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02.02.13

Römerfest am Reiterdenkmal. 15.-16.Juni in Schweinschied

Es ist wieder soweit, die vita – romana – rusticalis macht wie versprochen 2013 am Schweinschieder Felsengrabmal ein Römerfest. Mit dabei sind die Keltengruppe Taranis und Keltare aus dem Donnersbergkreis sowie der römische Vicus Eisenberg, vertreten durch den Förderverein röm. Vicus Eisenberg – Pfalz e.V. Die V-R-R werden ein gemeinsames Lager unmittelbar am Grabmal errichten. Handwerk und Lagerleben wird zu sehen sein. Ebenso wie in Boos wird die V-R-R in einer Projektwoche im Bildungsauftrag, Kindergärten und Schulen einbinden. Der Fahrplan und genaue Veranstaltungstermine sind auf mehreren Internetplattformen ersichtlich.

Veranstaltungsort: 
67744 Schweinschied am Römerdenkmal

 Freier Eintritt

 Beginn: 

 Die Eröffnung findet am Samstag den 15.Juni.2013 um 14.00 Uhr statt Am Sonntag den 16.Juni. wird die Veranstaltung um 10.00 mit einem Gottesdienst eröffnet


Weitere Infos unter cruciniacum.eu

17.08.12

Google-Earth-Satellit photographiert neue ägyptische Pyramiden

Dreieckige Schatten auf Luftbildaufnahmen verleiten die Forscher zu wilden Spekulationen. Das markanteste Bauwerk misst in der Kantenlänge 190 Meter und übertrifft damit sogar die Cheops-Pyramide. Eigentlich sind Satelliten, die für Google Earth die Welt von oben photographieren und mittels Zoom ungewollte Einblicke erlauben, inzwischen eher als Spionagewerkzeug verschrieen. Doch die hochauflösenden Bilder bieten auch für die Archäologen ungeahnte Möglichkeiten, potentielle Grabungsorte zu sondieren, die sonst nur schwer zugänglich wären. Einer dieser Grabungsorte könnte in der Nähe von Abu Sidhum in Oberägypten liegen: Die Satellitenarchäologin Angela Micol lokalisierte dort vier Erdhügel mit einer dreiecksähnlichen Spitze in der Mitte. Die größeren Hügel messen 76 Meter in der Länge, die kleineren Hügel 30 Meter. Der auffälligste Baukomplex übertrifft in seinen Dimensionen hingegen selbst die Cheops-Pyramide: Mit 190 Metern Kantenlänge ist sie dreimal so groß und misst noch an seiner erodierten Spitze knapp sechs Meter. Insbesondere die kleineren Hügel entsprechen mit ihrer Kantenlänge damit dem Standardmaß für Pyramiden aus der 13. Dynastie. Die zweite auffällige Stelle liegt knapp 100 Kilometer von der Fayoum-Oase entfernt: Dort hat der Satellit eine ähnliche, pyramidenförmige Aufschüttung photographiert, deren symmetrisches Zentrum laut Micol relativ eindeutig auf eine Pyramidenspitze hinweist. Für ihre Theorie könnte auch die günstige Lage dieses Erdhügels sprechen, der nur drei Kilometer von der antiken Stadt Dimai entfernt ist. Auch dort vermuten die Archäologen drei Pyramiden, angeordnet genauso wie ihre berühmten Vorbilder in Gizeh und gebaut aus dem für die Gegend typischen dunklen Lehm. Micol hofft, durch Infrarotaufnahmen noch weitere Details zu erkennen, bevor eine kostspielige Grabung in den Weg geleitet werden kann. Sicher ist auf jeden Fall, dass die satellitengestützte Forschung für die Archäologie immer wichtiger werden wird. So erkundet momentan eine US-Drohne in den Anden die antike Inka-Stadt Mawchu Llacta. Dimai selbst wurde von Ptolemaios II. Philadelphos (309 bis 246 v.Chr.) im dritten Jahrhundert gegründet. Seine Bedeutung als Handelszentrum lässt sich nicht nur an den den hohen Mauern messen (bis zu zehn Meter Höhe), sondern auch an der enormen Anzahl von Papyri und anderem Inschriftenmaterial, das dort bis jetzt gefunden wurde. Die Stadt wurde im dritten Jahrhundert nach Christus aus unbekannten Gründen aufgegeben. Quelle: Saskia Kerschbaum / g-geschichte.de

13.08.12

XV. Römertage auf der Villa Borg (04.08.2012)

Am 04.08.2012 - 05.08.2012 fanden die XV. Römertage im Archäologiepark Römische Villa Borg statt.Händler, Handwerker, Militär schlugen auf dem Villengelände ihr Lager auf und präsentieren die antike Lebensart. Quelle: http://www.cruciniacum.eu

09.11.09

Bier, Brot und Arbeit – Alltag im Alten Ägypten

Das Alte Ägypten ist nicht nur eine der ersten Hochkulturen der Welt - die Geschichte dieses Landes reicht über 5000 Jahre zurück - sondern auch eine, die am besten untersucht ist. Die Ägyptologie existiert seit Napoleons ägyptischem Feldzug, doch im Focus dieser Wissenschaft stand lange Zeit nur die reiche Oberschicht Ägyptens. Aber wie lebten damals die einfachen Leute? Die Quellen darüber sind oft mäßig und die Überreste meist gering. Dennoch ist es ansatzweise gelungen, das Wissen über die Arbeit und das Leben der Beamten und Handwerker zu konkretisieren. So spielten bei den Menschen im antiken Ägypten Kleidung, Kosmetik und Haartracht wohl eine große Rolle. Sogar der Speiseplan der alten Ägypter ist uns inzwischen bekannt, wie auch ihre Vorliebe für Wein und einer Art Bier.


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26.10.09

Gladiatoren gesucht

Regensburger Althistoriker starten experimentelles Projekt zu Ernährung und Training römischer Gladiatoren

Unter den Studenten der Uni Regensburg werden noch Freiwillige gesucht, die bereit sind sich einem intensiven Training zu unterziehen und einen strikten Ernährungsplan einzuhalten.


Mit dem originalgetreuen Nachbau einer antiken römischen Galeere und zwei Fußmärschen in Legionärsausrüstung - 2004 über die Alpen und 2008 an der Donau entlang von Carnuntum (Niederösterreich) nach Regensburg - konnten Historiker der Universität Regensburg schon bundesweit auf sich aufmerksam machen. Am Dienstag, den 20. Oktober 2009, fiel auf dem Regensburger Campus der Startschuss für ein weiteres Projekt aus dem Bereich der Experimentellen Archäologie. Organisiert wird es abermals von Mitarbeitern des Lehrstuhls für Alte Geschichte der Universität Regensburg. Im Rahmen des Forschungszentrums "Region im Umbruch" (RIU) nehmen die Organisatoren dabei ein weiteres bekanntes Thema der antiken Welt näher unter die Lupe: die Gladiatoren. Gleich zwanzig originalgetreu nachgebildete Gladiatorenausrüstungen wurden der Universität Regensburg in diesem Zusammenhang durch einen großzügigen Spender, den Unternehmer Hans Schaller aus Pfaffenhofen an der Ilm, überreicht.

Historischer Hintergrund:

Wie kaum ein anderes Thema der Altertumswissenschaften ist die Geschichte der römischen Gladiatoren mit Klischees behaftet, welche die historische Realität in vielerlei Hinsicht verfälschen. Zwar waren die munera, also die Veranstaltungen, in deren Rahmen Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden, eine Form der Massen-Unterhaltung. Oftmals wird aber außer Acht gelassen, dass diese Form des Spektakels auf religiösen Ritualen der Etrusker fußt, die ursprünglich außergewöhnliche Ehrerbietungen für Verstorbene darstellten. Zudem ist die Geschichte der Gladiatur mit einem außergewöhnlichen Prozess der Professionalisierung verbunden, der wiederum eng mit der politischen Entwicklung Roms zusammenhängt.

Die einstige Begräbnissitte wandelte sich erst im Laufe der Zeit zu einem Bestandteil der PR-Kampagnen römischer Staatsmänner wie Caesar. In der Kaiserzeit wurden Gladiatorenkämpfe dann in nahezu allen Teilen des expandierenden Imperium Romanum eingeführt. Gladiatorenkämpfe wurden zu einem festen Bestandteil der antiken römischen Zivilisation. Während zunächst Kriegsgefangene und Sklaven zu solchen Kämpfen gezwungen wurden, zog das Leben als Gladiator in der Folge auch Angehörige der römischen Oberschicht an. Etliche vornehme Römer gaben ihren sozialen Rang auf, um dem Kreis derjenigen anzugehören, die in den Arenen des Reiches die munera austrugen. Mit brutalen und ohne jegliche Regeln ausgefochtenen Kämpfen, wie es die modernen Medien unserer Zeit suggerieren, hatten die munera darüber hinaus nur selten etwas gemein.

Obwohl sie eigentlich auf der untersten sozialen Ebene angesiedelt waren, genossen die hervorragend ausgebildeten und medizinisch bestens versorgten Gladiatoren in der römischen Gesellschaft mitunter den Status von Idolen; durchaus vergleichbar mit modernen "Super-Stars". Verbunden mit der aufwendigen medizinischen Versorgung dieser "Super-Stars" war ein abgestimmter Ernährungsplan, der genauso wie die Behandlung der Gladiatoren streng wissenschaftlichen Kriterien folgte. Beides fand Eingang in die Ausbildung des antiken römischen Heeres und leistete so einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Medizin des Abendlandes bis in die Frühe Neuzeit hinein.

Zielsetzung und Zeitplan des Projekts:

Genau diese wissenschaftlichen Entwicklungen werden im Zentrum des neuen Projekts der Regensburger Wissenschaftler stehen. Ausgehend von der Frage, ob es möglich ist, aus einem Menschen des 21. Jahrhunderts einen Gladiator nach antikem Vorbild zu machen, sollen diese medizinischen, ernährungswissenschaftlichen und sportwissenschaftlichen Aspekte vor dem Hintergrund antiker Quellen untersucht werden.

Nach der Übergabe der Gladiatorenausrüstungen durch den Unternehmer Hans Schaller wird es in den nächsten Wochen darum gehen, Probanden für das geplante Projekt zu finden. Gesucht werden männliche Studierende der Universität Regensburg zwischen 20 und 30 Jahren, die sich zunächst einem intensiven Kraft- und Bewegungstraining stellen müssen und im Umgang mit der schweren Ausrüstung geschult werden. Darüber hinaus wird auf der Grundlage antiker Quellen - allen voran den Ausführungen des antiken Arztes Galen - ein detaillierter Ernährungsplan aufgestellt, der den Probanden ein hohes Maß an Disziplin abverlangen wird. Zielpunkt des Projekts, dessen Ausgang zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der hohen Anforderungen an die Beteiligten völlig offen scheint, ist ein längerer Aufenthalt im Amphitheater in Carnuntum. In diesem Zusammenhang werden die Probanden einen Monat lang leben und trainieren wie antike Gladiatoren.

Das Projekt könnte neben einem tieferen Verständnis für die Lebensumstände der Gladiatoren auch weitere Erkenntnisse für die Ernährungswissenschaft, die Sportwissenschaft und die Sportmedizin liefern. Gerade deshalb werden die verschiedenen Phasen des Projekts auch von Mitarbeitern des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Regensburg begleitet.

Quelle: archaeologie-online.de

Römermarsch: Leiden für die Wissenschaft

Römermarsch: Leiden für die Wissenschaft,Heldenhaft, todesmutig und vor allem sehr zäh - die Soldaten der alten Römer mussten ganz schön viel aushalten. Und der Respekt vor den Leistungen der Legionäre wächst noch mehr, wenn man für ein paar hundert Kilometer in ihre Rolle schlüpft.

16.10.09

Neues Museum wird wieder eröffnet

Ägyptische Sammlung mit weltberühmter Büste von Nofretete zu sehen

Nach mehr als 70 Jahren wird am 17. Oktober das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wiedereröffnet. Nach der feierlichen Übergabe am Vorabend durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann dann das Publikum die ägyptische Sammlung mit der weltberühmten Büste der Königin Nofretete sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte besuchen. Zum Auftakt am Wochenende gibt es zwei Tage der offenen Tür mit freiem Eintritt.


Quelle: Phoenix.de


Neues-museum



Wer es nicht einrichten kann, am Wochenende nach Berlin zu reisen, kann schon mal einen virtuellen Rundgang durch das Neue Museum und die Museumsinsel machen.



Museumsinsel(Flash-Animation)

05.10.09

Alexander der Große und die Öffnung der Welt

"Drang nach bislang Unerreichtem"

Asiens Kulturen im Wandel

Alexander der Große - Mythos, Held und König. Er hat die Welt verändert und noch heute kennt jeder seinen Namen. Bis zum 21. Februar 2010 widmen ihm die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen und die Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts eine Sonderausstellung.


40 Museen haben ihren Teil zur Ausstellung "Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel" beigetragen. Manche Stücke sind zum ersten Mal in Europa zu sehen. Alles dreht sich um Alexander (356 bis 323 vor Christus), den großen Helden vergangener und dieser Tage. Das hätte ihm wohl gefallen, war es ihm doch offenbar immer wichtig, in der Nachwelt verankert zu bleiben. Deswegen haben ihn seine Hofberichterstatter auf dem Feldzug begleitet. Der hat elf Jahre gedauert und führte durch das riesige persische Reich. Da gibt es viel zu berichten.

"Von besonderer Strahlkraft"

Auch für die Mannheimer Museen, die Alexander vorstellen. Bisher war bei Alexander-Schauen meist sein Wirken im europäischen Raum und in Ägypten von Interesse. Jetzt rückt der Fokus nach Zentralasien. Und natürlich auf ihn, über den antike Autoren schrieben: "Er hatte einen Haarwirbel über der Stirn und hielt den Kopf ein wenig schief. Seine Augen waren von besonderer Strahlkraft, und er war relativ klein von Statur." Er sei darüber hinaus leidenschaftlich gewesen, "mit einem außergewöhnlichen Drang nach bislang Unerreichtem".
Austausch der Kulturen

Alexander der Große brachte während seines Feldzuges alles durcheinander: Die zentralasiatischen Völker wurden mit der griechischen Kultur und Lebensweise konfrontiert. Im Gegenzug lernte Alexanders Heer und Tross die persische Lebenswelt und lokale Kulturen Zentralasiens kennen. Diese Wechselwirkungen sind Mittelpunkt der Mannheimer Ausstellung.

Die Geschichten um den König sind faszinierend und abstrakt zugleich. Da trifft Schulwissen auf Expertenkenntnisse. Die Ausstellungsmacher hatten anfangs Sorge, dem Mythos Alexander des Großen zu erliegen. Das ist nicht passiert. Denn der Große wird nicht nur verherrlicht, sondern auch die Schattenseiten sind präsent. Und die Nachwirkungen.

Besucher in der Gegenwart abholen

Denn es hat noch nie eine so intensive Kommunikation zwischen Ost und West gegeben wie nach Alexander. Er hat während seines Zuges nicht nur die Kultur, sondern auch Tiere und Pflanzen der Völker dokumentiert. "Der Besucher soll sehen, dass das eine Epoche ist, in der sich Kulturen vermengen und eine neue Kultur entsteht", sagt Prof. Dr. Alfried Wieczorek, der Leitende Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen.

Es geht um ein großes Thema und um einen großen Mann. Das kann auch Kindern gefallen. Wie Wieczorek verspricht: "Wir erklären die Lebenswelt der Zeit, um so etwas wie den Hellenismus geht es dann aber nicht. Die kleinen Besucher sehen, wie Kulturen zusammenleben und zu Neuem entstehen." In der Gegenwart wolle man die Besucher abholen. Deswegen gibt es neben den vielen besonderen Ausstellungsstücken auch etwas zum Anfassen und Ausprobieren:

Reiss-Engelhorn-Museen

Museum Weltkulturen D5
68159 Mannheim

Tel:
0621 2933150
Fax:
0621 2939539
E-Mail:
reiss-engelhorn-museen@mannheim.de

Internet:
www.alexander-der-grosse-2009.de


Die Ausstellung "Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel" läuft bis zum 21. Februar 2010.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Schnell & Steiner erschienen, hat etwa 500 Seiten und zirka 600 Farbabbildungen. Das Museum bietet ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, auch an Feiertagen (außer 24. und 31. Dezember)

Eintrittspreise:

Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familien 18 Euro.

Führungen:

Sonntags um 14 Uhr und nach Vereinbarung. Außerdem werden Hörführungen angeboten.

Quelle: swr.de

Neros Speisesaal entdeckt?

Es riecht nicht nach gespickten Täubchen. Da liegt auch kein gebratener Hase im Federkleid eines Vogels auf einem mit Blumen verzierten Speisetisch. Die Archäologen sind sich noch nicht einmal sicher, ob sie den sagenhaften Speisesaal (coenatio rotunda) von Kaiser Nero gefunden haben, den der Historiker Sueton in seiner Kaiserbiographie beschreibt: Neros „Bankettsaal besaß die Form einer Rotunde, deren Kuppel sich wie das Weltall Tag und Nacht beständig drehte“.

Aber die Wissenschaftler entdeckten im Juli und zeigten jetzt zum ersten Mal auf dem südlichen Abhang des Palatin mit Blick zum Kolosseum einen Rundbau von 16 Metern Durchmesser. In seiner Mitte erhebt sich ein vier Meter breiter Pfeiler aus einer Ziegelsteinmauer. Regelmäßig angebrachte Vertiefungen in diesem Pfeiler auf einer Höhe, auf der sich ein Fußboden verankern ließe, erlauben den Schluss, dass der wohl hölzerne Boden nicht fest mit der Außenmauer verbunden, sondern drehbar war.

Elfenbein, Perlmutt und Edelstein zur Zierde

Die Archäologen datieren das seltsame Mauerwerk auf die kurze Phase zwischen dem Brand von Rom im Jahre 64 nach Christus und dem Schleifen des gesamten Geländes fünf Jahre später unter dem ersten Flavierkaiser Vespasian, der nach Neros Tod und dem Bürgerkrieg im „Vierkaiserjahr“ die Herrschaft an sich reißen konnte. Durch diese Datierung könnte es sich bei dem Bauwerk tatsächlich um ein Bausegment auf dem riesigen Areal von Neros Goldenem Haus („domus aurea“) handeln, das der Kaiser nach dem Brand mehrerer Stadtviertel vom Oppio-Hügel auf dem Caelius im Osten über das Tal bis zum Hang zum Palatin hinauf errichten ließ.

Das ausgediente Bauwerk wurde nie fertig, aber Sueton berichtete noch ein halbes Jahrhundert später: „Die Innenräume des Palastes waren sämtlich vergoldet und mit Edelsteinen und Perlmutt ausgelegt. Die Speisesäle hatten mit Elfenbeinschnitzereien verzierte Kassettendecken, deren Täfelung verschiebbar war, damit man Blumen auf die Gäste herabregnen lassen konnte, und eine Röhrenwerk, um duftende Essenzen herabzusprühen.“

Berauschender Blick auf einen künstlichen See

Nach dem Fund könnte es nun auch sein, dass sich nicht nur die Decke über diesem Speisesaal drehte, sondern auch der Boden. Es wird an einen hydraulischen Mechanismus gedacht. Aber davon sahen Neros Gäste nichts. Sie genossen einen überwältigenden Blick, der sich bis heute nachfühlen lässt. Dort, wo der Nachfolger Vespasian mit dem Bau des Kolosseums begann, hatte Nero einen künstlichen See anlegen lassen. Neros Gäste sahen zudem auf die Kolossalstatue ihres Gastgebers. Die stand in einer Vorhalle zwischen - aus drei Säulenreihen bestehenden - Kolonnaden und soll nach Sueton 36 Meter hoch gewesen sein. Nach dieser Statue benannten wohl die Flavier das Amphitheater. Den Gästen bot sich der freie Blick in alle Himmelsrichtungen über das Forum zu den Villen auf dem Palatin, wenn sich der Fund der Archäologen bestätigen sollte.

Fürs Erste ist die Anlage wie das gesamte Areal des „domus aurea“ für Besucher gesperrt; aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Zudem wird weitergegraben, um vielleicht doch das gesamte Geheimnis zu lüften. Bislang hatte man trotz der schriftlichen Quellen Neros Villa vor allem auf dem Oppio angesiedelt. Erst jetzt wird das gewaltige Ausmaß der Anlage deutlich. Nero lebte nur fünf Monate in seiner Villa, die Stadtpalast und Gartenhaus in einem war, ehe er, von seinen Feinden bedrängt, mit 31 Jahren Selbstmord beging. „Jetzt erst fange ich an, menschenwürdig zu leben“, hatte er bei der Einweihung seines goldenen Eigenheims gesagt.

Quelle: faz.net

26.09.09

Arbeitsloser findet riesigen Goldschatz in England

Es ist der Traum eines jeden Goldjägers: Ein Hobby-Schatzsucher hat in England den bisher größten Goldschatz aus der Zeit der Angelsachsen entdeckt. Auf dem Acker eines benachbarten Bauern in der Grafschaft Staffordshire fand der arbeitslose Mann mit seinem Metalldetektor bis zu 1.500 Stücke, darunter vor allem Kriegsausrüstung.

Der Schatz stammt vermutlich aus dem siebten Jahrhundert und soll Millionen wert sein. Archäologen halten den Fund für den größten und bedeutendsten aus der Zeit des germanischen Stammes. Der Finder Terry Herbert sagte, der Schatz sei so groß, dass er nur noch von Gold geträumt habe. "Stell dir vor, du bist zu Hause und jemand hört nicht auf, Geld durch deinen Briefschlitz zu stecken - so war das."

Für Archäologen hat der Fund in Mittelengland jedoch noch eine ganz andere Dimension: Der Schatz sei vermutlich bedeutender als der von Sutton Hoo in Ostengland. Dort fanden Archäologen vor 70 Jahren eine Grabstätte mit 1,6 Kilogramm Gold. "Dies wird unsere Ansichten über das angelsächsische England radikal verändern", sagte Leslie Webster, Expertin beim British Museum. Ein Richter in Staffordshire deklarierte den Fund am Donnerstag offiziell als Schatz - das bedeutet, dass er zur Krone gehört und von Museen erworben werden kann.

Der Fund besteht aus 5 Kilo Gold und 1,3 Kilo Silber. Dazu gehören aufwendig dekorierte Schwertgriffe und Helm-Teile. Experten gehen davon aus, dass sie aus höchstem Adelshaus stammen. Auch ein Goldband mit biblischer Inschrift aus dem Alten Testament und bis zu drei Kreuze gehören zu den Fundstücken.

Die Archäologen rätseln nun über die Herkunft des Schatzes. "Reichtum von solchem Ausmaß muss wohl einem König gehört haben", sagte Roger Bland, der beim British Museum für Schätze verantwortlich ist. Es könnte sein, dass die Besitzer die Stücke in gefährlichen Zeiten versteckt hätten, um sie später wieder auszugraben. Der Fundort liegt im einstigen angelsächsischen Königreich Mercia. Bland sagte, der Wert des Schatzes belaufe sich auf eine siebenstellige Summe.

"Es sieht wie eine Sammlung von Trophäen aus", sagte Kevin Leahy von der Organisation Portable Antiquities Scheme. Es gebe jedoch noch unzählige offene Fragen, "das wird noch für Jahrzehnte diskutiert werden". Derzeit liegt der Fund im Birmingham Museum and Art Gallery. Teile davon sollen von Freitag an rund zwei Wochen ausgestellt werden.

Herbert hatte den Schatz im Juli in der Nähe seines Hauses entdeckt. Anschließend buddelte er fünf Tage lang nach den Stücken und informierte Archäologen. "Ich habe mir ständig vorgestellt, was ich am nächsten Tag finden werde", sagte der 55-Jährige. Seinen Detektor habe er vor 18 Jahren auf einem Flohmarkt für ein paar Pfund gekauft.

Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis der genaue Wert der Entdeckung feststeht. Aber ist der Schatz einmal verkauft, geht das Geld an Herbert und den Bauern, unter dessen Feld das Gold schlummerte. "Das ist mehr Spaß, als im Lotto zu gewinnen", sagte Herbert. Er wolle sich für den Erlös einen Bungalow kaufen. Und auch auf ein besseres Image hofft er: "Die Leute lachen über Sondengänger. Sie sagen 'piep, piep, der sucht nach Pennies'. Aber wir sind da, um solche Sachen zu finden - und sie liegen da draußen."

Wer waren die Angelsachsen?

Aus den Küstenländern der Nordsee wanderten im 5. und 6. Jahrhundert germanische Stämme auf die Britischen Inseln aus. Die Angeln, von denen der Name England abgeleitet ist (Altenglisch 'engla land' - "Land der Angeln"), kamen aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein und von der dänischen Insel Fyn (Fünen), die Sachsen aus dem Gebiet zwischen den Unterläufen von Weser und Elbe. Die Angelsachsen eroberten das britische Tiefland und verdrängten die dort siedelnden Kelten.

Die Einwanderer verehrten germanische Götter wie Tiu (Tyr), Wotan und Donar (Thor). Die englischen Wochentage Tuesday (Dienstag), Wednesday (Mittwoch) und Thursday (Donnerstag) erinnern noch heute daran.

Erst mit Augustinus von Canterbury begann 597 in Kent allmählich die Christianisierung durch Missionare aus Frankenreich, Irland und Rom. Die Namen angelsächsischer Königreiche sind bis heute in den Namen englischer Grafschaften oder Regionen erhalten - wie Essex, Middlesex, Sussex oder Wessex.

Quelle: rtl.de


Birmingham Museum and Art Gallery

23.09.09

Happy Birthday Kaiser Augustus

Augustus [lat., »der Erhabene«], geb. Rom 23. 9. 63 v. Chr., gest. Nola 19. 8. 14 n. Chr., Sohn des C. Octavius und der Atia, einer Tochter von Cäsars Schwester Iulia, nach der Adoption durch seinen Großonkel C. Iulius Caesar Octavianus, seit dem 16. 1. 27 Imperator Caesar Augustus. Nachdem er Cäsar nach Spanien begleitet hatte und von ihm in verschiedener Weise (Priesterämter, militärische Orden, Aufnahme unter die Patrizier) ausgezeichnet worden war, geriet er nach dessen Ermordung - testamentarisch adoptiert und zum Erben bestimmt - in Konflikt mit Antonius, mit dem er jedoch nach einem Sieg bei Mutina und dem Marsch auf Rom am 27. 11. 43 v. Chr. zusammen mit Lepidus das sog. 2. Triumvirat schloß. Die politischen Gegner, darunter Cicero, wurden durch Proskriptionen aus dem Wege geräumt, die Cäsarmörder Brutus und Cassius 42 bei Philippi geschlagen. Bei der Aufteilung des Reiches (sog. Vertrag von Brundisium) erhielt Augustus den Westen, Antonius den Osten, Lepidus die afrikanischen Provinzen. 37 wurde das Triumvirat um weitere 5 Jahre verlängert, 36 Sex. Pompeius, der Sohn des berühmten Pompeius, bei Mylae und Naulochos besiegt und 35 in Milet ermordet. Nach Ausschaltung des Lepidus begann das Zerwürfnis zwischen Augustus und Antonius. Letzterer wurde auf Betreiben des Augustus seiner Ämter enthoben, der mit ihm verbundenen ägyptischen Königin Kleopatra der Krieg erklärt. Mit dem Seesieg bei Actium (31) war Augustus im alleinigen Besitz der Macht und ließ, nach Rom zurückgekehrt, als Zeichen des Kriegsendes (29) den Janustempel schließen.

Im Januar 27 v. Chr. fanden die bedeutsamen Senatssitzungen statt, die über die Stellung des Cäsarerben und die weitere Entwicklung des Römischen Reiches entschieden: Am 13. Januar wurde dem 35jährigen vom Senat ein prokonsularisches Imperium für 10 Jahre übertragen, die Provinzen in senatorische und kaiserliche geteilt. Da in den letzteren die Armeen konzentriert waren, hatte Augustus damit den Oberbefehl über den größten Teil der römischen Streitmacht. Am 16. Januar wurde ihm der Titel Augustus verliehen. Im Juni desselben Jahres erhielt er die tribunizische Gewalt auf Lebenszeit, sein prokonsularisches Imperium wurde auf die Stadt Rom ausgedehnt und war den Provinzstatthaltern übergeordnet. Damit war die staatsrechtliche Stellung des ersten Prinzeps und aller Nachfolger festgelegt und ruhte auf den beiden Säulen des Imperiums (seit 19 v. Chr. auf Lebenszeit) und der tribunizischen Gewalt. Die Macht des Kaisers wurde zusätzlich gefestigt durch seine auctoritas und eine Reihe sakraler Funktionen: Als Divi Caesaris filius, »Sohn des zum Gott erhobenen Cäsar«, genoß er selbst göttliche Ehren, die zum Kaiserkult führten; er war Pontifex maximus, »Oberpriester«, und Pater patriae, »Vater des Vaterlandes«.
In der Außenpolitik, die im wesentlichen auf die Sicherung der römischen Herrschaft unter Verzicht auf neue Eroberungen gerichtet war, hatte Augustus während seiner 40jährigen Regierung Erfolge und Mißerfolge zu verzeichnen: Die Pyrenäenhalbinsel und Gallien wurden endgültig und fest dem römischen Provinzialsystem eingegliedert, die Rheingrenze gesichert (einer Eroberung des freien Germaniens wurde durch die Schlacht im Teutoburger Wald ein Ende gesetzt); die Nordgrenze Italiens wurde durch die Unterwerfung der Alpenvölker und die Eroberung Pannoniens gefestigt. Wo nicht neue Provinzen errichtet wurden, garantierten Klientelstaaten (Noricum, Mösien, Thrakien) den römischen Einfluß, auch in Kleinasien (Armenien, Kappadokien, Kommagene), wo die Rückgabe der 53 v. Chr. bei Carrhae an die Parther verlorenen römischen Feldzeichen 20 v. Chr. als großer diplomatischer Erfolg in Rom gefeiert wurde.

In der Innenpolitik waren besonders die Erneuerung des Senats, umfassende Reformen der Verwaltung (Organisierung eines bezahlten Beamtenapparates aus Senatoren, Rittern und Freigelassenen), die besonders den Provinzen und der allgemeinen Finanzlage des Reiches zugute kamen, aber auch die Ordnung in Rom selbst verbesserten (Bautätigkeit, Feuerwehr und Polizei, Getreideversorgung usw.), die Schaffung eines stehenden, besoldeten Heeres von großer Bedeutung. Dazu kamen Neuerungen in Recht und Gesetzgebung; der Erfolg der sog. Ehe- und Luxusgesetze muß allerdings bezweifelt werden.

Die unbestreitbar erfolgreiche Innen- und Außenpolitik setzte die Mitwirkung fähiger Helfer und kluger Ratgeber voraus, unter denen vor allem Agrippa und Maecenas zu nennen sind. Nicht zuletzt ist es gewiß auch ihrem Einfluß zu verdanken, daß unter Augustus Kunst und Wissenschaft eine sprichwörtliche Blüte erreichten: Die Dichter Horaz, Properz und Vergil feierten den Kaiser und die Zeit, Livius schrieb eine römische Geschichte, der Gelehrte Hyginus wurde Leiter der auf dem Palatin errichteten Bibliothek. Eine umfassende Bautätigkeit in Rom (Kaiserpalast und -forum, Sonnenuhr, Ara pacis und Mausoleum auf dem Marsfeld), Italien und den Provinzen (Straßen, Wasserleitungen, Tempel, Bibliotheken, Rathäuser und Schulen) setzte ein und führte zusammen mit Städtegründungen und Bürgerrechtsverleihungen zur Verbreitung römischen Kultur und Zivilisation.

Augustus starb am 19. 8. 14 n. Chr. in Nola; der Monat wurde nach ihm umbenannt. Eines der schwierigsten Probleme, die Nachfolge, hatte er bereits 10 Jahre zuvor nach mehreren Fehlschlägen endgültig gelöst: Im Jahre 4 hatte er Tib. Claudius Nero, einen Sohn seiner dritten Frau Livia aus deren erster Ehe, adoptiert; dieser folgte ihm als Kaiser Tiberius (Tib. Caesar Augustus). Augustus hinterließ eine statistische Übersicht über das gesamte Reich und ein Verzeichnis seiner Taten, die »Res Gestae Divi Augusti«, von denen Fragmente mehrerer Kopien gefunden wurden (das wichtigste das sog. Monumentum Ancyranum).

Quelle: novaesium.de

18.09.09

Happy Birthday Kaiser Traianus, M. Ulpius

Traianus, M. Ulpius, dt. Trajan, geb. Italica (Spanien, beim heutigen Santiponce bei Sevilla) 18. 9. 53, gest. Selinus (Anatolien) 7./8. 8. 117, römischer Kaiser seit 28. 1. 98. Er stammte aus der Munizipalaristokratie Südspaniens. Sein Vater war unter Nero in den Senat gelangt. Trajan wurde unter Domitian Legionskommandeur in Spanien, 91 Konsul und 96 Statthalter von Germania superior. 97 wurde der bei den Soldaten beliebte Senator von Nerva adoptiert und bestieg nach dessen Tod als erster Provinziale den Kaiserthron.

Seine Außenpolitik ist durch große Offensiven gekennzeichnet. 101/02 wurde Dakien unterworfen und in Abhängigkeit gebracht, 105/06 nochmals erobert und 107 zur römischen Provinz erklärt. Als Siegesdenkmäler entstanden 109 das Monument von Adamklissi und 113 in Rom die 33 m hohe Trajanssäule mit 200 m langem Reliefband. Bei Turnu Severin baute Apollodor von Damaskus die erste feste Donaubrücke von 1 km Länge. 106 wurde das Nabatäerreich in die Provinz Arabia umgewandelt. Im Partherkrieg 114-117 konnte Trajan Armenien und Mesopotamien erobern und dem Reich eingliedern. 116 gelangte er über Ktesiphon bis an den Persischen Golf. Aufstände im Hinterland, besonders eine Erhebung der Juden, hinderten die Fortführung des Krieges. Auf der Rückreise nach Rom starb der Kaiser in Selinus in Kilikien.

In der Innenpolitik wahrte Trajan die Rechte des Senats, der allein ihm 114 den Titel Optimus princeps (bester Kaiser) verlieh. Gleichzeitig wurde der Trajansbogen in Beneventum errichtet, dessen umfangreicher, gut erhaltener Reliefschmuck dem Verhältnis des Kaisers zu Rom (Stadtseite) und zu den Provinzen (Landseite) gewidmet ist. Die kaiserliche Macht wurde durch Ausbau von Verwaltung und Armee gestärkt, die Provinzstädte zunehmend kaiserlicher Kontrolle unterstellt. Der Briefwechsel des Trajan mit Plinius d.J., dem Statthalter von Bithynien, ist aufschlußreich für seine staatspolitische Klugheit auch in Detailfragen, u.a. bei der Behandlung der Christen. Der Kaiser bemühte sich um den Ausbau der Grenzverteidigung an Rhein und Donau (Limes und Trajanswall in der Dobrudscha) und gründete zahlreiche Kolonien, u.a. Ulpia Traiana (Xanten), Noviomagus (Nijmegen) und Thamugadi (Timgad). Eine umfangreiche Bautätigkeit (Trajansforum mit 2 Bibliotheken und Basilica Ulpia, Ausbau von Häfen und Straßen), die Erweiterung von Nervas Alimentarstiftungen, großzügige Spenden und prachtvolle Spiele machten ihn auch beim Volk sehr beliebt, erschöpften jedoch die Finanzen trotz des Zuflusses von dakischem Gold.

Die Ehe mit der aus Südgallien stammenden Plotina blieb kinderlos. Der Nachfolger Hadrian wurde testamentarisch adoptiert (Adoptivkaisertum). Unter der Regierung des soldatischen Trajan erreichte das Römische Reich die größte Ausdehnung und den Höhepunkt seiner Macht. Von allen Kaisern war er der größte Eroberer und zugleich der letzte.

Quelle: novaesium.de

05.09.09

Abraham - Vater des Glaubens

Juden, Christen und Muslime verehren den nomadischen Stammesfürsten Abraham aus Mesopotamien als Musterbeispiel eines vertrauensvollen Gesprächs mit Gott ...


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Bad Kreuznacher Römerhalle wird zeitgemäßer

FÖRDERMITTEL Kein Lesen von Tafeln mehr, Besucher soll aktiv werden / Land bezuschusst neues Konzept

Das Konzept der Römerhalle, eröffnet vor 25 Jahren, soll den aktuellen Ansprüchen des Museumsbesuchers angepasst werden. In vier Teilschritten werden Veränderungen in der Dauerausstellung vorgenommen, es wird Mitmachstationen geben, an denen der Besucher selbst auch aktiv gefordert und spielerisch Wissen vermittelt wird. So zum Beispiel zu Baumaterial, der Heizungsanlage, dem Leben der reichen wie der armen Römer, dem Militär und natürlich den Mosaikböden. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz war 2007 an die Stadt und Dr. Angela Nestler-Zapp, Direktorin der Museen im Rittergut Bangert, mit der Frage einer Konzepterarbeitung für die Umgestaltung herangetreten.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Mainz, hat der Stadt die finanzielle Förderung für eine Neugestaltung und Erweiterung der ständigen Ausstellung in der Römerhalle zugesagt. Die Römerhalle ist eines von vier Museen in Rheinland-Pfalz, die eine mehrjährige Projektförderung aus Landesmitteln erfahren. "Diese Förderung macht auch den Stellenwert deutlich, welchen die Römerhalle und die römische Villa für die römische Vergangenheit unseres Bundeslandes besitzen", betonten Kulturdezernentin Helga Baumann und Nestler-Zapp.

Insgesamt werden 189 000 Euro in die Umgestaltung gesteckt, 50 000 davon trägt die Stadt. Im Rahmen der Förderung des "Kulturerbes der Region" ist die Umsetzung des Projektes auf vier Jahre ausgerichtet. Sie erfolgt in jährlichen Teilprojekten, der erste Schritt "Baugeschichte der römischen Villa von Bad Kreuznach" beginnt noch 2009.

Heidi Schumacher, Abteilungsleiterin Kultur im Ministerium, betonte, dass die Tourismus-Strategie 2015 des Landes die Kultur als Basis der vier Förderschwerpunkte Wandern, Radwandern, Weinbau und Wellness angesehen wird. Unter der Dachmarke "Römer, Ritter und Romantiker", so Schumacher, werden Projekte gefördert, von denen man sich eine Belebung einer ganzen Region verspreche. Vor allem "Schlecht-Wetter"-Angebote seien im Land für die Touristen noch nicht so üppig gesät. Die kulturelle Bedeutung der römischen Villa, die aufgrund des Villentyps, der Größe der Anlage, des Baukonzeptes und der Prachtentfaltung beim Innenausbau herausragendes Beispiel römischer Villenbaukunst nördlich der Alpen ist, wurde bei der Antragstellung als Alleinstellungsmerkmal bewertet. Auch die Sammlung von Soldatengrabsteinen des Gräberfeldes von Bingerbrück aus dem 1. Jh. nach Christus sowie das spätantike Kastell von Kreuznach werden wichtige Themen der Neugestaltung sein. Ziel ist die zeitgemäße Aufbereitung und Präsentation der Exponate, wobei das Kulturerlebnis und das generationsübergreifende Lernen für die Besucher im Vordergrund stehen. Archäologische Befunde sollen lesbar und somit als Identifikationsmerkmal der Region Rheinland-Pfalz als ehemaliges römisches Territorium verwertbar gemacht werden.

Ein Team wird das Projekt, dessen wissenschaftliche Leitung in Händen von Dr. Angela Nestler-Zapp liegt, umsetzen: Sibylle von Roesgen M.A., (v.roesgens kulturmanagment, Heidesheim), Alfred Engler (arts + media, Mainz), Dr. Karin Drda-Kühn (media k, Bad Mergentheim), sowie Dr. Sabine Hornung M.A., Mainz. Unterstützung hat auch Landes-Archäologe Dr. Gerd Rupprecht zugesagt. "Durch die Förderung wird für die Römerhalle ein zeitgemäßer Standard der Präsentation erarbeitet. Sie birgt einzigartige Schätze, aber sie allein reichen nicht, um Besucher anzuziehen, es muss auch der Ausstellungsstandard den heutigen Anforderungen entsprechen", so Kulturdezernentin Baumann. Derzeit werden in der Römerhalle jährlich 13000 bis 14 000 Besucher gezählt. Nester-Zapp betont, dass die Zahl gesteigert werden soll, "die Einrichtung hätte mehr als doppelt so viele Besucher verdient."

Quelle: allgemeine-zeitung.de

Eine Scherbe rettet die Römersiedlung

Der Papier gewordene Albtraum von Gerda Weller heißt „Bebauungsplan Nr. 14“ und ist auf den 13. November 1990 datiert. Knapp 19 Jahre später steht sie an jenem Ort, an dem die Gemeinde Lahnau im Lahn-Dill-Kreis ursprünglich ein 3,6 Hektar großes Gewerbegebiet einrichten wollte. Weller fährt mit dem Zeigefinger über die Planskizze von damals, dann weist sie mit einer ausladenden Handbewegung über das umliegende Gebiet: In zweihundert Metern Entfernung erhebt sich ein großer Erdhügel.

Direkt daneben liegt der große Trichter, in dem Forscher den Pferdekopf der römischen Bronzestatue fanden, der vor zwei Wochen für weltweites Aufsehen sorgte. In der anderen Blickrichtung grenzt die Lagerhalle eines Baustoffhandels an den Ort. Dort hat sich das Archäologen-Team eingerichtet: Zwischen Betonquadern und Gabelstaplern residieren die Forscher und ihre Mitarbeiter in zwei orangefarbenen Containern. „Das wäre alles ein großes Gewerbegebiet geworden“, sagt Weller.

Scherben und Tonfragmente aus der Römerzeit

Daraus ist nichts geworden, stattdessen weist heute ein unscheinbares Schild an der Landstraße in Richtung Naunheim mit der Aufschrift „Römisches Forum“ in Richtung des Geländes. Dort verhinderte Weller mit ihren Feldbegehungen vom Herbst 1989 an einen Gewerbepark. Sie selbst sieht ihre Rolle untergeordnet: Der sensationelle Fund des Fragments der Statue sei vor allem richtigen Entscheidungen bei den Behörden zu verdanken. Selbst gesehen hat sie den Pferdekopf bis heute nicht.

Gerda Weller besteigt den sogenannten Feldherrnhügel, eine Aussichtsplattform mitten auf dem Grabungsgelände. In dieser Gegend unternahm sie vor zwanzig Jahren auf Anregung des damaligen Kreisbodendenkmalpflegers Klaus Engelbach die Feldbegehungen, bei denen sie die erste Scherben und Tonfragmente aus der Römerzeit fand. „Ich habe dabei eigentlich an frühmittelalterliche Funde gedacht“, sagt sie.

Steinfundamente aus der römischen Antike

Als Weller Ende 1989 beim Bodendenkmalpfleger des Kreises Wetzlar, Heinrich Janke, ihre Funde auf den Tisch legt, zieht dieser eine einzelne Scherbe heraus. „Die ist römisch“, lautet sein knapper Kommentar. Weller begann daraufhin am Westzipfel ihres Heimatortes gründlich nach weiteren Funden zu suchen. 1991 brachte sie kistenweise Steine und Scherben zum Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden, im Herbst 1992 besuchte schließlich Heinz-Jürgen Köhler von der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt die Äcker vor Waldgirmes. „Das war ein historischer Tag“, sagt Weller. Sie neige nicht zu Euphorie, denn für ihre Passion benötige sie viel Geduld und einen kühlen Kopf: Bei 90 Prozent ihrer Feldbegehungen findet sie nämlich gar nichts.

Allen Grund zur Freude gab es 1993 nach drei Jahren geduldigen Weitersuchens: Bei einer sogenannten Sondage, der ersten Bodenanalyse durch die Römisch-Germanische Kommission, wird offenkundig, dass unter den Äckern noch mehr verborgen sein muss: Daraufhin werden die Pläne für das Gewerbegebiet ad acta gelegt. 1998 entdeckten die Archäologen bei den Grabungsarbeiten sogar die ersten rechtsrheinischen Steinfundamente aus der römischen Antike – „dieser Ort hat eine hohe geschichtliche Bedeutung“, sagt Weller rückblickend.

„Verkettung von günstigen Umständen und Fleiß“

Sie habe sich schon als Kind für die Archäologie interessiert, sagt die kleine Frau, Jahrgang 1957. Damals sei sie durch die Felder gezogen und habe Relikte aus der Vergangenheit gesammelt. Das sei gar nicht so einfach, denn die Saison für Feldbegehungen beschränkt sich auf das Frühjahr und den Spätherbst: „Wenn Getreide auf den Feldern steht, kann ich nicht suchen“, sagt Weller. Während der „Saison“ ist sie dafür regelmäßig unterwegs und opfert den Großteil ihrer Freizeit.

Dass ausgerechnet ihre Feldbegehungen vor 20 Jahren die Sensation von vor drei Wochen möglich gemacht haben, bewertet sie als „Verkettung von günstigen Umständen und Fleiß“. „Der Tüchtige hat manchmal auch Glück“, sagt sie. Den Begriff der „Hobby-Archäologin“ mag Weller nicht, das klingt ihr zu abschätzig: Sie sei ehrenamtliche Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege.

Systematisch nach Spuren aus der Vergangenheit suchen

Vor der Reiterstatue des Kaisers Augustus hat sich inzwischen eine größere Gruppe betagter Fahrradtouristen andächtig im Halbkreis versammelt. Die Bronzeskulptur in der Mitte des römischen Forums ist nur eine Nachbildung – ebenso wie das Forum selbst. Das habe man nach der Ausgrabung wieder verschüttet und stattdessen die Grundmauern wenige Meter darüber nachgebildet, weiß Weller. Der Sockel, auf dem die Reiterstatue in der Sonne glänzt, wird von vier rechteckigen Betonplatten flankiert, die die Standorte weiterer Sockel im Forum markieren – ob sich dort ebenfalls Skulpturen befanden, ist unklar.
Offen bleibt wohl auch, ob weitere Funde unter den 7,7 Hektar Land der ehemaligen Römerstadt liegen, denn nur einen Teil des Geländes haben die Archäologen umgepflügt: Der Baustoffhandel und einige Häuser am Westrand der Gemeinde stehen auf dem Terrain der antiken Siedlung. Weller ist trotzdem zufrieden, schließlich sei das Gewerbegebiet verhindert worden. Für Waldgirmes wünscht sie sich einen Archäologischen Park, um die Römerstadt „optisch erlebbar“ zu machen. „Den Leuten muss etwas geboten werden, hier hat Geschichte stattgefunden“, sagt sie. Der Fund des Pferdekopfes beende jedenfalls nicht ihre Feldbegehungen – sie will weiterhin das Lahntal anhand ihrer Flurkarten und Pläne systematisch nach Spuren aus der Vergangenheit absuchen. Ohne große Euphorie, aber mit viel Geduld: „Ich höre nie auf.“

Quelle: faz.net/

07.08.09

Die Tage habe ich auf Youtube ein recht schönes Video über die Saalburg im Taunus gefunden.Schaut es mal euch es selber an.

06.08.09

Regisseur Costa-Gavras empört über Kürzung von Museumsfilm

Athen — Der griechisch-französische Filmemacher Constantin Costa-Gavras hat scharf gegen die Kürzung eines Films von ihm protestiert, der im neuen Akropolis-Museum in Athen gezeigt wird. Die Kürzung sei eine "nicht hinnehmbare Zensur", sagte Costa-Gavras griechischen Medienberichten zufolge. Die Entscheidung sei auf Druck der machtvollen griechisch-orthodoxen Kirche erfolgt, kritisierte der Regisseur. Vertreter des Kulturministeriums und des Museums hatten angeordnet, aus dem 13 Minuten langen Animationsfilm eine anderthalbminütige Sequenz herauszuschneiden.

In der Szene ist zu sehen, wie Christen mit Leitern den Parthenon-Tempel erklimmen, um Darstellungen zu zerstören und Statuen zu entfernen. Der Zeitung "Eleftherotypia" zufolge begründeten die Behörden die Entfernung der Filmszene damit, dass Besucher durch die Darstellung "verärgert" worden seien. Costa-Gavras zeigte sich empört und sagte, er habe lediglich nachprüfbare historische Fakten dargestellt. Auch die größte Oppositionspartei PASOK kritisierte die Kürzung des Films.

Quelle: google.com/hostednews

25.07.09

Der Bußprediger vom Jordan - Johannes der Täufer

Johannes der Täufer stammte vermutlich aus einem Priestergeschlecht, predigte in der Wüste am Jordan im Stil der alten Propheten und wurde von König Herodes Antipas enthauptet ...


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06.07.09

Schaukämpfe der Gladiatoren

Gladiatoren der FAMILIA GLADIATORIA PANNONICA demonstrieren ihre Waff en und ihre Ausrüstung auf dem Rheinland-Pfalz Tag 2009 in Bad Kreuznach





FAMILIA GLADIATORIA PANNONICA

04.07.09

Britische Soldaten dienten in Wiesbadener Römerlager

Es sind nur einfache Erdlöcher, doch für den Archäologen Claus Bergmann haben sie besondere Bedeutung. Seit drei Wochen graben er und seine Mitarbeiter vom hessischen Amt für Denkmalpflege bei zeitweise brütender Hitze im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel. Ihre Ausgrabungsstätte ist so groß wie ein Fußballfeld. Zu sehen gibt es auf dem staubigen Areal weder Mauern noch Steine,
doch die Archäologen sind sich sicher, mitten in einem römischen Militärlager aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus zu stehen.

Lediglich verschiedene Farben der freigelegten Lehm- und Sandschichten zeichnen ein Bild der vergangenen 2000 Jahre. „Sie sind genauso aussagekräftig wie eine Mauer“, sagt Bergmann. Teilweise sind die dunklen Ränder des Grabens messerscharf zu erkennen. Rund 180.000 Euro kostet das Projekt. Die Ausgrabungsstelle soll erst dokumentiert und dann wieder zugeschüttet werden, bevor sich dort ein landwirtschaftlicher Betrieb ansiedelt. „Es ist das erste Mal, dass ich eine derartige Ausgrabung erlebe“, sagt Wiesbadens Baudezernent Joachim Pös (FDP) bei einem Rundgang.

Zwei Meter tiefer Spitzgraben um „Castellum Romanum“

Bei der 60 mal 75 Meter großen Anlage mit vier Toren und vier Ecktürmen handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Kastell, das zwischen den Jahren 150 und 200 nach Christus entstand. Es gehörte zur Vorfeldverteidigung des großen Legionslagers auf der anderen Rheinseite in Mainz. Eingerahmt wurde das „Castellum Romanum“ von einem etwa zwei Meter tiefen Spitzgraben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Lager von den römischen Soldaten nur für kurze Zeit - maximal drei Monate - genutzt wurde.

„Es ist zu einer Zeit entstanden, in der es friedlich zuging“, sagt der Archäologe. Die Lage im damaligen Hinterland abseits des Rheins spreche dafür, dass es lediglich als Übungslager gedient habe. Die Anordnung der Tore lasse darauf schließen, dass römische Legionäre aus dem besetzten Großbritannien dort stationiert gewesen seien. „Etwa 120 Soldaten haben hier für den Ernstfall geprobt“, vermutet Bergmann.

Neben den Überresten der damals bis zu sieben Meter hohen Türme entdeckten die Arbeiter im Erdboden auch steinerne Schleudergeschosse und römische Scherben. „Alles was wertvoll war, haben die Soldaten nach ihrem Abzug mitgenommen.“ Kurz nach Auflösung des Lagers sei alles wieder zugeschüttet worden. Die Grabung ist der Vorläufer der umfangreichen Erkundung eines römischen Gutshofs („Villa Rustica“), der unter einem angrenzenden Gewerbegebiet versteckt liegt.

Quelle: faz.net/