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24.08.08

Die Wartburg - Wo Romantik vom Mittelalter träumt

Pathetisch und poetisch, hundertmal, tausendmal in Bildern und Worten verewigt - das ist die Wartburg im Thüringer Wald, hoch über Eisenach. Steingewordene Metapher für Rittertugend und Minnesang, für Kreuzfahrer-Blut und reformatorischen Geist.
Goethe hat sie beschrieben und gezeichnet und Wagner sie im Tannhäuser besungen. Und zwischen beiden liegt der Burg Wiedergeburt. Mitte des 19. Jahrhunderts bergen der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Architekt Hugo von Ritgen die "deutscheste aller Burgen" aus den Trümmern. Kurz nachdem 500 Burschenschafter hier die politische Einigung Deutschlands beschworen hatten, suchten sie in den Ruinen des Mittelalters nach dem neuen deutschen Selbst- und Geschichtsbewusstsein.
In den Trümmern und hinter dickem Putz fanden sie einen großartigen mittelalterlichen Bau, zierliche Säulen, Arkadengänge und - eine Lebensaufgabe.
40 Jahre Restaurierungsarbeit - unterbrochen von Geldmangel, politischen Wirren und Streiks - mit dem Ziel, dass "von der Erbauung der Wartburg der Deutsche einst die schöne Epoche seiner Selbsterkennung datieren (wird)." In Erwartung einer Bewunderung, "die süßer ist als alle gewonnenen Schlachten".
Die Besucherzahlen, die Millionen-Scharen , vielleicht sind sie die lebendige Bestätigung für solchen Enthusiasmus. Sie kommen aus Deutschland und von weither, die Pilger von heute. Auf den Spuren der Minnesänger, der katholischen Heiligen Elisabeth oder wegen des flüchtigen Reformators Luther. Auf der Wartburg trieb jede Geschichte ihre Blüten, wurde jede historische Gestalt zum Sagenheld wurden Taten zu Wundern...
"Von der Wartburg wird Deutschland das schöne Märchen vernehmen, dass es eine Geschichte und eine Literatur, Helden und Dichter hatte" - das ist die "Eroberung" des Mittelalters mit den Idealen der Romantik. Das ist die Wartburg.




Kulturdenkmal: Wartburg mit Speise- und Rittersaal, Elisabeth-Kemenate, Landgrafenzimmer, Burgkirche, Bergfried und Luther-Stube

Unesco-Ernennung: 1999

1080
erstmals erwähnter Burgbau

1131
Rang einer Residenz

nach 1172
Ausbau unter Landgraf Ludwig III.

1203
Wolfram von Eschenbach lebt auf der Wartburg

1207-31
Elisabeth von Ungarn, heiliggesprochen 1235

1317/18
Zerstörung großer Teile der Burg durch Feuer

1483-1546
Martin Luther

17./18.4.1521
Luthers Verteidigung seiner reformatorischen Schriften auf dem Reichstag von Worms und anschließend zehnmonatiger Unterschlupf auf der Wartburg

18.10.1817
Versammlung von etwa 500 Studenten deutscher Universitäten, die Einigkeit und Freiheit in einem einzigen Vaterland fordern

1838
Beginn von Restaurierungsarbeiten im Sinne der Romantik

1854-56
Freskenmalerei von Moritz von Schwind

13.08.08

Römische Spuren im deutschen Südwesten - Der Limes und Trier

Der Limes - Fast 550 Kilometer zieht sich der Obergermanisch-Raetische Limes – die Grenze Roms zu den Barbaren – quer durch Deutschland. Der Limes lag auf dem Gebiet des heutigen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern und grenzte die nördlich der Donau liegenden Teile der römischen Provinz Raetia und die rechtsrheinischen Teile der Germania Superior nach Osten ab. Zunächst nur ein Postenweg, wurde der Limes ab Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. zu einer imposanten Grenzanlage mit Palisaden, Gräben, Wällen und Wachtürmen ausgebaut, in Raetien später dann noch durch eine Mauer verstärkt. Die Besatzungen der über 900 Wachtürme hatten Sichtkontakt. Denn der Limes war nicht als ein militärisches Bollwerk konzipiert, sondern als eine ausgeklügelte Überwachungs- und Fernmeldeanlage. Bei Einfällen der Barbaren konnten die über 120 kleineren und größeren Kastelle im Rückraum der Grenze rasch mit Licht- und Hornsignalen alarmiert werden. Deren schnelle Eingreiftruppen schnitten dann den Eindringlingen mit einem Zangenangriff den Rückzug ab.

Schnurgerade zog sich der Limes hunderte von Kilometern durch die Landschaft. Eine gewaltige Ingenieurleistung, von der aber nur noch wenige Spuren erhalten sind. So geben vor allem die Grabungen der Archäologen Auskunft über das Leben am Limes. Auf der Basis ihrer Erkenntnisse wurden auch Wachtürme samt Palisaden, Graben und Wall rekonstruiert. Die früheste und wohl berühmteste Rekonstruktion einer römischen Militäranlage am Limes ist die Saalburg bei Bad Homburg. Seine Majestät höchstpersönlich, der preußische Kaiser Wilhelm II, machte sich die Idee zu Eigen, in den Wäldern des Taunus ein Grenzkastell teilweise wiederaufzubauen. Heute hilft der Computer, sich eine Vorstellung von bedeutenden Stätten des Limes zu machen - wie von dem Kastell Aalen, dem größten römischen Reiterlager nördlich der Alpen. Doch trotz 200 Jahren wissenschaftlicher Forschung am Limes bleibt vieles im Dunkeln, wurde schon immer über den Zweck der Anlage spekuliert. So kommen immer mehr Wissenschaftler zu der Auffassung, dass der Limes neben seiner militärischen Bedeutung vor allem als territoriale Grenzlinie zur wirtschaftlichen Kontrolle gesehen werden muss. Der Limes als Wohlstandsgrenze - es zeigt sich, welche Aktualität das größte Bodendenkmal Europas hat. 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Trier - Die Stadt Trier wurde vor 2000 Jahren von Kaiser Augustus gegründet. Sie gilt als Deutschlands älteste Stadt und ist seit 1986 Weltkulturerbe der UNESCO.

Im Norden des riesigen Römischen Reiches gelegen, entwickelte sie sich - dank ihrer günstigen Verkehrslage - rasch zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum. Mit 70.000 Einwohnern war Trier für ein Jahrhundert die größte Stadt nördlich der Alpen. Als wirtschaftliches Zentrum kam sie zu Reichtum und Macht, doch ihre politische Bedeutung verlor sie bereits Ende des 4. Jahrhunderts.

Viele großartige Bauten waren zuvor entstanden und lassen sich noch heute in Trier entdecken: Die Porta Nigra, das Stadttor, ist das besterhaltene antike Denkmal Deutschlands. Aus der kaiserlichen Palasthalle wurde die Basilika. Thermen, Tempelanlagen und das Amphitheater erinnern an die einstige Pracht römischen Stadtlebens.

Trotz Eroberung, Kriegen und Zerstörung blieb Trier über die Jahrhunderte hinweg ein wichtiges religiöses Zentrum. Kirchen und Abteien, aber auch stattliche Bürgerhäuser und Adelspaläste zeugen davon. Der Dom 'St. Peter' ist Deutschlands ältester Kirchenbau.


12.08.08

Die Mühlen von Kinderdijk

Der Legende nach ist hier einst bei einer Flutkatastrophe ein Kind in einem Körbchen angeschwemmt worden, von einer Katze auf dem Wasser im Gleichgewicht gehalten. Die Flut hat vor 1000 Jahren tatsächlich stattgefunden. Daraufhin bauten die Menschen hier Deiche, um sich und ihr Land zu schützen. Daher der Name Kinderdijk.

Um das Wasser aus den Tiefebenen in höher liegende Gebiete zu schöpfen, errichteten die Menschen vor 250 Jahren Windmühlen. Seither sind die Riesen ihre Lebensbegleiter. Sie geben den Rhythmus an und haben ihre eigene Sprache. So drücken sie je nach Flügelstellung etwas aus.

Der Film macht uns klar, wie schützenswert diese Erzeuger umweltfreundlicher Enerie sind. Sie sind Relikte einer Kultur, die lange Zeit lebensnotwendig für die Bewohner dieses Teils Hollands war und erst im 20. Jahrhundert zu einem Großteil durch Maschinen ersetzt wurde.



Kulturdenkmal: 19 Poldermühlen zur Trockenlegung der Polder und zur Wasserregulierung erbaut, darunter die »Lage Molen« und die »Hoge Molen« sowie »De Blokker«, aufgrund des pyramidalen Unterbaus eine Windmühle mit »Wespentaille«

Unesco-Ernennung: 1997

1676
Bau des Landhauses am Lekdijk für die »Wassergemeinderäte«
1738
Bau der runden Mühlen des Wasserverbandes »De Nedderwaard«
1740
Bau der reetgedeckten, achteckigen Mühlen des Wasserverbandes »De Overwaard« und Bau der »Hoge Molen«
1761
Bau der »Lage Molen«
1766
Vergrößerung des »Busens« von »De Overwaard« zur Aufnahme des abgepumpten Wassers
1868
Einrichtung eines elektrisch betriebenen Pumpwerks
1950
Einstellung des Betriebs der Mühlen von »De Overwaard«
1953
Bau eines weiteren elektrischen Pumpwerks
1956
Einstellung des Betriebs der Mühle »De Blokker«
1971
Bau eines neuen Pumpwerks

02.08.08

Spuren des Römischen Reiches - Leptis Magna und Pont du Gard (Libyen und Frankreich)

Leptis Magna: Ruinen von Leptis Magna
Jahrhunderte lang war Leptis Magna an der Küste Libyens unter Sanddünen begraben. Seit den 20er Jahren brachten Ausgrabungen großzügig angelegte Straßen und Märkte zutage, Prunkbauten, Tempel, Bäder, einen Hafen mit Lagergebäuden. Leptis Magna ist eine ...
Pont du Gard: Römischer Aquädukt Pont du Gard
Der Pont du Gard im Süden Frankreichs ist die größte erhaltene Aquäduktbrücke der Antike. Im ersten Jahrhundert n.Chr. erbauten die Römer diese fast 50 m hohe Aquäduktbrücke als Teil einer Wasserleitung für das heutige Nîmes. In drei Arkadenreihen ...


15.07.08

Chinas Zentren - Die verbotene Stadt und die große Mauer

Mitten im Herzen von Peking liegt hinter hohen Mauern versteckt ein geheimnisvoller Palast, einfachen Leuten war hier über Jahrhunderte der Zutritt verwehrt. Hinter gewaltigen Toren erstreckt sich eine eigene Welt, eine riesige Anlage, abgeschlossen und fremd: die Verbotene Stadt. Von hier aus regierte der chinesische Kaiser umgeben von seinem Hofstaat mit 4.000 Angehörigen. Der Film führt durch die Tore in das Innere der "Verbotenen Stadt" und erzählt die Geschichte der Verlegung der Hauptstadt Chinas und der Entstehung der größten Palastanlage der Welt. Die alten Chinesen hielten die große Mauer für einen Drachen, aus dessen geschwungenem Schweif die Nation entsprungen ist. Zahlreiche Sagen ranken sich um sie, dabei ist ihre wahre Geschichte noch erstaunlicher als alle Fabeln. Mit fast fünftausend Kilometern Länge übertrifft die Große Mauer alle von Menschen errichteten Bauwerke. Ursprünglich war sie gar nicht als ein Bauwerk geplant. Denn zunächst hatten Herrscher konkurrierender Königreiche im Norden Chinas einzelne Schutzwälle errichtet. Sie sollten die barbarischen Horden aus dem Norden daran hindern, in ihr Land einzudringen. Die Teilstücke wurden ab dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung miteinander zu einer Mauer verbunden.

12.07.08

Trinidad und Hallstatt - Kuba/Österreich: Zucker und Salz

Trinidad ist Kubas koloniale Vorzeigestadt. Diego Velasquez, erster Gouverneur der Insel, gründete die Stadt 1514, in der Hoffnung in den nahe gelegenen Flüssen Gold zu finden. Diese Hoffnung zerstob und so lebte Trinidad bis ins 18. Jahrhundert vor allem vom Schmuggel. Zu Wohlstand kam die Stadt durch den Zucker und den damit verbundenen Sklavenhandel. Die Zuckerbarone versuchten mit dem Luxus und dem Baustil Havannas zu konkurrieren. Sie bauten Prachtpaläste in der Tradition der spanisch-maurischen Mudéjar-Architektur. In diesen Häusern wurde eine Salonkultur mit Theater, Philosophie, Kunst und französischer Sprache gepflegt.
In Hallstatt befindet sich das älteste Salzbergwerk der Welt. Schon zu prähistorischen Zeiten bauten Menschen in einer hochentwickelten Kultur das weiße Gold ab. Die Zeugnisse ihrer Existenz hat das Salz konserviert. Hallstatt selber konnte wegen seiner Lage zwischen einem See und einem Berg nie sehr groß werden, aber das Salz brachte fortwährenden Wohlstand mit sich. Die Stadt liegt in einer idyllisch schönen Landschaft in den Alpen und lebt heute neben dem Salz auch vom Tourismus. Das Bemerkenswerte dieser Region ist die Dauerhaftigkeit, mit der sich diese Kulturlandschaft seit Jahrtausenden erhält.


10.07.08

Niederlande: Das Wouda-Schöpfwerk - Wasser, Stahl und Dampf

Im Norden der Niederlande, bei Lemmer, steht das größte dampfgetriebene Schöpfwerk der Welt. Es ist benannt nach seinem Konstrukteur Dirk Frederik Wouda, Ingenieur beim Wasserwirtschaftsamt der Provinz Frieslands.
Seit dem 19. Jahrhundert ermöglichen Pumpwerke in Friesland Siedlung und Landwirtschaft. Immer wieder waren die Friesen Opfer von verheerenden Sturmfluten und Überschwemmungen. Um das Land zu entwässern entstanden Pumpwerke mit großen Kapazitäten. Das Dampfschöpfwerk bei Lemmer wurde im Oktober 1920 durch die niederländische Königin eingeweiht.

Es ist kein totes Industriedenkmal, sondern ein lebendiges Zeugnis des Dampfmaschinenzeitalters. Fünf- bis sechsmal im Jahr versehen die Maschinen noch ihren Dienst und pumpen 6% des friesländischen Wasserüberschusses ins IJsselmeer. In der Minute sind das 4000 Kubikmeter - der Rauminhalt eines mittleren Kirchenschiffs!
Die große Maschinenhalle mit den Pumpgehäusen und den Dampfmaschinen sieht aus wie am ersten Tag. Die Technik stammt aus einer Zeit, als der Glaube an den technischen Fortschritt noch ungebrochen war. Dampfmaschinen sind Ikonen des industriellen Zeitalters. Sie vereinen Schönheit mit Kraft - eine Kombination, welche die Menschen seit jeher fasziniert.
1998 wurde das Wouda-Schöpfwerk als herausragendes industriegeschichtliches Denkmal in die Liste des Weltkulturerbes übernommen.

02.07.08

Pisa, Italien - Vom Aufbruch in die neue Zeit

Auf Pisas Platz der Wunder steht ein einzigartiges Architekturensemble aus Marmor: die mächtige Kathedrale, der Glockenturm, das riesige Baptisterium und der Monumentalfriedhof. Sie wurden vom 11. bis zum 14. Jahrhundert als Zeichen der Macht errichtet. Der Turm war nicht von Anfang an schief. Auf einst sumpfigem Gebiet gebaut, begann er jedoch bald nach Baubeginn zu Kippen. Galileo Galilei (1564 - 1642) führte dort sein Experiment zum freien Fall durch und erschütterte mit seinen Experimenten, Schriften und astronomischen Forschungen das christliche, mittelalterliche Weltbild. Weitere berühmte Bewohner der Stadt waren die Pisanos, eine Künstlerfamilie, die dem Naturalismus in der Bildhauerei zum Durchbruch verhalf.
Der Film erzählt die Geschichte der Stadt Pisa und der Menschen, die dort zu Hause waren und sind.

30.06.08

Shibam, Jemen - Im Chicago der Wüste bröckelt der Lehm

Shibam, das sind 500 Hochhäuser aus Lehm auf engstem Raum, eine Skyline, die an Manhattan oder Chicago erinnert. Nur liegt Shibam in der Wüste, ist fast 2.000 Jahre alt und war einst Hauptstadt der Oase Hadramaut im Jemen, eine reiche Stadt am Ausgangspunkt der Weihrauchstraße. In Hochhäusern lebte man aus Sicherheitsgründen, denn der Reichtum lockte stets fremde Krieger an. Heute fühlen sich nur noch Touristen von Shibam angezogen. Die Bewohner der Stadt selbst ziehen nach und nach aus, denn es gibt längst keinen Grund mehr, in den so eng beieinander liegenden Hochhäusern zu wohnen. Deshalb ist die Stadt dem Verfall preisgegeben: Unaufhaltsam bröckelt die Skyline aus Lehm. Shibam steht auf der Liste der bedrohten Denkmäler des UNESCO-Weltkulturerbes.Ein Film über die Geschichte des Chicagos der Wüste.


29.06.08

Die Kathedrale von Chartres

Mindestens fünf Kirchen standen schon am selben Ort, bevor die prächtige Kathedrale von Chartres, Frankreich, errichtet wurde. Alle vorherigen Gotteshäuser brannten nieder, doch das dort aufbewahrte Mariengewand blieb immer unbeschädigt. Auf diesen Fingerzeig hin wurde in Chartres die "Kathedrale unserer lieben Frau" erbaut: "Notre Dame". Sie ist eines der schönsten Denkmäler der französischen Gotik. Dank der neuen Bautechnik mit Strebepfeilern wurden die Wände ihrer Stützfunktion enthoben. Da sie nicht mehr aus massivem Mauerwerk bestehen mussten, konnten sie mit grossen Fensterflächen durchbrochen werden. Dort wurde buntes Glas eingesetzt. Je nach Sonnenstand erscheint das Licht im Innenraum der Kathedrale in zartem Rot, Violett oder in dem berühmten, warmen Chartres-Blau. - Die Kathedrale von Chartres

Schlösser des Absolutismus - Drottningholm und Blenheim

Auf der "Insel der Königinnen" wurde im 17. Jahrhundert das Schloss von einer Königin, Hedwig Eleonora, erbaut. Eine halbe Stunde von Stockholm entfernt, ist es heute der Wohnsitz von Königin Silvia und König Carl XVI Gustav. In der reizvollen Wasserlandschaft am Mälarsee gelegen, vereinen sich hier Kultur und Natur aufs Schönste. Der Film führt durch das Ensemble von Schloss, Chinaschlösschen und Schlosstheater und zeigt die Vielfalt verschiedener Stilformen: Barock, Rokkoko und Frühklassik. Im Theater mit der original erhaltenen Bühnenmaschinerie finden jeden Sommer Festspiele statt, die die große Theatertradition bis heute lebendig erhalten.
Der elfte Herzog von Marlborough wohnt auf Schloss Blenheim. Im Sommer für Besucher geöffnet, widmet sich der Herzog in den übrigen Jahreszeiten dem gesellschaftlichen Leben des Adels. Das Schloss mit seinen 200 Zimmern und einem großen Park ist ein Beispiel für die Landschaftsarchitektur der englischen Romantik. Es war ein Geschenk von Königin und Parlament an den Feldherrn Churchill. Dieser erste Herzog von Marlborough konnte 1704 die Franzosen in Blindheim schlagen. Der Film führt anhand der Biografie Sir Winston Churchills über seinen Vorfahren, den ersten Herzog von Marlborough, durch das Schloss und dessen Geschichte.


23.06.08

Das Opernhaus von Sydney, Australien - Entdeckungsreise ins Unbekannte

Als 1973 nach 14-jähriger Bauzeit das Opernhaus von Sydney eröffnet wurde, war es ein visionäres Gebäude. Die Skulptur wurde bald kultureller Mittelpunkt der jungen australischen Nation. Besonders beeindruckend ist seine Fassade. Mit den mehr als eineinhalb Millionen Fliesen, die das Licht reflektieren, hat das Opernhaus eine der bekanntesten Fassaden der Welt. Zudem ist es eines der vielseitigsten Zentren der Darstellenden Künste mit über 1.600 Veranstaltungen und 1,2 Millionen Zuschauern im Jahr. Das kreative Genie jedoch, der dänische Architekt Jørn Utzon, hat sein Meisterwerk nie mit eigenen Augen gesehen. 1956 veranstaltete die Regierung einen internationalen Wettbewerb für die Errichtung eines "nationalen Opernhauses". Utzon gewann - und benötigte mehr als vier Jahre, um die technischen Probleme der Dachkonstruktion zu lösen. Das führte zu Kostensteigerungen und Bauverzögerungen. Ihm wurden die finanziellen Mittel gesperrt. Im Februar 1966 legte er seine Arbeit nieder, in der Annahme, er würde zurückgebeten. Die Regierung aber übergab die Fertigstellung des Opernhauses an ein Team australischer Architekten. Utzon kehrte niemals nach Australien zurück.
Ein Film über das Opernhaus von Sydney und seinen Erbauer.


16.06.08

Die Altstadt von Panama-Stadt, Panama - 500 Jahre gute Geschäfte

Die Geschichte Panamas ist auch eine Kriminalgeschichte, die vor 500 Jahren begann und noch immer nicht zu Ende ist. Sie reicht vom Raub des Inkagolds in Peru über den Handel mit Sklaven aus Afrika bis hin zu Drogenschmuggel und Geldwäsche in jüngerer Zeit. 1517 wurde der heute "Alt Panama" genannte erste Stützpunkt zur Eroberung und Beraubung Südamerikas gegründet. Im 17. Jahrhundert entstand eine neue Stadt, die heutige Altstadt Panamas. Im 20. Jahrhundert wurden der Kanal und das neue Panama gebaut. Alt Panama und die Altstadt, Panamá Viejo und Casco Viejo, sind zusammen mit dem historischen Salón Bolívar nicht nur Weltkulturerbe, sondern Teile einer aufstrebenden Wirtschaftsmetropole an der Schnittstelle zwischen Nord- und Südamerika, zwischen Atlantik und Pazifik - in hervorragender Geschäftslage also.
Ein Film über das UNESCO-Welterbe und seine Geschichte.

06.06.08

Fatehpur Sikri, Indien - Die Geisterstadt des Großmoguls

Eine alte Legende berichtet von der Entstehung von Fatehpur Sikri, der "Stadt des Sieges", in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Der kinderlose Großmogul Akbar betete in der Klause des berühmten Eremiten Salim Christi um die Geburt eines Sohnes. Der Heilige prophezeite ihm drei Söhne. Als ihm wenig später tatsächlich ein gesunder Junge geboren wurde, errichtete Akbar am Wohnsitz des Eremiten aus Dankbarkeit eine ganze Stadt - Fatehpur Sikri. Ganz aus rotem Sandstein erbaut und mit allem Komfort ausgestattet, wurde die Stadt nach kaum zehn Jahren wieder verlassen. Zurück blieb eine Geisterstadt. Noch heute kann man, ganz wie vor 400 Jahren, durch eine intakte, hochherrschaftliche Stadt wandeln. Die untergegangene Metropole vereint zwei Gegensätze: die figurative Architektur der Hindus und die geometrische des Islams.
In Bildern und Erzählungen beschreibt Anja Freyhoff einen Ort, an dem sich - so scheint es - die Inschrift bewahrheitet hat, die Akbar auf dem Höhepunkt seiner Macht am Tor der Großen Moschee hat anbringen lassen: "Die Welt ist eine Brücke. Gehe darüber hinweg, aber baue kein Haus darauf. Was vom Leben bleibt, ist ohne Wert."

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30.05.08

Lamu, Kenia - Die magische Steinstadt

Die Insel Lamu liegt vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean und ist geprägt von afrikanischen, arabischen und indischen Einflüssen. Schon im 9. Jahrhundert traten arabische Kaufleute mit den Küstenbewohnern in Handelsbeziehungen, ließen sich nieder und bauten ein Fernhandelsnetz auf. Dass durch sie nicht nur Wohlstand, sondern auch der Islam nach Lamu kam, bezeugt der orientalische Baustil der Häuser aus jener Zeit, die mit schönen Innenhöfen und offenen Räumen ausgestattet sind. Heute ist die Altstadt jedoch vom Verfall bedroht. Ein Film über die Altstadt von Lamu und ihre Geschichte.


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14.05.08

Jaffa Geschichten aus der aeltesten Hafenstadt der Welt

Jaffa ist eine uralte Stadt. Es ist kaum zu beschreiben, wer sie alles erobert und verloren hat. Vor allem wegen ihres Hafens, dessen Geschichte 4.000 Jahre zurückreicht. Wo er einmal lag, versuchen Archäologen herauszufinden. Auf jeden Fall nicht dort, wo heute ein munterer, etwas heruntergekommener Segel- und Fischerhafen hinter einer Mole liegt. Oberhalb steht der alte Leuchtturm. Vor seiner Zeit diente das Minarett der Muhammadiya-Moschee den Schiffen als Wegweiser. Denn Jaffa war eine arabische Stadt und ist es zum Teil noch immer. So hört man mehrmals am Tag lautstark den Muezzin zum Gebet rufen, am Wochenende ertönen aber auch die Glocken der vielen Kirchen. Jaffa wurde gern als "Hafen Jerusalems" bezeichnet, weil dort die Pilger ankamen. Deren Herbergen sind noch erhalten - prächtige, heute restaurierte Steinbauten, die wie eine Burg aufragen. Aus dieser Altstadt allerdings sind alle Araber vertrieben, sie ist eine etwas aseptische Ansammlung israelischer Ateliers und Restaurants. Die Geschichte der Vertreibung ist bitter und von den Arabern nicht vergessen. Sie leben jetzt rund um die Altstadt in ihren kleinen Läden und Wohnungen. Von ihren einst herrschaftlichen Villen sind nur noch wenige übrig. Trotzdem ist Jaffa eine sehr lebendige Stadt: Vor der von Familie Abulafia betriebenen Bäckerei, angeblich der besten Israels, stauen sich noch um Mitternacht die Autos. Gleich nebenan ist ein täglicher Floh- und Antikmarkt, dessen ursprüngliche Architektur aus der osmanischen Zeit sich langsam wieder aus den hässlichen Buden der Händler herausschält. In der Jaffa-Bar, in einer Seitengasse versteckt, gibt es Donnerstag nachts wilden Bauchtanz, und in einer restaurierten Zollhalle aus der britischen Mandatszeit hat das erste Taubblinden-Theater der Welt eröffnet.
Gerd Helbig stellt Jaffa und Bewohner der Stadt vor, die versuchen, die christlichen, jüdischen und moslemischen Elemente zu bewahren