtsschreibung die schriftliche Überlieferung. Im Fall von Kleopatras Kampf und Ende sind dies zudem erklärte Historiker, die ihre Schriften nach Maßstäben formten, die seit Jahrhunderten in der griechisch-römischen Welt erprobt wurden.
Sie berichten klar und in weiten Teilen übereinstimmend davon, wie der Caesar-Erbe Octavian 31 v. Chr. bei Actium die Flotte seines römischen Rivalen Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra vernichtete. Wie die beiden Liebenden ihre letzten Monate in endzeitlichen Orgien verbrachten. Und wie Antonius schließlich der feindlichen Übermacht vor Alexandria erlag.
Es sind Autoren der Weltliteratur, die uns ein ziemlich detailliertes Bild vom Endkampf schildern. Plutarch (um 45-125) stützte sich für seine Antonius-Biografie, die auch Shakespeare benutzte, auf zeitgenössisches Material, etwa den Bericht von Kleopatras Leibarzt Olympos. Die Weltgeschichte des Senators Cassius Dio (um 163-229) zählt zu den besten historischen Werken der römischen Kaiserzeit. Auch der Hofbeamte Sueton (um 70-130) steuert in seinen Kaiserbiografien Beobachtungen bei.
Alle Berichte stimmen darin überein, dass sich Kleopatra im Palastviertel von Alexandria aufhielt, als ihr Geliebter seine letzte Schlacht verlor. Antonius stürzte sich in sein Schwert, starb aber nicht sofort. Auf Befehl der Königin wurde er in ihr Mausoleum gebracht, in das sie sich zusammen mit ihren Schätzen und einigen Dienerinnen zurückgezogen hatte. Der schwer verletzte Antonius soll in ihren Armen gestorben sein.
Das alles geschah innerhalb weniger Stunden. Das schließt die Flucht der Königin und des Antonius durch die feindlichen Linien nach Taposiris Magna aus.
Cassius Dio berichtet ausdrücklich, Kleopatra habe ihr Mausoleum in den königlichen Gärten Alexandrias errichten lassen. Der Archäologe Michael Pfrommer hat das Grabmal rekonstruiert: ein monumentaler Bau, dessen zweiter Stock als Galerie ausgeführt war. Nach Plutarch öffneten sich die Fenster zum Meer hin. In der Nachbarschaft soll ein Isis-Tempel gestanden haben.
Mit einem Trick konnte Octavian Kleopatra gefangen nehmen und sich die Schätze sichern, die jene zu verbrennen gedroht hatte. Anschließend war der Sieger generös genug, ihr das prachtvolle Begräbnis des Antonius in ihrem Mausoleum zu gestatten. Dort wurde auch Kleopatra feierlich beigesetzt, nachdem sie sich mit einem Schlangenbiss oder Gift umgebracht hatte.
Nach Aussage aller Quellen fand das in Alexandrias Königsstadt statt, die ungefähr das nordöstliche Viertel der Metropole ausmachte. Für die Hoffnung, die Mumien des berühmten Paars sollten zig Kilometer westlich davon ans Licht kommen, sind also nur drei Gründe denkbar: 1. Die Leichen wurden nach der Beisetzung in Alexandria in das westliche Heiligtum gebracht, um sie etwa vor dem Sieger zu retten. 2. Die Leichen verschwanden vor ihrer Bestattung in Alexandria, so dass Octavian, um seine Milde vor aller Welt zu beweisen, eine Scheinbegräbnis inszenierte. 3. Die Quellen lügen.
Sollten sich in Taposiris Magna tatsächlich Beweise für Antonius und Kleopatra finden, wären die Alternativen zwei und drei fatal. Denn sie würden zum einen zeigen, wie sehr ein römischer Kaiser seine Geschichtsschreiber korrumpieren konnte, und zum anderen, dass diese keineswegs dem Ruf gerecht werden, in dem sie stehen.
Ein aktuelles Beispiel zu diesem Problem bietet ausgerechnet die Varusschlacht in ihrem 2000. Jubiläumsjahr. In einem Monat wird in Kalkriese die große Ausstellung eröffnet. Doch immer mehr Althistoriker nehmen mittlerweile an, dass auf dem seit Jahrzehnten ergrabenem Schlachtfeld nicht die Legionen des Varus, sondern Truppen des Germanicus 14-16 n. Chr. vernichtet wurden. Denn: Eine solche Erklärung passt besser zur schriftlichen Überlieferung eines Tacitus oder Cassius Dio.
Die wissenschaftliche Kritik an Zahi Hawass wird sich indes in Grenzen halten. Ägyptens Chef-Archäologe ist absoluter Herr über die Grabungslizenzen im Nilland. Und die wird niemand mit vorschnellen Urteilen in Frage stellen wollen.
Quelle: welt.de
ML Mona Lisa Spekulationen um die letzte Ruhestätte Kleopatras Sie war die letzte Königin des alten Ägyptens. Und die berühmteste. Ihre letzte Ruhestätte galt als verschollen. Bis jetzt, so scheint es. In Ägypten wollen Archäologen das Grab des sagenumwobenen Paares Kleopatra und Mark Anton entdeckt haben.
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Archäologen suchen Grab von Kleopatra und Marcus Antonius
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen, Mythos
17.04.09
Archäologen suchen Grab von Kleopatra und Marcus Antonius
Kairo (AP) Archäologen suchen ab kommender Woche nahe der ägyptischen Mittelmeerküste nach dem Grab von Königin Kleopatra und ihres Geliebten Marcus Antonius. Die Vermessung des Tempels Taposiris Magna nahe Alexandria habe drei mögliche Stellen für das Grab des Liebespaares ergeben, erklärte der Oberste Rat für Antiquitäten am Mittwoch. Kleopatra und der römische General Marcus Antonius hatten sich nach der Niederlage in der Schlacht bei Actium im Jahr 31 v. Chr. das Leben genommen, seitdem wird über den Ort ihres Grabs gerätselt. Diesen Artikel weiter lesen
Die drei Grabungsorte wurden den Angaben zufolge im vergangenen Monat ausgemacht. Archäologen aus Ägypten und der Dominikanischen Republik arbeiten bereits seit drei Jahren am Tempel Taposiris Magna. Im Innern des im dritten Jahrhundert vor Christus entstandenen Gebäude wurden mehrere tiefe Schächte entdeckt, von denen drei möglicherweise für Bestattungen genutzt wurden. Nach Einschätzung der Archäologen könnten Kleopatra und Marcus Antonius in einem ähnlichen Schacht beerdigt worden sein.
Im vergangenen Jahr hatten Experten am Grabungsort unter anderem eine Bronzestatue der Liebesgöttin Aphrodite und den aus Alabaster gearbeiteten Kopf einer Kleopatra-Statue zutage gefördert. Außerdem entdeckten sie eine Maske, die möglicherweise Marcus Antonius gehörte, und 22 mit dem Bild Kleopatras geschmückte Münzen.
Quelle: de.news.yahoo.com
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen, Mythos
31.03.09
Überraschender Fund aus dem alten Ägypten
Kunsthistorische Bestimmung von 2.500 Jahre alten Grabbeigaben an der Universität Jena
Wenn die Göttin der Liebe auf den Gott der Unterwelt und den Gott des Jenseits trifft, kann die ägyptische Mythologie ganz schön durcheinander geraten. Im Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena liegen Isis, Anubis und Osiris gemeinsam in einer Kiste und warten auf ihre kunsthistorische Bestimmung. Im Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar hat kürzlich Restaurator Jörg Hägele eine altägyptische Sammlung entdeckt, die jahrzehntelang im Magazin lagerte. Nun kam die Sammlung an die Universität Jena, um am Lehrstuhl für Klassische Archäologie bestimmt und kulturhistorisch eingeordnet zu werden.
Gut erhaltene Holzmasken, filigran gearbeitete Amulette und kunstvoll verzierte Kartonagen von bemalten Mumiensarkophagen - insgesamt 90 Fundstücke umfasst die Sammlung. "Die meisten stammen aus der Spätzeit zwischen 750 vor Christus und 300 nach Christus", erklärt Kustode Dr. Dennis Graen vom Jenaer Lehrstuhl für Klassische Archäologie. Er ist sich sicher, dass es sich bei den Fundstücken um Grabbeigaben handelte, die für die Ausstattung der Toten im Jenseits bestimmt waren. 2.500 Jahre alte Fundstücke aus Stein, Bronze oder Keramik sind für den erfahrenen Archäologen nichts Ungewöhnliches. Doch dass Holzobjekte über einen solch langen Zeitraum konserviert wurden und noch so gut erhalten sind, ist für ihn eine Sensation.
Begeistert zeigt der Jenaer Wissenschaftler eine etwa zehn Zentimeter große Holzhand, die höchstwahrscheinlich von einer Figur stammt, die schützend an einem Sarkophag stand. Ein anderes hölzernes Objekt diente als Maske, die auf das Gesicht einer Mumie gelegt wurde. Das trockene Klima in Ägypten hat das Holz so gut erhalten, dass selbst einige Farbreste und Bemalungen noch gut erkennbar sind.
Interessant für die Wissenschaftler ist die Frage nach der Herkunft der Sammlung. Die Grabbeigaben wurden in Kartons gefunden, auf denen noch schwach lesbar ein Stempel vom Heimatmuseum Eisenberg erkennbar ist. "Denkbar wäre", so Graen, "dass ein Bildungsreisender die Sammlung im 19. oder frühen 20. Jahrhundert aus Ägypten mitgebracht hat". Wie diese dann jedoch nach Eisenberg und später nach Weimar kam, ist noch rätselhaft. "Wir hoffen, dass sich durch Veröffentlichungen und spätere Ausstellungen der Sammlung Personen melden, die uns genaueres zur Herkunft sagen können", so Graen.
Doch bevor die Sammlung wieder nach Weimar geht, erstellt Melanie Schulze eine Datenbank, in der jedes einzelne Objekt kunsthistorisch eingeordnet wird. Für die Studentin der Klassischen Archäologie ist vor allem interessant, wie alt die Fundstücke sind, woher sie kommen und in welchem Kontext sie einzuordnen sind. Dazu sucht sie in Katalogen von Museen, Sammlungen und Auktionshäusern nach ähnlichen Objekten und wird in den meisten Fällen auch fündig.
Wenn die Jenaer Archäologen die Bestimmung abgeschlossen haben, werden einzelne Funde noch einem Ägyptologen vorgelegt, der die hieroglyphischen Inschriften entziffern soll. Anschließend soll die Sammlung restauriert und der Öffentlichkeit in einer kleinen Sonderausstellung im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Weimar präsentiert werden.
Quelle: archaeologie-online.de
Tags: Ägypten, Antike, Funde u. Befunde
19.03.09
Forscher wollen 3.500 Jahre altes Parfum wieder auferstehen lassen
Auch die alten Ägypter begeisterten sich schon für wohlriechende Düfte. Das beweisen Parfumfläschchen aus dieser Zeit. Das Ägyptische Museum der Universität Bonn zeigt in seiner Dauerausstellung ein besonders gut erhaltenes Exemplar. Bonner Wissenschaftler haben den 3.500 Jahre alten Flakon nun im Computertomographen durchleuchtet. Dabei wurden die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit sichtbar, die die Forscher jetzt weiter analysieren wollen. Vielleicht gelingt es ihnen sogar, den Duft zu rekonstruieren - eine Weltsensation.
Die Pharaonin Hatschepsut war eine machtbewusste Frau: Sie übernahm um 1479 vor Christus die ägyptischen Regierungsgeschäfte. Eigentlich sollte sie nur ihren damals dreijährigen Stiefsohn Thutmosis III. vertreten, bis dieser alt genug gewesen wäre, das Amt zu übernehmen. Doch aus der Interims-Regentschaft wurden 20 Jahre. "Sie hat Thutmosis systematisch von der Macht fern gehalten", erklärt der Kurator des Ägyptischen Museums der Uni Bonn Michael Höveler-Müller.
Auch Hatschepsuts Parfüm ist vermutlich eine Demonstration ihrer Macht. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass es als einen Bestandteil Weihrauch enthielt - den Duft der Götter", sagt Michael Höveler-Müller. Diese Idee kommt nicht von ungefähr: Man weiß, dass Hatschepsut während ihrer Regentschaft eine Expedition nach Punt unternahm - das heutige Eritrea. Die Ägypter importierten aus Punt schon seit dem dritten Jahrtausend vor Christus Kostbarkeiten wie Ebenholz, Elfenbein, Gold und eben Weihrauch. Die Expedition brachte von der Reise anscheinend ganze Weihrauchpflanzen mit, die Hatschepsut in der Nähe ihres Totentempels anpflanzen ließ.
Der filigrane Flakon, den die Bonner Forscher nun untersuchen, trägt eine Aufschrift mit dem Namen der Pharaonin. Er stammt also wahrscheinlich aus ihrem Besitz. Der Behälter ist ungewöhnlich gut erhalten. "Daher erschien es uns lohnend, ihn in der Radiologie des Uniklinikums durchleuchten zu lassen", erklärt Höveler-Müller. "Das hat vor uns meines Wissens noch niemand gemacht."
Auf diese Weltpremiere wird nun wohl noch eine weitere folgen: "In den Röntgenaufnahmen kann man eindeutig die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit erkennen", erläutert der Museums-Kurator. "Unsere Pharmazeuten werden diesen Bodensatz nun chemisch analysieren." In gut einem Jahr könnten die Ergebnisse vorliegen. Im Erfolgsfalle wollen die Bonner Forscher das Parfum dann sogar "nachbauen". 3.500 Jahre nach dem Tode der Frau, aus deren Besitz es stammt, könnte der Duft also wieder auferstehen.
Hatschepsut starb im Jahr 1457 vor Christus. Nach Analyse der ihr zugeschriebenen Mumie scheint die Herrscherin am Ende ihres Lebens zwischen 45- und 60-jährig, übergewichtig, zucker- und krebskrank gewesen zu sein. Außerdem litt sie an Osteoporose und Arthritis. Sie wurde offensichtlich aus Sicherheitsgründen im Grab ihrer Amme beigesetzt. Im Jahr 1903, mehr als 3.300 Jahre später, stieß der berühmte Ägyptologe Howard Carter auf die beiden Mumien. Es sollte aber noch einmal über 100 Jahre dauern, bis der Leichnam der Pharaonin mittels DNA- und Zahnanalysen 2007 identifiziert werden konnte. Thutmosis III. scheint seiner Stiefmutter übrigens kaum eine Träne nachgeweint zu haben: Er ließ während seiner Regierungszeit alle Abbildungen zerstören, die sie als Herrscherin zeigten und derer er habhaft werden konnte.
Quelle: archaeologie-online.de
01.03.09
Statue aus der Pharaonenzeit gefunden
Direkt neben den Pyramiden von Giza haben Archäologen eine Statue entdeckt. Über das Plateau laufen täglich Tausende Touristen. Nur 40 Zentimter unter dem Pfad lag nun das Ebenbild eines sitzenden Mannes mit Perücke. Grund der Grabung war nicht so sehr archäologischer Forscherdrang, sondern schlichte Organisation.
Archäologen haben direkt neben den Pyramiden von Giza, an einem der am meisten besuchten Orte Ägyptens, eine rund 4000 Jahre alte Statue entdeckt. Die Altertümerverwaltung in Kairo, teilte mit, die Statue aus Quarzit sei einen Steinwurf von der Pyramide des Mykerinos (Menkaure) entfernt gefunden worden. Den Angaben zufolge lag sie auf dem Giza-Pyramidenplateau, das täglich Tausende Touristen aus aller Welt erkunden, in nur 40 Zentimeter Tiefe unter dem Sand.
Der Chef der Altertümerverwaltung, der ägyptische Archäologe Zahi Hawass, erklärte, die Statue eines sitzenden Mannes mit Perücke trage keinerlei Inschrift. Der Stil des rund 1,5 Meter hohen Fundstückes deute jedoch auf die Zeit des Alten Reiches hin, in der auch die Pyramiden von Giza gebaut worden waren.
Die um 2520 v. Chr. erbaute Pyramide des Mykerinos ist die kleinste der drei großen Pyramiden von Giza bei Kairo. Die Statue war nicht bei einer archäologischen Grabung gefunden worden, sondern im Zuge der Neuorganisation der Besichtigungstouren am Pyramidenplateau von Giza.
Quelle: welt.de
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen
11.02.09
Grabkammer mit 30 Mumien in Ägypten entdeckt
Sensationsfund für agyptische Archäologen: Die Forscher entdeckten in der Totenstadt von Sakkara eine unberührte Grabkammer. In der Gruft fanden sich acht Sarkophage und viele Wandnischen mit weiteren Mumien. In einem der Holzsärge lag die Mumie eines Mannes, der vor etwa 2500 Jahren bestattet wurde.
Ägyptische Archäologen haben in der Totenstadt von Sakkara eine Grabkammer mit 30 Mumien und mehreren noch unberührten Sarkophagen aus der Pharaonenzeit entdeckt. Die Kammer mit Dutzenden Wandnischen befindet sich am Boden eines elf Meter tiefen Schachts, wie der Chef der ägyptischen Altertumsbehörde, Sahi Hawass, am Montag mitteilte..
Das Finden von intakten Begräbnisstätten in so bekannten Totenstädten wie Sakkara ist ungewöhnlich. Oft haben Grabräuber die Gegenden bereits vor den Archäologen entdeckt und geplündert.
Bislang sei erst ein Sarkophag geöffnet worden. In dem 1,8 Meter langen Holzsarg fanden die Forscher die relativ unversehrte Mumie eines Mannes. Auf dem Sarkophag ist in Hieroglyphen der Name des Toten und seiner männlichen Vorfahren zu lesen. Hawass datierte das Grab auf das Jahr 640 vor Christus. Es stammt demnach aus der 26. Dynastie, der letzten unabhängigen Epoche vor der Eroberung Ägyptens durch die Perser.
Vier weitere Sarkophage aus Kalkstein sollen in den kommenden Tagen vorsichtig geöffnet werden. Die 22 Mumien in den Nischen sind nicht sehr gut erhalten, so dass schwer zu bestimmen ist, welchen Rang sie zu Lebzeiten bekleideten. Nischengräber waren in dieser Zeit auch sehr unüblich, wie die Archäologen betonten. In einer der Nischen befand sich außerdem noch ein mumifizierter Hund.
Den Wissenschaftlern zufolge wurde das neu entdeckte Grab ursprünglich für einen bedeutenden Priester der 6. Dynastie (ca. 2318-2168 v. Chr.) namens Sengam gebaut worden. Die in der mit Reliefs dekorierten Kammer gefundenen Mumien stammen jedoch vermutlich aus der 26. Dynastie (664-525 vor Christus). Damit ist die Grabkammer selbst deutlich älter als die Mumien.
In der Totenstadt von Sakkara waren vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Perserzeit Könige und Beamte bestattet. Seit 150 Jahren wird dort kontinuierlich gegraben, wobei einige sensationelle Entdeckungen gemacht wurden. So wurde erst im November eine neue Pyramide lokalisiert.
Hawass zufolge sind erst etwa 30 Prozent der historischen Monumente freigelegt worden. Berühmt ist die Stätte vor allem für die Stufenpyramide des Djoser. Sie ist mit rund 60 Metern das größte Bauwerk der immer noch nicht vollständig erforschten Nekropole.
Quelle: welt.de
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen
17.10.08
Hieroglyphen in Hamburg
Prof. Dr. Dieter Kurth, emeritierter Leiter des Faches Ägyptologie an der Universität Hamburg, hat den zweiten, abschließenden Teil einer neuen und umfassenden Einführung in die Grammatik des Ptolemäischen fertig gestellt.
Diese Grammatik, deren didaktisch motivierter Aufbau sowohl für das Selbststudium als auch für den akademischen Unterricht geeignet ist, löst nun eine mehr als 100 Jahre alte ptolemäische Grammatik ab.
Das Ptolemäische ist die heilige Sprache der gelehrten Ägypter gewesen, in der vornehmlich die zahlreichen Tempelinschriften der griechisch-römischen Zeit verfasst sind. Dazu der Autor Prof. Kurth: "Das Ptolemäische ist ein künstliches Idiom priesterlicher Gelehrsamkeit und hebt sich von allen Sprachstufen des Ägyptischen durch beträchtliche Besonderheiten ab. Das zugehörige Schriftsystem ist in seiner Komplexität geradezu ein Musterbeispiel menschlicher Kreativität und Assoziationsfreude." Das Material für diese Grammatik stammt mehrheitlich aus den Inschriften des Tempels von Edfu. Diese zählen nach Umfang und Inhalt zu den wichtigsten Quellen aus der Zeit der Ptolemäerherrschaft in Ägypten (ab 305 v. Chr.). Sie geben eine überaus reiche Vielfalt von Informationen, unter denen diejenigen zur Religion dominieren, die aber auch die politische Geschichte, die Verwaltung und vieles andere mehr betreffen. Außerdem haben die Inschriften nicht nur für die Zeit eine Bedeutung, in der sie niedergeschrieben wurden, denn in ihnen wird u. a. auch Gedankengut tradiert, das bis in die ältesten Zeiten pharaonischer Geschichte hinabreicht.
Entstanden ist die neue Grammatik im Rahmen des bereits 1986 von Prof. Kurth gegründeten EDFU-Projektes. Hauptziel des Projektes ist es, eine in sich geschlossene, verlässliche Gesamtübersetzung aller Inschriften des Tempels von Edfu anzufertigen. Bis zum Ende des Jahres 2001 konnten für dieses Vorhaben erhebliche Drittmittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben werden. Seit Anfang 2002 gehört das Projekt zum Programm der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit einer Laufzeit bis 2016.
Quelle: archaeologie-online.de
Informationen zum Edfu-Projekt
19.09.08
Heiliger Gral vom Nil
In Ägypten wurde eine antike Tonschale mit einer mysteriösen "Chrestos"-Inschrift entdeckt. Ist dieser Fund das älteste Zeugnis des Messias?
Wenn der Unterwasserarchäologe Franck Goddio von Bord springt, taucht er zuweilen mit Sensationen wieder auf. 1996 ortete der Schnorchler den versunkenen Palast der Kleopatra; im Chinesischen Meer barg er Porzellan. Derzeit sucht er vor Kubas Küste nach dem Gold der Azteken.
Womöglich gelang dem Forscher nun ein weiterer Coup. Im Mai dieses Jahres arbeitete seine Mannschaft im Hafen von Alexandria. In fünf Meter Wassertiefe stieß sie dabei auf eine bräunliche Tonschale mit neun Zentimeter Durchmesser.
Das schlichte Objekt, kaum 200 Gramm schwer, sorgte umgehend für Aufregung. Neben dem Henkel prangt ein bedeutungsschwangerer Name: "Chrestou". So hieß der Erlöser.
Ein Urzeugnis der Christenheit? Bislang galt ein Brief des Apostels Paulus, um 51 nach Christus verfasst, als früheste Spur der Kreuzesreligion. Goddios Schale ist älter. Laut Fundbericht stammt sie aus der "ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts (Schicht 2 der Stratigraphie)".
An diesem Mittwoch wird der Becher unter Bewachung per Flugzeug nach Madrid geflogen und in einer Ausstellung gezeigt. Eine parallel laufende Konferenz "Maritime Archaeology and Ancient Trade" soll sich mit dem seltsamen Topf auch wissenschaftlich beschäftigen.
Nach ersten Vorprüfungen sind allerdings Zweifel aufgetaucht. Ist der heilige Gral vom Nil womöglich nur ein "ärmlicher Napf", wie der Leiter der Griechischen Inschriften an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Klaus Hallof, lästert?
Der Streit dreht sich um die Entzifferung jener 19 griechischen Buchstaben, die sich um die Außenwand der dünnwandigen Keramik ziehen: "DIA CHRESTOU OGOISTAIS". Was bedeutet das?
Der Pariser Epigraf André Bernand, der den Mini-Pokal als Erster untersuchte, ist überzeugt, dass hier der biblische Messias gemeint ist.
Er hält die Schale für eine Art Hexenkessel. Sie habe einem antiken Wahrsager gehört, der sich bei seinen Riten auf den - frisch verstorbenen - Jesus Christus berief. Der Text auf dem Töpfchen laute sinngemäß: "Magier durch Chrestos".
Dass in Alexandria einst an jeder Straßenecke Gaukler und Geisterbeschwörer standen, steht außer Zweifel. Umdampft von Räucherwerk stellten sie mit lautem Abrakadabra - natürlich gegen Geld - Kontakte zu Verstorbenen her. Manche lasen die Zukunft aus Tiereingeweiden, oder sie versprachen abgewiesenen Liebhabern, die Angebetete mit ihrem Tamtam lüstern zu machen.
Dass sich derlei Hexer auf den Gottessohn aus Nazareth beriefen, wäre durchaus denkbar. Die Urchristen sahen in Jesus den wirkmächtigsten aller Zauberer, der Tote aufwecken und Wasser zu Wein verwandeln konnte. Er war der Wundertäter schlechthin, der Meister der "weißen Magie".
Auch der Fundort würde passen. Alexandria galt als eine Schaltzentrale der jungen Bewegung. Die Idee des Mönchtums wurde hier ersonnen, ebenso wie der Brauch, sich im Namen des Herrn mit glühenden Eisen zu entmannen. Der Apostel Markus weilte angeblich ab 43 nach Christus in der Stadt und heilte dort Fleischwunden mit Erde und Spucke.
Doch es gibt noch einen anderen, ernüchternden Ansatz, das merkwürdige Gefäß zu deuten. "Chrestos war in Griechenland ein gebräuchlicher männlicher Vorname", erklärt der Historiker Manfred Clauss aus Frankfurt am Main, "das muss nichts mit Jesus zu tun haben."
Die Skeptiker gehen davon aus, dass das Wort "OGOISTAIS" eine Kultgemeinde bezeichnet, die einen Gott namens Ogo verehrte. Eine einzige Stelle im antiken Schrifttum erwähnt einen Provinzgötzen diesen Namens. Er wurde in Karien (heute Westtürkei) verehrt.
Hallofs Szenario geht demnach so: Stifter der Tasse sei ein "karischer Kaufmann" gewesen, der nach Alexandria übersiedelte. Weil er auch in der Fremde seinen Lokalgott anbeten wollte, schloss er sich gleichgesinnten Landsleuten an. Dieser Kultgemeinde des Ogo (Hallof: "Eine Art Heimatverein") habe er die Keramik gewidmet.
So könnte es gewesen sein. Oder auch ganz anders.
"Die Inschrift ist schlicht rätselhaft", beharrt David Fabre vom Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie in Paris, der zum Kreis jener gehört, die vorab in den Fund eingeweiht und um Rat gefragt wurden. Zehn Kurzgutachten aus Frankreich, Oxford und Berlin liegen vor. Jedes klingt anders.
Mit der Vorstellung der "faszinierenden Schale" (der Oxforder Religionsforscher Simon Price) diese Woche in Madrid dürfte der Zwist um den Jesus-Pott bald an Härte zunehmen. Der Schauraum "Matadero de Legazpi" ist dafür bestens geeignet. Es ist ein umgebauter Schlachthof.
Quelle: Spiegel.de
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen
08.03.08
Herakleion - Eine Stadt taucht auf
Der französische Unterwasserarchäologe Franck Goddio hatte 2001 die sagenhafte Stadt Herakleion in den tiefen Gewässern vor der ägyptischen Küste entdeckt. Diese DISCOVERY GESCHICHTE-Dokumentation begleitet Goddio bei seinen Unterwasserausgrabungen und zeigt anhand der bewegten Geschichte zwischen Ägyptern und Griechen, wie wichtig die Entdeckung Herakleions für die moderne Archäologie ist.
Tags: Ägypten, Antike, Dokumentation, Städte
07.03.08
Die großen Krieger - Soldaten des Pharao
Wesentlichen Anteil am Aufbau des Neuen Reichs der Ägypter hatte der Fürst von Theben, Ahmose, der Mitte des 16. Jahrunderts vor Christus dank seiner Kampfkraft eine Armee zusammenstellte, die dem Land Unabhängigkeit und Ruhm sicherte. Ahmoses Sohn Amenophis I. verstand es, das strategische Können seines Vaters noch auszubauen. Amenophis setzte seine perfekt organisierte Armee, bestehend aus Infanterie- und Kampfwagentruppen, wirkungsvoll ein. War Theben Sitz der Residenz, konnte sich Memphis als militärisches Hauptquartier etablieren.