Erfüllte Mission – Die Donaumonarchie als Ende und Anfang
„Österreich ist ein Staatenblock verschiedenster Nationen und verschiedenster Rassen unter einheitlicher Führung. Jedenfalls ist das die Idee eines Österreichs, und es ist eine Idee von ungeheuerster Wichtigkeit für die Weltzivilisation": So euphorisch schrieb Kronprinz Rudolf in den 1880er Jahren. Etwa 100 Jahre später gewann diese Idee neue Strahlkraft: Europa war auf der Suche nach einem größeren Zusammenhalt, Imperien fielen, neue Völkergemeinschaften wurden gegründet. Hinter der realen Geschichte ließ sich eine Utopie des Möglichen entdecken: Die Donaumonarchie als Ende und Anfang- Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger 640 Jahre – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und gibt eine zeitgemäße Interpretation.
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29.09.08
Die Habsburger 12v12
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23.09.08
Die Habsburger 11v12
Franz Joseph I.: Völkerkerker – Hort der Völker
Nach 1867 beginnt für die Donaumonarchie eine Zeit des Friedens. Im Parlament geben die Liberalen den Ton an. Doch trotz bedeutender Reformen scheitert ihre Politik an der Nationalitätenfrage. Die Bereitschaft zum Fanatismus wächst. Nur Kaiser Franz Jospeh I. hält die Gesellschaft zusammen. Um die Jahrhundertwende entwickelt sich Wien zur Hauptstadt der Moderne. Vorwiegend jüdische Künstler und Wissenschaftler geben der gesellschaftlichen Krise ein Profil. Franz Joseph I. ignoriert diese Zeichen. Er ist beschäftigt mit den schweren Schicksalsschlägen, die das Haus Habsburg treffen: Franz Josephs Bruder Maximilian, Kaiser von Mexiko, fällt 1867 unter den Kugeln eines mexikanischen Hinrichtungskommandos. 1889 nimmt sich der Sohn des Kaisers, Kronprinz Rudolf, das Leben. Er hatte sich mit den Liberalen identifiziert – und war mit ihnen gescheitert. Neun Jahre später, 1898, wird Kaiserin Elisabeth von einem italienischen Anarchisten ermordet. Franz Joseph I. sucht auf dem Balkan einen Ausgleich für die Verluste in Deutschland und Italien. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina 1908 bringt Europa an den Rand des Kriegs. Vergeblich versucht Thronfolger Franz Ferdinand, seinem Onkel eine Föderalisierung des Staats abzuringen. Franz Joseph I. hält jedoch am Dualismus Österreich-Ungarn fest. Am 28. Juni 1914 wird das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo von serbischen Nationalisten ermordet – vier Wochen später unterzeichnet Franz Joseph die Kriegserklärung an Serbien und löst damit den Ersten Weltkrieg aus. Mit dem Tod des Kaisers am 21. November 1916 naht das Ende der Monarchie. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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16.09.08
Die Habsburger 10v12
Zwischen Reich und Nation: Der junge Kaiser Franz Joseph
Die Revolution von 1848 breitet sich über das gesamte Gebiet der Habsburger-Monarchie aus. Kaiser Ferdinand "der Gütige" ist dem nicht gewachsen und tritt zugunsten seines Neffen zurück. Am 2. Dezember 1848 besteigt der 18-jährige Franz Joseph den Thron. Seine Jugend lässt auf Erneuerung und Liberalisierung hoffen, doch Franz Joseph "erneuert" nur das alte Gottesgnadentum der Habsburger. Die Revolution wird niedergeschlagen, und Habsburg kehrt zum Absolutismus zurück. Doch Franz Joseph kann weder politisch noch militärisch überzeugen. Seine frühe Regierungszeit manifestiert sich lediglich in einer städtebaulichen Großtat: im Bau der Wiener Ringstraße. Auch sein Privatleben wird von Konflikten überschattet. Die Ehe mit seiner bayerischen Cousine Elisabeth, der schönen "Sissi", gestaltet sich schwierig. In der Politik scheitern die Versuche des Kaisers, eine betont deutsche Politik unter habsburgischer Hoheit durchzusetzen, an Bismarck und dem preußischen Führungsanspruch. Mit der Schlacht bei Königgrätz endet 1866 Österreichs bisherige Vormachtstellung im Reich. Die Trennung von Deutschland und Österreich ist endgültig vollzogen. Im Schock über diese Niederlage wird Franz Joseph aktiv. Die längst fällige Liberalisierung und der "Ausgleich" mit Ungarn werden möglich. Das Kaiserreich Österreich verwandelt sich in die Österreichisch-Ungarische Monarchie. Dies wird von den anderen Kronländern, besonders von Böhmen, als Unrecht aufgefasst. Zwischen dem Kaiser und seinen Völkern bahnt sich ein tiefes Zerwürfnis an, das dem Nationalismus eine gefährliche Sprengkraft verleiht. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe "Die Habsburger" zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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07.09.08
Die Habsburger 9v12
Metternich – ein System
1804, als Napoleon Bonaparte sich zum Kaiser der Franzosen krönt, wird der Habsburger Erzherzog Franz von Österreich gezwungen, die Donaumonarchie aufzuwerten: Er nimmt den Titel eines österreichischen Kaisers an und proklamiert zwei Jahre später die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs. Napoleons gefährlichster Gegner ist der österreichische Außenminister Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich. 1815, beim Wiener Kongress, nutzt er alle diplomatischen Möglichkeiten, um die alte Ordnung in Europa wiederherzustellen. Im System Metternich herrscht nach außen hin ein Gleichgewicht der Kräfte – keine Nation soll die andere dominieren -, im Inneren herrscht Ruhe statt Freiheit – an der Befehlsgewalt der Herrschenden darf kein Zweifel bestehen. Fürsten und Monarchen bestimmen wieder das Schicksal ihrer Völker. Liberal Denkende werden im nunmehr reaktionären Österreich politisch verfolgt. Die Zensurbehörden greifen immer häufiger ein – und der Dichter Franz Grillparzer spricht "von unsichtbaren Ketten, die an Hand und Fuß klirren". Kaiser Franz I. gibt sich volksnah – und duldet dennoch keine demokratische Regung. Es möge alles beim Alten bleiben, empfiehlt er seinem Sohn. Aber Kaiser Ferdinand ist nur noch ein "regierendes Symbol", und Metternich muss immer größere Anstrengungen unternehmen, nun das morsche Staatsgebäude zu stützen. Am 13. März 1848 bricht in Wien die Revolution aus. Arbeiter, Studenten und Bürger sammeln sich im Sturm auf das verhasste System. Sie verlangen die Abschaffung der Zensur, die Pressefreiheit – und den Rücktritt Metternichs. Eine Ära geht zu Ende.
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02.09.08
Die Habsburger 8v12
Im Banne der Revolution – Reform von oben
„Große Dinge müssen mit einem Schlage verwirklicht werden": Die Erklärung Josephs II. ist eine Kampfansage an den bisherigen Regierungsstil. 15 Jahre lang war Joseph Mitregent, ab 1780 trägt der „aufgeklärte Despot“ und „Revolutionär von Gottes Gnaden“ allein die Verantwortung. Joseph II. beseitigt die Leibeigenschaft und führt das Toleranzpatent ein, er löst Kirchen und Klöster auf, um die Seelsorge in tätige Sozialhilfe umzuwandeln. In Wien gründet er das erste Allgemeine Krankenhaus, kaiserliche Parks und Jagdreviere macht er für die Öffentlichkeit zugänglich. Staat und Gesellschaft sollen per Dekret erneuert werden. Am Ende muss er jedoch die meisten seiner Erlässe wieder zurücknehmen. „Ich habe nichts getan als nur gewollt", schreibt er zuletzt voll Bitterkeit. Joseph II. stirbt 1790 im Alter von 49 Jahren. Der Josephinismus aber wird ihn überleben – als österreichische Spielart eines staatlich gelenkten Fortschritts und einer geistig aufgeschlossenen Bürokratie. Was Kaiser Joseph II. geplant hat, verwirklicht sein jüngerer Bruder Leopold im Herzogtum Toskana. Ebenso entschieden, doch ohne Fanatismus setzt er seine Vorhaben um: etwa die Abschaffung der Todesstrafe und die Reform der Landwirtschaft. In 25 Regierungsjahren gestaltet er die Toskana zu einem Musterstaat. Die fortschrittlichen Söhne Maria Theresias können ihre Länder vor einer Revolution bewahren, die 1789 über Frankreich hereinbricht. Maria Theresias Tochter Marie-Antoinette hingegen stirbt in Frankreich unter der Guillotine.
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18.08.08
Die Habsburger 7v12
Habsburgs Glanz und Preußens Gloria – Das Zeitalter Maria Theresias
1740 stirbt Kaiser Karl VI. Er hat alles unternommen, um seiner Tochter Maria Theresia die Thronfolge zu sichern. Doch nach Karls Tod leben die alten Bündnisse gegen Österreich wieder auf. Maria Theresia, gerade 23 Jahre alt, ist auf diese Attacken kaum vorbereitet. Noch härter trifft sie die Kriegserklärung Preußens: Friedrich II. fällt in Schlesien ein. Durch eine aggressive Eroberungspolitik will er sich im Kreis der europäischen Großmächte etablieren. Für Maria Theresia wird der Preußenkönig zum erklärten Feindbild, dessen Existenz sie ein Leben lang verflucht. Die ersten Jahre ihrer 40-jährigen Herrschaft sind turbulent. Zwischen einzelnen Kriegszügen wird Maria Theresia zur Königin von Ungarn und Böhmen gekrönt. Offiziell trägt ihr Mann, Franz Stephan von Lothringen, die Kaiserkrone, doch es besteht bald kein Zweifel mehr, dass Maria Theresia selbst regiert. Ihre Verantwortung wächst mit der Sorge um die Dynastie, den Zusammenhalt ihrer Völker. Sie leitet auf vielen Gebieten Reformen ein: Neben dem Handwerk fördert sie auch die industrielle Verarbeitung, führt die Schulpflicht ein und schafft die Folter ab. Gleichzeitig setzt sie eine Keuschheitskommission zur Bestrafung von Ehebrechern ein. Ihre strenge Religiosität verleitet sie dazu, aufklärerische Werke verbrennen und Juden verfolgen zu lassen. Trotzdem zählt der Schriftsteller und Jude Joseph von Sonnenfels zu ihren wichtigsten Beratern. Die späteren Regierungsjahre kennzeichnen eine zunehmende Herrschsucht und das kritische Verhältnis zu ihrem ältesten Sohn, dem künftigen Kaiser Joseph II. Am 29. November 1780 stirbt die Kaiserin.
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10.08.08
Die Habsburger 6v12
Gegen Türken und Franzosen – Das Zeitalter Prinz Eugens
1683 stehen die Türken vor Wien. Mit mehr als 100.000 Mann belagern sie die Stadt, nehmen sie Tag und Nacht unter Beschuss. Nach zwei Monaten sind alle Vorräte der Belagerten aufgebraucht. Endlich sammelt sich ein internationales Heer: Deutsche, Österreicher und Polen treten am 12. September 1683 gemeinsam zur Befreiung Wiens an. An diesem Tag beginnt der Rückzug der Türken nach Südosten und die schrittweise Rückeroberung Ungarns durch die Armee von Kaiser Leopold I. In vielen Schlachten – gegen Türken und Franzosen – steht ein Mann an vorderster Front: Prinz Eugen von Savoyen. Sein Ruhm als Feldherr wächst ins Legendäre, doch auch in Friedenszeiten macht er Geschichte – als Diplomat und Staatsmann im Dienste dreier Kaiser. Unter Karl VI. erreicht die Donaumonarchie ihre größte Ausdehnung. Doch gerade jetzt ist die Dynastie in ihrem Fortbestand gefährdet: Karl VI. hat keinen männlichen Erben. Der Kaiser kennt nur noch ein politisches Ziel: die Abänderung der Nachfolge zugunsten seiner Tochter Maria Theresia.
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03.08.08
Die Habsburger 5v12
Der große Krieg – Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges
An der religiösen und nationalen Krise ist auch Kaiser Matthias gescheitert. Sein Nachfolger, Ferdinand II., ein militanter Katholik, geht ohne Gnade mit Böhmen zu Gericht. Wer sich nicht zu Habsburg und zum Katholizismus bekennt, wird verfolgt und enteignet. Mehr als 30.000 Familien müssen ihre Heimat verlassen. Der regionale Konflikt eskaliert zu einem Krieg, der 30 Jahre dauern und Europa in Schutt und Asche legen wird. Es ist der erste Krieg, an dem fast alle Staaten des Kontinents beteiligt sind: In Deutschland steht die Liga katholischer und kaisertreuer Fürsten einer protestantischen Union gegenüber. Mit Geld und Waffen kommt Spanien Kaiser Ferdinand II. zu Hilfe. Das katholische Frankreich verbündet sich mit dem protestantischen Schweden – gegen das Haus Österreich. Soldaten, Dirnen, Knechte und Mägde ziehen plündernd durchs Land und halten sich an den wehrlosen Bauern schadlos. Weite Gebiete werden verwüstet und entvölkert. Nur wenige profitieren vom Krieg – etwa General Albrecht Wallenstein, ein kühner Stratege und ebenso kühner Spekulant. 1634 aber wird er auf allerhöchsten Befehl hin ermordet. Angeblich plante Wallenstein eine Verschwörung gegen das Haus Habsburg. In jedem Fall war er dem Kaiser zu mächtig geworden. Der Krieg fordert währenddessen immer neue Opfer. Erst am 24. Oktober 1648 wird der Westfälische Friede feierlich verkündet. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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02.08.08
Die Habsburger 4v12
Zwischen Escorial und Hradschin – Das geteilte Erbe
Die spanische Linie der Habsburger wird durch Philipp II. repräsentiert. Im Escorial laufen alle Fäden der spanischen Monarchie zusammen: Er ist Palast und Kloster zugleich, monumentaler Ausdruck der engen Verbindung von Staat und Religion. König Philipp II., misstrauisch und unnahbar, erledigt die meisten Amtsgeschäfte im Alleingang. Politik und Privatleben greifen eng ineinander. Zu Beginn des Jahres 1568 lässt Philipp II. seinen Sohn Don Carlos arretieren. Es geht das Gerücht um, dass der Kronprinz an einer Verschwörung gegen seinen Vater beteiligt war. Mit 23 Jahren stirbt Don Carlos. Die familiäre Tragödie fällt zeitlich mit dem Aufstand in den Niederlanden zusammen. Dort wehrt sich das Volk gegen die verhasste spanische Fremdherrschaft, doch Philipp II. schlägt die Rebellion blutig nieder. Im Seekrieg mit England hingegen erleidet Spanien eine verheerende Niederlage. Philipps Interessen sind auf Westeuropa konzentriert – die Türkenabwehr im Osten überlässt er seinem Neffen Rudolf, der seit 1576 die Kaiserwürde trägt. Rudolf II. hat seine Residenz von Wien nach Prag verlegt. Dieser geheimnisvollste aller Habsburger entzieht sich der Öffentlichkeit. In der Prager Burg, auf dem Hradschin, verkehrt er mit Künstlern und Gelehrten, und seine kostbare Kunstsammlung erlangt Weltruhm. Doch als Herrscher versagt er, ist unfähig, die regionalen und nationalen Spannungen abzubauen. Schließlich wird Rudolf II. von seinem Bruder Matthias entmachtet. Aber auch er kann das Unheil nicht abwenden, das nun über Böhmen hereinbricht. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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20.07.08
Die Habsburger 3v12
Kreuz gegen Halbmond
Maximilian I. hatte sein Ziel erreicht: Spanien und die Niederlande, Böhmen und Ungarn wurden zum „Haus Österreich". Doch die Größe dieses Reichs wird für Maximilians Nachkommen zu einer schweren Hypothek: Kaiser Karl. V. ist ein Leben lang unterwegs, ein Herrscher ohne feste Residenz und der keines seiner Länder wirklich kennt. In Deutschland streiten die Fürsten um Privilegien, immer lauter wird die Forderung nach einer Reichsreform, die auch die längst fällige Kirchenreform mit einschließt. Die Glaubenserneuerung aber, wie sie Martin Luther anstrebt, führt zum Glaubenskrieg. Während Karl V. mit dem König von Frankreich um die Vorherrschaft in Europa kämpft, muss Karls jüngerer Bruder Ferdinand das Reich im Osten gegen die Türken verteidigen. Karl hat ihm die österreichischen Länder überlassen, 1526 kommen noch Ungarn und Böhmen hinzu – die Geburtsstunde der Donaumonarchie. Ferdinand betreibt eine kluge und maßvolle Politik. Er versucht sogar, zwischen den Konfessionen zu vermitteln. Den Österreichern ist der gebürtige Spanier ein verlässlicher Landesherr. Dennoch verblasst sein Bild neben der tragischen Gestalt Karls V: Der mächtigste „Herr der Welt“ muss seine eigene Ohnmacht erkennen, resigniert und tritt 1556 von allen Ämtern zurück. Seinem Bruder Ferdinand übergibt er das Reich und die damit verbundene Kaiserwürde, seinem Sohn Philipp die Herrschaft über das spanische Imperium. Von nun an ist die Habsburgerdynastie in zwei Linien geteilt. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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15.07.08
Die Habsburger 2v12
Der Traum vom Weltreich
1452 wird Friedrich III. vom Papst in Rom zum Kaiser gekrönt. Mit ihm beginnt die Erbfolge der Habsburger Kaiser und Könige über Jahrhunderte. „Der will wohl die Welt im Sitzen erobern", höhnen die Zeitgenossen über Friedrichs Lethargie. Doch in 51 Regierungsjahren überlebt er alle seine Gegner, und es gelingt ihm, die Dynastie im Kreis der europäischen Mächte zu etablieren. Im Wechsel von Friedrich III. zu seinem Sohn Maximilian I. vollzieht sich der Wandel zweier Zeitalter. Maximilian verbindet den alten Kaisermythos des Mittelalters mit der kühlen Machtpolitik der Neuzeit. Er ist letzter Ritter und erster Renaissance-Fürst, in der großen Welt ebenso zu Hause wie im kleinen Gebirgsland Tirol: Politische Krisen und Konflikte im Reich überbrückt er durch eine ausgedehnte Bündnis- und Ehepolitik nach dem Motto: „Mögen die anderen Kriege führen, du, glückliches Österreich heirate!“ Schon haben die Habsburger eine Option auf die Kronen von Böhmen und Ungarn – und ebenso zukunftsträchtig ist der Ehevertrag mit Spanien. Aus der Vereinigung beider Dynastien geht eine neue Großmacht hervor: Das „Haus Österreich". Für die Enkel Maximilians geht der Traum vom Weltreich in Erfüllung. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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07.07.08
Die Habsburger 1v12
Die Gunst des Augenblicks – Ein Graf nutzt seine Chance
In der Schweiz stand die Burg ihrer Väter. Die Grafen Habsburg waren treue Gefolgsleute des jeweiligen Kaisers, ehe sie selbst nach der Krone griffen. Im Jahr 1273 treten die Reichsfürsten zur Königswahl an. Gesucht wird ein Kompromisskandidat, der das zerrüttete Reich befrieden soll – ohne zuviel Macht anzusammeln. Die Wahl fällt auf Rudolf von Habsburg. Er ist 55 Jahre alt, ein tüchtiger Grundherr und erfahrener Kriegsmann. Der Rhein bildet gleichsam die Achse seines Lebens – doch an der Donau entscheidet sich sein Schicksal in der Konfrontation mit Ottokar. Der König von Böhmen und Mähren gebietet auch über die österreichischen Länder. Er hat sich selbst Hoffnungen auf die Kaiserkrone gemacht – nun erklärt er Rudolf von Habsburg den Krieg. Am 26. August 1278 stehen sie einander auf dem Marchfeld östlich von Wien gegenüber. Ottokars Truppen sind zahlenmäßig überlegen, doch der Habsburger hat die bessere Strategie – und er gewinnt die Schlacht. Am Ende dieses Tages steht Rudolf von Habsburg vor dem verstümmelten Leichnam Ottokars. An diesem Tag beginnt die Herrschaft der Habsburger im Donauraum – für die Dauer von 640 Jahren. König Rudolf belehnt seine Söhne mit dem Herzogtum Österreich und schafft damit eine solide Habsburger Hausmacht. Der Grundstein für die künftige Donaumonarchie ist gelegt. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.
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