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26.06.09

Eine Ente wird 75 – Donald Duck zum Geburtstag

Er tauchte zum ersten Mal am 9. Juni 1934 in einem Trickfilm auf: Donald Duck. Eine der meistgeliebten Figuren der Comicwelt. Etwas tollpatschig, ein wenig leichtsinnig und zugleich cholerisch veranlagt – und dabei doch nur auf der Suche nach Harmonie und ein bisschen Glück. Am liebsten verbringt Donald Duck seine Zeit in der Hängematte. Eine liebevolle Ente, die nun auf 75 Jahre großer und kleiner Abenteuer zurückblicken kann.
Wie hat sich das Geschöpf des großen Comiczeichners Carl Barks entwickelt? Wie wurde die Ente zu solch einer erfolgreichen Figur?


12.06.09

Francis Drake - Freibeuter, Entdecker, Abenteurer

Francis Drake, geboren 1543, Pirat im Dienst der Königin, begann als Sklavenhändler. Er plünderte spanische Schiffe und Küstenstädte, umsegelte die Welt und schlug die mächtigste spanische Flotte aller Zeiten, die legendäre Armada, in die Flucht. Die englischen Schatzkammern füllten sich mit unermesslichen Reichtümern, doch Königin Elisabeth I. gab sich auf diplomatischem Parkett völlig ahnungslos. Ihr Lieblingspirat war ihre gefährlichste Geheimwaffe. Er läutete das Ende der spanischen Weltherrschaft ein und wurde Englands Nationalheld, ein "Robin Hood der Ozeane".


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08.06.09

Der ewige Schatten des Che Guevara

Che Guevaras Bild ist überall: auf Fahnen über Großdemos, auf dem T-Shirt von Robbie Williams, auf Modeartikeln aller Art. In seinem in die Ferne gerichteten Blick kann man sich wiederfinden, auch wenn man kein Revolutionär ist, sondern lediglich die Sehnsucht nach einem etwas wilderem Leben in sich spürt. Wer täte das nicht ab und zu? Che ist für alle da. Che ist schick. Der Mensch hinter dem Mythos hatte Eigenschaften, die zur Verklärung einladen: Nach der Befreiung Kubas von der Batista-Diktatur wurde er kein Bonze, materielle Güter waren ihm egal, er legte sich mit den Sowjetrussen und mit seinem alten Kampfgefährten Fidel Castro an. Er blieb der Revolution treu und opferte sich für sie. Aber Che war auch verantwortlich für Hinrichtungen und schwere politische Fehler, die dem kubanischen Volk schadeten, er neigte zur Selbstüberschätzung. Ein Blick auf die Realität hinter der Legende lohnt sich!


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29.05.09

Kaiser des Abendlands - Der Frankenkönig Karl der Große

Er war der bedeutendste aller aus der Völkerwanderung hervorgegangenen Germanenkönige: Carolus Magnus, Karl der Große. Aus der Tradition der Reiterkrieger stammend war er auch noch als Herrscher ständig mit seinem Heer unterwegs, um die Grenzen seines riesigen Reiches zu festigen oder weiter auszudehnen. Gleichzeitig war er Kaiser "von Gottes Gnaden", war also vom römischen Papst voll anerkannt und hatte somit auch die geistliche Weihe. Nach seinem Tod im Jahre 814 entstand bald ein regelrechter Karlskult und um sein Leben und Wirken ranken sich seitdem viele Mythen und Legenden. Doch wie sehen Wissenschaftler den "Stammvater von Deutschland und Frankreich" heute? War er der gefürchtete "Sachsenschlächter" oder eher der feingeistige Pionier abendländischer Kultur? Karl, der brutale Eroberer oder Karl, der Begründer Europas?


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30.04.09

Wird Kleopatra gefunden, hätten viele gelogen

Derzeit suchen Archäologen medienwirksam in dem Tempel von Taposiris Magna das Grab der ägyptischen Königin Kleopatra und ihres Geliebten Marcus Antonius. Der tatsächliche Fund wäre ein Desaster für die Geschichtsforschung. Denn alle Quellen widersprechen den Archäologen.

Als vor neun Jahren in Berlin der Neufund eines Papyrus präsentiert wurde, auf dem die ägyptische Königin Kleopatra – möglicherweise – ihr handschriftliches Signet hinterlassen hat, war ein gutes Dutzend Kamerateams vor Ort. Wie groß die Aufmerksamkeit sein dürfte, wenn ihr unberührtes Grab ans Licht käme, kann man sich unschwer vorstellen. Und wenn darin noch die Gebeine ihres Geliebten Marcus Antonius gefunden würden, es wäre eine Weltsensation.
Die Hoffnung darauf schürt kein Geringerer als Zahi Hawass. Der ebenso mächtige wie umtriebige Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung inszeniert sein neuestes Projekt denn auch entsprechend. „Wir hoffen, die Grabstätte zu finden und zwar unversehrt“, gab er mit medienwirksamem Vorlauf zu Protokoll. Jetzt soll nun die Suche beginnen, die zur „größten Entdeckung des Jahrhunderts“ (Hawass) führen soll.

Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Denn das Grabmal, das da die Fantasie beflügelt, wird in 21 Metern Tiefe unter einem Tempel vermutet, der rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel liegt. Mit dem modernen Gerät sollen Röntgenaufnahmen noch in 70 Metern Tiefe möglich sein. Irgendwo da unten, ist sich die Archäologin Kathleen Martinez aus der Dominikanischen Republik sicher, befindet sich ein komplexes Tunnelsystem. An drei Stellen will ihr Team den Spaten ansetzen.

Seit drei Jahren gräbt Martinez in dem Tempel von Taposiris Magna. Der Fund von zehn Mumien, 22 Münzen mit dem Abbild Kleopatras sowie einer Maske, die möglicherweise Marcus Antonius darstellt, bewogen die Spatenforscher zu ihrer Annahme, auf die Spur des legendären Paares gekommen zu sein.

Hinzu kommt, dass es sich bei dem Tempel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wohl um einen heiligen Ort der Isis handelte. Im altägyptischen Mythos erweckte die Göttin ihren ermordeten Gemahl zu neuem Leben. Da sich Kleopatra im Leben ihren ägyptischen Untertanen auch als Inkarnation der Isis vorstellte, wäre ein Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin auch ein ihr gemäßer Ort der letzten Ruhe. Soweit die hoffnungsvolle Spekulation.

Doch hinter dem Spiel mit publikumswirksamen Erwartungen verbirgt sich auch brisanter methodischer Zündstoff. Denn den erhofften Fund dürfte es nach Aussage der schriftlichen Zeugnisse überhaupt nicht geben. Berichten doch die wichtigsten Chronisten und Historiker übereinstimmend, dass Kleopatra in Alexandria beerdigt wurde und Antonius an ihrer Seite. Also angenommen, die Grabungen in Taposiris Magna würden den mumifizierten Körper der Kleopatra ans Licht bringen, es würde unsere Gewährsleute in einer Weise desavouieren, die das methodische Gerüst der althistorischen Forschung ins Wanken brächte.

Denn als Generallinie dient der Geschichtsschreibung die schriftliche Überlieferung. Im Fall von Kleopatras Kampf und Ende sind dies zudem erklärte Historiker, die ihre Schriften nach Maßstäben formten, die seit Jahrhunderten in der griechisch-römischen Welt erprobt wurden.

Sie berichten klar und in weiten Teilen übereinstimmend davon, wie der Caesar-Erbe Octavian 31 v. Chr. bei Actium die Flotte seines römischen Rivalen Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra vernichtete. Wie die beiden Liebenden ihre letzten Monate in endzeitlichen Orgien verbrachten. Und wie Antonius schließlich der feindlichen Übermacht vor Alexandria erlag.

Es sind Autoren der Weltliteratur, die uns ein ziemlich detailliertes Bild vom Endkampf schildern. Plutarch (um 45-125) stützte sich für seine Antonius-Biografie, die auch Shakespeare benutzte, auf zeitgenössisches Material, etwa den Bericht von Kleopatras Leibarzt Olympos. Die Weltgeschichte des Senators Cassius Dio (um 163-229) zählt zu den besten historischen Werken der römischen Kaiserzeit. Auch der Hofbeamte Sueton (um 70-130) steuert in seinen Kaiserbiografien Beobachtungen bei.

Alle Berichte stimmen darin überein, dass sich Kleopatra im Palastviertel von Alexandria aufhielt, als ihr Geliebter seine letzte Schlacht verlor. Antonius stürzte sich in sein Schwert, starb aber nicht sofort. Auf Befehl der Königin wurde er in ihr Mausoleum gebracht, in das sie sich zusammen mit ihren Schätzen und einigen Dienerinnen zurückgezogen hatte. Der schwer verletzte Antonius soll in ihren Armen gestorben sein.

Das alles geschah innerhalb weniger Stunden. Das schließt die Flucht der Königin und des Antonius durch die feindlichen Linien nach Taposiris Magna aus.

Cassius Dio berichtet ausdrücklich, Kleopatra habe ihr Mausoleum in den königlichen Gärten Alexandrias errichten lassen. Der Archäologe Michael Pfrommer hat das Grabmal rekonstruiert: ein monumentaler Bau, dessen zweiter Stock als Galerie ausgeführt war. Nach Plutarch öffneten sich die Fenster zum Meer hin. In der Nachbarschaft soll ein Isis-Tempel gestanden haben.

Mit einem Trick konnte Octavian Kleopatra gefangen nehmen und sich die Schätze sichern, die jene zu verbrennen gedroht hatte. Anschließend war der Sieger generös genug, ihr das prachtvolle Begräbnis des Antonius in ihrem Mausoleum zu gestatten. Dort wurde auch Kleopatra feierlich beigesetzt, nachdem sie sich mit einem Schlangenbiss oder Gift umgebracht hatte.

Nach Aussage aller Quellen fand das in Alexandrias Königsstadt statt, die ungefähr das nordöstliche Viertel der Metropole ausmachte. Für die Hoffnung, die Mumien des berühmten Paars sollten zig Kilometer westlich davon ans Licht kommen, sind also nur drei Gründe denkbar: 1. Die Leichen wurden nach der Beisetzung in Alexandria in das westliche Heiligtum gebracht, um sie etwa vor dem Sieger zu retten. 2. Die Leichen verschwanden vor ihrer Bestattung in Alexandria, so dass Octavian, um seine Milde vor aller Welt zu beweisen, eine Scheinbegräbnis inszenierte. 3. Die Quellen lügen.

Sollten sich in Taposiris Magna tatsächlich Beweise für Antonius und Kleopatra finden, wären die Alternativen zwei und drei fatal. Denn sie würden zum einen zeigen, wie sehr ein römischer Kaiser seine Geschichtsschreiber korrumpieren konnte, und zum anderen, dass diese keineswegs dem Ruf gerecht werden, in dem sie stehen.

Ein aktuelles Beispiel zu diesem Problem bietet ausgerechnet die Varusschlacht in ihrem 2000. Jubiläumsjahr. In einem Monat wird in Kalkriese die große Ausstellung eröffnet. Doch immer mehr Althistoriker nehmen mittlerweile an, dass auf dem seit Jahrzehnten ergrabenem Schlachtfeld nicht die Legionen des Varus, sondern Truppen des Germanicus 14-16 n. Chr. vernichtet wurden. Denn: Eine solche Erklärung passt besser zur schriftlichen Überlieferung eines Tacitus oder Cassius Dio.

Die wissenschaftliche Kritik an Zahi Hawass wird sich indes in Grenzen halten. Ägyptens Chef-Archäologe ist absoluter Herr über die Grabungslizenzen im Nilland. Und die wird niemand mit vorschnellen Urteilen in Frage stellen wollen.

Quelle: welt.de



ML Mona Lisa Spekulationen um die letzte Ruhestätte Kleopatras Sie war die letzte Königin des alten Ägyptens. Und die berühmteste. Ihre letzte Ruhestätte galt als verschollen. Bis jetzt, so scheint es. In Ägypten wollen Archäologen das Grab des sagenumwobenen Paares Kleopatra und Mark Anton entdeckt haben.

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Archäologen suchen Grab von Kleopatra und Marcus Antonius

17.04.09

Archäologen suchen Grab von Kleopatra und Marcus Antonius

Kairo (AP) Archäologen suchen ab kommender Woche nahe der ägyptischen Mittelmeerküste nach dem Grab von Königin Kleopatra und ihres Geliebten Marcus Antonius. Die Vermessung des Tempels Taposiris Magna nahe Alexandria habe drei mögliche Stellen für das Grab des Liebespaares ergeben, erklärte der Oberste Rat für Antiquitäten am Mittwoch. Kleopatra und der römische General Marcus Antonius hatten sich nach der Niederlage in der Schlacht bei Actium im Jahr 31 v. Chr. das Leben genommen, seitdem wird über den Ort ihres Grabs gerätselt. Diesen Artikel weiter lesen

Die drei Grabungsorte wurden den Angaben zufolge im vergangenen Monat ausgemacht. Archäologen aus Ägypten und der Dominikanischen Republik arbeiten bereits seit drei Jahren am Tempel Taposiris Magna. Im Innern des im dritten Jahrhundert vor Christus entstandenen Gebäude wurden mehrere tiefe Schächte entdeckt, von denen drei möglicherweise für Bestattungen genutzt wurden. Nach Einschätzung der Archäologen könnten Kleopatra und Marcus Antonius in einem ähnlichen Schacht beerdigt worden sein.

Im vergangenen Jahr hatten Experten am Grabungsort unter anderem eine Bronzestatue der Liebesgöttin Aphrodite und den aus Alabaster gearbeiteten Kopf einer Kleopatra-Statue zutage gefördert. Außerdem entdeckten sie eine Maske, die möglicherweise Marcus Antonius gehörte, und 22 mit dem Bild Kleopatras geschmückte Münzen.

Quelle: de.news.yahoo.com

14.10.08

Fund weckt den Pyramiden-Mythos

Kiel – Die Pyramide ist so etwas wie der Fluch der Archäologen. Zahlreiche Geschichten ranken sich um sie und inspirieren Filmemacher. Seit kurzem gibt es eine Geschichte mehr. Der Kieler Archäologe Prof. Johannes Müller machte vor zwei Wochen einen Grabungsfund, der Vertretern der These um bosnische Pyramiden neuen Aufwind gibt.
Ende September fanden Archäologen der Christian-Albrechts-Universität einen ciretwa 4000 Jahre alten pyramidenförmigen Tonsockel im Grabungsgebiet im bosnischen Visoko, 25 Kilometer nordwestlich von Sarajevo. Per Handyfoto fand die Mini-Pyramide zunächst ungewollt ihren Weg aus der Grabungsstätte in die Öffentlichkeit. Seitdem hat der Fund in Bosnien viele Gemüter erhitzt. Denn Hobbyarchäologen sehen in dem Tonsockel einen weiteren Hinweis darauf, dass es in Europa Pyramiden gibt.
Die These, dass der kegelförmige Berg am Fuße der Stadt Visoko eine Pyramide ist, ist nicht neu. Vertreten wird sie vor allem von dem Hobbyarchäologen Semir Osmanagic, einem in Amerika lebenden Bosnier. Er glaubt, dass eine intelligente Zivilisation die Pyramiden vor rund 15000 Jahren erbaut habe.
„Das ist aus wissenschaftlicher Sicht Unfug“, sagt Johannes Müller, Professor für Archäologie an der CAU. Er ist gerade vor ein paar Tagen mit seinen Kollegen und Studenten von der Grabung zurückgekehrt, um die Funde nun auszuwerten. „Unser Fund hat zwar die Form einer Pyramide. Weitere Rückschlüsse kann man aber nicht ziehen“, so Müller. Es handele sich schlicht um einen Sockel, dessen Aufsatz abgebrochen sei. Die Forscher vermuten, dass es sich um ein Räuchergefäß handelt, das kultischen Zwecken diente. Wahrscheinlich nutzten die Menschen den Tonsockel dazu, Glut zu halten oder Duftaromen zu verbreiten.
Für die Kieler Wissenschaftler, die gemeinsam mit dem Bosnisch-Herzegovinischen Landesmuseum und der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt des Deutschen Archäologischen Instituts die Siedlungsstrukturen am Übergang von der Stein- zur Metallzeit (circa 5500 bis 4000 v. Chr.) erforschen, ist der Fund zwar etwas Besonderes. Denn als bislang einzigartiges Fundstück in der Grabungssiedlung Okolište weist es auf soziale Unterschiede innerhalb der Siedlung hin. „Allerdings sehen wir jetzt auch ganz konkret die Gefahr, durch unseren Fund in den sogenannten Pyramiden-Sog hineingezogen zu werden“, sagt Müller. Das behindere die Arbeit der Archäologen.
Dass das Kieler Grabungsteam je auf eine Pyramide stoßen wird, schließt Müller aus: „Es gibt keine Pyramiden in Bosnien.“

Quelle: kn-online.de

29.09.08

Die Habsburger 12v12

Erfüllte Mission – Die Donaumonarchie als Ende und Anfang
„Österreich ist ein Staatenblock verschiedenster Nationen und verschiedenster Rassen unter einheitlicher Führung. Jedenfalls ist das die Idee eines Österreichs, und es ist eine Idee von ungeheuerster Wichtigkeit für die Weltzivilisation": So euphorisch schrieb Kronprinz Rudolf in den 1880er Jahren. Etwa 100 Jahre später gewann diese Idee neue Strahlkraft: Europa war auf der Suche nach einem größeren Zusammenhalt, Imperien fielen, neue Völkergemeinschaften wurden gegründet. Hinter der realen Geschichte ließ sich eine Utopie des Möglichen entdecken: Die Donaumonarchie als Ende und Anfang- Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger 640 Jahre – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und gibt eine zeitgemäße Interpretation.

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23.09.08

Die Habsburger 11v12

Franz Joseph I.: Völkerkerker – Hort der Völker
Nach 1867 beginnt für die Donaumonarchie eine Zeit des Friedens. Im Parlament geben die Liberalen den Ton an. Doch trotz bedeutender Reformen scheitert ihre Politik an der Nationalitätenfrage. Die Bereitschaft zum Fanatismus wächst. Nur Kaiser Franz Jospeh I. hält die Gesellschaft zusammen. Um die Jahrhundertwende entwickelt sich Wien zur Hauptstadt der Moderne. Vorwiegend jüdische Künstler und Wissenschaftler geben der gesellschaftlichen Krise ein Profil. Franz Joseph I. ignoriert diese Zeichen. Er ist beschäftigt mit den schweren Schicksalsschlägen, die das Haus Habsburg treffen: Franz Josephs Bruder Maximilian, Kaiser von Mexiko, fällt 1867 unter den Kugeln eines mexikanischen Hinrichtungskommandos. 1889 nimmt sich der Sohn des Kaisers, Kronprinz Rudolf, das Leben. Er hatte sich mit den Liberalen identifiziert – und war mit ihnen gescheitert. Neun Jahre später, 1898, wird Kaiserin Elisabeth von einem italienischen Anarchisten ermordet. Franz Joseph I. sucht auf dem Balkan einen Ausgleich für die Verluste in Deutschland und Italien. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina 1908 bringt Europa an den Rand des Kriegs. Vergeblich versucht Thronfolger Franz Ferdinand, seinem Onkel eine Föderalisierung des Staats abzuringen. Franz Joseph I. hält jedoch am Dualismus Österreich-Ungarn fest. Am 28. Juni 1914 wird das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo von serbischen Nationalisten ermordet – vier Wochen später unterzeichnet Franz Joseph die Kriegserklärung an Serbien und löst damit den Ersten Weltkrieg aus. Mit dem Tod des Kaisers am 21. November 1916 naht das Ende der Monarchie. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.

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16.09.08

Die Habsburger 10v12

Zwischen Reich und Nation: Der junge Kaiser Franz Joseph
Die Revolution von 1848 breitet sich über das gesamte Gebiet der Habsburger-Monarchie aus. Kaiser Ferdinand "der Gütige" ist dem nicht gewachsen und tritt zugunsten seines Neffen zurück. Am 2. Dezember 1848 besteigt der 18-jährige Franz Joseph den Thron. Seine Jugend lässt auf Erneuerung und Liberalisierung hoffen, doch Franz Joseph "erneuert" nur das alte Gottesgnadentum der Habsburger. Die Revolution wird niedergeschlagen, und Habsburg kehrt zum Absolutismus zurück. Doch Franz Joseph kann weder politisch noch militärisch überzeugen. Seine frühe Regierungszeit manifestiert sich lediglich in einer städtebaulichen Großtat: im Bau der Wiener Ringstraße. Auch sein Privatleben wird von Konflikten überschattet. Die Ehe mit seiner bayerischen Cousine Elisabeth, der schönen "Sissi", gestaltet sich schwierig. In der Politik scheitern die Versuche des Kaisers, eine betont deutsche Politik unter habsburgischer Hoheit durchzusetzen, an Bismarck und dem preußischen Führungsanspruch. Mit der Schlacht bei Königgrätz endet 1866 Österreichs bisherige Vormachtstellung im Reich. Die Trennung von Deutschland und Österreich ist endgültig vollzogen. Im Schock über diese Niederlage wird Franz Joseph aktiv. Die längst fällige Liberalisierung und der "Ausgleich" mit Ungarn werden möglich. Das Kaiserreich Österreich verwandelt sich in die Österreichisch-Ungarische Monarchie. Dies wird von den anderen Kronländern, besonders von Böhmen, als Unrecht aufgefasst. Zwischen dem Kaiser und seinen Völkern bahnt sich ein tiefes Zerwürfnis an, das dem Nationalismus eine gefährliche Sprengkraft verleiht. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe "Die Habsburger" zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.


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07.09.08

Die Habsburger 9v12

Metternich – ein System
1804, als Napoleon Bonaparte sich zum Kaiser der Franzosen krönt, wird der Habsburger Erzherzog Franz von Österreich gezwungen, die Donaumonarchie aufzuwerten: Er nimmt den Titel eines österreichischen Kaisers an und proklamiert zwei Jahre später die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs. Napoleons gefährlichster Gegner ist der österreichische Außenminister Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich. 1815, beim Wiener Kongress, nutzt er alle diplomatischen Möglichkeiten, um die alte Ordnung in Europa wiederherzustellen. Im System Metternich herrscht nach außen hin ein Gleichgewicht der Kräfte – keine Nation soll die andere dominieren -, im Inneren herrscht Ruhe statt Freiheit – an der Befehlsgewalt der Herrschenden darf kein Zweifel bestehen. Fürsten und Monarchen bestimmen wieder das Schicksal ihrer Völker. Liberal Denkende werden im nunmehr reaktionären Österreich politisch verfolgt. Die Zensurbehörden greifen immer häufiger ein – und der Dichter Franz Grillparzer spricht "von unsichtbaren Ketten, die an Hand und Fuß klirren". Kaiser Franz I. gibt sich volksnah – und duldet dennoch keine demokratische Regung. Es möge alles beim Alten bleiben, empfiehlt er seinem Sohn. Aber Kaiser Ferdinand ist nur noch ein "regierendes Symbol", und Metternich muss immer größere Anstrengungen unternehmen, nun das morsche Staatsgebäude zu stützen. Am 13. März 1848 bricht in Wien die Revolution aus. Arbeiter, Studenten und Bürger sammeln sich im Sturm auf das verhasste System. Sie verlangen die Abschaffung der Zensur, die Pressefreiheit – und den Rücktritt Metternichs. Eine Ära geht zu Ende.


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02.09.08

Die Habsburger 8v12

Im Banne der Revolution – Reform von oben
„Große Dinge müssen mit einem Schlage verwirklicht werden": Die Erklärung Josephs II. ist eine Kampfansage an den bisherigen Regierungsstil. 15 Jahre lang war Joseph Mitregent, ab 1780 trägt der „aufgeklärte Despot“ und „Revolutionär von Gottes Gnaden“ allein die Verantwortung. Joseph II. beseitigt die Leibeigenschaft und führt das Toleranzpatent ein, er löst Kirchen und Klöster auf, um die Seelsorge in tätige Sozialhilfe umzuwandeln. In Wien gründet er das erste Allgemeine Krankenhaus, kaiserliche Parks und Jagdreviere macht er für die Öffentlichkeit zugänglich. Staat und Gesellschaft sollen per Dekret erneuert werden. Am Ende muss er jedoch die meisten seiner Erlässe wieder zurücknehmen. „Ich habe nichts getan als nur gewollt", schreibt er zuletzt voll Bitterkeit. Joseph II. stirbt 1790 im Alter von 49 Jahren. Der Josephinismus aber wird ihn überleben – als österreichische Spielart eines staatlich gelenkten Fortschritts und einer geistig aufgeschlossenen Bürokratie. Was Kaiser Joseph II. geplant hat, verwirklicht sein jüngerer Bruder Leopold im Herzogtum Toskana. Ebenso entschieden, doch ohne Fanatismus setzt er seine Vorhaben um: etwa die Abschaffung der Todesstrafe und die Reform der Landwirtschaft. In 25 Regierungsjahren gestaltet er die Toskana zu einem Musterstaat. Die fortschrittlichen Söhne Maria Theresias können ihre Länder vor einer Revolution bewahren, die 1789 über Frankreich hereinbricht. Maria Theresias Tochter Marie-Antoinette hingegen stirbt in Frankreich unter der Guillotine.


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18.08.08

Die Habsburger 7v12

Habsburgs Glanz und Preußens Gloria – Das Zeitalter Maria Theresias
1740 stirbt Kaiser Karl VI. Er hat alles unternommen, um seiner Tochter Maria Theresia die Thronfolge zu sichern. Doch nach Karls Tod leben die alten Bündnisse gegen Österreich wieder auf. Maria Theresia, gerade 23 Jahre alt, ist auf diese Attacken kaum vorbereitet. Noch härter trifft sie die Kriegserklärung Preußens: Friedrich II. fällt in Schlesien ein. Durch eine aggressive Eroberungspolitik will er sich im Kreis der europäischen Großmächte etablieren. Für Maria Theresia wird der Preußenkönig zum erklärten Feindbild, dessen Existenz sie ein Leben lang verflucht. Die ersten Jahre ihrer 40-jährigen Herrschaft sind turbulent. Zwischen einzelnen Kriegszügen wird Maria Theresia zur Königin von Ungarn und Böhmen gekrönt. Offiziell trägt ihr Mann, Franz Stephan von Lothringen, die Kaiserkrone, doch es besteht bald kein Zweifel mehr, dass Maria Theresia selbst regiert. Ihre Verantwortung wächst mit der Sorge um die Dynastie, den Zusammenhalt ihrer Völker. Sie leitet auf vielen Gebieten Reformen ein: Neben dem Handwerk fördert sie auch die industrielle Verarbeitung, führt die Schulpflicht ein und schafft die Folter ab. Gleichzeitig setzt sie eine Keuschheitskommission zur Bestrafung von Ehebrechern ein. Ihre strenge Religiosität verleitet sie dazu, aufklärerische Werke verbrennen und Juden verfolgen zu lassen. Trotzdem zählt der Schriftsteller und Jude Joseph von Sonnenfels zu ihren wichtigsten Beratern. Die späteren Regierungsjahre kennzeichnen eine zunehmende Herrschsucht und das kritische Verhältnis zu ihrem ältesten Sohn, dem künftigen Kaiser Joseph II. Am 29. November 1780 stirbt die Kaiserin.

10.08.08

Die Habsburger 6v12

Gegen Türken und Franzosen – Das Zeitalter Prinz Eugens
1683 stehen die Türken vor Wien. Mit mehr als 100.000 Mann belagern sie die Stadt, nehmen sie Tag und Nacht unter Beschuss. Nach zwei Monaten sind alle Vorräte der Belagerten aufgebraucht. Endlich sammelt sich ein internationales Heer: Deutsche, Österreicher und Polen treten am 12. September 1683 gemeinsam zur Befreiung Wiens an. An diesem Tag beginnt der Rückzug der Türken nach Südosten und die schrittweise Rückeroberung Ungarns durch die Armee von Kaiser Leopold I. In vielen Schlachten – gegen Türken und Franzosen – steht ein Mann an vorderster Front: Prinz Eugen von Savoyen. Sein Ruhm als Feldherr wächst ins Legendäre, doch auch in Friedenszeiten macht er Geschichte – als Diplomat und Staatsmann im Dienste dreier Kaiser. Unter Karl VI. erreicht die Donaumonarchie ihre größte Ausdehnung. Doch gerade jetzt ist die Dynastie in ihrem Fortbestand gefährdet: Karl VI. hat keinen männlichen Erben. Der Kaiser kennt nur noch ein politisches Ziel: die Abänderung der Nachfolge zugunsten seiner Tochter Maria Theresia.


03.08.08

Die Habsburger 5v12

Der große Krieg – Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges
An der religiösen und nationalen Krise ist auch Kaiser Matthias gescheitert. Sein Nachfolger, Ferdinand II., ein militanter Katholik, geht ohne Gnade mit Böhmen zu Gericht. Wer sich nicht zu Habsburg und zum Katholizismus bekennt, wird verfolgt und enteignet. Mehr als 30.000 Familien müssen ihre Heimat verlassen. Der regionale Konflikt eskaliert zu einem Krieg, der 30 Jahre dauern und Europa in Schutt und Asche legen wird. Es ist der erste Krieg, an dem fast alle Staaten des Kontinents beteiligt sind: In Deutschland steht die Liga katholischer und kaisertreuer Fürsten einer protestantischen Union gegenüber. Mit Geld und Waffen kommt Spanien Kaiser Ferdinand II. zu Hilfe. Das katholische Frankreich verbündet sich mit dem protestantischen Schweden – gegen das Haus Österreich. Soldaten, Dirnen, Knechte und Mägde ziehen plündernd durchs Land und halten sich an den wehrlosen Bauern schadlos. Weite Gebiete werden verwüstet und entvölkert. Nur wenige profitieren vom Krieg – etwa General Albrecht Wallenstein, ein kühner Stratege und ebenso kühner Spekulant. 1634 aber wird er auf allerhöchsten Befehl hin ermordet. Angeblich plante Wallenstein eine Verschwörung gegen das Haus Habsburg. In jedem Fall war er dem Kaiser zu mächtig geworden. Der Krieg fordert währenddessen immer neue Opfer. Erst am 24. Oktober 1648 wird der Westfälische Friede feierlich verkündet. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.


02.08.08

Die Habsburger 4v12

Zwischen Escorial und Hradschin – Das geteilte Erbe
Die spanische Linie der Habsburger wird durch Philipp II. repräsentiert. Im Escorial laufen alle Fäden der spanischen Monarchie zusammen: Er ist Palast und Kloster zugleich, monumentaler Ausdruck der engen Verbindung von Staat und Religion. König Philipp II., misstrauisch und unnahbar, erledigt die meisten Amtsgeschäfte im Alleingang. Politik und Privatleben greifen eng ineinander. Zu Beginn des Jahres 1568 lässt Philipp II. seinen Sohn Don Carlos arretieren. Es geht das Gerücht um, dass der Kronprinz an einer Verschwörung gegen seinen Vater beteiligt war. Mit 23 Jahren stirbt Don Carlos. Die familiäre Tragödie fällt zeitlich mit dem Aufstand in den Niederlanden zusammen. Dort wehrt sich das Volk gegen die verhasste spanische Fremdherrschaft, doch Philipp II. schlägt die Rebellion blutig nieder. Im Seekrieg mit England hingegen erleidet Spanien eine verheerende Niederlage. Philipps Interessen sind auf Westeuropa konzentriert – die Türkenabwehr im Osten überlässt er seinem Neffen Rudolf, der seit 1576 die Kaiserwürde trägt. Rudolf II. hat seine Residenz von Wien nach Prag verlegt. Dieser geheimnisvollste aller Habsburger entzieht sich der Öffentlichkeit. In der Prager Burg, auf dem Hradschin, verkehrt er mit Künstlern und Gelehrten, und seine kostbare Kunstsammlung erlangt Weltruhm. Doch als Herrscher versagt er, ist unfähig, die regionalen und nationalen Spannungen abzubauen. Schließlich wird Rudolf II. von seinem Bruder Matthias entmachtet. Aber auch er kann das Unheil nicht abwenden, das nun über Böhmen hereinbricht. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.


20.07.08

Die Habsburger 3v12

Kreuz gegen Halbmond
Maximilian I. hatte sein Ziel erreicht: Spanien und die Niederlande, Böhmen und Ungarn wurden zum „Haus Österreich". Doch die Größe dieses Reichs wird für Maximilians Nachkommen zu einer schweren Hypothek: Kaiser Karl. V. ist ein Leben lang unterwegs, ein Herrscher ohne feste Residenz und der keines seiner Länder wirklich kennt. In Deutschland streiten die Fürsten um Privilegien, immer lauter wird die Forderung nach einer Reichsreform, die auch die längst fällige Kirchenreform mit einschließt. Die Glaubenserneuerung aber, wie sie Martin Luther anstrebt, führt zum Glaubenskrieg. Während Karl V. mit dem König von Frankreich um die Vorherrschaft in Europa kämpft, muss Karls jüngerer Bruder Ferdinand das Reich im Osten gegen die Türken verteidigen. Karl hat ihm die österreichischen Länder überlassen, 1526 kommen noch Ungarn und Böhmen hinzu – die Geburtsstunde der Donaumonarchie. Ferdinand betreibt eine kluge und maßvolle Politik. Er versucht sogar, zwischen den Konfessionen zu vermitteln. Den Österreichern ist der gebürtige Spanier ein verlässlicher Landesherr. Dennoch verblasst sein Bild neben der tragischen Gestalt Karls V: Der mächtigste „Herr der Welt“ muss seine eigene Ohnmacht erkennen, resigniert und tritt 1556 von allen Ämtern zurück. Seinem Bruder Ferdinand übergibt er das Reich und die damit verbundene Kaiserwürde, seinem Sohn Philipp die Herrschaft über das spanische Imperium. Von nun an ist die Habsburgerdynastie in zwei Linien geteilt. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.

15.07.08

Die Habsburger 2v12

Der Traum vom Weltreich
1452 wird Friedrich III. vom Papst in Rom zum Kaiser gekrönt. Mit ihm beginnt die Erbfolge der Habsburger Kaiser und Könige über Jahrhunderte. „Der will wohl die Welt im Sitzen erobern", höhnen die Zeitgenossen über Friedrichs Lethargie. Doch in 51 Regierungsjahren überlebt er alle seine Gegner, und es gelingt ihm, die Dynastie im Kreis der europäischen Mächte zu etablieren. Im Wechsel von Friedrich III. zu seinem Sohn Maximilian I. vollzieht sich der Wandel zweier Zeitalter. Maximilian verbindet den alten Kaisermythos des Mittelalters mit der kühlen Machtpolitik der Neuzeit. Er ist letzter Ritter und erster Renaissance-Fürst, in der großen Welt ebenso zu Hause wie im kleinen Gebirgsland Tirol: Politische Krisen und Konflikte im Reich überbrückt er durch eine ausgedehnte Bündnis- und Ehepolitik nach dem Motto: „Mögen die anderen Kriege führen, du, glückliches Österreich heirate!“ Schon haben die Habsburger eine Option auf die Kronen von Böhmen und Ungarn – und ebenso zukunftsträchtig ist der Ehevertrag mit Spanien. Aus der Vereinigung beider Dynastien geht eine neue Großmacht hervor: Das „Haus Österreich". Für die Enkel Maximilians geht der Traum vom Weltreich in Erfüllung. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.

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07.07.08

Die Habsburger 1v12

Die Gunst des Augenblicks – Ein Graf nutzt seine Chance
In der Schweiz stand die Burg ihrer Väter. Die Grafen Habsburg waren treue Gefolgsleute des jeweiligen Kaisers, ehe sie selbst nach der Krone griffen. Im Jahr 1273 treten die Reichsfürsten zur Königswahl an. Gesucht wird ein Kompromisskandidat, der das zerrüttete Reich befrieden soll – ohne zuviel Macht anzusammeln. Die Wahl fällt auf Rudolf von Habsburg. Er ist 55 Jahre alt, ein tüchtiger Grundherr und erfahrener Kriegsmann. Der Rhein bildet gleichsam die Achse seines Lebens – doch an der Donau entscheidet sich sein Schicksal in der Konfrontation mit Ottokar. Der König von Böhmen und Mähren gebietet auch über die österreichischen Länder. Er hat sich selbst Hoffnungen auf die Kaiserkrone gemacht – nun erklärt er Rudolf von Habsburg den Krieg. Am 26. August 1278 stehen sie einander auf dem Marchfeld östlich von Wien gegenüber. Ottokars Truppen sind zahlenmäßig überlegen, doch der Habsburger hat die bessere Strategie – und er gewinnt die Schlacht. Am Ende dieses Tages steht Rudolf von Habsburg vor dem verstümmelten Leichnam Ottokars. An diesem Tag beginnt die Herrschaft der Habsburger im Donauraum – für die Dauer von 640 Jahren. König Rudolf belehnt seine Söhne mit dem Herzogtum Österreich und schafft damit eine solide Habsburger Hausmacht. Der Grundstein für die künftige Donaumonarchie ist gelegt. Als Kaiser und Könige regierten die Habsburger etwa sieben Jahrhunderte – länger als alle anderen Dynastien Europas. Von welchen Interessen wurden sie geleitet- Weshalb übt der Habsburger-Mythos heute noch eine faszinierende Wirkung aus- Die zwölfteilige Reihe „Die Habsburger“ zeigt die politischen Zusammenhänge und versucht eine zeitgemäße Interpretation.

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28.06.08

Malcolm X

Malcolm X zählt zu den herausragenden Figuren der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der Dokumentarfilm erzählt den Werdegang des charismatischen schwarzen Predigers anhand der Aussagen von Wegbegleitern und Angehörigen, vom Geburtsjahr 1925 bis zu seiner Ermordung am 21. Februar 1965. Der Film bringt auch die Grundsätze und Visionen zum Ausdruck, denen sich Malcolm X zu Themen wie Diskriminierung, Rassenidentität und Unterdrückung von Minderheiten verpflichtet sah.

In einer Zeit, da die Anführer der Bürgerrechtsbewegung Harmonie und Integration predigten, machte der von Malcolm X vertretene Kurs der Selbstverteidigung und des schwarzen Nationalismus den Weißen Angst. Gleichzeitig inspirierte er die Afroamerikaner, verunsicherte sie aber auch.
Dem Vorwurf, Hass und Gewalt zu schüren, begegnete Malcolm X mit bitterer Ironie. Wie könnten solche Anschuldigungen ernst genommen werden, kämen sie doch von den Nachfahren derjenigen, die seine Vorfahren auf Sklavenschiffen angekettet nach Amerika verschleppt und straffrei gelyncht hätten. Angesichts dieser Verbrechen betrachtete er es als legitim, dass die Afroamerikaner ihre Rechte mit allen nötigen Mitteln - einschließlich Gewalt - einforderten.
Doch Malcolm X vertrat eine defensive Form der Gewaltausübung. Und es scheint trotz seiner brutalen Rhetorik unwahrscheinlich, dass er am Ende seines Lebens weiterhin im bewaffneten Kampf die Lösung für die Probleme der Afroamerikaner sah und in den Weißen die "Teufel mit blauen Augen". Seine Pilgerfahrt nach Mekka und seine Afrikareise veränderten seine Auffassung vom Islam. Er akzeptierte nun die Möglichkeit von Bündnissen mit Weißen und suchte nach Anknüpfungspunkten zur Bürgerrechtsbewegung. Er sprach sich für Ziele wie das Wahlrecht aus, die er zuvor als sinnlos erachtet hatte, und bezog Stellung gegen bedingungslose Gewalt und für das Recht. Obwohl sich Malcolm X weiter zum Grundsatz der Anwendung aller erforderlichen Mittel bekannte, gelangte er mit großer Wahrscheinlichkeit zu dem Schluss, dass Gewalt nicht zu diesen erforderlichen Mitteln zählte.
Sicherlich ist das Europa von heute nicht vergleichbar mit dem Amerika der 60er Jahre, doch die mitunter widersprüchlichen Positionen, die Malcolm X zu Diskriminierung, Rassenidentität, Mitteln im Kampf gegen Unterdrückung und zur Rolle der Religion in diesem Kampf vertrat, finden noch heute großen Widerhall.

ZUSATZINFORMATION
Der Dokumentarfilm lässt zahlreiche Zeitgenossen und Wegbegleiter von Malcolm X zu Wort kommen. Unter anderem äußern sich Alex Haley, Koautor von "Malcolm X, die Autobiografie" und Autor der erfolgreich verfilmten Familiensaga "Roots", Mitglieder der Bewegung "Nation of Islam", darunter Wallace D. Muhammad, Sohn und Nachfolger von deren Anführer Elijah Muhammad, Malcolm X's Witwe Betty Shabazz und seine älteste Tochter. Einen weiteren Schwerpunkt des Dokumentarfilms bilden Archivaufnahmen von öffentlichen Auftritten und Fernsehsendungen, in denen das Charisma und die außergewöhnliche Überzeugungskraft von Malcolm X auf eindrucksvolle Weise deutlich werden.


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