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02.02.13

Römerfest am Reiterdenkmal. 15.-16.Juni in Schweinschied

Es ist wieder soweit, die vita – romana – rusticalis macht wie versprochen 2013 am Schweinschieder Felsengrabmal ein Römerfest. Mit dabei sind die Keltengruppe Taranis und Keltare aus dem Donnersbergkreis sowie der römische Vicus Eisenberg, vertreten durch den Förderverein röm. Vicus Eisenberg – Pfalz e.V. Die V-R-R werden ein gemeinsames Lager unmittelbar am Grabmal errichten. Handwerk und Lagerleben wird zu sehen sein. Ebenso wie in Boos wird die V-R-R in einer Projektwoche im Bildungsauftrag, Kindergärten und Schulen einbinden. Der Fahrplan und genaue Veranstaltungstermine sind auf mehreren Internetplattformen ersichtlich.

Veranstaltungsort: 
67744 Schweinschied am Römerdenkmal

 Freier Eintritt

 Beginn: 

 Die Eröffnung findet am Samstag den 15.Juni.2013 um 14.00 Uhr statt Am Sonntag den 16.Juni. wird die Veranstaltung um 10.00 mit einem Gottesdienst eröffnet


Weitere Infos unter cruciniacum.eu

13.08.12

XV. Römertage auf der Villa Borg (04.08.2012)

Am 04.08.2012 - 05.08.2012 fanden die XV. Römertage im Archäologiepark Römische Villa Borg statt.Händler, Handwerker, Militär schlugen auf dem Villengelände ihr Lager auf und präsentieren die antike Lebensart. Quelle: http://www.cruciniacum.eu

28.06.09

Die Kunst der Kelten in in Bern

Zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum wird mit der Ausstellung «Kunst der Kelten – 700 vor bis 700 nach Chr.» das Kunstschaffen der antiken Kelten in den Mittelpunkt gestellt. Präsentiert werden rund 450 Meisterwerke aus vierzehn Jahrhunderten. Die ausgesuchten Ausstellungsstücke stammen aus ganz Europa, vom Atlantik bis zu den Alpen und von Schottland bis nach Bulgarien. Die Ausstellung dauert bis zum 18. Oktober und entstand in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart.

Einen Schwerpunkt der Schau bildet die hochentwickelte und oft rätselhafte Ornamentik der Kelten. Mittels Objekten, Grafiken und Computeranimationen wird sie verständlich und für die Besucher erfahrbar gemacht. Im Dialog mit Zeugnissen der klassischen Antike zeigt die Ausstellung, wie sich der typische Kunststil der Kelten entwickelt hat. So bilden griechische, etruskische und römische Kunstwerke in der Ausstellung nicht nur Kontraste, sondern veranschaulichen auch, wie die mannigfaltigen Beziehungen zu den antiken Hochkulturen das Kunstschaffen der Kelten angeregt und gefördert haben. Dennoch bleibt die Ausdrucksweise keltischer Kunst stets eigenständig und erfährt während mehr als tausend Jahren eine Entwicklung eigener Prägung, der erste Beitrag des Nordens an die europäische Kunstgeschichte.

Auch einige noch nie ausgestellte Neufunde aus Frankreich werden in Bern erstmals dem Publikum präsentiert. Darunter eine sogenannte Carnyx, eine Kriegstrompete. Sie wurde erst vor wenigen Jahren in einem keltischen Heiligtum in Westfrankreich gefunden und ist das am besten erhaltene derartige Stück, das man bis heute kennt. Ebenfalls eine Premiere, dank der Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Württemberg Stuttgart verlässt der Grabschatz des sog. "Keltenfürsten von Hochdorf" Deutschland für die Berner Ausstellung zum ersten Mal. Neben den Originalen wurde für die Ausstellung auch eine originalgetreue Rekonstruktion der gesamten Grabkammer im Massstab 1:2 angefertigt, die zeigt, wie der „Hochdorfer Fürst“ um ca. 530 v. Chr. im Grabhügel bestattet wurde.

Ornamente en detail

Ein eigenes Flair und besondere Kunstfertigkeit zeigten die Kelten für das Ornament. Sie erschufen eine einzigartige Fülle von komplizierten und oft rätselhaften Ranken-, Spiral- und Pflanzenornamenten. Um in das Wesen der raffinierten Konstruktionen einzuführen, ist jedem Ausstellungs-Kabinett ein kleines Kino angegliedert. Schritt für Schritt machen hier kurze Filmbeiträge nicht nur die komplexe Ornamentik verständlich, sondern auch Motiv- und Stilentwicklungen nachvollziehbar. Eine in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Zürich entstandener Film widmet sich dem berühmten Goldschatz von Erstfeld. Sie ermöglicht dem Besucher, die phantastische Figurenwelt der um 380 v. Chr. entstandenen Hals- und Armringe nicht nur am Original zu bewundern, sondern diese dank moderner Filmtechnik aus nächster Nähe und von allen Seiten zu betrachten.

Zum Schluss: Keltische Kunst im Buch

Die Nachblüte der keltischen Kunst repräsentiert am Schluss der Ausstellung ein Meisterwerk der irischen Buchmalerei: der vor über 1200 Jahren geschaffene Codex 51 aus dem von irischen Mönchen gegründeten Kloster St. Gallen. Das Evangeliar besticht durch den Reichtum und die Komplexität seiner Dekoration und ist in der Ausstellung im Original zu bewundern. Eine Multivision zeigt zusätzlich die eindrücklichsten Seiten dieser Handschrift und illustriert, wie zu Beginn des Frühmittelalters keltische Ornamentkunst, germanische Flechtbänder und die christliche Kreuzform zu einem neuen Stil verschmolzen.

Live: ein Nachbau der Kline

Als besondere Attraktion wird im Park des Historischen Museums eine Keltenschmiede aufgebaut. Unter Leitung des Fachmanns Markus Binggeli entsteht hier in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Hochschule PHBern die Rekonstruktion der berühmten bronzenen Prunkliege aus dem Fürstengrab von Hochdorf bei Stuttgart. Mit welchen Werkzeugen haben die antiken Kelten gearbeitet? Wie wurde die Bronze gegossen und geschmiedet, wie die schönen, aufwändigen Verzierungen angebracht? In der nachgebauten Keltenschmiede wird das alles direkt am Objekt gezeigt und erklärt.
Die Kunst der Kelten

Ausstellungsdaten
18. Juni – 18. Oktober 2009
Historisches Museum Bern
Helvetiaplatz 5
3005 Bern
Tel. +41 31 350 77 11

Öffnungszeiten: Di – Fr 10–20h /Sa & So 10–17h
Öffnungszeiten Keltenschmiede im Park: Di, Mi und So 10 – 17h
Weitere Informationen:

Links:


Historisches Museum Bern


Quelle: .archaeologie-online.de

09.05.09

Kelten-Ausstellung im Landesmuseum

Im Landesmuseum Vorarlberg wird am 8. Mai die Ausstellung "Bevor die Römer kamen - Späte Kelten am Bodensee! eröffnet. Zu sehen sind mehrere Fundobjekte, die bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
In der Region um den Bodensee hat man in den vergangenen Jahrzehnten Entdeckungen gemacht, die die Geschichte der späten keltischen Entwicklung in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Die Wanderausstellung ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der archäologischen Forschungseinrichtungen rund um den Bodensee. Behandelt werden Themen wie die Besiedlung, Wirtschaft, Religion und das Ende der keltischen Eigenständigkeit.

Zu sehen sind zahlreiche Fundobjekte aus der Bodenseeregion, die das Leben der Menschen vor der römischen Eroberung sicht- und erlebbar machen sollen.

Keltisches Kunsthandwerk
Lange sei man bei der Frage, wen die Römer eigentlich eroberten, hauptsächlich auf die römischen Quellen angewiesen, die von unzivilisierten, wilden Bergstämmen sprachen, so Ausstellungskoordinator Gerhard Grabher. Erst Ausgrabungen der vergangenen 20 Jahre schlossen die archäologischen Wissenslücken.

Die Funde ließen auf eine relativ dicht besiedelte Region mit einer von der Landwirtschaft lebenden Bevölkerung schließen. Die spätkeltischen Stämme der Gegend lebten in Oppida, befestigten stadtähnlichen Zentren, in ländlichen Großsiedlungen und Viereckschanzen, also befestigten, rechtwinkligen Gehöften, die man lange für rein kultische Anlagen gehalten hatte.

Metallfunde, Schmuckstücke aus Gräbern, Keramiken und Opfergaben aus Flüssen, Seen oder Mooren bezeugen die hohe Qualität des keltischen Kunsthandwerks.

Beeindruckend sind etwa filigran gearbeitete Votiv-Figuren aus Bronze, die Gottheiten, Anbetende, Hirsche oder Eber darstellen, und der Silberschatz aus dem Lauteracher Ried (Bezirk Bregenz). Im Jahr 1880 entdeckten dort Torfstecher Schmuckstücke, römische und drei keltische Münzen, die aus der Zeit von 120/110 vor Christus stammen.

Historischer Überblick wird geboten
Die Ausstellung startet zur Orientierung des Besuchers mit einem historischen Überblick über das zweite und erste Jahrhundert vor Christus und schließt mit dem Ende der keltischen Eigenständigkeit nach der römischen Eroberung um 15 vor Christus.

Die Römer brachten ihre Kultur mit ins Alpenrheintal, was sich in der Schau an einer Tonscherbe mit einem eingeritzten romanisierten keltischen Namen zeigt. Dass keltische Traditionen weiterlebten, veranschaulicht auch ein bei Bregenz gefundenes Bauopfer aus Fibeln, den antiken Sicherheitsnadeln, das die Römer laut Grabher so nicht kannten.


Landesmuseum Vorarlberg


Quelle: vorarlberg.orf.at

17.04.09

Komplexe Baugeschichte: Archäologische Forschung am Keltenwall

Die Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts widmet sich seit über 50 Jahren der Erforschung des Oppidums von Manching. Die Ausgrabung des Walls am ehemaligen Munitionslager bietet einzigartige Einblicke in ein archäologisches Denkmal von europäischem Rang, dessen Größe und Erhaltung auch heute noch die wirtschaftliche und politische Bedeutung der spätkeltischen Stadt auf beeindruckende Weise widerspiegeln.

Die ehemals bis zu sieben Kilometer lange Umfassungsmauer des Oppidums von Manching aus dem 2. und 1. Jh. v.Chr. ist besonders in ihrem Südteil noch auf weiten Strecken als obertägig sichtbares Bodendenkmal erhalten. Allerdings wird die Wallstrecke an mehreren Stellen durch neuzeitliche Einschnitte und Durchstiche unterbrochen, die besonders seit dem Bau des Flugplatzes in den 1930er Jahren als Folge des Wege- oder Kanalbaus entstanden. Eine Baumaßnahme in einem jener bestehenden Durchstiche bietet der RGK eine neuerliche Möglichkeit, die Konstruktion und Baugeschichte der keltischen Stadtmauer zu erforschen.

Durch die seit Anfang März in Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und im Auftrag der EADS stattfindenden Ausgrabungen der Frankfurter Archäologen wurden ältere Erkenntnisse zum Mauerbau bestätigt, bestehende Wissenslücken geschlossen und wichtige neue Details der Wallarchitektur, insbesondere zu dessen Rampe aufgedeckt. Die älteste Phase der Stadtmauer, die mit einer breiten Erdrampe hinterschüttet wurde, ist durch Reste eines innerhalb der Mauer befindlichen Holzrahmenwerkes belegt. Mit Eisennägeln, die im Erdreich des Walles gefunden wurden, war das stabilisierende Holzgitter vernagelt. Für die bis zu fünf Meter breite Mauer mussten riesige Mengen von Kalksteinen von den Höhen der Fränkischen Alb herangeschafft werden. Mächtige Pfostengruben, die sich als Verfärbungen im hellen Sand und Kies des Schotteruntergrundes abzeichnen, dienten in den beiden jüngeren Ausbauphasen der Aufnahme senkrechter Holzpfosten, die die mit rechteckig zugeschlagenen Kalksteinen verblendete Mauerfront stützten.

Um die 4-5 m hohe, in ihrer kalkweißen Strahlkraft sicher beeindruckende und weithin sichtbare Steinmauer nach hinten abzustützen, wurde rückwärtig eine bis zu 14 m breite Erdrampe angeschüttet, deren Aufbau und Entstehung die Archäologen durch die genaue Dokumentation der Abfolge von Sandschichten unterschiedlicher Farbe und Konsistenz rekonstruieren können. Archäologische und naturwissenschaftliche Analysen zeigen, dass sich die keltischen Baumeister bestimmte Materialeigenschaften zunutze machten, um die Festigkeit der Rampe zu erhöhen. Die Lage und Richtung einzelner Schichten lassen die entwickelte Bauplanung und den effizient anmutenden Ablauf des Befestigungsbaus vor über 2000 Jahren erahnen.

Als die Bedeutung des spätkeltischen Zentralortes schwand, scheint man auch die Mauer nicht mehr Instand gehalten zu haben. Im ersten Jahrhundert nach Christus, als die Römer die Gegend aufsuchten, diente die verfallene Manchinger Mauer bereits seit langer Zeit nicht mehr dem Schutz einer Siedlung. Auch die Römer fanden eine andere Nutzungsmöglichkeit: sie verwendeten die Kalksteine zum Brennen von Kalk und trieben hierzu große runde Brennöfen in den Wallkörper vor. Die Spuren eines solchen Ofens wurden auch in der diesjährigen Grabungskampagne entdeckt. Er ist, wie die Bierflasche und die Konservendose, die nach einer Brotzeit im Jahr 1937 verscharrt wurden, Zeugnis der über 2000jährigen Geschichte des Manchinger Keltenwalls.

Quelle: archaeologie-online.de

17.01.09

Bevor die Römer kamen

Eine Sonderausstellung zu den späten Kelten im Bodenseeraum zeigt das Schweizer Museum für Archäologie Thurgau in Frauenfeld noch bis zum 29. März 2009. An der länderübergreifenden Ausstellung sind auch das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg, das Landesmuseum Liechtenstein und das Landesmuseum Vorarlberg beteiligt.

Im Bodenseeraum zeugte bisher vor allem das Doppel-Oppidum Altenburg-Rheinau unterhalb des Rheinfalls bei Schaffhausen von keltischer Besiedelung. Die dortige Siedlung umfasste zwei beiderseits des Rheins gelegene Halbinseln, die durch Abschnittswälle zu einem über drei Quadratkilometer großen Areal verbunden waren. Zahlreiche Funde, die als Importe aus dem Mittelmeerraum identifiziert wurden, sowie Funde aus den germanischen Gebieten im Norden belegen die Bedeutung der Nord-Süd-Route, die bei dem Oppidum den Rhein überquerte. Von hier stammt die in der Ausstellung gezeigte Statuette eines Ebers, das sogenannte Altenburger „Säule“ – eine kleine (Wild-)Sau aus Bronze.

In den letzten Jahren wurden im Bodenseeraum vermehrt Siedlungsspuren aus der letzten Phase der jüngeren Eisenzeit (La Tène: 150 bis 15 v. Chr.) gefunden. Erwähnenswert sind auf deutschem Gebiet die Gehöfte – sogenannte Viereckschanzen – von Riedlingen und Mengen-Ennetach an der oberen Donau oder die ländliche Großsiedlung von Anselfingen/Welschingen. Ebenso lieferten die stadtarchäologischen Untersuchungen in Konstanz Funde, die auf eine bedeutende Siedlung im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. schließen lassen. Die Ausstellung umfasst Themengebiete rund um die Siedlungen, wie Wirtschaft, Religion, Tod und Bestattung, die dank des umfangreichen Fundmaterials veranschaulicht werden. Zu sehen sind zahlreiche Kultgegenstände, etwa die Bronzekrieger von Balzers (Liechtenstein) oder der als Weihegabe an eine Gottheit im Moor versenkte Hortfund von Bad Buchau. Geborgen wurden dort 127 Fundstücke aus dem 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr., von denen das Museum einige Waffenteile und Gefäße aus Eisen und Bronze zeigt.

Anhand von Funden aus Gräbern des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. auf dem Gebiet des Kantons Thurgau erfahren die Besucher Näheres über die Bestattungsformen der Kelten. Aus einem Männergrab bei Schlatt/Basadingen-Dickihof stammen ein Schwert mit Scheide sowie eine Lanzenspitze aus Eisen. Eine keltische Goldmünze mit Lockenkopf und ein reich verzierter Glasarmring zeugen von den prunkvollen Grabbeigaben der Frauengräber.

Die frühen Handelsbeziehungen der Kelten zum Römischen Reich sind durch wertvolle Importfunde aus dem Mittelmeerraum wie Trinkgefäße, Siegelkapseln und Griffel aus Elfenbein und Weinamphoren belegt. Im keltischen Oppidum Rheinau wurden außerdem kleine blaue Klümpchen des mineralischen Farbstoffs „Ägyptisch-Blau“ gefunden, der im 1. Jahrhundert v. Chr. aus dem südlichen Mittelmeerraum importiert wurde. Verwendet wurde er von den Kelten wohl als Schminke. In der Ausstellung zu sehen ist auch der im Moor von Lauterach (Österreich) gefundene Silberschatz, der 23 römische Silberdenare aus der Zeit der römischen Republik sowie keltische Münzen und Ringe umfasst.

Mit weiteren Objekten thematisiert die Ausstellung das Ende keltischer Eigenständigkeit nach der Eroberung durch die Römer. So stammen die Funde aus dem Gebiet des Septimerpasses im heutigen Kanton Graubünden eindeutig vom Räterfeldzug unter Tiberius und Drusus um 16/15 v. Chr.: Die in den Schleuderbleien eingestempelten Zahlen weisen auf die von den Adoptivsöhnen des Augustus geführte 3. und 12. römische Legion hin. Ausgestellt werden auch Lanzenspitzen, Zeltheringe und Schuhnägel der römischen Soldaten. Einzelne Metallfunde zeigen das Ende der eisenzeitlichen Epoche im Bodenseeraum.

Nach der Eroberung durch die Römer übernahm die einheimische Bevölkerung zwar relativ schnell zahlreiche Techniken und Bräuche: Mauerwerk wurde nach römischem Vorbild errichtet und man benannte die keltischen Götter in Anlehnung an die römischen um. Einzelne Ausstellungsstücke zeigen jedoch, dass keltische Traditionen auch nach der Eroberung durch die Römer weiterlebten. Die hölzerne Stifterstatue von Eschenz (Schweiz) etwa zeigt einen Kelten mit langen Haaren und Mantel, wird aber in die Kaiserzeit datiert. Auch weisen Namen in Graffiti und die Formen reich bemalter Gefäße keltische Einflüsse auf.

Von Januar bis März gibt es begleitend zur Sonderausstellung Themenführungen, Lesungen zu keltischen Sagen sowie eine Filmvorführung zur Archäologie und ihren Nachbardisziplinen. Ein reich bebilderter Katalog mit Hintergrundtexten zum Thema: „Bevor die Römer kamen – Späte Kelten am Bodensee“ ist erhältlich im Museum für Archäologie Thurgau.


Quelle: damals.de

weitere Informationen im Internet:

archaeologie.tg.ch

29.12.08

Der Keltenfürst vom Glauberg

Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen am Glauberg nach den früheren Kelten. Bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später wurde noch ein zweiter Grabhügel entdeckt, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. Zwischen 1994 und 1997 führte das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden, Ausgrabungen durch. Die Grabanlage wurde anschließend rekonstruiert und steht zur Besichtigung zur Verfügung.

Die reich ausgestatteten Gräber dreier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber werden zu den keltischen Fürstengräbern gezählt und gehören zu den prachtvollsten, die aus dieser Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Stele (Statue) ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung versehen, die als (Mistel-)"Blattkrone" gedeutet wird und als Grabbeigabe in Grab 1 gefunden wurde. Da die Mistel laut antiker Autoren bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Bestatteten als Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund der Latènekultur in Hessen. Originalgroße Kopien der Statue können im Heimatmuseum in Glauburg sowie im Wetteraumuseum in Friedberg besichtigt werden. Fragmente von drei weiteren Statuen, die der ersten en detail gleichen, aber andere Proportionen aufweisen, wurden ebenfalls gefunden.

Die bedeutendsten Fundstücke aus den Gräbern selbst sind ein goldener Halsreif und eine keltische Schnabelkanne. Die Funde waren im Hessischen Landesmuseum Darmstadt bis zu dessen Schließung aufgrund von Renovierungsarbeiten ausgestellt und sind derzeit nicht zu besichtigen.

Weiterhin wurden am Fuß des großen Grabhügels Pfostenlöcher von 16 Holzpfosten gefunden, die möglicherweise zur astronomischen Bestimmung von Feiertagen verwendet wurden. Eine Rekonstruktion dieser europaweit einzigartigen Anlage eines keltischen Kalenderbauwerks wurde am 1. September 2007 eingeweiht.

Im Herbst 2007 wurde mit dem Bau eines Keltenmuseums in der Nähe des Grabhügels am Glauberg begonnen. Die vom Land Hessen getragenen Kosten für den Bau sind mit rund 6 Millionen Euro veranschlagt. Seine Fertigstellung ist für Ende 2009 geplant. Dann werden dort alle Originalfunde einschließlich der Stele des keltischen Kriegers zu sehen sein.

21.12.08

Keltisches Kriegergrab in Reinheim entdeckt

Mit Sondermitteln des saarländischen Ministeriums für Umwelt wurden Ende 2008 Ausgrabungen in Reinheim (Saar-Pfalz-Kreis) fortgesetzt. Die Untersuchungen erstreckten sich auf das bereits 2006/07 entdeckte vor- und frühgeschichtliche Friedhofsareal „Furtweg" nördlich am Fuße des Bergsporns „Homerich". Neben zwei einfachen Brandgräbern der frühen Urnenfelderzeit (um 1200 v. Chr.) ließen sich trotz Einebnung durch neuzeitlichen Ackerbau zwei weitere Grabhügel nachweisen.

Im Zentrum des Hügels 6, von dem sich als ehemalige Begrenzung ein Kreisgraben (Dm. 11 m) mit davor liegenden Pfostengruben erhalten hatte, fanden sich zwei Frauengräber der Hallstattzeit (6. Jh. v. Chr.). Während der Frühlatènezeit (um 400 v. Chr.) hatte man im nördlichen Randbereich des Hügels ein weiteres Grab eingebracht. Das Skelett der mit dem Kopf im Norden bestatteten Frau war vollkommen vergangen. Sie trug jeweils zwei Hals-, Arm- und Fußringe. Etwa 2 m nordwestlich des Zentrums von Hügel 7 fand sich das Brandgrab eines keltischen Kriegers aus der Mittellatènezeit (280-150 v. Chr.).

Der Leichenbrand war in der Mitte einer ovalen Grabgrube deponiert mit verbrannten Beigaben am Grubenrand. An seiner westlichen Seite lag die verbogene Lanze, mit der Tülle in Richtung Norden. Im Uhrzeigersinn folgten der ebenfalls rituell unbrauchbar gemachte Schildbuckel mit leicht ausladenden Flügeln und an der östlichen Seite das samt Scheide zusammengefaltete Griffangelschwert. Unter der Lanze war an die eiserne Fibel vom Mittellatèneschema ein Ringgürtel des Schwertgurtes ankorrodiert. Die Waffenkombination mit Schwert, Stoßlanze und Schild gehörte seit den großen Wanderungen und Kriegszügen 4. Jh. v. Chr. zur Standartausrüstung des keltischen Kriegers über einen Zeitraum von 300 Jahre.

Im Gebiet der Mediomatriker mit der Hauptstadt Divodurum (heute Metz) gehörte der keltische Krieger von Reinheim offensichtlich zur Führungsschicht. Sowohl hinsichtlich des quadratischen Umfassungsgrabens als auch der vollständigen Waffenausstattung lässt sich hier bislang für die Mittellatènezeit nur ein Grab aus einem Grabhügel von Mondelange bei Thionville vergleichen. In beiden Gräbern stellen die Beigaben lediglich, als „pars pro toto", eine bewusste Auswahl einer ehemals größeren, sicherlich reichen Grabausstattung dar. Dabei sollte wohl das Zurückbehalten von Beigaben eine Verbindung der Lebenden zum Toten aufrechterhalten. Durch die rituelle Unbrauchbarmachung der Waffen, die in der antiken Opferidee, etwa bei den keltischen Heiligtümern zu wurzeln scheint, glaubte man, den Kriegsgott beeinflussen zu können.

Quelle: archaeologie-online.de

16.11.08

Keltischer Münzschatz in Maastricht gefunden

Maastricht (dpa) Archäologen haben auf einem Acker in Maastricht einen in den Niederlanden einzigartigen keltischen Münzschatz aus dem 1. Jahrhundert vor Christus gefunden. Nach Angaben der Stadt Maastricht besteht der Schatz aus insgesamt 109 Gold- und Silbermünzen.

Die 39 Goldmünzen werden dem keltischen Volksstamm der Eburonen zugeordnet. Die 70 silbernen sogenannten Regenbogenschüsselchen stammten demnach aus dem Rheingebiet. Dieser erste keltische Goldschatz auf niederländischem Boden sei von großer kulturhistorischer Bedeutung.

Die Münzen datierten aus der Zeit, in der der römische Feldherr Julius Caesar in das Gebiet eingefallen sei. Die Bewohner, die Eburonen, leisteten heftigen Widerstand und suchten sich Verbündete aus dem Rheingebiet. Der Münzschatz könne die Bezahlung für die Verbündeten gewesen sein, vermuten die Experten. Möglicherweise habe jemand den Münzschatz in den Kriegswirren in Sicherheit gebracht und in einer 65 Zentimeter tiefen Grube vergraben.

Ein Hobby-Archäologe hatte im vergangenen Jahr mit einem Metall-Detektor die Entdeckung seines Lebens gemacht. Er fand auf dem Acker vereinzelte Gold- und Silbermünzen. Nachdem er dem Archäologischen Dienst seinen Fund angezeigt hatte, meldeten auch andere ihre Funde an diesem Platz. Das war Anlass für die archäologische Grabung auf einem 15 mal 30 Meter großen Feld.

Die Münzen wurden gesäubert, restauriert und konserviert. Die Stadt Maastricht ist Eigentümer von 80 Münzen. Die restlichen gehören den Findern, die Stadt darf sie aber nutzen.

Quelle: all-in.de

30.09.08

Kelten schmückten Brücken mit Menschenköpfen

Die Kelten – kein zimperliches Volk. Die Ausgrabungsstätte in La Tène am Neuenburgersee diente bizarren kultischen Zwecken: Das zeigt eine neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich.

Am Neuenburgersee entdeckte der Fischer Hans Kopp im November 1857 Holzpfähle und Waffen im seichten Wasser neben dem heutigen Zihlkanal. Der Bieler Sammler Friederich Schwab hatte den Fischer beauftragt, nach Altertümern zu suchen. Schwab hatte zunächst geglaubt, er habe eine Pfahlbausiedlung entdeckt. Das stellte sich jedoch bald als Irrtum heraus.

Fischer Kopp war auf die Spuren von Kelten gestossen, die in die Zeit zwischen 250 und 150 vor Christus zurückreichen. Die Fundstätte erlangte rasch internationale Bedeutung; seit 1874 ist der Ort des Fundes, La Tène, ein Synonym für die jüngere Eisenzeit in Europa. Aus dem ehemaligen Flussbett der Zihl wurden über die Jahre mehr als 3000 Gegenstände geborgen, hauptsächlich Waffen, aber auch Fibeln und Werkzeuge aus Eisen sowie tierische und menschliche Knochen. Bei den ersten offiziellen Grabungen (1907-1917) stiessen die Archäologen zudem auf die Überreste zweier keltischer Holzbrücken aus dem 3. und 7. Jahrhundert vor Christus.

Die Funde gaben Forschern während Jahrzehnten Rätsel auf, was sich vor rund 2200 Jahren an der Zihl genau abgespielt hatte. War La Tène eine Militärstation mit Waffenlager? Ein Oppidum, in dem die umliegende Bevölkerung bei Angriffen Zuflucht suchte? Oder eine Grenzstation?

Die neueste Forschung, die 2003 durch eine Notgrabung in La Tène bereichert und im Keltenjahr 2007 durch ein Nationalfondsprojekt verstärkt wurde, hat eine These aus den 50er- und 60er-Jahren weitgehend bestätigt: La Tène war eine Kultstätte, und die Brücken über die Zihl dienten nicht allein dem Verkehr. Die kleine Wanderausstellung «Keltischer Kult am Neuenburgersee - La Tène», die heute im Landesmuseum Zürich eröffnet wird, bringt die neuesten Erkenntnisse der Forschung einem breiten Publikum näher.

Auf rituelle Handlungen weist die kriminaltechnische Untersuchung von Tier- und Menschenschädeln hin, die zwischen den Brücken lagen. Hieb- und Schnittmarken in einer Schädeldecke deuten die Forscher so: Ein Rechtshänder muss von vorn mit einem scharfen Beil, Dolch oder Schwert auf den 25- bis 40-jährigen Mann eingeschlagen haben. «Das Opfer wurde wahrscheinlich festgehalten. Ob der Mann schon tot war oder nicht, als er die Hiebe erhielt, weiss man nicht», sagt der Projektleiter der Ausstellung, Luca Tori.

Kratzspuren von Werkzeugen an der Basis von Pferde- und Menschenschädeln belegen ferner, dass diese Köpfe nach keltischem Brauch auf Pfähle der Brücke gespiesst worden waren. Die in La Tène gefundenen Waffen sind ungebraucht und teils absichtlich verbogen worden. Das ist ein weiteres starkes Indiz für eine Kultstätte.

Quelle: bernerzeitung.ch

Vom 25. September 08 bis 15. Februar 09 zeigt das Schweizerische Landesmuseum in Zürich die Sonderausstellung «La Tène - Keltischer Kult am Neuenburgersee»

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Beiträgen von Fachleuten aus dem In- und Ausland: La Tène. Die Untersuchung. Die Fragen. Die Antworten/La Tène. La recherche. Les questions. Les réponses (Musée Schwab – Schweizerisches Landesmuseum) 109 S., Abb. ISBN 3-9521892-8-6; CHF 18.-
Schweizerisches Landesmuseum
Museumstrasse 2
CH -8021 Zürich
T: 0041 (0)44 218 65 11
E: kanzlei@slm.admin.ch
W: http://www.landesmuseum.ch

Öffnungszeiten:
Di bis So 10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 20.00 Uhr
Weihnachten/Neujahr geöffnet

23.09.08

Das Echo der Kelten

Wie in Manching mit modernster Technik eine versunkene Stadt aufersteht

Die wohl bedeutendste keltische Stadt nördlich der Alpen lag nahe Manching bei Ingolstadt. Mehrere Tausend Menschen lebten dort einstmals. Mit Georadar und Geomagnetik horchen moderne Archäologen in die Vergangenheit. - Feature am Dienstag, 16. September 2008, von Markus Tremmel.


Auf der Suche nach dem Stadtplan

Etwas mehr als 2000 Jahre ist es her, dass an der Donau ein seit dem 3. Jahrhundert vor Christus blühendes Zentrum aufgehört hat zu existieren. Die quirlige Siedlung Manching – im Lateinischen nannte man sie "Oppidum" (Festung) - ist vergangen, ihre Spuren aber existieren bis heute: Reste des sieben Kilometer langen Befestigungswalles und der Stadtmauer sind noch im Gelände zu erkennen. Und im Boden verborgen liegen - auf einer Kreisfläche von rund 380 Hektar – die alten Straßen und Häuser.
Archäologen haben in den 1950er Jahren begonnen, die keltische Siedlung durch Ausgrabungen zu erforschen. Obwohl nur rund 10 Prozent der Gesamtfläche archäologisch untersucht sind, ist das Oppidum Manching die am besten dokumentierte Keltenstadt in Europa. Der Markt Manching mit seinem Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen, der schon zu einem Großteil innerhalb des Oppidums gebaute EADS-Militärflughafen sowie eine intensive Landwirtschaft bedrohen die archäologische Substanz, weshalb nun ein Wettlauf mit der Zeit begonnen hat. Modernste Technik aber könnte neuerdings helfen, ohne Ausgrabungen den Plan der einstigen Großstadt zu rekonstruieren.

In 70 Nanosekunden in die Vergangenheit

Seit dem Frühjahr 2008 untersucht die Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts in Zusammenarbeit mit der Uni Kiel die noch nicht ergrabenen und nicht überbauten Flächen des Oppidums mit Georadar und Geomagnetik. Beim Georadar werden von einem Bierkasten großen Gerät elektromagnetische Wellen in den Boden abgestrahlt, die an Schichtgrenzen und Hindernissen reflektieren und so auf einem Computerschirm Schatten hinterlassen. Je nach Laufzeit der Wellen und der Bodenbeschaffenheit lässt sich die Tiefe der angezeigten Ereignisse errechnen: In 70 Nanosekunden etwa ist man drei Meter oder – hier in Manching – 2300 Jahre in der Vergangenheit … Geomagnetik-Sensoren wiederum messen minimalste Abweichungen vom natürlichen Magnetfeld der Erde und zeigen so ebenfalls künstliche, durch Menschenhand hervorgerufene Bodenveränderungen an. So lassen sich Wegeverläufe erkennen, Gräbchen, Hofparzellen oder Gebäudegrundrisse.

Das Echo aus einer fernen Zeit

Quadratmeter für Quadratmeter nimmt so der mehrere Meter unter der heutigen Ackerfläche schlummernde Stadtplan nimmt wieder Formen an – ein Echo, das aus fernen Tagen kommt. Es sind solch feine Schatten, die das Geheimnis der Stadt enthüllen müssen, denn die originale keltische Bebauung bestand aus längst vergangenen Holzhäusern (nur die Stadtmauer leuchtete in weißem Jurastein weithin und ist bis heute auffindbar). Zusammen mit dem jetzt erforschten Layout der Siedlung und den bisher gemachten Funden (Keramik, Werkzeuge, Knochen, Münzen, etc) hoffen die Forscher, bald sagen zu können, wer in welchen Häusern gelebt hat: wo die Handwerker arbeiteten, wo die Bauern züchteten, wo die Stadtoberen saßen, wo die Tempel standen.


Deutsches Archäologisches Institut



Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts



kelten römer museum manching


Quelle: br-online.de

Archäologen legen in Sitten grosse keltische Nekropole frei

In Sitten haben Archäologen einen der grössten keltischen Friedhöfe der Schweizer Alpen freigelegt. Über 200 Gräber wurden in den letzten 12 Monaten mitten in einem Quartier im Norden der Stadt ausgegraben.

Sitten. – Teilweise sind die Tumuli genannten Grabhügel mit Steinplatten eingegrenzt, wie der Walliser Kantonsarchäologe François Wiblé anlässlich eines öffentlichen Rundganges erläuterte. Die Gräber stammen aus der 1. Eisenzeit, das heisst aus der Periode zwischen 800 und 500 vor unserer Zeitrechnung.

Laut Wiblé handelt es sich um eine keltische Grabungsstätte "von grosser Qualität", die reich an Funden sei. "Es ist eine der grössten Nekropolen aus der Eisenzeit, die im schweizerischen Alpenraum freigelegt wurde", sagte er.

Es stelle sich somit die Frage, ob die Fundstätte auch langfristig dem Publikum zugänglich gemacht werden könne. Dies umso mehr, als Sondierungsgrabungen auf benachbarten Parzellen zeigten, dass es noch viel mehr Grabhügel gebe, die teilweise sogar besser erhalten seien, als die bereits ausgegrabenen.

Ob die Grabstätte auch für künftige Generationen sichtbar bleibt, wird der Grundeigentümer entscheiden müssen. Der Kanton Wallis hat das Gelände, unter dem schon seit langem archäologische Spuren vermutet worden waren, zwecks Grabungen für zehn Jahre gemietet.

Im Jahr 2010 läuft der Vertrag aus und der Eigentümer darf bauen. Wiblé sieht darin kein Problem: "Das Gräberfeld könnte auch im Untergeschoss eines künftigen Gebäudes erhalten und zugänglich gemacht werden", erklärte er.

Quelle: Vaterland.li

05.09.08

Ein Volk wie ein Schatten

Bei Gießen wird ein Kelten-Museum gebaut. Aber was wissen wir wirklich über diese Vorfahren?

Seit fünf Jahren bewegt "Das Rätsel der Kelten" die kunstinteressierte Öffentlichkeit im Bundesland Hessen. Damals wurden erstmals öffentlich die sensationellen Funde eines 2500 Jahre alten Fürstengrabes, einer Gruppe von Statuen und einer Prozessionsstraße am Glauberg bei Gießen in einer großen Ausstellung der staunenden Öffentlichkeit gezeigt. Inzwischen sind die Grabungen weitergegangen. In immer mehr Regionen des mittleren und südlichen Deutschland kommen Reste erstaunlich großer Siedlungen ans Licht.

Schon spricht die Archäologie, wie am Beispiel der Heuneburg im südlichen Baden-Württemberg, von regelrechten Städten mit Tausenden Einwohnern. Dass dort griechische Erfahrungen, Waren und Erfindungen gehandelt wurden, lässt die Kelten als ferne Partner einer Hochkultur erscheinen, zu denen ihre eigene Kunstfertigkeit, aber auch die Fremdheit, Düsternis und bisweilen sogar Unheimlichkeit ihrer monumentalen Menschenbildnisse mit den riesigen segelartig ausgespreizten "Ohren" in eine spannungsreiche, schwer zu deutende Wechselbeziehung rückt.

Nun soll das neueste Wissen über dieses Volk mit den staunenswerten Funden aus den Fürstengräbern vom Glauberg in einem neuen Museum am Fundort im östlichen Wetteraukreis kaleidoskopartig ausgebreitet werden. Soeben hat das Büro KadaWittfeldArchitektur in Aachen zusammen mit club L94 Landschaftsarchitekten in Köln unter 27 Konkurrenten den Wettbewerb für den Neubau und einen eigenen "Archäologischen Park" gewonnen. Das aufgeständerte Bauwerk mit der weit aufgesperrten gläsernen Linse an der Stirnseite ragt wie ein Riesenfernrohr aus dem bewaldeten Berg hervor und setzt, so der hessische Kultusminister Udo Corts, ein "klares, fast elegantes Zeichen in dieser uralten Kulturlandschaft, ohne zum architektonischen Selbstzweck zu werden".

Bis in die architektonische Ausformung hinein ähnelt das Projekt dem Museum für die Himmelsscheibe von Nebra und dem ebenfalls rekonstruierten "Observatorium von Goseck" in Sachsen-Anhalt. Erst am 1. September hatte Corts an gleicher Stelle die - wie er formulierte - "europaweit einzigartige Rekonstruktion eines keltischen Kalenderbauwerks" eröffnet. Die durchaus noch zu hinterfragende Interpretation geht auf den Frankfurter Astrophysiker Prof. Bruno Deiss zurück, der in hier aufgefundenen 16 acht Meter hohen Eichenpfählen und Visierpunkten einen "präzisen und generationenübergreifenden Kalender" erkennen will. Mit diesem "astronomischen Bauwerk", dessen Deutung allerdings auffällig an die 7000 Jahre alte Anlage in Goseck erinnert, ließen sich laut Deiss bestimmte Punkte am Horizont genau anpeilen. Dadurch seien die Kelten in der Lage gewesen, die tägliche Verschiebung des Mondaufgangspunkts zu messen, was ihnen wiederum ermöglicht habe, wichtige Termine wie die Zeiträume für Aussaat und Ernte sowie Festtage wie die Wintersonnenwende vorauszuberechnen.

Weit über den Fundort am Glauberg hinaus hat sich die Erkenntnis der Archäologen immer mehr verfestigt: Deutschland ist nicht nur ein Germanenland, sondern auch ein Keltenland. Doch anders als bei anderen Zweifelsfragen scheint die Archäologie hier an Grenzen zu stoßen: je mehr Erkenntnisse, desto mehr Fragen. Wo kam dieses rätselhafte Volk, das einmal halb Europa besiedelt, vielleicht gar beherrscht hat, her? Und wohin und warum ist es verschwunden?

Erst vor wenigen Jahren haben Klimaforscher auf dem Deutschen Archäologentag in Heidelberg Klimastürze für die Flucht der Kelten verantwortlich gemacht - ihren Verbleib freilich konnten sie damit nicht erklären. Eine andere Hypothese ist erst jüngst in sich zusammengebrochen: Die "gälische" Bevölkerung Irlands kann nach gentechnischem Befund mit den Festlandskelten nicht blutsverwandt sein. In Mainz wurde bei Ausgrabungen in der Innenstadt eine weitere Standardmeinung ins Wanken gebracht: Kelten legten "heilige Haine" nicht nur auf Bergrücken und Geländekuppen an, sondern auch in Flussniederungen. Je mehr Funde zutage gefördert werden, desto mehr scheint sich das Wissen über das Rätselvolk zu verdunkeln.

Wie lässt sich zum Beispiel erklären, dass keine einzige der neu entdeckten Keltenstädte ("Oppida") von den Römern oder den Germanen weitergeführt worden ist? Von Köln bis Augsburg, von Trier bis Regensburg leiten die ältesten deutschen Städte ihren Stammbaum von den Römern ab - keine einzige heute noch bestehende Stadt aber von den Kelten. Die Menschen mit den rotblonden Haaren, den von römischen Schriftstellern geschilderten furchterregenden Blicken, der unerschrockenen und fairen Kampfesweise scheinen vom Himmel gefallen und eines Tages ebenso sang- und klanglos wieder in ihn entrückt worden zu sein.

In der Spanne von 500 bis 1000 Jahren, in der es nachweisbar ist, hat das Volk, das sich jeglicher Schriftsprache verweigerte, verblüffend vollkommene Kunstwerke geschaffen. Aber auch hier klafft ein merkwürdiger Widerspruch. Während die Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände eine staunenerregende Eleganz und Formsicherheit zeigen, wirken die Skulpturen eher ungeschlacht und plump. Gerade das, was jene zu Werken höchsten Ranges erhebt - der Reichtum an Ornamentik, das scheinbar am Goldenen Schnitt geschulte Ebenmaß, die nur mit der Lupe zu erfassende Präzision des Details - fehlt jenen ganz, ja scheint ihnen bewusst vorenthalten.

Die Kelten, so muss man schließen, haben unter den bekannten Kulturtechniken ihres Zeitalters sehr bewusst ausgewählt und sich ihrer in selbstbewusster Anverwandlung und Umdeutung bedient. Handelslinien und Kulturkreise zu identifizieren, die sich dabei verflochten haben, war gewiss des Schweißes vieler Generationen von Archäologen wert. Aufschluss über die Gründe des Eigensinns, der diese "Barbaren" geleitet hat, hat es kaum gebracht.

Die hessischen Forschungen münden in der alten Annahme, dass es der Kosmos einer eigenen Welterklärungslehre und Religion gewesen sei, der diesem Volk, das offenbar auch Menschenopfer praktizierte, eine solche Handlungsweise auferlegte. Der Glauberg hat dafür bisher keine neuen Beweise erbringen können. Für die Völkerkunde sind die Kelten wie ein Schatten. Ihre Spuren verlieren sich vor 2000 Jahren. In der kollektiven Erinnerung der Deutschen hat sich nicht einmal die Spur einer Sage oder eines Mythos von ihnen erhalten. So wird das neue Museum, wenn es spätestens 2009 seine Pforten öffnet, vielleicht wirklich weniger die Eigenschaft eines Fernrohrs in die Vergangenheit als eines Kaleidoskops haben, in dem sich aus bunten Scherben immer neue Bilder zusammenfügen, die ihre Bedeutung für sich behalten.

Quelle: Welt.de

03.09.08

Nagel im Schädel: Trophäe der Kelten entdeckt

Einen menschlichen Schädel mit einem durchgeschlagenen, eisernen Nagel haben Archäologen bei Ausgrabungen nahe Kobern-Gondorf an der Mosel entdeckt. Wahrscheinlich handele es sich um den Schädel eines römischen Legionärs, den Kelten etwa 50 vor Christus nach einem Kampf als Trophäe aufbewahrten, teilte die Generaldirektion Kulturelles Erbe in Koblenz mit. Nach Angaben des Archäologen Axel von Berg ist es die erste Kopftrophäe, die so gut erhalten in Deutschland gefunden wurde. Europaweit seien den Experten nur wenige Vergleichsfunde dieser Art bekannt.

Von Berg hält es für denkbar, dass der Schädel zu einem Legionär der Truppen von Julius Cäsar gehörte. Bei ihren Feldzügen gegen Gallien seien die Römer 55 und 53 v. Chr. im Neuwieder Becken unterwegs gewesen, um den Rhein zu überqueren. Der Brunnen, in dem der Schädel entdeckt wurde, gehörte zu einem spätkeltischen Gehöft. Bei den Kelten sei es üblich gewesen, die Köpfe der im Kampf erschlagenen Gegner als Trophäen an die Portale der Häuser zu nageln

Quelle: Welt.de

24.08.08

Carnuntum Weltstadt im Land der Barbaren

Der römische Offizier und Historiker Villeius Paterculus berichtete sechs nach Christus, dass ein unter dem Feldherrn Tiberius stehendes römisches Heer sein Winterlager im keltischen Königreich Noricum errichtete. Der genaue Ort der Niederlassung wird als "Carnuntum" bezeichnet. Das war die Geburtsstunde der legendären, römischen Großstadt im "Land der Barbaren", später auch als Klein-Rom an der Donau bezeichnet.

Mit 3-D-Animationen und Spielszenen wird das Leben und Treiben in der antiken Metropole wieder zum Leben erweckt.




Gegen die Markomannen zu Felde
Vor 2.000 Jahren sammelte sich eine römische Armee, von Ungarn kommend, am Südufer der Donau, um diese nordwärts zu überqueren. Man wollte gegen die Markomannen zu Felde ziehen, ein germanischer Volksstamm, der Rom feindlich gesinnt war und seinerzeit jenseits des Nordufers der Donau seinen Aufenthalt hatte - wahrscheinlich in der Region des heutigen Weinviertels.
Die abenteuerliche Überquerung der Donaumäander, von Süd nach Nord, war zuvor von den Römern noch niemals gewagt worden.


Römische Donaumetropole
Vier Jahrhunderte hielten sich die römischen Invasoren an der Donaumetropole, dann begann der Niedergang, wahrscheinlich ausgelöst durch ein verheerendes Erdbeben. Der erste große Aufschwung Carnuntums vollzog sich durch die Anbindung an die sagenumwobene Bernsteinstraße. Diese führte direkt in den Süden bis nach Aquileia, und von dort bis an die Nord- und Ostsee. Dadurch konnte Carnuntum regelmäßig und rasch mit allen benötigten Gütern versorgt werden. Bereits 50 nach Christus war ein befestigtes Römerlager entstanden, um das sich nach und nach eine Zivilstadt entwickelte.


Quartier von Kaiser Marc Aurel
Schon nach weiteren 50 Jahren wurde ein Amphitheater aus dem Boden gestampft, um nach römischem Vorbild Gladiatorenkämpfe auf Leben und Tod abzuhalten. Carnuntum erlangte rasch eine derart strategische Bedeutung, dass sogar römische Kaiser ständig ihr Quartier aufschlugen: Marc Aurel wurde 171 nach Christus in Carnuntum sesshaft. Seine Hauptaufgabe war es, gegen die immer stärker werdenden Markomannen zu kämpfen, deren einziges Ziel es war, die römische Kultur und Carnuntum zu vernichten. In jahrelangen, zähen Kämpfen gelang es Marc Aurel, die Barbaren zurückzuschlagen. Der römische Kaiser, der als großer Philosoph galt, verfasste in Carnuntum sogar das zweite Buch seiner berühmten "Selbstbetrachtungen".



Römerlager und Zivilstadt
Besonders ausführlich beschäftigt sich der Film mit den ganz alltäglichen Dingen des römischen Lebens vor 2.000 Jahren, die aus heutiger Sicht besonders interessant erscheinen. Wie hat die normale Zivilbevölkerung gelebt? Und wie der einfache Soldat? Was wurde gegessen und was wurde getrunken?

Antworten auf diese und viele Fragen mehr sind in den aufwendig inszenierten Spielszenen verpackt. Der Zuschauer erfährt, wie der so genannte "Puls", der Eintopf, in der römischen Armee zubereitet wurde, aber auch, was die so genannte High Society tafelte: Die Oberschicht Carnuntums genoss kulinarisch nahezu jeden Luxus. Sogar frische Austern, die man in salzwasserbefüllten Holzfässern von der Adria bis an die Donaumetropole transportierte, standen auf der Speisekarte. Doch nicht nur "was" gekocht wurde, sondern auch "wie" gekocht wurde, zeigt der Film in hyperrealistischen Bildern.

Der multikulturelle Einfluss in Carnuntum brachte aber nicht nur Segen: Durch die Anbindung an die großen, internationalen Handelsrouten gelangte auch so mancher ungebetene Gast in die "Weltstadt im Lande der Barbaren". Etwa die Schwarze Hausratte. Diese Tierart gab es vorher in Österreich nicht und wurde über Indien in den mediterranen Raum und schließlich bis nach Carnuntum eingeschleppt. Zum Teil mit verheerenden Folgen, denn die Schwarze Hausratte war der Überträger des Schwarzen Todes, der Pest. Noch viele Jahrhunderte später wurden durch die Pest Millionen Menschen des Mittelalters dahingerafft. Carnuntum war also das frühe Tor für den Schwarzen Tod.

Westlich der Stadt wurde an der Donau ein militärisches Versorgungslager eingerichtet, das man Vindobona nannte. Nichts anderes als die Keimzelle des heutigen Wien! Bis heute ist die römische Spur erhalten geblieben, denn der erste Wiener Gemeindebezirk folgt in seinen Grundrissen dem ehemaligen römischen Militärlager!


Badekultur und Lagerleben
Bereits vor 2.000 Jahren wurden in Carnuntum die vorhandenen Thermen genutzt. So zeigt der Film auch in perfekten Rekonstruktionen die Badekultur der Römerinnen: u.a. zeigt er, dass der Bikini schon in der Antike erfunden wurde.

Die Spieldokumentation deckt nicht nur die großen Ereignisse der vier römischen Jahrhunderte ab, sondern folgt auch dem Lauf der Jahreszeiten. Denn während die Menschen in der Stadt die Wintermonate relativ bequem erleben konnten, mussten die Legionäre bei ihren ständigen Erkundungsmärschen in Eis und Schnee übernachten - nur durch dünne Stoffzelte geschützt.

Letztlich ist aber nicht nur die römische Kultur Thema des Films, sondern auch die Umwelt vor 2.000 Jahren. Zum Teil sahen sich die Römer in Österreich mit Tieren konfrontiert, die heute längst ausgestorben oder verschwunden sind. Der Film lässt den legendären Ur- oder Auerochsen wiederauferstehen und zeigt imposante Aufnahmen des Wisents, den europäischen Vetter des amerikanischen Büffels, der ebenfalls Zeitgenosse der Römer war.

Premiere feiert auch der größte Süßwasserfisch der Welt, der Hausen. Diese bis zu neun Meter große Störart war vor 2.000 Jahren sogar relativ häufig in den Donaugewässern anzutreffen und wurde von den Römern gejagt. Die größten bekannten Exemplare waren doppelt so groß wie ein durchschnittlicher weißer Hai. Weltweit wird erstmals gezeigt, wie die Römer mehrere Meter große Exemplare überwältigten.


Zeitfenster in die Antike
Mitte des vierten Jahrhunderts wurde Carnuntum von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Dies ist gleichzeitig der Anfang vom Ende, denn auch die römische Welt geriet ins Wanken, und Militär- und Zivilbevölkerung verließen nach und nach die ehemalige "Weltstadt im Land der Barbaren".

Grundsätzlich wurden für dieses außergewöhnliche Dokumentationsvorhaben Rüstungen, Waffen, Kleidungsstücke oder Bauwerke bis ins kleinste Detail rekonstruiert. Dadurch erhalten die Zuseher die Möglichkeit, in eine perfekt nachempfundene Welt der Antike einzutauchen. Dem Regisseur und Produzenten Prof. Dr. Kurt Mündl war es wichtig, "ein Zeitfenster zu öffnen, um am Leben und Treiben der Legions- und Zivilbevölkerung hautnah teilhaben zu können".

Die gesamte Spieldokumentation wurde mit modernster Technik in High Definition gedreht und mit hoch qualitativen Animationen veredelt. Auch Trickspezialisten und Konsulenten, die bei dem großen Spielfilm "Gladiator" mitwirkten, konnten für diese Dokumentation als Mitarbeiter gewonnen werden.


09.08.08

Die Waffentechnik der Barbaren

Europa wurde erheblich durch das Römische Reich geprägt, doch gab es eine andere 'Zivilisation', ausgestoßen und größtenteils verachtet, die dem Kontinent ebenso ihren Stempel aufdrückte: die Barbaren. Vor allem, wenn es darum ging, Schlachten auszutragen, standen die ausgezeichneten Waffenschmiede und Metallverarbeiter den Römern in nichts nach. In dieser Episode von 'Moderne Wunder' stellt einer der besten Schmiede der Welt ein klassisches keltisches Schwert her und mit modernster Computertechnik wird eine 2600 Jahre alte Hügelfestung rekonstruiert. Außerdem wird gezeigt, wie ein kleiner Streifen Rohleder es ermöglichte, Streitwagen problemlos auf schwierigem Terrain zu manövrieren. Diese 'primitiven' Techniken werden mit den scheinbar weiter entwickelten römischen verglichen und die Unterschiede in Fertigung und Anwendung mithilfe eines Computerprogramms darstellt und bewertet - mit erstaunlichen Ergebnissen.


03.08.08

Die Niederlande in der Römerzeit

Seit dem 2. Jh. vor Christus steht die Existenz germanischer Stämme im Gebiet der heutigen Niederlande fest, die in einer Wanderungsbewegung nach Westen zogen. Dies war bereits Teil der Völkerwanderung, die ihren Höhepunkt zwischen dem 3. und dem 5. Jahrhundert erreichte.

Ab dem Jahre 57 v. Chr. eroberte Julius Caesar das Gebiet, in dem heute Belgien und die Südniederlande liegen, das Gebiet wurde Teil der römischen Provinz Germania Inferior. Die dort lebenden Stämme wurden unterworfen. Damit begann zugleich die Geschichtsschreibung über das Gebiet. In seinem Buch "De bello gallico" hat Julius Caesar von diesen Schlachten berichtet. Auch Tacitus erzählt in seinen "Historien" von den Ereignissen in dieser Gegend in den Jahren 69 und 70 n. Chr. Besonders ausführlich geht er auf den Aufstand des Claudius Civilis ein. Dieser Bataver, der viele Jahre lang die batavischen Hilfstruppen in der römischen Armee befehligt hatte, sammelte mehrere Stämme hinter sich und organisierte nach dem Tod Neros einen Aufstand. Nach harten Kämpfen mussten er und die ihn unterstützenden Gallier sich jedoch geschlagen geben. Claudius Civilis zog sich daraufhin wahrscheinlich in das Gebiet nördlich des Rheins zurück.

Zur Zeit der Römer bildete der Rhein in den niederen Landen die Nordgrenze des Römischen Reichs. Wo heute Utrecht, Valkenburg und Nimwegen liegen, befanden sich damals römische Befestigungsanlagen. Die Friesen, die im Gebiet der heutigen Provinzen Groningen und Friesland lebten, unterstanden nicht der römischen Herrschaft, unterhielten aber intensive Handelsbeziehungen zu den Römern. Weil diese Gebiete regelmäßig von der See überschwemmt wurden, legten die Bewohner künstliche Wohnhügel, Warften oder Wurten genannt, an, auf denen sie ihre Höfe errichteten. Südlich des Rheins wurden große Landgüter gebaut, in denen man nach römischem Vorbild in großem Luxus lebte, das Land ließ man von Sklaven bewirtschaften.

Während der Regierungszeit Kaiser Trajans (98-117 n.Chr.), einer Zeit des Friedens und Wohlstands, gehörten die römischen Niederlande zur Provinz Germania Inferior. Im Laufe des 3. Jahrhunderts wurde das Römische Reich durch Überfälle germanischer Stämme stark geschwächt. Im Jahre 406 kam es zu einem großen Einfall der Germanen in Gallien, der der römischen Herrschaft in den niederen Landen für immer ein Ende bereitete.


Historisch Openluchtmuseum, Boutenslaan 161 b in Eindhoven


Am 7. September 2008 findet im Freilichtmuseum in Eindhoven die besondere Veranstaltung 'Gallier 'Germanen und Römer' statt.
Das Museum zeigt zu dieser Gelegenheit nicht nur das Leben der Römer, sondern auch das der Barbaren aus dem oberen Teil der Niederlande. Entdecken Sie, das die Begegnungen der verschiedenen Kulturen damals nicht nur zu Kämpfen führten. Dieses Event zeigt deutlich, das die Verschiedenheit der Römer, Gallier und Germanen zu einem besonderen Miteinander verschmolzen sind.

25.07.08

"Vae victis!" Wehe den Besiegten - Die Gallier in Rom

In jener Zeit geschah es, dass vom Norden her gallische Völkerscharen gegen Rom vordrangen. Selten haben die Römer einen Feind so gering eingeschätzt wie die Gallier, und dafür mussten sie schwer büßen. Schon der Anblick der furchterregenden Gestalten mit dem wirren, flatternden Haar ließ sie jäh erzittern. An der Allia, einem kleinen Flüsschen, erlitten die Römer eine so furchtbare Niederlage, dass sich nur Reste ihres Heeres in den Schutz der Mauern retten konnten. Etwa tausend streitbare Männer bezogen unter dem Befehl des Markus Manlius als letzte Zuflucht das Kapitol, den Burgberg von Rom. Die ganze Bevölkerung musste Rom verlassen.
Einer der Gallier hatte einen geheimen Zugang zur steilen Höhe entdeckt, und dort stieg des Nachts nun eine auserwählte Mannschaft hinauf, um die Römer im Schlafe zu überfallen. Da kein Posten an dieser Stelle stand, konnte die Spitze der lautlos vordringenden Gallier den Mauerrand erreichen.
Da begannen plötzlich die der Juno geheiligten Gänse, die sich auf dem Kapitol befanden, ängstlich zu schnattern und weckten den Markus Manlius. Aufgeschreckt stürzte er eilig zu der unbewachten Stelle und stieß den vordersten Gallier vom Felsrand hinunter. Im Sturz riss dieser die Nachfolgenden mit in die Tiefe.
Zur Erinnerung an die wachsamen und treuen Tiere wurde alljährlich eine Gans im feierlichen Aufzug durch die Straßen Roms getragen, ihr zur Seite jedoch ein ans Kreuz geschlagener Hund, weil die Hunde in jener denkwürdigen Nacht geschwiegen hatten.
Trotz dieser wundersamen Rettung konnte die tapfere Besatzung sich auf die Dauer nicht halten. Brennus, der Führer der Gallier, erklärte sich jedoch zum Abzug bereit, wenn man ihm 1000 Pfund Gold Kriegskontribution auszahle. Die Römer mussten schweren Herzens solche Bedingungen annehmen. Als man nun daranging, das kostbare Metall abzuwiegen, bemerkten die Römer plötzlich, dass die Gallier falsches Gewicht verwendeten, und erhoben Einspruch gegen diesen Betrug. Doch da ergriff Brennus mit höhnischem Lachen sein Schwert und warf es mit auf die Waagschale, indem er ausrief: "Vae victis!" Wehe den Besiegten! Er wollte damit sagen, dass die Besiegten keinen Anspruch mehr auf eine gerechte Behandlung hätten. Daher stammt auch der Spruch: "sein Schwert in die Waagschale werfen".
Jetzt endlich zeigten die Götter ein Einsehen mit dem so schwer gedemütigten Römervolk. Sie ersparten ihm die Schande, von der Gnade der gallischen Barbaren leben zu müssen, denn gerade in diesem Augenblick zog das Entsatzheer in die verwüstete Stadt ein. "Mit Eisen, nicht mit Gold wollen wir die Freiheit zurückgewinnen!" rief der römische Feldherr Camillus und forderte die Gallier auf, sich zur Schlacht zu stellen.
Camillus zeigte sich als ein großer Feldherr: er errang für Rom einen herrlichen Sieg. Die Gallier wurden blutig geschlagen. Voller Dankbarkeit nannte ihn das Volk den zweiten Romulus, den Vater des Vaterlandes. Brennus aber, der lebend in die Hand der Römer fiel, wurde mit dem Schwerte gerichtet. So erfüllte sich auch an ihm das erbarmungslose Gesetz: "Vae victis!" Wehe den Besiegten!
In den folgenden Zeiten wuchs der römische Staat in tatkräftigem und wagemutigem Handeln, und das Schicksalswort, das einst Jupiter für die Stadt Rom ausgesprochen hatte, sollte sich erfüllen:
"Ihr setze ich im Raum nicht noch in der Zeit eine Grenze: Herrschaft ohne Ende habe ich ihr gegeben!"

20.04.08

Die Kelten - Händler, Barbaren und Druiden

Die dunkle Hochkultur der Kelten
Seit 1994 finden am Fuße des Glaubergs in Hessen die Ausgrabungen an einem keltischen Fürstengrab statt. Die Funde erlauben den Wissenschaftlern, Rückschlüsse auf die geheimnisvolle und bis heute rätselhafte Welt der Kelten zu ziehen.
Ausgehend von den Grabbeigaben stellt der Film die kulturellen Leistungen und das Wirtschaftsleben der Kelten dar, ergänzt durch die Beschreibung ihrer kriegerischen Kultur und religiösen Vorstellungen. Der Film bietet darüber hinaus detaillierte Einblicke in die Handwerksmittel und Arbeitsweise der Archäologen.