In Frankreich tobt die Revolution. Die Könige Ludwig XV. und XVI. haben ihr Land in den Ruin getrieben. Das Volk darbt. Jetzt erhebt es sich gegen seine Herrscher. Die angrenzenden Staaten wollen nicht warten, bis die Revolution auf ihre Gebiete übergreift. Sie erklären Frankreich den Krieg. Jetzt kämpft die Revolution an zwei Fronten gegen die ausländischen Mächte und gegen die Kräfte im eigenen Staat, die das Königtum verteidigen.
Am 30. Juli 1792 marschieren Revolutionstruppen aus Marseille in Paris ein. Auf ihren Lippen ein kriegerisches Lied. Seit diesem Tag ist es bekannt als "Die Marseillaise": "Auf, Kinder des Vaterlands, der Tag des Ruhmes ist gekommen! Gegen die Tyrannei haben wir die blutige Fahne erhoben! Hört ihr die grausamen Soldaten brüllen? Sie kommen, um unsere Frauen und Kinder abzuschlachten. Zu den Waffen, Bürger! Schließt die Reihen! Lasst uns marschieren, auf dass das unreine Blut die Furchen unserer Felder tränke!"
Das Kampflied der Revolution
1795 wird das Kampflied der Revolution zur Nationalhymne Frankreichs erklärt. Sie überlebt die Revolution, sie überlebt die Kaiserreiche Napoleons I. und III., die Restauration, vier Republiken und zwei Weltkriege. Die V. Republik verankert sie im Gesetz. In Artikel Zwei der Verfassung von 1958 wird die Marseillaise als Nationalhymne Frankreichs festgeschrieben.
Sie ist der Ausdruck französischen Nationalstolzes schlechthin, auch wenn moderne Franzosen den Text äußerst kritisch sehen: "Die Musik ist sehr spannend. Aber die Worte sind schrecklich. Die sind blutig. Ich meine, es ist eine Schande, diese Worte zu benutzen." sagt Hélène Butler, die sich um französische Unternehmen in Deutschland kümmert. Sie würde die Marseillaise gerne der heutigen Zeit angepasst wissen. "Die Marseillaise wurde entwickelt, wo man viel zu kämpfen hatte. Deshalb hat dieses Lied eine Legitimation. Ich würde nur einige Wörter ändern."
Entsehungsgeschichte
Ob die Worte, die Madame Butler so missfallen, Volksgut sind oder vom Komponisten stammen, ist nicht eindeutig nachzuweisen. Die Melodie der Marseillaise wird auf jeden Fall Claude-Joseph Rouget de Lisle zugeschrieben.
Der Amateurmusiker ist seinerzeit Kapitän einer militärischen Einheit in Straßburg. Der Bürgermeister gibt das Stück bei ihm in Auftrag. Er möchte offiziellen Gästen Straßburgs etwas Besonderes bieten. Das Lied wird ein großer Erfolg, gedruckte Kopien verbreiten sich bis nach Marseille. Die dort stationierte Freiwilligentruppe macht daraus ihr Marschlied und nimmt es mit bei ihrem Einzug in Paris.
Ironischerweise ist Rouget de Lisle gar kein Anhänger der Französischen Revolution. Im Gegenteil, er ist Royalist. Der Schöpfer der Revolutionshymne entgeht wenig später selbst nur knapp der Guillotine.
Der Geschichte eine Hymne
Auch Vorfahren der Unternehmensberaterin Hélène Butler lassen dort ihr Leben. Trotzdem identifiziert sie sich mit dem eigentlichen Gedanken der damaligen Zeit: "François Mitterand hat gesagt: 'Il reste encore la bastille à prendre.' Das heißt, Bastille ist ein Symbol für etwas, wogegen man kämpfen muss. Und es gibt noch viele Probleme, bei denen sich die Leute einigen müssen, um schlechte Dinge wegzuschmeißen."
Jenen, die den Mut finden, sich gegen Missstände zur Wehr zu setzen, gab die Geschichte eine Hymne: Die Marseillaise.
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30.07.09
30.7.1792: Die "Marseillaise"
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13.06.09
13.6.1950: Neues Rassentrennungsgesetz
Das südafrikanische Repräsentantenhaus verabschiedete den "Group Areas Act", der getrennte Siedlungsgebiete für Angehörige verschiedener Rassen festlegte. Das neue Gesetz festigte die seit 1948 von der südafrikanischen Regierung praktizierte Apartheidpolitik, die die Vorherrschaft der Weißen über die schwarze Bevölkerungsmehrheit sichern sollte. 1913 war die koloniale Enteignung der Schwarzen mit einem Landgesetz festgeschrieben worden. Danach erhielt die schwarze Bevölkerung sieben Prozent, später dreizehn Prozent der gesamten Landfläche als Reservate. Die Schwarzen sollten als "ausländische" Arbeitnehmer ihre Arbeitskraft dem "weißen Südafrika" zur Verfügung stellen.
Die Geschichte Südafrikas auf der Website eines Online-Reiseführers.
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07.06.09
7.6.1494: Spanien und Portugal teilen die Welt
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die offizielle Landessprache in ganz Lateinamerika Spanisch, sie aber nur in Brasilien, dem größten Land des Kontinents, Portugiesisch ist? Und hätten Sie gedacht, dass diese scheinbar ureigen-südamerikanische Entscheidung der in Italien residierende Herr über die Christenheit, der Papst, herbeigeführt hat?
Sie ahnen schon: Die Angelegenheit wurde in längst vergangenen Tagen entschieden, als sich die Befugnisse der Päpste mitunter auch auf ganz irdische Umstände bezogen, und als es noch zahlreiche Regionen der Welt gab, von deren Existenz niemand etwas wusste, und zu denen man sich deshalb aufmachte, sie zu entdecken und besetzten.
Es war am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, als Papst Alexander VI. im Streit zwischen Portugal und Spanien um diese neuentdeckten und noch zu entdeckenden Länder vermittelte.
Am 7. Juni 1494 schlichtete der Papst den Konflikt zwischen den beiden Kolonialmächten im Vertrag von Tordesillas. Mit einer willkürlichen Trennungslinie, die den südamerikanischen Kontinent von Nord nach Süd durchschnitt, legte er die spanischen und portugiesischen Herrschaftsansprüche fest. Eine Folge des päpstlichen Schlichterspruchs von 1494 ist die sprachliche Erscheinung, wie wir sie heute noch sehen.
Aber der Reihe nach: Kolumbus hatte im Auftrag des spanischen Königspaares, Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien, soeben Amerika entdeckt. Rasch waren die Küstengebiete weiter Teile Mittel- und Südamerikas erschlossen worden.
Wie selbstverständlich erhoben die Spanier Anspruch auf die Beherrschung dieses Teils der Welt, das schließlich ein in ihrem Auftrage und unter spanischer Flagge segelnder Genuese entdeckt hatte. Auch der Entdecker selbst, Kolumbus, sah es so: In seinem Bordbuch schreibt er über seine Ankunft auf den Südamerika vorgelagerten Inseln, er habe nachdem er die königliche Flagge errichtet habe die beiden Kapitäne der anderen Schiffe und die gesamte Besatzung herbeigerufen.
Kolumbus: "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen durch ihre persönliche Gegenwart als Augenzeugen davon Kenntnis nehmen, dass ich im Namen des Königs und der Königin, meiner Herren, von der Insel Besitz ergreife."
So einfach schien das: Neu entdeckte Inseln und Länder galten unabhängig davon, ob sie bewohnt waren oder nicht, als herrenlos und gehörten dem, der sie als erster gefunden und besetzt hatte.
Schließlich war auch Portugal jahrelang so verfahren und hatte sich auf diese Weise einen ansehnlichen Herrschaftsbereich in Westafrika gesichert. Die Portugiesen, die bereits seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert Segler unter ihrer Flagge auf Entdeckungstouren schickten, brauchten jedoch lange keine Konkurrenz zu fürchten - bis Spanien, das bislang mit der Sicherung des eigenen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel beschäftigt war, auf den Plan trat.
Die Konkurrenz war für die Portugiesen ungewohnt, zumal für sie feststand, dass es an ihnen sei, die "Länder der Ungläubigen" zu erobern, die Bewohner zu versklaven und sich ihres Besitzes zu bemächtigen. Das hatten sie sich sogar 1455 vom damaligen Papst Nikolaus V. bestätigen lassen. Natürlich ging es weniger um die christliche Mission, sondern vielmehr um den wirtschaftlichen Profit, um die erwarteten Reichtümer und Schätze fremder Länder. Aber das machte die Sache nicht eben leichter.
Als die Portugiesen den Spaniern dann auch noch mit ihren von Papst Nikolaus autorisierten Ansprüchen kamen, versuchten die Spanier flugs sich der Zustimmung des neuen Papstes Alexander VI. zu versichern.
Der Papst brauchte einige Versuche, ehe sich beide Seiten zur Einigung bereit erklärten und sie seine Trennungslinie akzeptierten. Abgesehen von der östlichen Küstenregion waren allerdings weite Teile des südamerikanischen Kontinents noch unbekannt, so dass die päpstliche Trennungslinie keineswegs in der Mitte des Landes verlief. Wenn das die Portugiesen gewusst hätten! Sicher hätten sie an der Allmacht des Papstes gezweifelt, und gewiss hätten sie die päpstliche Weltherrschaft, die Oberhoheit des Papstes auch über alle Heidenvölker angezweifelt.
So erklärten sich sowohl die Spanier als auch die Portugiesen erst einmal mit der Aufteilung der bekannten Welt einverstanden. Dass mit immer neuen Entdeckungen und immer neuen Entdeckern bald wieder Streit entstand, war am 7. Juni 1494 noch nicht abzusehen.
Aber auch die päpstlichen Zuständigkeit blieb nicht lange unangefochten. Länger dauerte es, bis auch die Herrschaftsallüren der christlichen Kolonialherren über die sogenannten Heidenvölker zweifelhaft wurden.
Teil eines Projekts über "antike Traditionen in der Legitimation staatlicher Systeme" der Technischen Universität Berlin. Die spanische Herrschaft in Amerika aus dem Zeitraum von 1492-1542 wird in einem ausführlichen Text untersucht.
Artikel aus dem Archiv Rheinzeitung vom 6.7.1999 über ein Jahrtausend der Entdecker und Eroberer, von Columbus bis zur Reise zum Mond. Dabei werden die unterschiedlichen Kapitel des Kolonialismus nachgezeichnet.
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06.06.09
6.6.1944: "D-Day"
Jahrelang hatte es zwischen den Westalliierten um die endgültige Entscheidung zu einer Großoffensive über den Ärmelkanal heftige Auseinandersetzungen gegeben. Eine Einigung kam zunächst auch nicht zustande, als die Sowjetunion forderte, in Westeuropa eine zweite Front zu errichten, um sie in ihrem verlustreichen Abwehrkampf gegen die deutsche Wehrmacht zu entlasten.
Erst Ende 1943 beschloss man in Teheran, für das folgende Frühjahr die "Operation Overlord" zu planen - die größte Landungsoperation der Militärgeschichte. Mehr als drei Millionen US-amerikanischer, britischer und kanadischer Soldaten konzentrierte man im Laufe der nächsten Monate in Südengland, um sie von dort an die nordfranzösische Küste überzusetzen. Zudem wurden für das riskante Unternehmen 10.000 Flugzeuge, rund 7000 Schiffe und Hunderte vom amphibischen und anderen Spezialpanzern bereitgestellt.
BBC-Sprecher John Snagge: "Der D-Day ist da. Heute früh begannen die Alliierten ihren Angriff an der Nordwest-Front von Hitlers europäischer Festung. (...) Unter dem Befehl von General Eisenhower und unterstützt von starken Luftverbänden begannen alliierte Seekräfte heute früh ihre Landung an der Nordküste Frankreichs."
Mit diesen Worten informierte ein BBC-Rundfunksprecher die Öffentlichkeit erstmals offiziell von der alliierten Operation am Morgen des D-Day, des Tages der Entscheidung, am 6.Juni 1944.
Ihr Beginn hatte sich noch um 24 Stunden wegen schlechten Wetters im Ärmelkanal verzögert. Beinahe hätte es den Abbruch des gesamten Unternehmens erzwungen. Schon vor Tagesanbruch waren Luftlandetruppen abgesprungen, wurden deutsche Küstenbefestigungen bombardiert und Kommunikationswege zerstört.
Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword - so lauteten die Decknamen jener Strandabschnitte in der Normandie, auf die nunmehr eine riesige Flotte von rund 6500 Schiffen, darunter allein 4000 Landungsbooten, auf einer Breite von fast 100 Kilometern zusteuerte. Einen beklemmenden Eindruck von der Intensität des Kampfes vermittelt ein BBC-Bericht über Fallschirmjäger beim Absprung über einem Brückenkopf:
BBC-Reporter A. Melville: "Die Fallschirmjäger landen überall um mich herum, sie kommen von der Seeseite her und wehen herunter. Sie sind so etwa das Beste, was wir seit Stunden gesehen haben. Sie regnen herab - man kann es nicht anders sagen."
Am Endes des ersten Invasionstags hatte man mehr als 150.000 Soldaten mit Hunderten von Panzern an Land setzen können. Auch dank alliierter Luftüberlegenheit war es damit gelungen, Hitlers viel gerühmten "Atlantikwall" zu durchstoßen und erste Brückenköpfe zu bilden.
Mit 12.000 Toten, Verwundeten und Verletzten waren die alliierten Gesamtverluste niedriger als anfangs befürchtet - nicht zuletzt, weil der Angriff die deutsche Militärführung völlig überrascht hatte. Zwar wusste sie schon länger, dass eine Invasion bevorstand, doch nicht, wo und wann sie stattfinden sollte.
Auch über die Mittel war man sich uneinig, mit denen ihr zu begegnen sei. Wegen des schlechten Wetters rechnete man mit einer Verschiebung in den Sommer. Aufgrund erfolgreicher alliierter Ablenkungs- und Täuschungsmanöver wurden Angriffe zudem an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals bei Calais erwartet, weshalb man dort die 15. Armee in Bereitschaft hielt.
Darüber hinaus wurden die deutschen Streitkräfte im Landesinnern zurückgehalten, statt sie in unmittelbarer Nähe der Küste zu stationieren, wie Feldmarschall Rommel es vergeblich gefordert hatte.
Dank dieser falschen Annahmen blieb der von den Alliierten befürchtete massierte Gegenangriff aus. Trotzdem war der deutsche Widerstand gegen die Erweiterung des alliierten Landekopfes größer als erwartet. Die Stadt Caen, deren Einnahme durch die Briten ursprünglich für den ersten Tag der Landung geplant war, fiel zum größten Teil zerstört erst am 9. Juli. Und auch der bereits für den 27. Juni geplante entscheidende Durchbruch ins französische Hinterland verzögerte sich noch bis zum 1. August.
Doch ändert dies auch im Rückblick nichts an der politisch-militärischen Bedeutung der Invasion. Mit ihr trat die Befreiung Europas von der Herrschaft Nazi-Deutschlands durch die Alliierten in ihre entscheidende Phase, wie es General Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der Invasionsstreitkräfte, in seiner Rundfunkansprache am D-Day prophezeit hatte:
Dwight D. Eisenhower: "Völker Westeuropas. (...) Diese Landung ist Teil eines konzertierten Plans der Vereinten Nationen, Europa zu befreien - in Zusammenarbeit mit unserem großen russischen Alliierten. Ich richte diese Botschaft an Sie alle: (...) Die Stunde der Befreiung naht."
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03.06.09
3.6.1492: Erster Weltglobus
Der Nürnberger Kaufmann und Geograf Martin Behaim (1459-1507) stellte am Vorabend der Entdeckung Amerikas den ersten realistischen Weltglobus vor. Behaim schuf den Globus auf Veranlassung der Nürnberger Ratsherren unter Mitarbeit des Miniaturmalers Glockendon. Der "Erdapfel" wurde aus Pappe und Gips gefertigt und mit Pergament überzogen. Das Abbild der Welt basierte auf den Koordinaten der erforschten Gebiete Europas, Asiens und Afrikas. Dieser älteste erhaltene Globus wird im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt. Aus Sicherheitsgründen ist er jedoch in einem abgedunkelten, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Raum untergebracht.
Kurze Biografie von Martin Behaim.
Abbildung einer Nachbildung des Behaim-Globus von 1492.(Deutsch, Englisch)
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29.05.09
29.5.1453: Konstantinopel erobert
Im Jahr 395 nach Christus spaltet sich das römische Imperium. Brennpunkt der Macht wird das Oströmische Reich. Seine Hauptstadt ist Byzanz, die antike Handelsstadt am Bosporus. Kaiser Konstantin der Große tauft sie um in "Konstantinopel". Die Kultur ist römisch-griechisch, der Glaube auf Geheiß des konvertierten Kaisers christlich. Über tausend Jahre lang, dann überrennen Turkstämme aus den Steppen Kleinasiens die Stadt.
Prof. Dr. Peter Schreiner: "Diese Osmanen waren ursprünglich relativ friedlich. Sie sind von den Byzantinern überhaupt nicht beachtet worden. Wie die jüngste Forschung gezeigt hat, waren diese Osmanen den Byzantinern sogar nützlich, denn sie haben Weidewirtschaft betrieben und trugen so zur Versorgung Konstantinopels bei."
Professor Doktor Peter Schreiner lehrt Byzantinistik an der Universität Köln. Und er weiß, dass der Frieden auf Dauer trügerisch ist. Konstantinopel ist zwar mit 300.000 Einwohnern für mittelalterliche Verhältnisse riesig, aber die Jahrhunderte schwächen den Moloch. Irgendwann werden nur noch 30.000 Einwohner übrig sein. Das Reich bröckelt.
Prof. Dr. Peter Schreiner: "Diese Schwäche ist zurückzuführen auf Ereignisse, die ihren Kernpunkt in der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahre 1204 haben. Im Jahr 1204 ist das byzantinische Reich in Teilreiche zerfallen. Diese militärische Schwäche ist den Osmanen bewusst geworden."
Sultan Mehmed der Eroberer greift zu. Er träumt von einem osmanischen Weltreich, und Konstantinopel soll die Hauptstadt werden. Mehmed gelingen zwei Überraschungsaktionen. Zunächst lässt er neuartige Kanonen gießen, die Größten der Welt. Die Stadtmauern fallen. Dann schafft er siebzig Kriegsschiffe in den Hafen, über Nacht und quasi durch den Hintereingang. Vom Meer über eine schmale Landzunge werden sie von seinen Truppen ins Hafenbecken getragen. Kaiser Konstantin, Namensvetter des legendären ersten Christenkaisers, muss zusehen, wie seine Stadt fällt.
Kritobulos von Imbros, ein Zeitzeuge, schreibt: "Als er sah, dass die Feinde ihn zurückdrängten und durch die Mauerbresche glorreich in die Stadt hereinströmten, soll er mit lauter Stimme diese letzten Worte gesprochen haben: 'Die Stadt wird erobert, und ich lebe noch?' Und damit habe er sich mitten unter die Feinde gestürzt und sei niedergehauen worden."
Von den europäischen Metropolen der Zeit, Rom, Venedig oder Genua, kommt keine Hilfe. Querelen untereinander lenken sie ab. Ost-Rom ist längst uninteressant geworden. Sultan Mehmed tauft das ehemalige Herz der orthodoxen Christenheit um. Was zuerst Byzanz und dann Konstantinopel war, heißt jetzt Istanbul. Die christliche Religion wird zwar nicht verboten, aber Staatsreligion ist jetzt der Islam. Als erstes werden in den Kirchen die christlichen Symbole durch islamische ersetzt. Wer heute nach Spuren der damaligen Ereignisse sucht, sucht sie dort.
Prof. Dr. Peter Schreiner: "Am besten kann er diese Spuren in der Hagia Sophia finden, die als erstes nach der Eroberung in eine Moschee verwandelt worden ist. In dieser Kirche findet er noch einen Großteil des Schmuckes aus der byzantinischen Zeit. Er findet nicht mehr den Altar, er findet nicht mehr die Kanzel, sondern er findet Michrab und Minbar und runde Plaketten mit Suren des Koran."
100 Jahre lang wird das osmanische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht sein. Und hundert Jahre lang wieder langsam zerfallen. Mit dem Ersten Weltkrieg löst es sich endgültig auf, es beginnt die Ära der modernen Republik Türkei.
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22.05.09
22.5.1859: Arthur Conan Doyle geboren
Doyle, Sohn eines Beamten studiert in Edinburgh Medizin. Anschließend lässt er sich als Arzt nieder, kann davon aber nicht leben. In seiner Freizeit liest er begeistert die Kriminalromane von Edgar Allen Poe und Emile Gaboriau. Inspiriert durch deren Geschichten beginnt Doyle selbst zu schreiben. Besonders ein Professor aus Studienzeiten ist ihm dabei eine Inspiration, wie er selbst einmal erzählte: "Als ich dies schrieb, war ich ein junger Arzt und durch eine sehr (…) kritische und medizinische Schule gegangen. Dabei geriet ich besonders unter den Einfluss von Dr. Bell aus Edinburgh, der eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe besaß. Er hatte die Fähigkeit, wenn er einen Patienten ansah, nicht nur dessen Krankheit zu erkennen, sondern auch dessen Beruf und seinen Wohnort."
Eine Studie in Scharlachrot
Sein erster Roman findet anfangs nur wenig Zuspruch. Schließlich verkauft er 1886 seinen Erstling "Eine Studie in Scharlachrot" (Sir Arthur Conan Doyle, Eine Studie in Scharlachrot, neu übersetzt von Gisbert Haefs Copyright (c) 2005 by Kein & Aber AG Zürich) für lausige 25 Pfund an einen Verlag. Die Geschichte um einen exzentrischen Detektiv und seinen Assistenten erscheint ein knappes Jahr später in einem Magazin. Der Erfolg ist immens.
Vor allem die Figur von Sherlock Holmes begeistert die Leserschaft. Sein Freund Watson beschreibt ihn zu Beginn des Romans "Eine Studie in Scharlachrot": "Schon seine äußere Erscheinung war auffallend. Er war über sechs Fuß groß und sehr hager; sein scharfkantig vorstehendes Kinn drückte Festigkeit des Charakters aus, der Blick seiner Augen war lebhaft und durchdringend (...) und eine Habichtsnase gab seinem Gesicht etwas Entschlossenes."
Schicksalsschlucht
Doyle beginnt weitere Fälle zu schreiben. Mit anhaltendem Erfolg. Nur drei Jahre nach Erscheinen des ersten Romans kann er von der Schriftstellerei leben. Doch Doyle hat bald genug von seinem populären Helden Sherlock Holmes.
Bereits drei Jahre nach dem literarischen Durchbruch wird Conan Doyle die Berühmtheit seiner Romanfigur zuviel. Er lässt Sherlock Holmes im Kampf gegen seinen größten Widersacher Professor James Moriarty sterben. Heiko Postma, Holmes-Experte dazu: "Er hat also den Sherlock Holmes für über sieben Jahre ganz aus dem Verkehr gezogen, mit diesem angeblichen Zweikampf in der Reichenbach-Schlucht in der Schweiz. Da war Conan Doyle mal im Urlaub gewesen und hatte diese Schlucht gesehen und da hatte er plötzlich eine Idee wie man Sherlock Holmes sterben lassen könnte. In seinem Tagebuch hat Doyle vermerkt: Es war mir klar dass ich in diesem Moment auch mein Bankkonto in der Reichenbach-Schlucht versenkt habe."
Arthur Conan Doyle wendet sich anderen Projekten zu. Er schreibt, recht erfolglos, mehrere historische und mystische Romane. 1896 kämpft er im Burenkrieg und erhält dafür 1902 den Adelstitel. Nach seiner Rückkehr gibt der Autor dem öffentlichen Druck nach und erweckt Holmes wieder zum Leben.
Die vergessene Welt
1906 erschafft Conan Doyle eine weitere Figur, die Anfang des 20. Jahrhunderts ähnliche Berühmtheit erlangt: Professor Challenger aus "Die vergessene Welt". Diese Geschichte gilt als einer der ersten englischsprachigen Science-Fiction-Romane im Stil von Jules Verne. Sie ist aber gleichzeitig Ausdruck von Doyles tiefem spiritistischem Glauben. Eine Freundschaft zu dem Illusionisten Harry Houdini zerbricht später sogar an der öffentlichen Kontroverse beider Männer zum Thema Spiritismus. Doyle glaubt fest an Übersinnliches: "Die Leute fragen, was einem der Spiritismus gibt. Einerseits nimmt es einem die Angst vor dem Tod, andererseits hilft es über den Tod geliebter Menschen hinweg."
1927, drei Jahre vor Doyles Tod, erscheint mit "The Casebook of Sherlock Holmes" der letzte Sammelband mit Geschichten des berühmten Detektivs. 1930 stirbt Sir Arthur Conan Doyle im Alter von 71 Jahren.
Ein kurzer biografischer Eintrag zu Arthur Conan Doyle und Texte online.
Die offizielle Homepage des "Sir Arthur Conan Doyle Literary Estate".(Englisch)
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Quelle: kalenderblatt.de
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18.05.09
18.5.1291: Mamelucken eroberten Akko
101 Jahre nach ihrer Eroberung im dritten christlichen Kreuzzug durch den englischen König Richard I. Löwenherz und Philipp II. von Frankreich wurde die Hafenstadt Akko in Palästina von ägyptischen Mamelucken erstürmt und eingenommen. Mit dem Verlust der letzten christlichen Festung im Heiligen Land war die Zeit der fast 200 Jahre währenden Kreuzzüge zu Ende. Im Jahr 1095 hatte Papst Urban II. auf Bitten des byzantinischen Kaisers zum ersten Kreuzzug zur "Befreiung" Jerusalems von den ungläubigen Muslimen aufgerufen. Jerusalem wurde 1099 in einem grausamen Blutbad von den Kreuzrittern erobert. Der letzte Kreuzzug 1270 endete mit dem Seuchentod des französischen Königs Ludwig IX. vor Tunis und der allmählichen Eroberung der Kreuzfahrerbastionen durch die Ägypter.
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16.05.09
16.5.1795: Niederlande umbenannt
Ein niederländisches Revolutionskomitee stimmte in Amsterdam der Umbenennung der 1794 von den Franzosen eroberten Vereinigten Niederlande zu. Die Niederländer behielten zwar das Recht, sich eine eigene Verfassung zu geben und ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln, faktisch jedoch wurde die "Batavische Republik" ab sofort von Paris aus regiert. 1806 wandelte Napoleon Bonaparte die Niederlande in ein Königreich um, Monarch wurde Napoleons Bruder Louis. Dieser dankte 1810 ab, und Napoleon besetzte das Land. Die Niederlande wurden in Departements aufgeteilt und an Frankreich angegliedert. Erst nach dem Sturz Napoleons bekam das Land seine Unabhängigkeit zurück. 1815 bestieg der Oranier Wilhelm I. den Thron des "Königreichs der Vereinigten Niederlande".
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14.05.09
14.5.1610: Heinrich IV. ermordet
Bis heute lebt der König! Er lebt als Weichkäse in den Supermärkten, und er lebt da, wo er starb. In der 11, Rue de la Ferronnerie in Paris ist im Boden eine Plakette mit einer Lilie eingelassen. Sie markiert die Stelle, an der Francois Ravaillac, ein fanatischer Mönch, den König am 14. Mai 1610 ermordete.
Der König war Henri IV., Begründer der Bourbonen-Dynastie auf dem französischen Thron und bis heute bekannt als König der Sinnesfreuden, aber auch als ein König, der dem Volk nahe war. Sein Satz: "Ein Huhn in jede Suppe" ist bis heute bei den Franzosen beliebt. Ein anderer Satz des Königs zeigt die andere Seite seiner Herrschaft. "Paris ist eine Messe wert!"
Der Protestant Henri kam nicht ohne Schwierigkeiten auf den Königsthron. Als seine Mutter, Königin von Navarre 1572, und dann noch sein Bruder 1584 starb, war Henri der rechtmäßige Anwärter auf den Königstitel. Doch er war Protestant und damit für die Heilige Liga unmöglich als König zu akzeptieren.
Erst 1589, nach einem erbitterten Krieg im eigenen Lande gegen die Vertreter des Katholizismus, wurde er von Henri III. als Nachfolger anerkannt. Doch der Kampf war längst noch nicht beendet. Neun weitere Jahre standen sich Henri IV. und die Liga um den Herzog von Mayenne und den alten Kardinal de Bourbon gegenüber. Es folgen Schlachten über Schlachten, doch Chartres und Noyon leisteten erbitterten Widerstand.
Dann plötzlich die Wandlung: Henri wirft seine religiösen Überzeugungen über Bord. Zu wichtig ist der Sieg. "Paris ist eine Messe wert!" Aus Henri IV., dem Hugenotten, wird Henri IV., König der Franzosen, und in einer feierlichen Messe in Paris tritt Henri zum katholischen Glauben über.
1695 reagiert auch Rom. Papst Clemens VIII hebt den Kirchenbann auf. Doch Henri blieb im Innern stets mehr Protestant als Katholik. Zumindest war er am Miteinander der Religionen interessiert. Das Edikt von Nantes im April 1698 erkennt den Glauben der protestantischen Minderheit, der Hugenotten, an. Es ist ein Edikt, das in die Geschichte der Toleranz in Europa eingeht. Hugenotten konnten nun ihren Glauben offen praktizieren, waren aber vom Stadtkern Paris' innerhalb von fünf Meilen immer noch verbannt.
Langsam kehrte mit dem Toleranz-Edikt auch der innere Friede ein. Henri IV. wandelt sich erneut. Vom König des Krieges wird er nun zum weisen Herrscher, der Frankreich ausbaut. Für Historiker legt der erste Bourbonen-König die Grundlagen des Absolutismus.
Unterstützt von seinem Staatsminister Sully, einem Protestanten, bringt er Niederländer ins Land und nutzt ihr Wissen um Küstenschutz und Moortrockenlegung. Aus Italien holt sich Henri Weber und Handwerker.
Die bedeutendsten Tapesterien und die Teppichfabrik von Savonnerie entstehen. Handelsverträge mit den Hansestaaten, England und Spanien, sogar mit der Türkei sichern den wachsenden Wohlstand der Franzosen. Ein Wohlstand, der sich auch beim Volk bemerkbar macht. Sie verehren den König. Wie gesagt: "Ein Huhn in jede Suppe."
Henri IV. war kein Gelehrter, aber er schätzte die Literatur, die Künste, und auch die Frauen liebte er. In ihm zeigte sich all das, was in seinen Söhnen und Erben am deutlichsten wurde: der Glanz, aber auch die Prunksucht des französischen Königshauses, des Hauses Bourbon, das er auf den Thron führte und das in Person von Ludwig des XIV. als Sonnenkönig seinen dramatischen Höhepunkt erlebte.
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09.05.09
9.5.1927: Canberra Hauptstadt Australiens
Militärisch zackig begrüßt Canberra seine Gäste. Angereist sind der Premierminister Stanley Bruce, die Abgeordneten des Parlaments, der Duke of York mit seiner Gattin und jede Menge Schaulustige: Mit der Eröffnung des neuen Parlamentsgebäudes soll gleichzeitig Canberra als neue australische Hauptstadt eingeweiht werden. Gerhard Leitner, Professor am Institut für Englische Philologie der Freien Universität Berlin sagt dazu: "Als die Stadt als Regierungssitz eröffnet wurde, da gab es dort wenig. Es gab das heute sogenannte alte Parlamentsgebäude und das war eigentlich alles. Die Bevölkerung damals lag bei 2.000, 3.000 Menschen Das war also ein sehr, sehr kleiner Anfang. "
Das Einweihungsfest macht so manche Probleme. Denn eigentlich ist der Premierminister der einzige der Angereisten, der auch privat ein Dach über dem Kopf hat. Die Häuser für die Abgeordneten sind noch nicht fertig. Drei Hotels gibt es nur, um die Gäste zu beherbergen. Einige müssen im neuen Parlamentsgebäude übernachten. Zudem sind die Parlamentarier untereinander auch noch zerstritten. Gerhard Leitner hierzu: "Die konservative, liberale Partei und die Arbeiterpartei, die Labour Party waren im Kampf. Und es wurde offenbar vereinbart, dass bei dieser Eröffnung keine Reden gehalten werden sollten. Es war sozusagen eine stille Übergabe, denn jede Rede war befürchtet worden, dass die eine oder andere Partei daraus Vorteile ziehen wollte."
Eine ideale Stadt
Mit nur einer Rede vom Premierminister und einer Rede des Duke of York, dem späteren König Georg dem VI., sind die Feierlichkeiten kurz. Der Mann, der Canberra als perfekte Hauptstadt geplant hat, spricht nicht. Der US-amerikanische Städteplaner und Architekt Walter Burley Griffin schreibt später in seinen Aufzeichnungen über Canberra: "Ich habe eine Stadt geplant, die keiner anderen auf der Welt gleicht. Ich habe sie nicht so geplant, wie ich erwartete, dass irgendeine Regierung der Welt sie akzeptieren würde. Ich habe eine ideale Stadt geplant - eine Stadt, die meinem Ideal der Stadt der Zukunft entspricht."
Wirklich akzeptiert wird Griffins Plan während der Bauzeit tatsächlich nicht. Wieder und wieder mischen sich Politiker ein, bis der Architekt 1920 seine Arbeit niederlegt. Trotz all der Intrigen sieht Canberra weitgehend so aus, wie von Griffin geplant. Städtebaulich sollte sich widerspiegeln, dass es der Regierungssitz ist. Die Hauptinstitutionen sollten dort verortet sein. Im Zentrum das Parlament, die Exekutive und die Rechtssprechung auf der einen Seite, und auf der anderen Seite sollte die Bevölkerung wohnen. Beide waren nun getrennt durch einen künstlich anzulegenden See."
Architektonisch: perfekt - historisch: ein Kompromiss
Architektonisch ist Canberra nahezu perfekt. Historisch gesehen ist es ein Kompromiss. Als Australien 1907 zur selbstverwaltenden Kolonie von Großbritannien ernannt wird, müssen sich sechs ehemals voneinander unabhängige Gebiete in der australischen Föderation zusammenraufen. Streit gibt es dabei vor allem in der Frage, wo die Hauptstadt liegen soll. Gerhard Leitner dazu: "In Australien stritten sich Melbourne, das war die größte Stadt, mit Sydney, das zwar kleiner war aber natürlich die älteste Stadt war. Und beide hatten ihre Lobbyisten. Also es kam zu keiner Einigung. Dann wurde beschlossen, dass die Hauptstadt zwischen Melbourne und Sydney liegen müsste und dann hat man diese Stadt künstlich aufgebaut zur Hauptstadt."
Noch mehrere Jahrzehnte gilt Canberra als unauthentisch und eher langweilig. Inzwischen hat die australische Hauptstadt aber ihren Platz gefunden.
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05.05.09
5.5.1891: Eröffnung Carnegie Hall
Am 5. Mai 1891 wurde die im Stil der italienischen Renaissance gehaltene Konzerthalle mit ihren rund 2.800 Sitzplätzen eröffnet. Bei der Premiere erlebte das Publikum für zwei Dollar Eintritt Tschaikowsky am Dirigentenpult der Carnegie Hall.
Die New Yorker - und Kulturbegeisterte aus aller Welt haben die Carnegie Hall der Großzügigkeit des Industriellen Andrew Carnegie zu verdanken. Der ambitionierte Dirigent und Leiter der New Yorker Philharmoniker, Walter Damrosch, Sohn eines deutschen Einwanderers, überzeugte den millionenschweren Mäzen davon, dass sein Orchester ein ständiges Zuhause brauchte.
Musikgeschichte
Die Liste der Namen derer, die in der ganz in der Nähe vom New Yorker Central Park gelegenen "Walhalla der Musikgötter" ihr Debüt gaben, ist lang: darunter Arthur Rubinstein ebenso wie Yehudi Menuhin. Die Zahl der Werk-Premieren geht in die Tausende.
Manche Karriere in der Carnegie Hall ist auch das Ergebnis eines Zufalls: 1943 sprang ein 25-jähriges Greenhorn im Straßenanzug für den erkrankten Bruno Walter am Dirigentenpult ein. Am nächsten Morgen hatte die USA einen neuen Star: Leonard Bernstein.
Musikgeschichte machte auch das gemeinsame Auftreten von Arturo Toscanini und Wladimir Horowitz im April 1943. Für dieses Konzert wurden keine Eintrittskarten verkauft, sondern Kriegsanleihen gezeichnet - für elf Millionen Dollar.
Breites Spektrum
Im Januar 1938 öffnete sich die ehrwürdige Hall für den Jazz: Benny Goodman machte den Anfang vor einem ausverkauften Haus. Louis Armstrong, Duke Ellington und Miles Davis sind nur einige der vielen Prominenten, die im Laufe der Jahre bis heute folgten.
Die Carnegie Hall war ursprünglich vor allem als Konzertsaal gedacht. Doch da Andrew Carnegie wollte, dass sich das Haus finanziell selber trägt, fanden von Beginn an die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt. Mark Twain hielt dort ebenso einen Vortrag wie Winston Churchill und Albert Einstein. Präsident Wilson warb 1919 für den Versailler Friedensvertrag, Suffragetten kämpften für das Frauenwahlrecht und Sozialisten prangerten die Auswüchse des Kapitalismus an. Auch Rassentrennung kannte man in der Carnegie Hall nicht.
Mythos Carnegie
Nachdem die Türen der Carnegie Hall spätestens seit Anfang der 1960er-Jahre - trotz vereinzelter Proteste - auch für "unterhaltende Musik" weit offen standen, eroberten Pop- und Rockstars den legendären Konzertsaal. Die in New York eröffnete Carnegie Hall ist längst zum Mythos geworden.
Franz Xaver Ohnesorg, bis 2000 Direktor, sah ihn nicht nur in der besonderen Akustik begründet: "Natürlich ist das auch ein Ort, wo ganz viele Künstler ein- und ausgehen, die sie sonst in dieser Massierung kaum an einer anderen Stelle der Welt erleben können. Wenn der über 90-jährige Elliot Carter bei Konzerten zuhörte, wo Musik von Stockhausen aufgeführt wird, das sind schon ganz besondere Momente, von denen man sicher ein ganzes Leben lang zehrt."
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04.05.09
4.5.1626: Verkauf von Manhattan
Pieter Minuit kaufte den indianischen Ureinwohnern für Waren im Wert von 60 holländischen Gulden die Insel Manhattan ab, um die weit verstreuten Kolonisten an einem Ort zusammen zu führen. Mit dem Erwerb wollten die Siedler den Grundstein für das niederländische Zentrum in Nordamerika legen, das Neu-Amsterdam genannt wurde. Zwei Jahre zuvor waren die ersten Kolonisten, etwa 30 Familien, mit dem Schiff "Neue Niederlande", an der Ostküste der heutigen USA eingetroffen, wo sie unter primitiven Bedingungen lebten. 1664 eroberten die Engländer die holländische Kolonie und tauften sie in New York um.
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03.05.09
3.5.1469: Matthias I. Corvinus wird Gegenkönig
Matthias I. Corvinus wurde in Rom als Gegenkönig für den böhmischen Herrscher Georg von Poediebrad und dessen Schwiegervater Kunstatt aufgestellt. Der ungarische Herrscher Corvinus setzte sich schließlich gegen seinen Konkurrenten Poedirbrad durch, der sich öffentlich als Anhänger des tschechischen Reformators Jan Hus (1370?-1415) bekannte und daraufhin von Papst Paul II. mit dem Bann belegt wurde. Corvinus baute im Laufe seiner Herrschaft ein zentralistisches Staatsgefüge auf und machte sich als Mäzen von Kunst und Wissenschaft einen Namen.
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14.04.09
14.4.1865: Lincoln ermordet
22.15 Uhr am 14. April 1865. Clara Harris und Henry Rathbone sitzen in der State Box, der Loge im Ford's Theater, und warten gespannt auf den letzten Akt des Stücks "Our American Cousin". Ein vergnüglicher Abend war es bislang. Harris und Rathbone sind in höchster Gesellschaft: Abraham Lincoln und seine Frau sitzen mit ihnen in der Loge, und als sich die Tür von hinten langsam öffnet gelten die Schüsse ihm, dem 16. Präsidenten der USA. Dem Präsidenten, der die USA vor dem Auseinanderbrechen in Nord- und Süd-Staaten rettete und der als Sklavenbefreier in die Geschichte des Landes einging.
Fünf Tage zuvor, am 9. April, musste Südstaaten-General Robert Lee seine Niederlage eingestehen, die Niederlage des Südens gegen den Norden. Als Präsident Lincoln danach auf den Stufen des Weißen Hauses in Washington vor begeistertem Publikum das Ende des Bürgerkriegs verkündet, da hört auch John Wilkes Booth die Worte Lincolns. Er hört vor allem die Pläne des Präsidenten, bestimmten Schwarzen auch das Wahlrecht zu geben. Booth, ein Schauspieler und fanatischer Südstaatler, ist nun zu allem entschlossen.
Schon mitten im Bürgerkrieg, im Sommer 1864 plant Booth mit mehreren anderen, den verhassten Präsidenten zu entführen, als Geisel zu benutzen, um die Kriegsgefangenen der Konföderierten freizupressen. Ein Versuch scheitert. Als Booth nun von Lincoln hört, dass ehemalige Sklaven wählen dürfen sollen, ändern sich vor dem Hintergrund der Niederlage der Südstaaten, die Pläne Booths. Aus der Entführung wird jetzt die Ermordung.
Booths Schüsse auf den Präsidenten sind zugleich das erste Attentat auf den Staatschef der USA und damit der Beginn der Gewalt, die sich immer wieder gegen US-Präsidenten richtete. Knapp hundert Jahre später fiel Kennedy einem Attentat zum Opfer. Lincoln selbst verstarb am Morgen des 15. April. und hinterließ ein Land, das sich nach vier Jahren blutigen Bürgerkriegs erst langsam wieder zusammenfinden musste.
Lincoln stammte aus armen Verhältnissen. Am 12. Februar 1809 in Kentucky geboren, genießt er nur selten kontinuierlichen Schulunterricht. Immer wieder mal ein paar Monate, dann wieder monatelange Unterbrechung. Er selbst schrieb in einem kurzen Lebenslauf: "Ich wuchs in einer wilden Region auf. Bären und andere Tiere trieben sich im Wald herum. Als ich älter wurde, wusste ich nicht viel. Dennoch konnte ich lesen, schreiben und ein bisschen rechnen, aber mehr auch nicht."
Doch der Mann, der so bescheiden über seine Jugend schrieb, verschwieg, was seine Freunde stets erstaunte. In jeder freien Minute versuchte Lincoln sich Wissen anzueignen. Er las Bücher über Bücher, als knapp 21-jähriger hält er in Illinois nach einer Bootstour auf dem unwegsamen Sangamon Fluss seine erste politische Rede über eine Verbesserung des Wasserweges nach Illinois.
Aus dem jungen Laden-Angestellten wird bald ein eigener Geschäftsmann und schließlich bereits 1832 Kandidat für die Illinois General Assembly. Sein Redetalent begeistert das Volk und macht ihn bald zum begehrten Politiker der damaligen Whig-Party, aus der dann später die Republikaner werden. Der Geschäftsmann Lincoln ist nicht sonderlich erfolgreich, ja macht sogar fast bankrott. Als Mitglied der Illinois General Assembly beginnt er mit dem Jura-Studium und wird schließlich Anwalt. Diesmal ist er erfolgreich und weithin anerkannt; den Spitznamen "Honest Abe" führt er als Ehrentitel.
1841 hat Lincoln sein erstes einschneidendes Erlebnis mit Sklaven. Auf einem Mississippi-Dampfer beobachtet er zwölf Schwarze in Ketten und ist empört. Knapp 20 Jahre später noch wirkt die Beobachtung nach, als er am 6. März 1860 sich vehement gegen die Sklaverei ausspricht und damit gegen die Südstaaten wettert, für deren Wirtschaft der Sklavenhandel unabdingbar ist.
Als er im November 1860 zum Präsidenten gewählt wird, ist der Bruch zwischen Nord und Süd nicht mehr zu verhindern. Knapp einen Monat nach Amtsantritt, am 12. April 1861, beginnt mit den Schüssen auf Fort Sumter in Charleston der Bürgerkrieg, ein Krieg, den Lincoln nicht wollte, den er aber trotzdem kämpfen musste, um sein oberstes Ziel, die Einheit der Union, zu erreichen.
Als er am 15. April 1865 stirbt, hat er mit dem gerade erzielten Ende des Bürgerkriegs genau dies erreicht: die Einheit der Union. Es war an seinen Nachfolgern, das große andere Thema Lincolns, die Bürgerrechte, zu verwirklichen.
Der Amerikanist Klaus Milich von der Humboldt-Universität Berlin mit einer abschließenden Einordnung der politischen Bedeutung Lincolns:
"Wenn Sie eine Liste aufmachen würden der wichtigsten Präsidenten, dann zählt natürlich neben Washington und Jefferson im 19. Jahrhundert Lincoln, im 20. Jahrhundert Teddy Roosevelt, Franklin D. Roosevelt und Kennedy zu den entscheidenden Präsidenten, die die amerikanische Geschichte nachhaltig geprägt haben."
Quelle: kalenderblatt.de
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04.04.09
4.4.1949: "Nordatlantikvertrag" unterzeichnet
Der "Nordatlantikvertrag", eine Wertegemeinschaft westlicher Demokratien zum Schutz vor der Sowjetunion, wie es offiziell hieß. US-Präsident Harry S Truman sagte damals auf der Gründungszeremonie in Washington: "Exzellenzen, liebe Mitbürger! Ich schätze mich glücklich, zu diesem historischen Anlass die Außenminister der Länder zu begrüßen, die zusammen mit den Vereinigten Staaten die nordatlantische Staatengemeinschaft bilden. Dieses Treffen ist der erste Schritt zur Umsetzung eines internationalen Abkommens mit dem Frieden und Wohlstand für diese Staatengemeinschaft gesichert werden sollen. Es ist angemessen, dass Nationen mit einem so tiefen Bewusstsein für ihre gemeinsamen Interessen sich zusammenschließen, um mit Entschlossenheit ihre gegenwärtige friedliche Situation zu bewahren und in der Zukunft zu schützen."
Gegenseitige Hilfe
Der NATO-Vertrag sieht vor, dass sich die Verbündeten im Falle eines bewaffneten Angriffs gegenseitige Hilfe leisten. Seither gilt der Angriff auf ein Mitgliedsland als einer auf alle anderen. Ihrem Selbstverständnis nach will die NATO kollektiv handeln, um so die Re-Nationalisierung der militärischen Verteidigung zu verhindern. Darüber hinaus wollen die Mitgliedsstaaten Gegensätze in der Wirtschaftspolitik beseitigen und ihre kulturelle Zusammenarbeit fördern. Das schließt mittlerweile sogenannte "peace support" oder "peace keeping" Operationen mit ein. "Krisenbewältigung" heißt das auf Neudeutsch.
Flexible response
Das war nicht immer so: Auf den Zweiten Weltkrieg folgte rasch der Kalte Krieg, der Europa teilte und den gefährlichen Antagonismus zweier Militärblöcke förderte. Beide Seiten fühlten sich von der Gegenseite in ihrer Sicherheit bedroht: Die westlichen Staaten der NATO durch das expansive Vorgehen der damaligen Sowjetunion in Mittel- und Osteuropa; die damalige UdSSR und ab 1955 die Länder des Warschauer Paktes durch die US-amerikanische Politik der geostrategischen Eindämmung.
Ende der 1960er-Jahre wurde die Drohung der "massiven atomaren Vergeltung" auf einen Angriff des Warschauer Paktes ersetzt durch die Strategie der "flexible response", der abgestuften Antwort zunächst mit konventionellen und dann erst mit atomaren Waffen. Dieser Strategiewechsel führte zu Problemen unter den NATO-Mitgliedsländern. Vor allem die Europäer hegten den Verdacht, die USA versuchten einen eventuellen Krieg der NATO mit der Sowjetunion auf Europa zu begrenzen, um ihr eigenes Territorium zu verschonen.
Ein Militärbündnis im Wandel
Doch mit dem Ende des Ost-West-Konflikts, dem Fall der Mauer und dem Zerfall des Warschauer Paktes 1991 ging ihr Feindbild verloren und war gezwungen sich neu zu erfiden und nach neuen Aufgaben zu suchen. Ein Militärbündnis im Wandel, vor allem was jene Krisen und Konflikte betrifft, die - wie im Kosovo - unterhalb der Schwelle kollektiver Verteidigung liegen.
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Offizielle Homepage der NATO. Veröffentlicht sind u.a. ein Statement der NATO zur den Aufgaben der Organisation, ein Abriss zu seiner Geschichte, Beiträge über die Mitgliedsstaaten sowie aktuelle Pressemitteilungen und Nachrichten.(Englisch)
Quelle: kalenderblatt.de
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19.03.09
19.3.1452: Letzte deutsche Kaiserkrönung in Rom
In Rom fand die letzte deutsche Kaiserkrönung durch einen Papst statt. Der Habsburger Friedrich III., seit 1440 deutscher König, wurde von Papst Nikolaus V. zum Herrscher des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Damit ging eine lange Tradition zu Ende. Dieser zu Folge reiste der deutsche König nach Rom, um vom Papst zum Kaiser gekrönt zu werden. Seit 1452 war mit der Wahl zum deutschen König gleichzeitig nun auch der Kaisertitel verbunden. Friedrich III. war bis zu seinem Tod im Jahr 1493 Kaiser. 1448 schloss er mit dem Papst das Wiener Konkordat, das bis 1806 die Beziehungen zwischen Kurie und Heiligem Römischen Reich regelte.
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18.03.09
18.3.1839: China verbietet Opiumimport
"Händlern aus dem Ausland sei kraft Dekretes seiner kaiserlichen Majestät wie folgt befohlen worden: Sämtliche Handelsgüter, die das Opium zum Inhalt haben, müsst ihr ab sofort an die Behörden abgeben. Ihr müsst geloben, nie auch nur eine Unze Opium in das chinesisch Imperium einzuführen. Wer sich des Gelöbnisses verweigert oder dagegen verstößt, wird geköpft." Sonderminister Lin Zexu. Datum: 18. März 1839.
Mit diesen Worten erklärte das chinesische Kaiserimperium dem Opiumhandel den entschiedenen Kampf. Zwar richtete sich der Kampf zuerst gegen Händler aus aller Herren Länder, getroffen werden sollten zuerst aber Engländer, deren East lndia Trading Company seit 1773 das Monopol auf Handel von Opium aus Indien nach China innehatte. Das Geschäft blühte.
Von 1811 bis 1821 betrug das Importvolumen vom Opium jährlich etwa 4500 Standardpackungen à 15 Kilogramm. Bis 1835 vervierfachte sich die Zahl auf 19.000. Vier Jahre später waren es 30.000 Standardpackungen oder 450.000 Kilogramm Opium. Auf jeden der damals 450 Millionen Chinesen entfiel ein Gramm importiertes Opium.
Sorgen machte der Drogenhandel Chinas Herrschern zuerst aber nicht wegen der ruinösen Wirkung der Ware auf Menschen. Dem Kaiser berichtete sein Sonderminister Huang Juezi vor 161 Jahren: "Eure Majestät: In Eurem Imperium wuchert der Preis für Silber als Zahlungsmittel. Immer mehr Silber fließt aus Eurem Imperium. Hauptschuld dafür trägt der Handel mit Opium aus England. Euer Imperium würde bereits in Kürze mit Zahlungsschwierigkeit zu rechnen haben, sollte dem Teufelsspiel nicht Einhalt geboten werden."
Gegen Drogendealer aus dem Westen konnte sich China bis dato jedoch nicht durchsetzen. Das erste Kaiserdekret zum Opiumverbot aus dem Jahr 1800 blieb ohne Wirkung, weitere Behördenbefehle wurden ignoriert. Neben dem aggressiven Verkauf durch Drogenhändler untergrub die Massenkorruption in China den Kampf gegen das Unheil, das nicht nur Chinas Haushalt, sondern auch die Armee ruiniert:
"Wie lange noch lassen wir das Teufelsspiel mit der Droge zu? Ein Jahr, zwei Jahre? Bis dahin haben wir nicht nur keine einzige Unze Silber mehr für Waffen und Munition. Schlimmer: Bis dahin werden wir über keinen einzigen Soldaten mehr verfügen, dessen Beine und Hände nicht wegen der Sucht alle zwei Stunden zittern. Keinen Pfeil mehr kann er schießen, kein Gewehr bedienen."
Ausgestattet nicht nur mit dem eindringlichen Appell aus einem Pamphlet und mit einem Dekret des Kaisers, diesmal, am 18. März 1839, war der Sonderminister gegen Opiumhandel Lin Zexu besser bewaffnet. Er ließ ausländische Opiumshandelsfirmen in der südchinesischen Stadt Kanton von der Armee umzingeln. Eskortiert von Schießgewehren wurden binnen weniger Tage 20.290 Standardpackungen Opium beschlagnahmt.
Doch das Blatt wandte sich schnell. Am 3. November 1839 erklärte England China den Krieg, den ersten wegen des Opiumshandels. Schon wenige Wochen nach dem Kriegsbeginn bewahrheitete sich die schlimmste Befürchtung: Die chinesische Armee war nicht mehr zu retten. Um den Widerstand dennoch zu organisieren, musste der Sonderminister Lin sein Appell an südchinesische Bauern richten. Diese sollten sich gegen die Eindringlinge erheben, die schon damals die besten Feuerwaffen zur Verfügung hatten:
"Der Sonderminister gegen den Opiumhandel befehligt euch, Bauern und Untertanen seiner Majestät: Schart euch zu Truppen! Bewaffnet euch mit Hacken und Pfeilen! Fangt jeden Eindringling und erhängt ihn! Jene Teufel mögen dämonische Zähne besitzen. Wir besitzen aber die erdrückende Mehrzahl."
Den ersten Opiumkrieg verlor das wirtschaftlich schwer gebeutelte, politisch korrumpierte China drei Jahre später.
Quelle: kalenderblatt.de
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26.02.09
26.2.212: Brudermord in Rom
Der römische Kaiser Caracalla, eigentlich Lucius Septimius Bassianus (188-217), tötete seinen jüngeren Bruder und Mitregenten Publius Septimius Geta in den Armen der Mutter, um die Alleinherrschaft im Römischen Reich an sich zu bringen. Getas Freunde und Gefährten ließ er auf grausame Art ermorden. Einer seiner ersten Erlasse als Kaiser war 212 die "Constitutio Antoniniana de Civitate", in der den Bewohnern des Römischen Reiches das Bürgerrecht zugestand. Caracalla identifizierte sich mit Alexander dem Großen und versuchte dessen Pläne eines Weltreichs zu verwirklichen. Unter seiner Herrschaft führte das römische Heer Kriege gegen die Alemannen (212 und 213) und die Parther (216-217). Caracalla wurde vom Präfekten der kaiserlichen Garde, Macrinus, am 4. April 217 im Partherkrieg ermordet.
Quelle: kalenderblatt.de
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23.02.09
23.2.1766: Lothringen an Frankreich
Das Herzogtum Lothringen wurde am 23. Februar 1766 Frankreich angegeliedert. Zuvor hatte Herzog Leopold von Lothringen die internationale Anerkennung einer Neutralität für sein Land erreicht. Sein Sohn, der spätere deutsche Kaiser Franz Stephan musste 1735 das Herzogtum Lothringen gegen das Großherzogtum Toskana tauschen. Neuer Herzog wurde Stanislaus Leszczynski, der polnische Schwiegervater des französischen Königs. So verließ Lothringen das Deutsche Reich, kam 1766 zunächst formell zu Frankreich und wurde 1801 auch völkerrechtlich den Franzosen zugesprochen. Seitdem hatte Elsass-Lothringen eine bewegte Geschichte zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich.
Eine Karte von Reichsland Elsaß-Lothringen auf den Seiten des "Deutschen Historischen Museums".
Quelle: kalenderblatt.de
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