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05.10.09

Neros Speisesaal entdeckt?

Es riecht nicht nach gespickten Täubchen. Da liegt auch kein gebratener Hase im Federkleid eines Vogels auf einem mit Blumen verzierten Speisetisch. Die Archäologen sind sich noch nicht einmal sicher, ob sie den sagenhaften Speisesaal (coenatio rotunda) von Kaiser Nero gefunden haben, den der Historiker Sueton in seiner Kaiserbiographie beschreibt: Neros „Bankettsaal besaß die Form einer Rotunde, deren Kuppel sich wie das Weltall Tag und Nacht beständig drehte“.

Aber die Wissenschaftler entdeckten im Juli und zeigten jetzt zum ersten Mal auf dem südlichen Abhang des Palatin mit Blick zum Kolosseum einen Rundbau von 16 Metern Durchmesser. In seiner Mitte erhebt sich ein vier Meter breiter Pfeiler aus einer Ziegelsteinmauer. Regelmäßig angebrachte Vertiefungen in diesem Pfeiler auf einer Höhe, auf der sich ein Fußboden verankern ließe, erlauben den Schluss, dass der wohl hölzerne Boden nicht fest mit der Außenmauer verbunden, sondern drehbar war.

Elfenbein, Perlmutt und Edelstein zur Zierde

Die Archäologen datieren das seltsame Mauerwerk auf die kurze Phase zwischen dem Brand von Rom im Jahre 64 nach Christus und dem Schleifen des gesamten Geländes fünf Jahre später unter dem ersten Flavierkaiser Vespasian, der nach Neros Tod und dem Bürgerkrieg im „Vierkaiserjahr“ die Herrschaft an sich reißen konnte. Durch diese Datierung könnte es sich bei dem Bauwerk tatsächlich um ein Bausegment auf dem riesigen Areal von Neros Goldenem Haus („domus aurea“) handeln, das der Kaiser nach dem Brand mehrerer Stadtviertel vom Oppio-Hügel auf dem Caelius im Osten über das Tal bis zum Hang zum Palatin hinauf errichten ließ.

Das ausgediente Bauwerk wurde nie fertig, aber Sueton berichtete noch ein halbes Jahrhundert später: „Die Innenräume des Palastes waren sämtlich vergoldet und mit Edelsteinen und Perlmutt ausgelegt. Die Speisesäle hatten mit Elfenbeinschnitzereien verzierte Kassettendecken, deren Täfelung verschiebbar war, damit man Blumen auf die Gäste herabregnen lassen konnte, und eine Röhrenwerk, um duftende Essenzen herabzusprühen.“

Berauschender Blick auf einen künstlichen See

Nach dem Fund könnte es nun auch sein, dass sich nicht nur die Decke über diesem Speisesaal drehte, sondern auch der Boden. Es wird an einen hydraulischen Mechanismus gedacht. Aber davon sahen Neros Gäste nichts. Sie genossen einen überwältigenden Blick, der sich bis heute nachfühlen lässt. Dort, wo der Nachfolger Vespasian mit dem Bau des Kolosseums begann, hatte Nero einen künstlichen See anlegen lassen. Neros Gäste sahen zudem auf die Kolossalstatue ihres Gastgebers. Die stand in einer Vorhalle zwischen - aus drei Säulenreihen bestehenden - Kolonnaden und soll nach Sueton 36 Meter hoch gewesen sein. Nach dieser Statue benannten wohl die Flavier das Amphitheater. Den Gästen bot sich der freie Blick in alle Himmelsrichtungen über das Forum zu den Villen auf dem Palatin, wenn sich der Fund der Archäologen bestätigen sollte.

Fürs Erste ist die Anlage wie das gesamte Areal des „domus aurea“ für Besucher gesperrt; aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Zudem wird weitergegraben, um vielleicht doch das gesamte Geheimnis zu lüften. Bislang hatte man trotz der schriftlichen Quellen Neros Villa vor allem auf dem Oppio angesiedelt. Erst jetzt wird das gewaltige Ausmaß der Anlage deutlich. Nero lebte nur fünf Monate in seiner Villa, die Stadtpalast und Gartenhaus in einem war, ehe er, von seinen Feinden bedrängt, mit 31 Jahren Selbstmord beging. „Jetzt erst fange ich an, menschenwürdig zu leben“, hatte er bei der Einweihung seines goldenen Eigenheims gesagt.

Quelle: faz.net

07.02.09

Das Pantheon - eine Sonnenuhr?

Im Pantheon wurden im alten Rom Götter verehrt. Doch Archäologen sind uneins, ob der Kuppelbau nicht noch eine weitere Funktion hatte.

Das Pantheon, eines der am besten erhaltenen Bauwerke aus der Römerzeit, ist möglicherweise eine riesige Sonnenuhr. Zu diesem Schluss kommt der Archäologe Robert Hannah von der Universität von Otago in Neuseeland. Seiner Theorie zufolge war der etwa im Jahr 128 nach Christus fertiggestellte Kuppelbau nicht nur ein den römischen Hauptgöttern gewidmeter Tempel, sondern auch ein Gemäuer, das astronomische Gegebenheiten abbildet.

Hannah, ein Spezialist für Zeitmessung in der Antike, vermutet, dass die kreisförmige Öffnung in der Kuppel des Pantheons mehr sein könnte als bloß ein Loch, um den Innenraum zu erhellen. Hannah nahm vielmehr an, dass der Winkel, in dem die Sonnenstrahlen durch die Kuppelöffnung dringen, eine besondere Bedeutung hat.

Im Winter bescheint die niedrig stehende Sonne das Innere der Kuppel. Im Sommer treffen die Strahlen auf Wände und Boden. Von Bedeutung sind nach Hannahs Theorie aber vor allem die beiden Tage der Tagundnachtgleiche, dem sogenannten Äquinoktium. Das sind in Europa der Frühlings- und Herbstanfang, am 21. März und am 23. September.

An diesen Tagen trifft das Sonnenlicht im Pantheon genau die Trennlinie zwischen Kuppel und Seitenwänden. Durch ein Gitter über dem nördlichen Eingang fällt an diesen beiden Tagen ein Teil des Lichtes in den Vorraum an der Nordseite des Pantheon.

Antikenforscher Hannah hält das nicht für Zufall: Die Römer hätten ausgehöhlte Halbkugeln mit einem Loch in der Mitte als Sonnenuhr für größere Zeiträume genutzt, um die Jahreszeiten anzuzeigen. So könnte es auch beim Pantheon gewesen sein.

Hannah hält es für möglich, dass die besondere Betonunung des Äquinoktiums dazu diente, den Kaiser, der im Pantheon betete, in den Rang der Götter zu erheben.

Andere Archäologen sehen das skeptisch. "Es ist nicht ausgeschlossen, aber eine Sonnenuhr war sicher nicht der vordergründige Zweck des Pantheon", sagt Jochen Griesbach vom Institut für Klassische Archäologie an der Universität München. Ihm seien jedenfalls keine Quellen bekannt, die eine solche Theorie bestätigen würden.


Quelle: sueddeutsche.de

16.11.08

Das antike Rom in 3D

Im beliebten 3D-Globus Google Earth kann man nun auch durch das antike Rom spazieren. Für den neuen Layer "Das alte Rom in 3D" wurden über 6.700 historische Gebäude modelliert.

Mit Hilfe von Google Earth kann man jetzt das Forum Romanum besuchen, das Collosseum von Innen betrachten oder einfach aus der Vogelperspektive über das Rom zur Zeit des Kaisers Konstantin schweben.

Um die Zeitreise zu beginnen, schaut man unter dem Punkt »Ebenen« nach. Dort befindet sich im Ordner »Galerie« der Punkt »Das alte Rom in 3D«. Aktiviert man diesen, erscheinen zunächst nur einige gelbe Symbole im Stadtgebiet. Klickt man auf eines davon, erscheint ein Feld mit Informationen zum Gebäude und drei Links, mit denen man dann die dreidimensionalen Elemente laden kann (getrennt nach Gelände, Landmarken und Gebäuden). Es dauert eine ganze Weile, bis die umfangreichen 3D-Daten geladen sind - Benutzer, die keine Flatrate haben, sollten sich also überlegen, ob sie wirklich alle Gebäude laden wollen.

Anschließend steht der Erkundung der antiken Weltstadt nichts mehr im Wege - vorausgesetzt, der PC ist hinreichend leistungsfähig: Google empfiehlt für den virtuellen Spaziergang einen Computer mit Dual-Core-Prozessor (ab zwei Gigahertz), drei Gigabyte RAM und eine Grafikkarte mit 512 Megabyte RAM. Auch die Navigation ist etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man sich innerhalb von Gebäuden umsehen oder durch die Straßen "laufen" möchte - schnell hat man unbeabsichtigt mehrere Mauern durchquert.



Grundlage der jetzt via Google Earth zugänglich gemachten Rekonstruktion ist übrigens das von mehreren Universitäten vorangetriebene Projekt »Rome Reborn«, in dessen Rahmen die Kenntnisse über die Hauptstadt des Römischen Reiches geographisch verortet und bildlich dargestellt werden sollen.

Quelle: archaeologie-online.de


Google-Seite zum alten Rom 3D (mit Download-Möglichkeit für Google Earth)



Informationen zum Projekt »Rome Reborn« (englisch)

15.09.08

Kaiser Augustus wohnte gar nicht bescheiden

Als genügsam wurde er beschrieben. Tatsächlich wohnte Kaiser Augustus in einem Palast mit den Ausmaßen einer Stadt, umgeben von Heiligtümern für den Gott Apoll. Forscher haben jetzt die historischen Legenden widerlegt und herausgefunden: Satte 24.000 Quadratmeter standen dem Herrscher zur Verfügung.

Andrea Carandini ist ein Mann der provokanten Entdeckungen, der revolutionären Verknüpfungen von Historie und Mythos. So entdeckte der Archäologe der römischen Universität „La Sapienza“ im vergangenen Jahr auf dem römischen Palatinshügel die Höhle, in der der Legende nach eine gütige Wölfin die Stadtgründer Roms, Romulus und Remus, genährt haben soll.

Zwar ist die historische Rolle der mit Muscheln und Marmor verzierten Grotte weiter umstritten. Aber Carandini hat auf dem Palatin bereits ein neues Projekt. Hier entdeckte man in den Sechzigerjahren nahe der Romulus-Grotte den Palast des Augustus, der seither in mühsamer Kleinarbeit restauriert und auf Plänen rekonstruiert wird. Im März wurden fünf Räume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch nicht nur kunsthistorisch eröffnen sich Welten: Carandini glaubt, anhand des Palastes die Brücke vom Gründungsmythos der Stadt Rom über das goldene Zeitalter des Augustus hin zur Christianisierung unter Konstantin schlagen zu können.

Bescheidenheit auf 8500 Quadratmetern

Octavian, der spätere Augustus (63 v.-14 n. Chr.), erwarb um 43 v. Chr., ein Jahr nach der Ermordung seines Adoptivvaters Caesar, das Grundstück für seinen Palast auf dem Palatin-Hügel, zwischen dem Forum Romanum und dem Circus Maximus, um, so Carandinis These, seine Herrschaft in Kontinuität zur Gründung Roms zu setzen. Kern des Palastkomplexes bildete das einstige Haus des Redners Quintus Hortensius, das Augustus mit mehreren benachbarten Grundstücken verband. Der Hofarchivar Sueton berichtet: „Er [Augustus] wohnte in der bescheidenen Unterkunft des Hortensius, die weder durch Geräumigkeit noch prunkvolle Ausstattung auffiel und nur niedrige Kolonnaden mit Säulen aus Tuffstein hatte und Säle ohne Marmorstuck und Mosaikböden. Mehr als vierzig Jahre lang benutzte er im Sommer wie im Winter ein und dasselbe Schlafzimmer.“
Der Mann, der nach seinem Sieg über Antonius und Kleopatra 30 v. Chr. als Alleinherrscher das Imperium regierte, blieb seiner ländlichen Herkunft treu und lebte – so möchte Sueton gemäß der kaiserlichen Propaganda glauben machen – wie ein „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen). Doch die Funde sprechen eine andere Sprache. Bereits der ursprüngliche Palast mit rund 8500 Quadratmetern Umfang lässt die Bescheidenheit des Imperators fragwürdig erscheinen. Aber noch bevor der Palast vollendet war, nahm der Bau eine unerwartete Wende.

Ein Haus, das einer Stadt gleich kommt

Im Jahr 36 v. Chr. schlug ein Blitz in den Palast ein und traf den Triumvirn beinahe. Der zutiefst erschütterte Octavian, der damals, auf dem Höhepunkt der Bürgerkriege, seinen Endkampf mit Antonius vorbereitete, konsultierte einen Seher, der ihm die Botschaft der Himmlischen darlegte: Apollo war erbost, weil er für sich einen Platz im Palast verlangte. Also schüttete Augustus den alten Wohnsitz zu und baute einen neuen Palast von 24.000 Quadratmetern, der ein bombastisches Apollo-Heiligtum umfasste. Reliefs dokumentieren die Architektur des Tempels.

Neben den in der Tat eher kleinen Privatgemächern des Herrschers und seiner Familie gab es in der Anlage noch weitere Tempelanlagen und staatliche Gebäude. So verlegte Augustus etwa den Sitz des obersten Priesters, dessen Amt er seit 12 v. Chr. selbst innehatte, vom Forum auf sein Gelände am Palatin, richtete für seine Gattin ein Heiligtum der Schutzgöttin Vesta ein, erbaute einen aufwändigen Säulengang und einen heiligen Acker, in dem Carandini den Zugang zur Grotte des Romulus vermutet.

In späteren Jahren, als der Herrscher alt wurde, verlegte er selbst die Senatssitzungen in sein privates Reich, für die er etwa den Kuriensaal errichtete. Seine Bibliothek, deren mit Stuck verzierten Überreste und steinerne Wandnischen noch heute zu sehen sind, soll an Größe der Bibliothek von Alexandria nicht nachgestanden haben. „Das Haus des Augustus ist ein Heiligtum, aber auch eine Stadt“, konstatiert Carandini.

Eine Kirche auf heidnischem Boden

Während das Rätseln darüber weiter geht, wo das Schlafzimmer des Kaisers und wo die Zimmer seiner Adoptivsöhne und seiner für ihre erotischen Ausschweifungen bekannten Tochter Julia sich befanden, macht Carandini erneut mit einer starken These auf sich aufmerksam: Just an der Stelle des Palastes, an der der Kaiser sich einst dem Volk zeigte und die Spiele im Zirkus beobachtete, hat im 4. Jahrhundert Anastasia, die Schwester des Kaisers Konstantin, ihrer Namenspatronin eine Basilika errichtet – das erste christliche Gotteshaus im Herzen der Stadt, meint Carandini.

325 n. Chr. hatte Konstantin, der das Christentum zu einer privilegierten Religion erhoben hatte, den 25. Dezember, den Gedenktag der unter Diokletian hingerichteten Märtyrerin Anastasia, im ersten gesamtkirchlichen Festkalender als verbindlichen Weihnachtsfeiertag fest gelegt. Und in St. Anastasia auf dem Palatin soll dann das erste offizielle Weihnachtsfest der Christenheit gefeiert worden sein, vielleicht schon im Jahr 326.

Carandini sieht darin eine Strategie Konstantins, die Geburtsstätte des paganen Roms, die Höhle des Romulus, durch die glanzvolle christliche Geburtsfeier zu übertrumpfen: „Die Kirche wurde gebaut, um diesen heidnischen Kultplatz zu christianisieren.“

So führt Carandini die christliche Historie zurück auf den antiken Mythos und bekräftigt seine Überzeugung, dass Rom nicht „selbsterklärend“ und kein Monument ohne den ganzen Kontext der Geschichte begreifbar ist. Deshalb arbeiten er und seine Mitarbeiter an einem Informationssystem, das die einzelnen Funde der Stadt in das große Ganze einfügen soll. Ihr Fernziel: ein großes Stadtmuseum, das die Geschichte der Ewigen Stadt seit ihren Anfängen dokumentiert

Quelle: Welt.De / L. Höllerer

20.08.08

Video about Hadrian (engl.)

Dieses Video besteht eigentlich aus 5Teilen und ich habe sie halt mal zusammen gefügt

Intro 1v5 (01:26)

Hadrian: a new emperors 2v5
When Hadrian became emperor he faced rebellion and attack. He went on to strengthen the Roman Empire and create a unified sense of Roman identity (3 minutes 3 seconds).

Building the wall 3v5
In AD122 Hadrian ordered a mighty frontier system to be built across the north of Britain. The result was Hadrian's Wall, a 73 mile barrier stretching from the Solway Firth on the west coast of Britain to the River Tyne on the east coast.
Its purpose was to defend the Roman Empire from the barbarians to the North. (3 minutes 14 seconds).

The imperial palace 4v5
Hadrian built himself a vast palace in the countryside, the villa Adriana in Tivoli about 30 kilometres east of Rome.
It was a huge complex, designed to accommodate thousands of people. It was his administrative capital and represents his empire in miniature. (2 minutes 25 seconds)

The power of image 5v5
For many years Hadrian was perceived as a peace-loving admirer of Greek culture and customs, a philhellene.
But the one statue on which this long-standing perception was based is not all that it should be.
Curator Thorsten Opper and conservator Tracey Sweek investigate. (4 minutes 10 seconds)




Quelle:
Britishmuseum.org

25.07.08

"Vae victis!" Wehe den Besiegten - Die Gallier in Rom

In jener Zeit geschah es, dass vom Norden her gallische Völkerscharen gegen Rom vordrangen. Selten haben die Römer einen Feind so gering eingeschätzt wie die Gallier, und dafür mussten sie schwer büßen. Schon der Anblick der furchterregenden Gestalten mit dem wirren, flatternden Haar ließ sie jäh erzittern. An der Allia, einem kleinen Flüsschen, erlitten die Römer eine so furchtbare Niederlage, dass sich nur Reste ihres Heeres in den Schutz der Mauern retten konnten. Etwa tausend streitbare Männer bezogen unter dem Befehl des Markus Manlius als letzte Zuflucht das Kapitol, den Burgberg von Rom. Die ganze Bevölkerung musste Rom verlassen.
Einer der Gallier hatte einen geheimen Zugang zur steilen Höhe entdeckt, und dort stieg des Nachts nun eine auserwählte Mannschaft hinauf, um die Römer im Schlafe zu überfallen. Da kein Posten an dieser Stelle stand, konnte die Spitze der lautlos vordringenden Gallier den Mauerrand erreichen.
Da begannen plötzlich die der Juno geheiligten Gänse, die sich auf dem Kapitol befanden, ängstlich zu schnattern und weckten den Markus Manlius. Aufgeschreckt stürzte er eilig zu der unbewachten Stelle und stieß den vordersten Gallier vom Felsrand hinunter. Im Sturz riss dieser die Nachfolgenden mit in die Tiefe.
Zur Erinnerung an die wachsamen und treuen Tiere wurde alljährlich eine Gans im feierlichen Aufzug durch die Straßen Roms getragen, ihr zur Seite jedoch ein ans Kreuz geschlagener Hund, weil die Hunde in jener denkwürdigen Nacht geschwiegen hatten.
Trotz dieser wundersamen Rettung konnte die tapfere Besatzung sich auf die Dauer nicht halten. Brennus, der Führer der Gallier, erklärte sich jedoch zum Abzug bereit, wenn man ihm 1000 Pfund Gold Kriegskontribution auszahle. Die Römer mussten schweren Herzens solche Bedingungen annehmen. Als man nun daranging, das kostbare Metall abzuwiegen, bemerkten die Römer plötzlich, dass die Gallier falsches Gewicht verwendeten, und erhoben Einspruch gegen diesen Betrug. Doch da ergriff Brennus mit höhnischem Lachen sein Schwert und warf es mit auf die Waagschale, indem er ausrief: "Vae victis!" Wehe den Besiegten! Er wollte damit sagen, dass die Besiegten keinen Anspruch mehr auf eine gerechte Behandlung hätten. Daher stammt auch der Spruch: "sein Schwert in die Waagschale werfen".
Jetzt endlich zeigten die Götter ein Einsehen mit dem so schwer gedemütigten Römervolk. Sie ersparten ihm die Schande, von der Gnade der gallischen Barbaren leben zu müssen, denn gerade in diesem Augenblick zog das Entsatzheer in die verwüstete Stadt ein. "Mit Eisen, nicht mit Gold wollen wir die Freiheit zurückgewinnen!" rief der römische Feldherr Camillus und forderte die Gallier auf, sich zur Schlacht zu stellen.
Camillus zeigte sich als ein großer Feldherr: er errang für Rom einen herrlichen Sieg. Die Gallier wurden blutig geschlagen. Voller Dankbarkeit nannte ihn das Volk den zweiten Romulus, den Vater des Vaterlandes. Brennus aber, der lebend in die Hand der Römer fiel, wurde mit dem Schwerte gerichtet. So erfüllte sich auch an ihm das erbarmungslose Gesetz: "Vae victis!" Wehe den Besiegten!
In den folgenden Zeiten wuchs der römische Staat in tatkräftigem und wagemutigem Handeln, und das Schicksalswort, das einst Jupiter für die Stadt Rom ausgesprochen hatte, sollte sich erfüllen:
"Ihr setze ich im Raum nicht noch in der Zeit eine Grenze: Herrschaft ohne Ende habe ich ihr gegeben!"

09.02.08

Rom - Das Herz des Imperiums

Rom ist die Hauptstadt des größten Reiches, das die Welt je gesehen hat. Eine Stadt voller Marmor und Gold. Die römische Oberschicht lebt in einem unbeschreiblichen Luxus. Rom ist die Stadt der Superreichen. Aber Rom ist auch eine Stadt voller Missstände, voller Armut und Verbrechen. Die erste Millionenstadt der Geschichte ist schnell gewachsen und hat die Probleme einer modernen Metropole: verstopfte Straßen, Kriminalität, Betrug, Mord und Totschlag. Rom zieht die Menschen an, all jene, die hier Wohlstand und Glück suchen, aber auch Hasardeure und finstere Gestalten, die vor allem Nachts die Straßen unsicher machen. Wenn man einen Nachttopf auf den Kopf geschüttet bekommt, hatte man noch Glück, denn in den dunklen Gassen und Hauseingängen treiben sich Räuber und Banditen herum, sie zögern nicht ihre Opfer für ein paar Sesterzen umzubringen. Und selbst, wer zuhause bleibt in einer überteuerten Mietwohnung in einer der unzähligen Mietskasernen kann sich seines Lebens nicht sicher sein. Geldgierige Wohnungsspekulanten haben die Häuser schnell und billig gebaut – und so stürzen die Gebäude häufig ein oder brennen ab. Es soll in Rom jeden Tag 100 Brände gegeben haben. Kaiser Augustus wollte diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende bereiten und gründete eine eigene Feuerwehr, sowie die erste Polizeitruppe der Geschichte: die Stadtkohorten. Sie sorgen nun für Ruhe und Ordnung in der Stadt... Einer von ihnen ist der Centrion Drusus, er führt einen Trupp an, auf der Suche nach einem Betrüger, der sich vergeblich im Bauch der Stadt, in einer der zahlreichen Kaschemmen versteckt. Was wird ihn erwarten, wenn er gefangen wird? Wird er in die Verliese des Kolosseums geworfen, zusammen mit anderen verurteilten Verbrechern von wilden Tieren zerfleischt – als Vorprogramm für die eigentlichen Gladiatorenkämpfe? Mit aufwändigen Computeranimationen und dem inszenierten Straßenleben des alten Rom tauchen wir ein in den Moloch und führen den Zuschauer auf eine Reise durch eine faszinierende Metropole vor 2000 Jahren.



 


 

Die Akte Julius Caesar

Wie starb der römische Diktator wirklich?
Einer der führenden Kriminalisten Italiens rollt den Todesfall über 2000 Jahre später wieder auf. Zu viele Umstände des Todes erscheinen ihm mysteriös.
Die Akte Julius Caesar wurde schon kurz nach seinem Tod 44 v. Chr. geschlossen. Die Fakten schienen klar: Der römische Feldherr und Diktator starb durch ein Attentat, ermordet von einer Gruppe Senatoren um Brutus und Cassius - mit 23 Dolchstichen.
Warum ignorierte Caesar alle Warnungen? Wieso verzichtete er bewusst auf seine Leibwächter? Welche Rolle spielte sein auffälliges Verhalten in den Wochen vor dem Attentat?
Der Ermittler Luciano Garofano versucht Antworten auf diese Fragen zu finden und benutzt dafür die Kriminaltechnik des 21. Jahrhunderts. In einer aufwändigen Simulation stellt er den damaligen Tathergang nach und kommt zu neuen, überraschenden Erkenntnissen. Auch die damalige Autopsie unterzieht er einer erneuten Prüfung. Mit Hilfe von Historikern, Pathologen und Forensikern ermittelt er in einem Fall, der plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheint.