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05.10.09

Rittertunier- Bad Münster am Stein 2009 Part 2

07.09.09

Mittelalterlicher Markt mit Ritterturnier Bad Münster am Stein

Von Freitag, 18.09., bis Sonntag, 22.09.2009, heißt es in Bad Münster am Stein-Ebernburg wieder „Wohlan, es sei!“ – zum 23. Mal nun schon kehrt die Welt des Mittelalters in die engen verwinkelten Gassen Ebernburgs zurück. Ein Besuch lohnt dann auf jeden Fall, zählt der Ebernburger Markt doch zu den ältesten und noch dazu zu den größten und schönsten Mittelalterfesten in ganz Deutschland.
Stolze Ritter in blinkenden Rüstungen, edle Burgfräuleins, Gaukler, Hexen, Handwerker, Bauersleut und Pfaffenvolk drehen die Zeit ins beginnende 13. Jahrhundert zurück. Denn die Gräfin hat wieder zum Markttag nach Ebernburg geladen. Da wird an rund 100 Ständen mittelalterliches Handwerk demonstriert, Krämer versuchen ihre Ware unters Volk zu bringen und in den Wirtshäusern herrscht ausgelassene Stimmung. Im Badehaus kann man sich mit feinsten Rezepturen verwöhnen lassen, bevor man mit der Dame seines Herzens zum Turnierplatz schreitet, um den edlen Rittern beim Kampf zuzuschauen.

Weitere Infos (Fahrpläne, Programm, Fotos, Kontaktdaten) unter:

http://www.bad-muenster-ebernburg.de


Quelle: sommerfest-international.de

26.06.09

Johannes Calvin – Der Genfer Reformator

Mit 500 Jahren Abstand betrachtet, ist Johannes Calvins Wirken eine Erfolgsgeschichte und sein Nachwirken eine Sensation. Hundert Millionen Menschen weltweit folgen heute den Glaubenslehren des Reformators, der für die Schweiz und Frankreich war, was Martin Luther für die Deutschen verkörperte: ein Erneuerer des Glaubens und Gemeindelebens. Geboren wird Johannes Calvin als Jean Cauvin 1509 in der nordfranzösischen Stadt Noyon. Er studiert Theologie und Jura in Paris und Orléans und wendet sich nach einem Bekehrungserlebnis um 1534 der Reformation zu. Obwohl sein bekanntestes Lehrbuch, die "Institutio christianae religionis", um Toleranz wirbt und den neuen Glauben vom Geruch des revolutionären Umsturzes zu befreien versucht, muss er über Strassburg in die Schweiz fliehen. Der Prediger Guillaume Farel überredet Calvin, der nur auf der Durchreise in Genf weilt, in der frisch reformierten Stadt den Glauben in die Praxis umzusetzen. Calvin entwirft eine strenge "Kirchenzucht", die auf wachsenden Widerstand stößt. 1538 wird er ausgewiesen, doch schon drei Jahre später entspricht er den inständigen Bitten des Stadtrates, es ein zweites Mal in Genf zu probieren. Diesmal bleibt Calvin und krempelt das Gemeindeleben und die Liturgie komplett um. Er hält etwa 200 Predigten pro Jahr und legt in mehr als 30 Schriften die Bibel im Geiste der Reformation aus. Zwar gelingt es Calvin, die reine Lehre in Genf zu etablieren, doch fordert seine "Tyrannei der Tugend" auch Opfer. Bei ihnen entschuldigt sich Calvin auf dem Sterbebett im Mai 1564.


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12.06.09

Francis Drake - Freibeuter, Entdecker, Abenteurer

Francis Drake, geboren 1543, Pirat im Dienst der Königin, begann als Sklavenhändler. Er plünderte spanische Schiffe und Küstenstädte, umsegelte die Welt und schlug die mächtigste spanische Flotte aller Zeiten, die legendäre Armada, in die Flucht. Die englischen Schatzkammern füllten sich mit unermesslichen Reichtümern, doch Königin Elisabeth I. gab sich auf diplomatischem Parkett völlig ahnungslos. Ihr Lieblingspirat war ihre gefährlichste Geheimwaffe. Er läutete das Ende der spanischen Weltherrschaft ein und wurde Englands Nationalheld, ein "Robin Hood der Ozeane".


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29.05.09

Kaiser des Abendlands - Der Frankenkönig Karl der Große

Er war der bedeutendste aller aus der Völkerwanderung hervorgegangenen Germanenkönige: Carolus Magnus, Karl der Große. Aus der Tradition der Reiterkrieger stammend war er auch noch als Herrscher ständig mit seinem Heer unterwegs, um die Grenzen seines riesigen Reiches zu festigen oder weiter auszudehnen. Gleichzeitig war er Kaiser "von Gottes Gnaden", war also vom römischen Papst voll anerkannt und hatte somit auch die geistliche Weihe. Nach seinem Tod im Jahre 814 entstand bald ein regelrechter Karlskult und um sein Leben und Wirken ranken sich seitdem viele Mythen und Legenden. Doch wie sehen Wissenschaftler den "Stammvater von Deutschland und Frankreich" heute? War er der gefürchtete "Sachsenschlächter" oder eher der feingeistige Pionier abendländischer Kultur? Karl, der brutale Eroberer oder Karl, der Begründer Europas?


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03.05.09

Kastell aus Zeit Karls des Großen gefunden

Hohenwarthe (AP) Archäologen haben unweit von Magdeburg ein Militärkastell aus der Zeit Karls des Großen (747-814) gefunden. Bereits seit 2006 ist ein Expertenteam unter der Leitung des Frankfurter Archäologen Joachim Henning bei Hohenwarthe im Jerichower Land mit Grabungsarbeiten beschäftigt. Zunächst fanden sie mit Hilfe geophysikalischer Untersuchungen mehrere Gräben als Reste eines Befestigungswerks. Jetzt haben sie nach eigenen Angaben Gewissheit, dass es sich um ein Militärkastell aus der Zeit des ersten deutschen Kaisers handelt.

Wie die Fachleute am Donnerstag berichteten, wurde bereits nach den ersten Funden vermutet, dass es sich bei den zugeschütteten Gräben um die Reste jener Anlage handeln könnte, die in einer karolingischen Chronik erwähnt wird. Darin wird berichtet, dass Karl der Große im Jahr 806 im Zuge von Militäraktionen gegen die Slawen den Bau eines «Castellum contra Magadaburg» in Auftrag gegeben hatte. Wo genau sich dieses Kastell befand, darüber wurde seit Jahrzehnten gerätselt. Der Weinberg bei Hohenwarthe, eine Erhebung direkt an der Elbe mit gutem Blick auf Magdeburg, bot offenbar dafür einen geeigneten Standort.

Im Zuge der von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main finanzierten und vom Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt unterstützten Arbeiten wurden zunächst mehrere umeinander liegende Gräben entdeckt. Der äußere der fünf Gräben hat einen Durchmesser von rund 300 Metern. Derartige Grabensysteme sind vor allem aus der Jungsteinzeit bekannt.

Auch Pollenanalysen halfen bei der Datierung

Mit Hilfe sogenannter 14-C-Datierungen und Pollenanalysen aus den verschütteten Gräben habe nun jedoch mit Sicherheit nachgewiesen werden können, dass die Anlage aus dem 7. bis 8. Jahrhundert stammt. Anders als die vier inneren Spitzgräben wird ein äußerer fünfter Ring auf das 10. Jahrhundert datiert. Er hat eine deutlich gerundete Sohle und stammt nach Erkenntnis der Archäologen aus der Zeit der Slawenfeldzüge Ottos des Großen.

Die Bedeutung des Fundes ist nach Ansicht von Joachim Henning von europäischer Dimension. Bislang gibt es kaum Belege dafür, wie Befestigungsanlagen aus Karolingischer Zeit ausgesehen haben. Zuvor hatten nur die Pfalzen in Aachen und Ingelheim direkt mit dem Wirken Karls des Großen in Verbindung gebracht werden können. «Von seiner Bedeutung als Kastell an der äußeren Grenze des Karolingerreiches ist Hohenwarthe sogar einzigartig», erklärt Henning. Aus europäischer Sicht stellt der Fund von Hohenwarthe den ältesten und bislang einzig sicheren Befund dar, der direkt mit dem Wirken der fränkischen Könige und Kaiser in den seinerzeit slawisch besiedelten Gebieten östlich der Elbe und Saale verbunden werden kann.

Durch ihre Erwähnung in der Chronik Moissac kann der Bau der Anlage fast aufs Jahr genau datiert werden. «Das ist Goldstaub in der Archäologie», freut sich Henning. Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden sollen nun weitere Erkenntnisse über diese Zeit gewonnen werden. So ließen sich zum Beispiel durch die Untersuchung gefundener Zähne Erkenntnisse über das Klima jener Zeit gewinnen, wie der Professor als nur ein Beispiel nennt.

Weitere Funde erwartet

Henning erwartet nach dem Fund wichtige Impulse für die weitere Forschung im gesamten Raum des ehemaligen Karolingerreiches. Objekte aus der Zeit Karls des Großen könnten nun, da man rekonstruieren könne, wie sie aussahen, leichter identifiziert werden. Man könne gezielt danach suchen. Der Archäologe erwartet in der Zukunft weitere Funde aus dieser Zeit.

Quelle: de.news.yahoo.com

04.04.09

Klimaerwärmung auch im Mittelalter

Das mittelalterliche Klima in Europa war dem heutigen ähnlich, es war eine Periode globaler Erwärmung. Jetzt haben Schweizer Forscher die Ursache der Warmzeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert herausgefunden.

Das mittelalterliche Klima in Europa, das dem heutigen ähnlich war, wurde vom Druckverhältnis zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch beeinflusst. Eine Untersuchung gibt Aufschluss über vom Menschen verursachte und natürliche Klimaschwankungen. Dies berichten Wissenschafter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf ZH in der neusten Ausgabe der Zeitschrift «Science».

Die Nordatlantische Oszillation (NAO), das Druckverhältnis zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch, beeinflusst massgeblich das Klima in Europa. Islandtief und Azorenhoch entscheiden, ob es im Winter warm und feucht oder kalt und trocken ist.

WSL-Forscher haben mit einem Team von Spezialisten aus England, Wales und den USA Jahrringdaten von Bäumen aus Marokko mit den Zuwachszonen von Stalagmiten aus Schottland verglichen und eine bislang einmalige Rekonstruktion des jährlichen NAO-Index, der dem Druckgefälle zwischen Azorenhoch und Islandtief entspricht, zurück bis ins 11. Jahrhundert erstellt.

Periode globaler Erwärmung

Diese Rekonstruktion umfasst erstmals den Zeitraum der «Mittelalterlichen Warmzeit», eine Periode globaler Erwärmung zwischen 1000 und 1400 nach Christus, deren Antriebsmechanismus bisher unsicher war.

Vergleiche mit Computersimulationen des Klimas erlaubten es, die historischen Temperatur-, Niederschlags- und Windverhältnisse räumlich zu analysieren und auf Plausibilität zu überprüfen.

Klimaerwärmung ohne Treibhausgase

Die Studie zeigt, dass der NAO-Index zwischen 1000 und 1400 nach Christus extrem gross war. Zwischen den Azoren und Island blies die im Winter warme Atlantikluft auf den kalten europäischen Kontinent und erwärmte das Festland. Dies wird nun als Mechanismus für die «Mittelalterliche Warmzeit» anerkannt.

Die Untersuchung des Klimas im Mittelalter, das dem heutigen sehr ähnlich war, soll Aufschluss über anthropogene und natürliche Klimaschwankungen geben. Valérie Trouet, WSL-Forscherin, weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Nordatlantischen Oszillation in der heutigen Zeit im Vergleich zum Mittelalter eher klein und von kurzer Dauer seien.

Das Klima muss also bereits lange, bevor der Mensch Treibhausgase entliess, von starken Antriebskräften beeinflusst worden sein. Die nun publizierte Arbeit zeigt demnach auch, dass diese natürlichen Einflusskräfte keinesfalls vernachlässigt werden dürfen, wenn man die Klimaentwicklung der Zukunft verstehen will.

Quelle: 20min.ch

24.02.09

Das Rätsel um das zweite Bild

Das Gemälde "David und Goliath"

Als echter Michelangelo wurde es an Ludwig XIV. verschenkt, tatsächlich war es von Daniele da Volterra: Das Gemälde "David und Goliath" entstand vor über vier Jahrhunderten und birgt auch heute noch zahlreiche Geheimnisse. Das doppelseitige Bild verwischt die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur und spiegelt das Verlangen wider, Bewegung bildlich darzustellen. Dieses Verlangen gibt es schon lange. Aus ihm entstand die Filmkunst. Hat Daniele da Volterra bereits davon geträumt? War sein Vorgehen rein formaler Natur oder wollte er seinem Freund und Meister Michelangelo das Glück der ewigen Bewegung schenken?

"David und Goliath" von Daniele da Volterra ist ein einzigartiges Werk, Gemälde und Skulptur in einem. Der Künstler bemalte eine Schiefertafel beidseitig, um dieselbe Szene von vorne und von hinten darzustellen und somit Raum, Geschehen und Gestik ganz neu zu erfassen. Es gibt kein anderes Werk dieser Art und kein weiteres Gemälde auf Schiefer in dieser Größe, von 1,80 auf 1,33 Metern.
"Das Rätsel um das zweite Bild" erzählt die Geschichte des Werks und geht den damit verbundenen künstlerischen, technischen und formalen Herausforderungen nach, die sich in der damaligen Zeit an den Künstler stellten. Außerdem handelt der Film von der Begegnung zwischen dem Schüler Daniele da Volterra und seinem Meister, dem großen Michelangelo.
Die beiden Künstler waren sich nahe. Da Volterra erhielt aus der Hand Michelangelos Zeichnungen für seine eigenen Bilder. Er stand am Sterbebett des Meisters und kümmerte sich um die Auflösung seines Ateliers. Den Tod Michelangelos beklagte er wie den eines Vaters.
Da Volterra war der Freund und Ziehsohn Michelangelos, und er rettete seine Fresken in der Sixtinischen Kapelle. Aber er war auch ein eigenständiger Künstler, der versuchte, die scheinbar unüberwindbaren Grenzen zwischen Malerei und Skulptur zu durchbrechen. Mit "David und Goliath" gelang ihm das so gut, dass das Werk mehr als 200 Jahre lang Michelangelo zugeschrieben und so auch an Ludwig XIV. verschenkt wurde.
Zwei Restauratorinnen untersuchen "David und Goliath" und enthüllen in minuziöser Detektivarbeit die Verbindung zwischen dem Gemälde und der Geschichte der beiden Künstler, ihrer Beziehung, ihrer Zeit. Der Zuschauer erhält Einblick in ein menschliches und künstlerisches Abenteuer und entdeckt ein Werk, das über vier Jahrhunderte nach seiner Entstehung nichts von seiner Kraft verloren hat.

28.10.08

Fälschungen gab es auch im Mittelalter

Bordesholm - Eine neue Ausstellung ist im Gewölbekeller im Klosterstift Bordesholm zu sehen: Die örtliche Arbeitsgemeinschaft Heimatsammlung zeigt an Hand von Urkunden und Dokumenten die historischen Anfänge des Bordesholmer Klosters. Die Exponate unter Glas bezeichnen das heute als Augustiner Chorherrenstift bekannte Kloster als "Novum Monasterium", sehen auch als Repliken täuschend echt aus und sind teilweise auch inhaltlich nicht ganz korrekt.

Volker Weber von den organisierten Heimatforschern spricht auch offen von Fälschungen. "Da wurden bei Abschriften von einem Propst aus einem Zehntrecht einfach ein Besitzrecht gemacht. Solche Fälschungen gab es im Mittelalter auch im internationalen Recht", erzählte der Wattenbeker bei der Eröffnung der Schau.

Prunkstück der Urkundensammlung ist eine Replik des Grundstücks-Kaufvertrages vom 29. März 1327 zwischen den Gebrüdern Sifrid, Ditlev, Wulf und Gotschalc von Sören und Schmalstede auf der einen Seite und dem Kloster Novum Monasterium in Bordesholm auf der anderen Seite. Der Vertrag gilt unter Historikern als "Geburtsurkunde" des Bordesholmer Klosters. Das älteste Schriftdokument der Ausstellung stammt von 1127.

Die Ausstellung „Kloster Novum Monasterium“ im Gewölbekeller im Klosterstift ist sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Führungen können unter Tel. 04322/3243 auch zu anderen Zeiten vereinbart werden.

Quelle: kn-online.de


Adresse:
Gewölbekeller im Klosterstift
Lindenplatz 11
24582 Bordesholm
Telefon: 04322/751529
Homepage: www.museen-sh.de/ml/inst.php?inst=137
Öffnungszeiten: sa-so und feiertags 14-17

06.10.08

Namibia: Schatzsuche im Wettlauf mit der Zeit

Am Meeresgrund vor der Küste Namibias warten sensationelle Kostbarkeiten: 500 Jahre alte Goldmünzen, riesige Stoßzähne aus Elfenbein, der wahrscheinlich größte Schatz, der jemals in Schwarzafrika gefunden wurde.

Doch viel Zeit bleibt den Archäologen nicht mehr, um all dieses Preziosen zu bergen. Am 10. Oktober läuft ihre Mission aus. Länger kann die namibische Regierung es sich einfach nicht mehr leisten, die Expedition zu unterstützen. Was bis Freitag kommender Woche nicht an Land geholt werden kann, wird dann vermutlich für immer im Atlantik verschwinden.

Rund sechs Monate ist es her, dass Bergarbeiter der namibischen Diamantengesellschaft Namdeb an der legendären Skelettküste vor Namibia auf das Wrack eines rund 500 Jahre alten portugiesischen Schiffs stießen. Mit Hilfe von Sandwällen hatten sie einen Teil des Meeres trockengelegt. „Einer der Arbeiter entdeckte dann ungewöhnliche Holzmuster und runde Steine“, erzählt der namibische Archäologe Dieter Noli. Die Steine entpuppten sich als alte Kanonenkugeln. Dass überhaupt an dieser Stelle ein Wrack gefunden wurde, war an sich noch nicht so sensationell: An der gefährlichen Skelettküste gingen im Laufe der Jahrhunderte schon hunderte Schiffe unter.

Doch dieser Fund war etwas Besonderes; das war den Experten sehr schnell klar. „Dieses Schiff ist das besterhaltene außerhalb Portugals“, sagt Francisco Alves, Meeresarchäologe aus Lissabon. „Die riesigen Mengen an Goldmünzen machen es vermutlich zum größten Fund in Afrika, wenn man Ägypten einmal ausnimmt.“ Kulturell sei diese Entdeckung „unbezahlbar“. Der schiere Umfang des Schatzes ist schon unglaublich: 13 Tonnen Kupferbarren, mehr als 2300 Goldmünzen mit einem Gesamtgewicht von 21 Kilogramm und anderthalb Kilogramm Silbermünzen konnten die Forscher bisher bergen. Dazu sechs Bronzekanonen, acht Tonnen Zinngeschirr und mehr als 50 Elfenbein-Stoßzähne, die zusammen 600 Kilogramm auf die Waage bringen.

Anfangs meinten die Wissenschaftler, nach mehr als 500 Jahren das verschollene Schiff des portugiesischen Entdeckers Bartolomeo Diaz gefunden zu haben. Diaz hatte als erster Europäer 1488 die Südspitze Afrikas umsegelt. Wo heute die Hafenstadt Lüderitz liegt, rund 750 Kilometer südwestlich der namibischen Hauptstadt Windhoek, stellte der Abenteurer ein Steinkreuz zu Ehren des portugiesischen Königs auf. Um das Jahr 1500 herum verschwanden Diaz, sein Schiff und die gesamte Besatzung. Das Wrack wurde nie gefunden.

Die Hoffnung, dass das Schatzschiff an der Skelettküste dem berühmten Entdecker gehört haben könnte, zerschlug sich jedoch schon bald: Einige der gefundenen Münzen waren im Oktober 1525 in Portugal geprägt worden - 25 Jahre nach Diaz' Verschwinden. Damit bleibt die Herkunft des Wracks ein Rätsel. „Etwa 70 Prozent der Münzen stammen aus Spanien, der Rest aus Portugal“, sagt Alves. Die Kupferbarren weisen hingegen dreigezackte Kerben auf, die für die deutsche Kaufmanns- und Bankfamilie Fugger typisch waren, wie der südafrikanische Archäologe Bruno Werz sagt. Die Fugger-Familie habe zu jener Zeit Handel mit Portugal getrieben.

Viel Zeit bleibt den Forschern nicht mehr, um die Spuren des mysteriösen Schiffes zu sichern. Dass sie überhaupt so lange auf Schatzsuche gehen konnten, verdanken sie dem namibischen Kulturministerium und der staatlichen Diamantengesellschaft. Die Minengesellschaft schützt die Fundstelle nach wie vor mit Sandwällen vor dem Meer. Jeder Expeditionstag koste den Staat 100.000 namibische Dollar (rund 8500 Euro), rechnet der zuständige Beamte im Kulturministerium, Peingeondjabi Shipoh, vor. Ein teures Unterfangen - selbst dafür, dass die Forscher den Wert des Schatzes auf mehr als 100 Millionen Dollar beziffern.

„Am 10. Oktober werden die Wälle eingerissen und die Schiffsüberreste werden wieder den Elementen überlassen“, sagt Shipoh mit Bestimmtheit. Dem internationalen Seerecht zufolge gehört der Schatz dann Namibia. Die Münzen sollen vorerst in einen Tresor kommen. Später will das Land die Fundstücke in einer Ausstellung zeigen. Und irgendwann soll in Oranjemund sogar ein eigenes Museum gebaut werden. Bis dahin wird der Schatz erst einmal wieder verschwinden.

Quelle: haz.de

02.10.08

Wie alt ist Berlin?

Auf dem Petriplatz in Berlin-Mitte sind bei archäologischen Grabungen spannende Funde ans Licht gekommen, die die Stadtgeschichte neu beleuchten.

Seit April 2007 wurde im Auftrag des Landesdenkmalamtes auf dem Petriplatz gegraben. Wo heute ein Parkplatz ist, befand sich bis zu ihrem Abriss 1964 die Ruine der Kirche St. Petri, die wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und seit dem Mittelalter fünfmal vollständig wiederaufgebaut wurde. Als Hauptkirche Cöllns lag sie in der Nähe des Cöllnischen Rathauses gegenüber der Fischerinsel unweit der Spree, die die Siedlungen Cölln und Berlin trennte. Beide Städte waren bis ins frühe 18. Jahrhundert eigenständig und bildeten als Doppelstadt Berlin-Cölln die Residenz der brandenburgischen Kurfürsten und später der preußischen Könige.

Erste Grabungen 1960/61 bezeugten eine lange Besiedlungsgeschichte des Platzes. Durch eine Grabung im Jahr 1967, bei der drei Grabungsschnitte angelegt wurden, ließen sich verschiedene mittelalterliche Bauphasen der St.-Petri-Kirche sowie der dazugehörige Friedhof nachweisen. Friedrich Wilhelm I. hatte 1717 die innerstädtischen Friedhöfe – auch den bei St. Petri – aufheben lassen. Über das neue Straßenpflaster ratterten nun Kutschen – sehr zum Ärger der protestierenden Hinterbliebenen.

Mit den Grabungsschnitten 1967 konnten viele Fragen zur mittelalterlichen Bebauungssituation nicht hinreichend geklärt werden. Bei der jüngsten Kampagne wurde das ganze Areal ausgegraben, alle Schichten wurden komplett abgetragen. So können Archäologen komplexe historische Strukturen besser verstehen, auch wenn damit – trotz Dokumentation – eine Zerstörung der Bodenfundsituation verbunden ist.

Die Archäologen wurden tatsächlich mit neuen Informationen zum Alter Cöllns belohnt: Eine in eine Kellerkonstruktion verbaute Eichenbohle ist laut dendrochrono‧logischer Analyse um 1212 (+/- zehn Jahre) gefällt worden und damit älter als die früheste schriftliche Erwähnung Cöllns in einer Urkunde aus dem Jahr 1237. 1998 hatte man in der angrenzenden Breiten Straße eine Holzbohle gefunden, die sogar auf 1171 datiert wird. Keinerlei Anhaltspunkte fanden sich dagegen für die Vermutung, dass Cölln eine slawische Gründung gewesen sei.

Die Gebeine von Hunderten von Bestatteten wurden nun freigelegt, die ersten in 60 Zentimetern Tiefe. Die frühesten Funde datieren vor den ersten bekannten Kirchenbau, sie werden zur Zeit genau untersucht. Da christliche Bestattungen ohne dazugehörenden Sakralbau undenkbar sind, muss von einem frühen Vorgängerbau, vielleicht einer Holzfachwerkkonstruktion, ausgegangen werden. Keramik, Schmuck und zahlreiche Münzen wurden ebenfalls in den Gräbern gefunden.

Ausgegraben wurden auch die Grundmauern und der Fußboden der ältesten Schule Cöllns. Die Lateinschule, im
13. Jahrhundert gegründet, nannte man im Mittelalter „Schola Coloniensis“ oder „Schola Petrinum“; sie wurde von 1539 an als Gymnasium bezeichnet. Die Schulgrundmauern sollen nun in situ bleiben und die Fundamente der Kirchbauten in die Platzgestaltung einbezogen werden. Die Präsentation der gesamten Funde in einem Museumsneubau ist jedoch bisher ein Traum.

Literatur:
Claudia M. Melisch/Marina Wesner, St. Petri-Kirche. Ein Rundgang durch das historische Cölln in Berlin. Berlin 2008.


Quelle: damals.de

16.09.08

Archäologen legen mittelalterliches Handwerks-Quartier frei

0.09.2008: Stralsund/MVregio Im Stadtkern der unter UNESCO-Schutz stehenden denkmalgeschützten Altstadt von Stralsund haben Archäologen ein komplettes mittelalterliches Handwerker-Quartier freigelegt.

Nach Einschätzung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern sind die Funde aus bis 32 Metern Tiefe von gesamteuropäischer Bedeutung.

Auf dem fast einen halben Hektar großen Areal unmittelbar hinter dem Stralsunder Rathaus stieß das Grabungsteam in den vergangenen Monaten auf eine Vielzahl historisch wertvoller Funde aus den Anfängen der vor fast 800 Jahren gegründeten Stadt.

Zu den aus Kellergewölben, Schächten und Latrinen geborgenen Stücken gehören unter anderem reich verzierte Schalen und Messer, Steinzeug-Nachttöpfe, norditalienische Fayencen, Pilgerzeichen, ein aus Spanien oder Portugal stammender Olivenölkrug, Bernsteinketten und eine Ofenkachel mit dem Porträt von Herzog Johann Friedrich von Sachsen. Als besonders bedeutsam gelte ein mehr als 300 Jahre alter Kindernuckel, der aus einem Wolfszahn gefertigt wurde, sagte Archäologin Marlies Konze.

Zum "Tag des offenen Denkmals", der in diesem Jahr unter dem Motto "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" steht, laden am Sonntag Experten auch zu öffentlichen Führungen über Ausgrabungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: Mvregio.de

03.09.08

Flämischer Maler verbarg sich im Stein

Suche nach archäologischen Vergleichsstücken aus der Zeit Luthers brachte kunstgeschichtlichen Sensationsfund ans Licht

Bei Vorbereitungen für die Landesausstellung »Fundsache Luther«, die ab Ende Oktober in Halle / Saale zu sehen sein wird, wurde das bisher einzige bekannte Selbstporträt des flämischen Malers Robert Campin (ca. 1375 - 1445) entdeckt.


Eigentlich war der Archäologe Mirko Gutjahr auf der Suche nach einem Ring ähnlich dem Stück, das im Jahr 2005 bei Ausgrabungen im Garten des Lutherhauses in Wittenberg gefunden wurde. Bei diesem könnte es sich möglicherweise um jenen Ring handeln, von dem Luther 1536 schrieb, dass seine Frau Katharina ihn verloren habe: einen Goldring mit Schmuckstein in Krappenfassung. Der archäologische Fund soll in der am 31. Oktober beginnenden Landesausstellung im Museum Halle (Saale) präsentiert werden.

Beim Studium von Abbildungen solcher Schmuckstücke aus dem 15. und 16. Jahrhundert nahm Gutjahr auch das berühmte Gemälde »Porträt einer Frau« von Robert Campin unter die Lupe, dessen Original in der Londoner National Gallery zu sehen ist. Um den abgebildeten Ring mit dem archäologischen Fundstück zu vergleichen, betrachtete er das um 1430 entstandene Gemälde in einer starken Vergrößerung. Dabei erlebte er eine Überraschung: aus dem roten Schmuckstein blickte ihm das Gesicht eines bärtigen Mannes entgegen. Das Bild im Bild, getarnt als Spiegelung im glänzenden Stein und nur wenige Millimeter gross, stellt vermutlich den Maler selbst dar.

Damit erhält der bedeutende Maler, den die kunstgeschichtlichen Forschung inzwischen auch als Schöpfer der Werke identifiziert hat, die zuvor dem »Meister von Flemalle« und dem »Meister von Mérode« zugeschrieben worden waren, nach fast 600 Jahren erstmals ein Gesicht - dank der Akribie eines Archäologen.

Ein Artikel zu dieser Entdeckung erscheint in der Zeitschrift "Archäologie in Sachsen-Anhalt", Bd. 5 / 2008.

Quelle: archaeologie-online.de


Kunstgeschichtliche Sensation: Der Mann im roten Stein (FAZ vom 2.9.08)


Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

24.08.08

Die Wartburg - Wo Romantik vom Mittelalter träumt

Pathetisch und poetisch, hundertmal, tausendmal in Bildern und Worten verewigt - das ist die Wartburg im Thüringer Wald, hoch über Eisenach. Steingewordene Metapher für Rittertugend und Minnesang, für Kreuzfahrer-Blut und reformatorischen Geist.
Goethe hat sie beschrieben und gezeichnet und Wagner sie im Tannhäuser besungen. Und zwischen beiden liegt der Burg Wiedergeburt. Mitte des 19. Jahrhunderts bergen der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Architekt Hugo von Ritgen die "deutscheste aller Burgen" aus den Trümmern. Kurz nachdem 500 Burschenschafter hier die politische Einigung Deutschlands beschworen hatten, suchten sie in den Ruinen des Mittelalters nach dem neuen deutschen Selbst- und Geschichtsbewusstsein.
In den Trümmern und hinter dickem Putz fanden sie einen großartigen mittelalterlichen Bau, zierliche Säulen, Arkadengänge und - eine Lebensaufgabe.
40 Jahre Restaurierungsarbeit - unterbrochen von Geldmangel, politischen Wirren und Streiks - mit dem Ziel, dass "von der Erbauung der Wartburg der Deutsche einst die schöne Epoche seiner Selbsterkennung datieren (wird)." In Erwartung einer Bewunderung, "die süßer ist als alle gewonnenen Schlachten".
Die Besucherzahlen, die Millionen-Scharen , vielleicht sind sie die lebendige Bestätigung für solchen Enthusiasmus. Sie kommen aus Deutschland und von weither, die Pilger von heute. Auf den Spuren der Minnesänger, der katholischen Heiligen Elisabeth oder wegen des flüchtigen Reformators Luther. Auf der Wartburg trieb jede Geschichte ihre Blüten, wurde jede historische Gestalt zum Sagenheld wurden Taten zu Wundern...
"Von der Wartburg wird Deutschland das schöne Märchen vernehmen, dass es eine Geschichte und eine Literatur, Helden und Dichter hatte" - das ist die "Eroberung" des Mittelalters mit den Idealen der Romantik. Das ist die Wartburg.




Kulturdenkmal: Wartburg mit Speise- und Rittersaal, Elisabeth-Kemenate, Landgrafenzimmer, Burgkirche, Bergfried und Luther-Stube

Unesco-Ernennung: 1999

1080
erstmals erwähnter Burgbau

1131
Rang einer Residenz

nach 1172
Ausbau unter Landgraf Ludwig III.

1203
Wolfram von Eschenbach lebt auf der Wartburg

1207-31
Elisabeth von Ungarn, heiliggesprochen 1235

1317/18
Zerstörung großer Teile der Burg durch Feuer

1483-1546
Martin Luther

17./18.4.1521
Luthers Verteidigung seiner reformatorischen Schriften auf dem Reichstag von Worms und anschließend zehnmonatiger Unterschlupf auf der Wartburg

18.10.1817
Versammlung von etwa 500 Studenten deutscher Universitäten, die Einigkeit und Freiheit in einem einzigen Vaterland fordern

1838
Beginn von Restaurierungsarbeiten im Sinne der Romantik

1854-56
Freskenmalerei von Moritz von Schwind

31.07.08

Archäologische Grabungen am Brühl in Leipzig haben begonnen

Untersuchungen vor der Errichtung eines Einkaufszentrums am Nordrand der Innenstadt
Zu Beginn dieser Woche haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie ihre Untersuchungen am Brühl in Leipzig aufgenommen. Das Quartier am Brühl lag ursprünglich an der nördlichen Stadtmauer und war bereits im Mittelalter dicht bebaut. Vor seiner Zerstörung durch die verheerende Feuersbrunst im Dezember 1943 hatten hier zahlreiche Kürschner und Pelzhändler ihre Niederlassungen, so dass der Brühl ein wichtiger Umschlagplatz für diese sog. Rauchwaren war.

Nach dem Abriss der markanten Brühl-Hochhäuser aus den 1960er Jahren wird hier am nördlichen Rand der Leipziger Altstadt ein neues Einkaufszentrum entstehen. Zuvor jedoch werden für die Dauer von 4 Monaten etwa 35 Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und den ausführenden Firmen eine Fläche von ca. 17500 m² untersuchen.

26.07.08

Der Teppich von Bayeux

Der um 1077 entstandene Wandteppich wurde auf Geheiß Bischofs Odos, des Halbbruders von William The Conqueror, in Auftrag gegeben und stellt auf 70 Metern Länge und 50 cm Breite die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahre 1066 dar.
Die Darstellung von Kleidung, Waffen und Kampftechniken ist wesentlich detaillierter als die Überlieferungen in der zeitgenössischen Literatur und bildet so eine exzellente Primärquelle zur Forschung und für Nachbauten.
Hier ist eine Animation..




Der Teppich von Bayeux eigenroduktion

17.07.08

Schwertbrüder – Der Templer-Coup von Portugal

Am 21.12.1995 begingen 16 Anhänger der so genannten Sonnentempler Selbstmord. Mindestens zehn weitere Sekten bezeichnen sich als Erben der "Templer". Doch es gibt einen legitimen Nachfolger des 1312 verbotenen geistlichen Ritterordens: den portugiesischen Christusorden, der unter dem Namen "Schwertbrüder" noch heute in Portugal existiert.

Das Mallorca-Komplott - Geheimfahrten im Mittelalter

Vor mehr als 700 Jahren hatte eine schlagkräftige Geheimorganisation Mallorca fest im Griff: der Templerorden. Er war an der Vertreibung der Sarazenen von der Insel beteiligt und dafür reich belohnt worden - mit Ländereien, Dörfern und Burgen. Vieles davon ist noch heute da, aber schwer zu finden. Das Mallorca-Komplott jedoch hob die Templer aus dem Sattel: Kirche und Staat hatten sich gegen die fast 200 Jahre alte Institution verschworen. Angeblich ging es um Ketzerei, in Wahrheit aber war man hinter den Schätzen der Templer her.
Der Film rekonstruiert die Zerschlagung des Templerordens.

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