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06.08.09

Regisseur Costa-Gavras empört über Kürzung von Museumsfilm

Athen — Der griechisch-französische Filmemacher Constantin Costa-Gavras hat scharf gegen die Kürzung eines Films von ihm protestiert, der im neuen Akropolis-Museum in Athen gezeigt wird. Die Kürzung sei eine "nicht hinnehmbare Zensur", sagte Costa-Gavras griechischen Medienberichten zufolge. Die Entscheidung sei auf Druck der machtvollen griechisch-orthodoxen Kirche erfolgt, kritisierte der Regisseur. Vertreter des Kulturministeriums und des Museums hatten angeordnet, aus dem 13 Minuten langen Animationsfilm eine anderthalbminütige Sequenz herauszuschneiden.

In der Szene ist zu sehen, wie Christen mit Leitern den Parthenon-Tempel erklimmen, um Darstellungen zu zerstören und Statuen zu entfernen. Der Zeitung "Eleftherotypia" zufolge begründeten die Behörden die Entfernung der Filmszene damit, dass Besucher durch die Darstellung "verärgert" worden seien. Costa-Gavras zeigte sich empört und sagte, er habe lediglich nachprüfbare historische Fakten dargestellt. Auch die größte Oppositionspartei PASOK kritisierte die Kürzung des Films.

Quelle: google.com/hostednews

16.11.08

Das antike Rom in 3D

Im beliebten 3D-Globus Google Earth kann man nun auch durch das antike Rom spazieren. Für den neuen Layer "Das alte Rom in 3D" wurden über 6.700 historische Gebäude modelliert.

Mit Hilfe von Google Earth kann man jetzt das Forum Romanum besuchen, das Collosseum von Innen betrachten oder einfach aus der Vogelperspektive über das Rom zur Zeit des Kaisers Konstantin schweben.

Um die Zeitreise zu beginnen, schaut man unter dem Punkt »Ebenen« nach. Dort befindet sich im Ordner »Galerie« der Punkt »Das alte Rom in 3D«. Aktiviert man diesen, erscheinen zunächst nur einige gelbe Symbole im Stadtgebiet. Klickt man auf eines davon, erscheint ein Feld mit Informationen zum Gebäude und drei Links, mit denen man dann die dreidimensionalen Elemente laden kann (getrennt nach Gelände, Landmarken und Gebäuden). Es dauert eine ganze Weile, bis die umfangreichen 3D-Daten geladen sind - Benutzer, die keine Flatrate haben, sollten sich also überlegen, ob sie wirklich alle Gebäude laden wollen.

Anschließend steht der Erkundung der antiken Weltstadt nichts mehr im Wege - vorausgesetzt, der PC ist hinreichend leistungsfähig: Google empfiehlt für den virtuellen Spaziergang einen Computer mit Dual-Core-Prozessor (ab zwei Gigahertz), drei Gigabyte RAM und eine Grafikkarte mit 512 Megabyte RAM. Auch die Navigation ist etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man sich innerhalb von Gebäuden umsehen oder durch die Straßen "laufen" möchte - schnell hat man unbeabsichtigt mehrere Mauern durchquert.



Grundlage der jetzt via Google Earth zugänglich gemachten Rekonstruktion ist übrigens das von mehreren Universitäten vorangetriebene Projekt »Rome Reborn«, in dessen Rahmen die Kenntnisse über die Hauptstadt des Römischen Reiches geographisch verortet und bildlich dargestellt werden sollen.

Quelle: archaeologie-online.de


Google-Seite zum alten Rom 3D (mit Download-Möglichkeit für Google Earth)



Informationen zum Projekt »Rome Reborn« (englisch)

30.10.08

Cyber-Teppich ermöglicht Spaziergang durch virtuelles Pompeji

Antike Stadt dient der Demonstration von beweglicher Cyber-Plattform

Wissenschaftler haben im Rahmen des EU-Projekts Cyberwalk http://www.cyberwalk-project.org ein System entwickelt, mit dem sich Nutzer auf ganz alltägliche Weise durch virtuelle Welten bewegen können. Dazu gehen sie einfach auf der Laufplattform "Cybercarpet". Damit User trotz der Bewegungsfreiheit nicht von der Plattform stürzen, kommt ein Tracking-System mit mehreren Kameras zum Einsatz. Zunächst ist es möglich, ein virtuelles Abbild des antiken Pompeji zu erkunden. Das unter Leitung von Marcus Ernst vom Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik http://www.kyb.tuebingen.mpg.de entwickelte System soll heute, Donnerstag, anlässlich eines Workshops erstmals vorgestellt werden.

Der Cybercarpet ist im Prinzip ein großes Laufband, auf dem quer zu dessen Laufrichtung kleinere Laufbänder aufgebracht sind. Dadurch ergibt sich eine omnidirektionale Plattform, auf der Nutzer ungehindert in jede Richtung laufen können. Die Größe der Lauffläche von vier mal vier Metern ist eine absolute Notwendigkeit. "Damit der Mensch Kräfte auf den Boden übertragen kann, muss er sich ein oder zwei Schritte bewegen können", erklärt Ernst im Gespräch mit pressetext. Wäre der aktive Bereich der Plattform noch kleiner, müssten Bewegungen immer sofort ausgeglichen werden, das Gefühl wäre dann wie Laufen auf Eis, so Ernst.

Auf der Plattform bewegen sich Nutzer durch die virtuelle Welt, die im VR-Darstellungssystem, einem Head Mounted Display, zu sehen ist. Damit Anwender dabei nicht unbeabsichtigt den Laufbereich der Plattform verlassen, steuert ein Kontrollalgorithmus die Bänder nach dem Verhalten der Person. Sie wird von einem Tracking-System aus mehreren Kameras beobachtet, dass zusätzliche Information an den Kontrollalgorithmus liefert. Die Kameras dienen gleichzeitig einem zweiten Zweck. Ein Analyseprogramm wertet Gesten und Körperhaltung aus, um eine Interaktion mit virtuellen Gegenständen wie beispielsweise ein Betätigen virtueller Türklinken zu ermöglich.

Derzeit erlaubt das System ein Erkunden der antiken Stadt Pompeji vor dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 vor Christus. Sie wurde mithilfe von Archäologen, Zeichnungen und Fotos virtuell rekonstruiert. Das ist aber nur ein Beispiel. Die Software von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) http://www.ethz.ch, mit der die virtuelle Stadt erstellt wurde, könnte aber auch zur Visualisierung anderer Umgebungen genutzt werden. Ein möglicher Einsatzbereich wären etwa virtuelle Begehungen von geplanten Bauten. Dies käme Personen entgegen, die nicht tagtäglich mit Plänen zu tun haben, meint Ernst. Andere denkbare Anwendungen umfassen beispielsweise die medizinische Rehabilitation, die Ausbildung unter anderem im militärischen Bereich oder auch Sport und Fitness.

An der Entwicklung des Cybercarpet waren neben Forschern des MPI für biologische Kybernetik und der ETHZ auch Wissenschaftler des Technischen Universität München und der Universität Rom beteiligt. Anlässlich des Workshops wird das System nun erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Ein breiteres Publikum bekommt voraussichtlich im Oktober anlässlich eines Tags der offenen Tür erstmals die Chance, das System live zu sehen.

Quelle: pressetext.de

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13.10.08

Das Römische Köln komplett in 3D »begehbar«

Ein in Echtzeit begehbares 3D-Modell des Römischen Köln präsentierten am Donnerstag Forscher als Ergebnis eines bislang einzigartigen Projekts. Die Echtzeitvisualisierung erfüllt das derzeit technisch Machbare mit Blick auf Realitätsgehalt, Performance und Informationsgehalt. Es ist möglich, virtuell durch das komplette Römische Köln zu flanieren, die Gebäude in ihrem jeweiligen städtebaulichen Kontext zu sehen und um die Gebäude zu laufen.

Das Römische Köln als 3D-Modell: Das war das Ziel eines bislang einzigartigen und gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität zu Köln (Archäologisches Institut), der Fachhochschule Köln (Köln International School of Design/KISD), des Hasso-Plattner-Instituts an der Universität Potsdam und des Römisch-Germanischen Museums (RGM) in Köln.

»Zum ersten Mal ist jetzt sichtbar, was für eine großartige Stadt Köln schon in der Antike war«, betonte Prof. Hansgerd Hellenkemper, Direktor des Römisch Germanischen Museums in Köln bei dem Pressegespräch zum Abschluss des dreijährigen Forschungsprojekts am 10. Oktober 2008. Wie dies den Kölnern und der Welt gezeigt werden könne sei nun die Frage. Die Fachhochschule Köln werde in jedem Falle die Weiterführung des Projekts unterstützen, unterstrich Prof. Dr. Joachim Metzner, Präsident der Fachhochschule Köln und Vize-Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. «Es wäre schön«, so Metzner weiter, »wenn sich Anschlussprojekte ergeben.« Das Forschungsprojekt sei zudem ein Vorzeigeprojekt für erfolgreiche Kooperationen unterschiedlicher Einrichtungen von unterschiedlichen Hochschultypen. Das gilt auch für den interdisziplinären Ansatz: »Die Archäologen und Bauforscher liefern die Inhalte und die Designer gestalten die Information, erstellen wissenschaftlich korrekte und anschauliche 3D-Modelle. Die Informatiker generieren aus diesen Modellen eine Anwendung, die das virtuelle Navigieren in Echtzeit ermöglich«, erläuterte Diplom-Designer Michael Eichhorn von der Köln International School of Design der Fachhochschule Köln.

»Ich bin stolz, dass wir es soweit gebracht haben«, resümierte auch Prof. Henner von Hesberg, Archäologisches Institut der Universität zu Köln, Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Rom. »Die geleistete Arbeit kann als Vorbild für andere Modelle dieser Art dienen. Von dem wissenschaftlichen Wert des Modells könnten die Kunstgeschichte und andere Wissenschaften in anderen Städten – auch in Rom – profitieren.«

»Die Herausforderung lag darin, hoch genaue, detailreiche und dreidimensionale Gebäude-Modelle, die am Computer gestaltet worden waren, in bislang noch nie vorhandener Zahl interaktiv erlebbar zu machen«, berichtete Prof. Dr. Jürgen Döllner, Leiter des Fachgebiets Computergrafische Systeme des Hasso Plattner-Instituts an der Universität Potsdam. Dazu setzten die Potsdamer Computergrafik-Wissenschaftler spezielle Algorithmen um die Bilder besonders effizient zu berechnen.

Virtuelle Modelle historischer Orte gibt es eigentlich schon seit Beginn der Visualisierungstechnologie. »Allerdings waren dies eher Animationen, die gerechnet wurden, nicht aber interaktiv begehbare großflächige Modelle. Das römische Köln als virtuelles 3D-Stadtmodell ist deshalb bislang einzigartig«, hob Döllner hervor. Hinzu kommt, dass die 3D-Rekonstruktion des römischen Kölns sich mit dem virtuellen 3D-Modell der heutigen Domstadt ergänzt. »In einem weiteren Schritt wollen die beteiligten Institutionen dafür sorgen, dass das Stadtmodell von heute mit dem vor 2000 Jahren visualisiert und damit auch verglichen werden kann«, blickte Döllner in die Zukunft.

Döllner und sein Potsdamer Forscherteam sind überzeugt, dass sich in Zukunft immer mehr Kommunen im Internet mit virtuellen 3D-Stadtmodellen präsentieren werden. Dabei ist nicht nur der Zustand heute von Bedeutung, sondern auch historische Varianten. Der Leiter des HPI-Fachgebiets Computergrafische Systeme hat maßgeblich die Basistechnologien für raumbezogene dreidimensionale Informations- und Visualisierungssysteme entwickelt. Die von ihm initiierte Systemplattform »LandXplorer« wurde mittlerweile vom Autodesk-Konzern, dem weltweit führenden Unternehmen im 3D-Bereich, übernommen.

Internetnutzer erhalten auf der gemeinsamen Projektseite www.colonia3d.de jetzt erstmals einen räumlichen Eindruck von der Größe und Architektur der Stadt vor rund 2000 Jahren. Das Modell kann sogar in Beziehung zum heutigen zweidimensionalen Stadtplan Kölns gesetzt werden.

Quelle: archaeologie-online.de


colonia3d.de



Fachgebiet für Computergrafische Systeme am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam

03.09.08

Die Wanderung der Germanen

Welche germanischen Stämme nahmen welchen Weg durch die Vorgeschichte Europas? Auf der interaktiven Europakarte können die langen Wanderungen der zehn großen germanischen Völker nachgeschaut und verglichen werden. Man erfährt hier auch, welche Schlachten und Hindernisse die Völker auf ihrem Weg meistern mussten. Die einblendbaren Grenzen des heutigen Europas helfen zudem bei der geografischen Orientierung.


Interaktive Karte [Flash]


Quelle: Planet-Schule.De

26.07.08

Der Teppich von Bayeux

Der um 1077 entstandene Wandteppich wurde auf Geheiß Bischofs Odos, des Halbbruders von William The Conqueror, in Auftrag gegeben und stellt auf 70 Metern Länge und 50 cm Breite die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahre 1066 dar.
Die Darstellung von Kleidung, Waffen und Kampftechniken ist wesentlich detaillierter als die Überlieferungen in der zeitgenössischen Literatur und bildet so eine exzellente Primärquelle zur Forschung und für Nachbauten.
Hier ist eine Animation..




Der Teppich von Bayeux eigenroduktion

20.04.08

Das Römische Alen- Am Rande des Imperiums

Eine ca. 15-minütige Computeranimation zum Weltkulturerbe Limes. Das Römerkastell Aalen am rätischen Limes.