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28.10.09

Unterwasser-Stadt ist fast 6000 Jahre alt

Auf dem Meeresgrund vor der griechischen Halbinsel Peleponnes liegen die Überreste von Pavlopetri, die schon seit Jahrzehnten als älteste versunkene Stadt der Welt gilt. Doch ihre Anfänge liegen nicht in der Bronzezeit, wie Archäologen bisher annahmen, sondern schon in der späten Steinzeit. Das beweisen Keramikstücke, die Archäologen nun auf dem Gebiet fanden und die zwischen 5000 und 6000 Jahre alt sind.

Pavlopetri war einst 100 000 Quadratmeter groß, etwa die Hälfte der Fläche haben Nic Flemming vom National Oceanography Centre in Southampton und sein Team mittlerweile kartiert. Da viele Straßen und Häuser noch immer erkennbar sind, konnte sie den Plan der Hafenstadt fast vollständig rekonstruieren. Ganz in der Nähe machten die Forscher außerdem Schiffwracks und ihre verlorene Ladung aus. Demnächst wollen sie die Funde weiter untersuchen, um mehr über die Anfänge des Seehandels am Mittelmeer zu erfahren.

Flemming hatte Pavlopetri 1967 entdeckt, die Überreste wurden zunächst auf ein Alter von 4000 Jahren geschätzt. Die Stadt existierte noch bis etwa 1000 v. Chr., warum sie danach im Meer versank, ist unklar. Laut Geologen könnte ihr Untergang mit einem Anstieg des Meeresspiegels oder einem Erdbeben zusammenhängen.


National Oceanography Centre


Quelle: spektrumdirekt.de

06.06.09

Zwei 4000 Jahre alte Skelette entdeckt

Archäologen haben in Saint-Triphon VD ein Grab aus der Bronzezeit freigelegt. Sie fanden darin die Überreste einer Frau und eines Babys. Das Grab war bei Bauarbeiten für ein Einfamilienhaus entdeckt worden.

Die Verstorbene trug Bronzeschmuck und eine Kleiderspange. Diese Objekte sind gemäss einer Mitteilung des Kantons Waadt vom Donnerstag typisch für die Rhonekultur in der Bronzezeit. Die Forscher gehen davon aus, dass die Frau zwischen 2000 und 1800 v. Chr. begraben worden war.

Ihre sterblichen Überreste waren in einem ausgehöhlten Baumstamm auf den Boden eines Erdgrabes gelegt worden. Ob die bei ihr gefundenen Knochen des Babys von einem Fötus oder von einem während oder nach der Geburt verstorbenen Säugling stammen, werden die weiteren anthropologischen Analysen ergeben.

Saint-Triphon ist für die Forscher ein wichtiger archäologischer Ausgrabungsplatz. Überreste aus verschiedenen Epochen - von Neolithikum, Bronze- und Eisen- über Römerzeit bis Mittelalter - kamen dort schon zum Vorschein.

Quelle: 20min.ch

15.05.09

Eine Venus von mehr als 35.000 Jahren

Sensationeller Fund aus der Steinzeit: Forscher der Universität Tübingen haben in der Höhle Hohler Fels auf der Schwäbischen Alb eine Frauenfigur aus Mammutelfenbein gefunden. Das Alter der sogenannten „Venus vom Hohlen Fels“ wird auf mindestens 35.000 Jahre geschätzt. Es handelt sich somit um die älteste figürliche Menschendarstellung, die jemals entdeckt wurde. Der Urgeschichtler Nicholas Conard präsentierte am Mittwoch die etwa sechs Zentimeter große Statuette, die der Wissenschaftler mit weißen Handschuhen behutsam aus einem kleinen Kästchen holte.

Archäologen um Conard hatten vergangenen September im Hohlen Fels zwischen Schelklingen und Blaubeuren die sechs Stücke gefunden, aus denen sich die Venus zusammensetzt. Er habe wie alle anderen auch mit „absoluter Sprachlosigkeit“ reagiert, erzählte Conard. Die Figur sei ausgezeichnet und bis auf den linken Arm mit der Schulter auch vollständig erhalten. „Wenn es da ist, werden wir es finden“, sagte Conard über das fehlende Fragment. Die Venusdarstellung verfügt wie die 1908 in Österreich gefundene Venus von Willendorf über ausgeprägte Geschlechtsmerkmale. Die Figur ist nackt, jedoch deuten bänderartige Einschnitte ringsum auf Kleidung hin. Statt eines Kopfs ist auf den Schultern eine Öse angebracht. Diese weise wie auch vorhandene Politurspuren darauf hin, „dass die Figur als Anhänger getragen wurde“, sagte Conard. Die Statuette wurde in den untersten Schichten des Aurignacien gefunden, einer Kulturstufe, die mit dem modernen Menschen in Europa in Verbindung gebracht wird.

Symbol für Fruchtbarkeit

Der Tübinger Urgeschichtler vermutet deshalb, dass die Figur von frühen modernen Menschen gefertigt wurde, die vor 40.000 Jahren nach Europa kamen. Über die Bedeutung, die die Darstellung damals eingenommen habe, könne nur spekuliert werden, sagte Conard. Aufgrund der prägnanten Sexualmerkmale könne die Figur aber ein Symbol für Fruchtbarkeit gewesen sein. Die Venus sei der Beleg dafür, dass figürliche Kunst viel älter sei als bisher angenommen. Vor allem eine derartige Frauendarstellung aus dem Aurignacien sei bis dato völlig unbekannt gewesen und damit einmalig, erklärt der Experte.

Mit dieser Entdeckung hat sich der Hohle Fels zum wiederholten Mal als Ort bedeutsamer Funde erwiesen. In der Höhle fanden erstmals im 19. Jahrhundert Grabungen statt. Damals war es der Pfarrer und Forscher Oscar Fraas, der dort 1870 Tierknochen fand. Die Forschergruppe um Conard nimmt im Hohlen Fels seit zwölf Jahren Ausgrabungen vor. 2001 fand sie dort die Miniaturausgabe eines Löwenmenschen aus Elfenbein. Im selben Jahr wurde zudem der Körper einer Wasservogel-Figur, ein Jahr später auch ihr Kopf, entdeckt. Dem interessierten Publikum wird die Venus bei der großen Landesausstellung „Eiszeit - Kunst und Kultur“ zugänglich sein, die vom 18. September 2009 bis zum 10. Januar 2010 in Stuttgart stattfindet.

Quelle: faz.net

09.05.09

Angeblicher Sensationsfund in Deutschland

Deutschen Forschern ist angeblich ein Sensationsfund gelungen. Die Archäologen entdeckten in einer Höhle auf der Schwäbischen Alb eine spektakuläre Skulptur aus der Eiszeit. Unter Fachleuten werde vermutet, dass es sich um die älteste Frauendarstellung der Welt handele, berichtete die Ulmer "Südwest Presse" am Freitag.

Auf der Schwäbischen Alb gelingen Urzeit-Forschern immer wieder aufsehenerregende Funde. So entdeckten Tübinger Archäologen 2006 die älteste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur der Menschheitsgeschichte: ein Mammut von knapp vier Zentimetern Länge. Als spektakulär gilt auch ein rund 30 Zentimenter großer Löwenmensch aus Elfenbein. Die Figuren stammen aus der Altsteinzeit und sind zwischen 30.000 und 40.000 Jahre alt. Die Schwäbische Alb wird seit mehr als 150 Jahren von Archäologen untersucht und gilt als besonders gut erforscht.

Quelle: vienna.at

13.03.09

Der Peking-Mensch ist viel älter als gedacht

Die Überreste des in einer Höhle in China gefundenen Peking-Menschen sind rund 200.000 Jahre älter als bisher gedacht. Forscher konnten die Funde aus den 1920er Jahren mit Hilfe moderner Methoden jetzt neu datieren. Die neuen Erkenntnisse liefern Hinweise auf eine parallele Wanderungsbewegung durch Eurasien.

Der so genannten Peking-Menschen ist einer neuen Studie zufolge 780.000 Jahre alt und damit 200.000 Jahre älter als Forscher ursprünglich vermutet hatten. Ein Team von amerikanischen und chinesischen Wissenschaftlern untersuchte die Funde aus den 1920er Jahren jetzt mit neuen Methoden, woraus sich eine Neubewertung des Alters ergab, wie die Forscher in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ berichten.

Die Fossilien des als Peking-Menschen bezeichneten Hominiden waren in den 1920er Jahren in Zhoukoudian in der Nähe der chinesischen Hauptstadt gefunden worden. In Verbindung mit anderen aktuellen Studien lasse sich damit die Theorie über die Wanderungsbewegungen der Vorfahren des Menschen präzisieren, hieß es.

Bisher ging die Mehrzahl der Wissenschaftler davon aus, dass Angehörige der Hominiden-Art Homo erectus, zu der Peking-Menschen gezählt werden, vor etwa zwei Millionen Jahren von Afrika über die arabische Halbinsel in Richtung des indischen Subkontinents und entlang der asiatischen Küsten wanderten. Auf der indonesischen Insel Java wurden 1892 zum ersten Mal Überreste des Homo erectus gefunden, der so genannte Java-Mensch. Diese werden auf ein Alter von 1,6 Millionen Jahre datiert. Eine andere Gruppe sei in nördlicher Richtung nach Peking gewandert.

Die nun veröffentlichten Erkenntnisse deuten laut dem „Nature“-Bericht darauf hin, dass es eine parallele Wanderungsbewegung durch den eurasischen Kontinent etwa über das Gebiet des heutigen Georgien gegeben habe, wo der Homo erectus schon vor 1,8 Millionen Jahren angekommen sei.

Quelle: welt.de

05.03.09

Ötzi eingescannt

Ötzi, die älteste je entdeckte Feuchtmumie wurde einem hochauflösenden Photoscan unterzogen, der den Mann aus dem Eis aus 12 Blickwinkeln zeigt.

Ötzi wurde auf dem Gletscher des Similaun, an der Grenze zwischen Österreich und Italien gefunden und ist mit seinen über 5000 Jahren die älteste je entdeckte Feuchtmumie. Während er in seinem tiefgekühlten Schaukasten im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ruht, sind rund um ihn eine Reihe von Forschungen und wissenschaftlichen Projekten entstanden. Der Fund stellt für Anthropologen und Archäologen eine wertvolle Quelle dar, die aufschlussreiche Informationen über das Leben der Menschen in der Kupferzeit birgt. Das wissenschaftliche Interesse, ausführliche Studien am Körper der Mumie durchzuführen, steht allerdings im Gegensatz zur Notwendigkeit den Körper zu konservieren; Ötzi wird in einer Kühlzelle aufbewahrt, in der konstant -6 Grad und 98% Luftfeuchtigkeit herrschen.

Um beiden Anforderungen gerecht zu werden - um Ötzis Körper zu konservieren und gleichzeitig die Forschungen rund um den Mann aus dem Eis voranzutreiben - hat das EURAC-Institut für Mumien und den Iceman ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Ötzis Körper wurde aus 12 verschiedenen Blickwinkeln fotografiert und alle Bilder, einige davon in 3D, in einem Buch und über eine Website veröffentlicht. So kann sich jeder bequem von zu Hause aus auch Details ansehen, die mit bloßem Auge gar nicht sichtbar wären.


IceManPhotoScan



Eurac


Quelle: archaeologie-online.de

28.01.09

Keine fünf Zentimeter groß: Die älteste Kunst der Menschheit

Stuttgart - Ihr Fund war eine Sensation - im Herbst will Baden-Württemberg die ältesten Kunstwerke der Menschheit richtig würdigen: Vom 18. September an werden die gut 35.000 Jahre alten Zeugnisse der Eiszeit in einer Großen Landesausstellung in Stuttgart präsentiert, teilte Kunst-Staatssekretär Dietrich Birk (CDU) gestern stolz mit.

Im Zentrum der Ausstellung von „Eiszeit. Kunst und Kultur“ stehen ein Mammut, ein Löwenmensch und ein Wildpferd - im Grunde nur kleine Figuren, die in den Höhlen auf der Schwäbischen Alb gefunden wurden.

Rund 800 Objekte

Das keine fünf Zentimeter große Mammut gilt als älteste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur der Welt. Insgesamt aber werden im Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz auf 2500 Quadratmetern rund 800 Objekte der Altsteinzeit aus 14 Ländern präsentiert. Das Kunstgebäude soll zu einer begehbaren Welt der Eiszeit werden.

Von Afrika nach Europa

Vor etwa 40.000 Jahren kam der moderne Mensch, der Homo sapiens sapiens, aus Afrika nach Europa, besiedelte den Südwesten und verdrängte allmählich den Neandertaler. Aus dieser Zeit stammen die ersten Belege für Kunst und die Musik mit geschnitzten Figuren und Knochenflöten von der Alb.

Doch: Wie lebten die Menschen dmals? Welche Tiere gab es? Welche Pflanzen? Das Leben in einer Jäger- und Sammler-Gesellschaft will die Ausstellung ebenso darstellen wie die Forschungsgeschichte.

Das Land fördert die 2,6 Millionen Euro teure Ausstellung mit 1,7 Millionen Euro. Erwartet werden rund 100 000 Besucher. Langfristig ist angestrebt, die urzeitliche Höhlenlandschaft auf der Schwäbischen Alb in die Liste des Weltkulturerbes eintragen zu lassen.

Wann der Antrag gestellt werden kann, steht aber noch nicht fest. Die Ausstellung versteht sich auf dem Weg dahin als ein wichtiger Beitrag. Darüber hinaus gilt es zudem, die Präsentation der Funde in der Region zu verbessern, etwa mit einer eigenen Schauhöhle.

Quelle: stimme.de

15.10.08

Lagerplatz der Altsteinzeit in NRW entdeckt

Nach mehr als 40 Jahren ist in Nordrhein-Westfalen erstmals wieder ein Fundplatz spätaltsteinzeitlicher (spätpaläolithischer) Jäger entdeckt worden. Seine ausgezeichnet erhaltenen Siedlungsstrukturen stellen eine außergewöhnliche Besonderheit dar. Der Lagerplatz bei Wesseling wurde in den vergangenen Monaten im Vorfeld einer Baumaßnahme umfangreich untersucht.

Die Größe der Grabungsfläche beträgt ca. 700 qm2. Der einstige Siedlungsbereich war aller Wahrscheinlichkeit größer, doch sind weite Teile des potenziellen Fundareals durch ein im 2. Weltkrieg errichtetes Fremdarbeiterlager zerstört worden. Bimskörner von der Eruption des Laacher See-Vulkans, die in den Lehmablagerungen unterhalb des Fundhorizonts enthalten sind, belegen, dass die Besiedlung in die letzten Jahrhunderten der Allerød-Warmphase, etwa zwischen 10.966 und 10.700 v. Chr., stattfand.

Das über 4000 Artefakte umfassende Fundmaterial setzt sich vor allem aus Steingeräten und den Abfällen ihrer Herstellung zusammen. Die Geräte, u.a. Pfeilspitzen und Messer, bilden ein typisches federmesserzeitliches Geräteinventar. Diese Steinmaterialien bieten die Möglichkeit ziemlich genau nachzuvollziehen, welche Gegenden die Jäger und Sammler neben Wesseling noch aufsuchten. Tertiärquarzit und Chalzedon weisen nach Süden ins Mittelrheingebiet und zur Chalzedon-Lagerstätte bei Bonn. In eine ganz andere Richtung – nämlich genau nach Westen – weisen Orsbach- und Lousberg-Feuerstein, die aus der Umgebung von Aachen bzw. unmittelbar aus Aachen vom Lousberg zum Lagerplatz gebracht wurden.

Eine absolute Überraschung waren kleine, rätselhafte Objekte aus Braunkohle. Die bis zu 5 cm großen Stücke sind meist flach und auffallend häufig geometrisch geformt. Für die Kenntnis des Spätpaläolithikums, aus dem Kunstgegenstände nur in geringer Zahl überliefert sind, stellen die inzwischen mehr als ein Dutzend Objekte eine Bereicherung dar. Sie geben einen neuen Einblick in das Kunst- oder Schmuckschaffen der mitteleuropäischen Federmesser-Gruppen. Ebenso überraschend waren mehrere Quadaratmeter große Steinpflaster aus Flussgeröllen, die für diese Zeit bisher völlig unbekannt waren. Vermutlich dienten sie als Sitzplätze.

Die Jäger und Sammler Population, deren Lagerplatz in Wesseling entdeckt wurde, werden zu den sog. nordwesteuropäischen Federmesser-Gruppen gezählt, deren Name sich von den für diese Zeit typischen federmesserartigen Pfeilspitzen ableitet. Sie lebten in einer 1250 Jahre dauernden "Warmphase" (Allerød-Interstadial) kurz vor dem Ende der letzten Eiszeit. Ihre damalige Umwelt ist annähernd mit den heutigen Verhältnissen in Mittelschweden vergleichbar.

Erste Untersuchungsergebnisse werden vom Ausgräber Dr. Martin Heinen im aktuellen Band der Archäologie im Rheinland 2007 vorgestellt (Theiss-Verlag, ISBN 978-3-8062-2217-3)

Quelle: archaeologie-online.de

14.10.08

Fund weckt den Pyramiden-Mythos

Kiel – Die Pyramide ist so etwas wie der Fluch der Archäologen. Zahlreiche Geschichten ranken sich um sie und inspirieren Filmemacher. Seit kurzem gibt es eine Geschichte mehr. Der Kieler Archäologe Prof. Johannes Müller machte vor zwei Wochen einen Grabungsfund, der Vertretern der These um bosnische Pyramiden neuen Aufwind gibt.
Ende September fanden Archäologen der Christian-Albrechts-Universität einen ciretwa 4000 Jahre alten pyramidenförmigen Tonsockel im Grabungsgebiet im bosnischen Visoko, 25 Kilometer nordwestlich von Sarajevo. Per Handyfoto fand die Mini-Pyramide zunächst ungewollt ihren Weg aus der Grabungsstätte in die Öffentlichkeit. Seitdem hat der Fund in Bosnien viele Gemüter erhitzt. Denn Hobbyarchäologen sehen in dem Tonsockel einen weiteren Hinweis darauf, dass es in Europa Pyramiden gibt.
Die These, dass der kegelförmige Berg am Fuße der Stadt Visoko eine Pyramide ist, ist nicht neu. Vertreten wird sie vor allem von dem Hobbyarchäologen Semir Osmanagic, einem in Amerika lebenden Bosnier. Er glaubt, dass eine intelligente Zivilisation die Pyramiden vor rund 15000 Jahren erbaut habe.
„Das ist aus wissenschaftlicher Sicht Unfug“, sagt Johannes Müller, Professor für Archäologie an der CAU. Er ist gerade vor ein paar Tagen mit seinen Kollegen und Studenten von der Grabung zurückgekehrt, um die Funde nun auszuwerten. „Unser Fund hat zwar die Form einer Pyramide. Weitere Rückschlüsse kann man aber nicht ziehen“, so Müller. Es handele sich schlicht um einen Sockel, dessen Aufsatz abgebrochen sei. Die Forscher vermuten, dass es sich um ein Räuchergefäß handelt, das kultischen Zwecken diente. Wahrscheinlich nutzten die Menschen den Tonsockel dazu, Glut zu halten oder Duftaromen zu verbreiten.
Für die Kieler Wissenschaftler, die gemeinsam mit dem Bosnisch-Herzegovinischen Landesmuseum und der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt des Deutschen Archäologischen Instituts die Siedlungsstrukturen am Übergang von der Stein- zur Metallzeit (circa 5500 bis 4000 v. Chr.) erforschen, ist der Fund zwar etwas Besonderes. Denn als bislang einzigartiges Fundstück in der Grabungssiedlung Okolište weist es auf soziale Unterschiede innerhalb der Siedlung hin. „Allerdings sehen wir jetzt auch ganz konkret die Gefahr, durch unseren Fund in den sogenannten Pyramiden-Sog hineingezogen zu werden“, sagt Müller. Das behindere die Arbeit der Archäologen.
Dass das Kieler Grabungsteam je auf eine Pyramide stoßen wird, schließt Müller aus: „Es gibt keine Pyramiden in Bosnien.“

Quelle: kn-online.de

11.10.08

»Schlachtfeld« der Bronzezeit entdeckt

In einem knapp 1 km langen Abschnitt eines Flusstals in Mecklenburg-Vorpommern starben vor 3.300 Jahren mindestens 50 Menschen unter Gewalteinwirkung. Auch einige der Waffen, durch die sie möglicherweise umkamen, wurden direkt in der Nähe gefunden.

In der sumpfigen Aue haben Reste von Nahkampfwaffen erhalten, wie sie bislang aus der Bronzezeit nicht bekannt waren: Ein Holzknüppel, der an heutige Baseballschläger erinnert, und eine sorgfältig bearbeitete hammerartige Holzkeule. Diese Waffen blieben unter einer Moorschicht vergleichsweise gut erhalten, erklärte Detlef Jantzen vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin bei der Präsentation der Funde am Donnerstag.

Welche Wirkung die bronzezeitlichen Schlagwaffen hatten zeigen die eingeschlagenen Schädel, gebrochenen Oberschenkel und ein Oberarm, in dem eine vollständig erhaltene Pfeilspitze steckt, auf eindrucksvolle Weise. Sollten die bisher entdeckten 50 Individuen zur gleichen Zeit ums Leben gekommen sein, hätte man einen klaren Hinweis auf kriegerische Auseinandersetzungen in der mitteleuropäischen Bronzezeit. Zwar könne man nur darüber spekulieren, was sich damals tatsächlich abspielte, erklärte Jantzen. Für ihn sei aber klar, dass es sich bei dem Ort um ein Schlachtfeld handelt. Die Fundstelle soll nun in einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und der Universitäten Greifswald und Rostock untersucht werden.

Dem Thema »Schlachtfeldarchäologie« widmet sich auch der 1. Mitteldeutsche Archäologentag , der vom 9.-11. Oktober in Halle stattfindet.

Quelle: archaeologie-online.de

30.09.08

Nahezu komplettes Pferdegeschirr aus der Bronzezeit entdeckt

Stormdorf (ddp-nrd). Archäologen haben in Mecklenburg-Vorpommern ein fast vollständig erhaltenes Pferdegeschirr aus der späten Bronzezeit entdeckt. Nach Angaben des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege besteht das schätzungsweise 2800 Jahre alte Zaumzeug aus mehr als 50 Einzelteilen. Darunter seien tellerförmige Schmuckplatten, Ringe mit eingehängten Scheiben, Teile von Trensen und Bronzeperlen.

Ein Großteil des Depotfunds war in den vergangenen Monaten bei archäologischen Nachuntersuchungen mit einem Detektor auf einem Acker bei Stormsdorf in Nordvorpommern geborgen worden. An derselben Stelle hatten Kinder bereits vor 34 Jahren beim Spielen gut erhaltene Teile eines Pferdegeschirrs entdeckt.

Über die einstigen Besitzer des Pferdegeschirrs und dessen Verwendung könne nur spekuliert werden, sagte Grabungsleiter Michael Schirren. Möglicherweise sei das prächtige Zaumzeug seinerzeit von einer Kultgemeinschaft bei Prozessionen angelegt worden. Der komplette Fund soll im kommenden Jahr im Kulturhistorischen Museum Stralsund präsentiert werden.

Quelle: freiepresse.de


Mecklenburg-Vorpommern Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege

23.09.08

Neandertaler kam bis Ostfriesland

In Holtland ist ein 40 000 Jahre altes Steinwerkzeug gefunden worden. Es ist für diese Breiten eine Besonderheit.

Holtland/Hesel - In Ostfriesland haben Neandertaler gelebt. Den Beweis präsentierte der Archäologe Dr. Wolfgang Schwarz am letzten Mittwoch in Hesel: ein rund 40 000 Jahre altes Steinwerkzeug.

Das Feuersteingerät ist zwölf Zentimeter lang und neun Zentimeter breit. Es handelt sich um einen Abschlag von einem größeren Stein, der auf der einen Seite sorgfältig bearbeitet wurde. Bisher gibt es keine Funde aus dieser Zeit, der mittleren Altsteinzeit, in Ostfriesland. Nächstes Fundort eines Neandertaler-Artefakts ist Neu-Lorup im Emsland. Zudem ist der Fund von Holtland einer der nördlichsten Nachweise für den Neandertaler überhaupt, der vor rund 30 000 Jahren ausstarb.


Ein Video sehen Sie bei ostfriesen.tv.


Quelle: ga-online.de

Archäologen legen in Sitten grosse keltische Nekropole frei

In Sitten haben Archäologen einen der grössten keltischen Friedhöfe der Schweizer Alpen freigelegt. Über 200 Gräber wurden in den letzten 12 Monaten mitten in einem Quartier im Norden der Stadt ausgegraben.

Sitten. – Teilweise sind die Tumuli genannten Grabhügel mit Steinplatten eingegrenzt, wie der Walliser Kantonsarchäologe François Wiblé anlässlich eines öffentlichen Rundganges erläuterte. Die Gräber stammen aus der 1. Eisenzeit, das heisst aus der Periode zwischen 800 und 500 vor unserer Zeitrechnung.

Laut Wiblé handelt es sich um eine keltische Grabungsstätte "von grosser Qualität", die reich an Funden sei. "Es ist eine der grössten Nekropolen aus der Eisenzeit, die im schweizerischen Alpenraum freigelegt wurde", sagte er.

Es stelle sich somit die Frage, ob die Fundstätte auch langfristig dem Publikum zugänglich gemacht werden könne. Dies umso mehr, als Sondierungsgrabungen auf benachbarten Parzellen zeigten, dass es noch viel mehr Grabhügel gebe, die teilweise sogar besser erhalten seien, als die bereits ausgegrabenen.

Ob die Grabstätte auch für künftige Generationen sichtbar bleibt, wird der Grundeigentümer entscheiden müssen. Der Kanton Wallis hat das Gelände, unter dem schon seit langem archäologische Spuren vermutet worden waren, zwecks Grabungen für zehn Jahre gemietet.

Im Jahr 2010 läuft der Vertrag aus und der Eigentümer darf bauen. Wiblé sieht darin kein Problem: "Das Gräberfeld könnte auch im Untergeschoss eines künftigen Gebäudes erhalten und zugänglich gemacht werden", erklärte er.

Quelle: Vaterland.li

07.09.08

Mäusezahn gibt Hinweis auf letzten Zwischenstopp des Uluburun-Schiffes

Das berühmte bronzezeitliche Schiffswrack vor der türkischen Südküste lichtete wohl zum letzten Mal in Ugarit seinen Anker. Darauf deuten Ergebnisse von Untersuchungen am Unterkiefer einer Maus, der bei Grabungen zwischen der Schiffsladung gefunden worden war.

Wie der Archäobiologe Thomas Cucchi von der Durham University bei vergleichenden Untersuchungen herausfand, handelte es sich bei dem Nager um eine Hausmaus (Mus musculus domesticus). Die größte Ähnlichkeit weisen syrische Hausmäuse auf.

Das Kieferstück aus der Bronzezeit deutet daraufhin, dass es zu einem eher zierlichen Tier gehörte. Daher vermutet Cucchi, dass der Nager erst kurz vor dem Untergang des Schiffes an Bord kam. Mäuse, die schon seit Generationen auf Schiffen leben, seien normalerweise deutlich größer.

Eine der letzten Stationen des »Schiffes von Uluburun« könnte also mit einiger Wahrscheinlichkeit der nordsyrische Stadtstaat Ugarit (dem heutigen Ra's Schamra) gewesen sein - damals ein wichtiges Handelszentrum.

Quelle: Archaeologie-Online.de


Das Schiff von Uluburun - Welthandel vor 3000 Jahren (Internetseiten zur Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum)



Wikipedia: Das Schiff von Uluburun

16.06.08

Stonehenge - Das ultimative Experiment

Stonehenge ist ein in der Jungsteinzeit begründetes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England. Die kreisförmig angelegte Megalithstruktur ist die größte dieser Art und gibt trotz intensiver Erforschung noch immer viele Rätsel auf.

Zum Beispiel ist weiterhin ungeklärt, wie die Menschen des Neolithikums die riesigen Steinblöcke und Findlinge transportiert und die Decksteine hoch gehievt haben. Es gibt Hypothesen und Experimente, doch keine schlüssigen Belege. Das originelle Fernsehprojekt unternimmt die maßstabgerechte Rekonstruktion der vor über 4.000 Jahren entstandenen Anlage, die heute nur noch etwa die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Elemente umfasst.
Darlow Smithson leitet das Projekt, das etwa zehn Kilometer vom Schauplatz entfernt in einem Naturschutzgebiet durchgeführt wird. Als Material für die Nachahmung dienen maßstabgerechte Polystierenelemente, deren unterschiedliche Farben auf die verschiedenen Gesteinsarten wie Sarsenstein und Blaustein sowie auf behauene Steine und Findlinge verweisen. Außergewöhnlich an dem Unternehmen ist auch, dass die Bevölkerung mitarbeitet. Im Zuge des Wiederaufbaus lassen sich die oft kontroversen Thesen über Entstehung und Nutzung der Anlage besonders anschaulich darstellen:
Wie wurden die fünf Tonnen schweren Steine befördert? Woher kommen die bis zu 30 Tonnen schweren Sarsenblöcke? Gespräche mit dem Archäologen Mike Pitts, mit Audrey Burl, der Autorin zahlreicher Werke über Stonehenge, und mit Professor Barrett von der Fakultät für Altertumswissenschaft der Universität Sheffield geben Einblick in die Geheimnisse von Stonehenge. Zwei Teams setzen Transporthypothesen in Szene: die traditionelle, die davon ausgeht, dass mit Fett behandelte Baumstämme benutzt wurden, und die revolutionäre Hebeltheorie von Gordon Pipes. Ferner geht der Dokumentarfilm den Fragen nach, ob Stonehenge als Sternwarte oder Kultstätte genutzt wurde. Dank 3D-Animation kann heute die These des Astronomen Gerald Hawkins aus den 60er Jahren veranschaulicht werden.


04.03.08

Schliemanns Erben- Auf der Spur des Prussia-Schatzes

Zur selben Zeit als Schliemann Troja ausgrub, gab es in Ostpreußen unweit der Kurischen Nehrung eine Grabung Königsberger Archäologen, die erst heute dazu beitragen kann, die Geschichte der einheimischen Urbevölkerung, der Prussen, aufzudecken. Die Prussen tauchen erst in der überlieferten Historie auf, als sie mit Feuer und Schwert blutig vom Deutschen Orden im 12. und 13. Jahrhundert christianisiert wurden. Das Volk, das den Preußen ihren Namen gab, ging unter - aber nicht spurlos. Das 1865 bei dem kleinen Ort Wiskiauten im Samland entdeckte mittelalterliche Gräberfeld von 500 Hügelgräbern wird heute von russischen Archäologen ausgegraben. Auf die Suche nach der zugehörigen Siedlung hat sich seit drei Jahren ein interdisziplinäres Forscherteam begeben, unter der Leitung von Professor Claus von Carnap-Bornheim vom Archäologischen Landesmuseum Schleswig. Die Archäologen stoßen auf dem Gebiet der Prussen auf einen bisher unbekannten großen multiethnischen Knotenpunkt des internationalen Ostseehandels vom Atlantik bis Byzanz, vergleichbar der Wikingersiedlung Haithabu bei Schleswig. Die Bedeutung der Erfolge der russisch-deutschen Grabung wird nur verständlich vor dem Hintergrund der abenteuerlichen Geschichte der legendären Prussia-Sammlung. Die Königsberger Prussia-Sammlung mit den archäologischen Funden aus dem ehemaligen Ostpreußen, seit 1844 zusammengetragen, stellte vor dem Zweiten Weltkrieg eine der bedeutendsten und faszinierendsten Altertumssammlungen Europas dar. In den letzten Kriegsmonaten wurde die insgesamt fast eine halbe Million Funde und Archivalien umfassende Sammlung auseinander gerissen. Im Herbst 1944 wurden 125 Kisten mit Archivmaterial und 50.000 Objekten, auch aus der alten deutschen Grabung Wiskiauten, in zwei Eisenbahnwaggons von Königsberg nach Demnin in Vorpommern ausgelagert. Da befanden sie sich jahrelang auf dem Dachboden des Gutshofs Brook, bis ein an Archäologie interessierter 16jähriger Schüler ihren Wert erkannte, der örtliche Kaufmann sie zwischen seinen Vorratskisten versteckte und 1949 in die Ostberliner Akademie der Wissenschaften brachte. Dort war man sich schnell einig: Wenn die Russen davon erfahren, werden die Kisten sofort nach Moskau abtransportiert - wie der Troja-Schatz. Deshalb verbargen zwei Berliner Wissenschaftler die Prussia-Sammlung im hintersten Keller. Alle Beteiligten schwiegen 40 Jahre lang. Bis zur Wende erfährt niemand von dem als verschollen geltenden Schatz im Keller. Erst mit der Wiedervereinigung der Berliner Museen kam der Bestand, 50.000 Fundstücke und 80.000 Archivalien, an das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin.



 

09.02.08

Das Bronzekartell

Wirtschaftsboom am Mittelmeer
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Die Bronzezeit war bereits eine Hochkultur. Alles deutet darauf hin, dass die ersten Schritte der Globalisierung schon vor über 3.500 Jahren statt fanden. Die Menschen entwickelten industrielle Strukturen, erfanden intelligente Schmelzverfahren und ersannen raffinierte Vertriebssysteme - modernen Konzernen nicht unähnlich. Der Austausch von Waren, Wissen und Kultur führte zu einem noch nie zuvor da gewesenen Aufschwung in der Menschheitsgeschichte.
Ein sensationelles Zeugnis dieser Hochkultur ist der Schiffsfund der 'Uluburun': Der Frachtwert stellt den größten Schatz der Bronzezeit dar. Auf ihrer letzten Fahrt vor 3.300 Jahren hatte das Holzschiff 20.000 Teile an Bord: riesige Amphoren mit dem Siegel von Nofretete, kostbare mykenische Keramik, Elfenbein, einen goldenen Skarabäus, Bernsteinperlen und Kultgegenstände aus sieben verschiedenen Regionen. 22.500 Tauchgänge waren nötig, um die Schätze aus 40 bis 60 Metern Tiefe zu heben.
Die Forschungsreise mit dem detailgetreuen Nachbau der 'Uluburun' macht auf spannende Weise erlebbar, wie bereits in der Bronzezeit fremde Völker einander durch Handel beflügelten. Die kulturellen Werte Mesopotamiens und Griechenlands fielen auf fruchtbaren Boden und hatten einen Entwicklungsschub zur Folge, der zu einem der größten Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit führte: der Geburtsstunde Europas!