10.07.08

10.7.1609: Katholische Liga

Im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bildeten die katholischen Reichsstände eine Liga als politisches Gegengewicht zur protestantischen Union. Diese beiden Lager waren es, die sich im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) erbittert bekämpften. Dieser Krieg war zwar eine europäische Auseinandersetzung, verwüstete aber vornehmlich Deutschland, dessen Regionen zum Hauptkriegsschauplatz wurden. Der Kaiser Ferdinand II.und seine Feldherren Tilly und Wallenstein gemeinsam mit Kurfürst Maximilian von Bayern und den Spaniern auf der Seite der katholischen Liga kämpften u.a. gegen Christian von Dänemark und Gustav II. Adolf von Schweden auf der Seite der protestantischen Union. Und alle gemeinsam gegen die Menschen in den deutschen Städten und auf dem Land. Bevölkerungsverluste von bis zu zwei Drittel im Vergleich zu der Zeit vor dem Krieg waren keine Seltenheit in Deutschland. Hunger, Seuchen und die Plage der marodierenden Landsknechte entvölkerten ganze Landstriche.

10.7.1099: EL Cid gestorben

Der spanische Nationalheld Rodrigo Diaz de Vivar, "El Cid", war gestorben. 1043 in Vivar, Burgos, geboren, wuchs Rodrigo zusammen mit dem späteren König von Kastilien, Sancho II., auf. Als sein Bannerträger kämpfte "El Cid" mit ihm gegen dessen Bruder Alfons VI. von Léon, der auf den Thron kam, als Sancho 1072 in Zamora ermordet wurde. Der neue Regent nahm Rodrigo in seine Dienste und verheiratete ihn mit Jimena Diaz, der Tochter des Grafen von Oviedo. Zweimal, 1081 und 1089, kam es zum Bruch mit Alfons, doch wurde der Cid nach einem Intermezzo bei den maurischen Fürsten von Saragossa wieder in Gnaden aufgenommen. 1094 gelang es ihm, Valencia einzunehmen und von der maurischen Herrschaft zu befreien. Weitere Siege gegen die Mauren erkämpfte er im selben Jahr bei Cuarte und 1097 bei Baire. Mit diesen Erfolgen begann die Verdrängung der Mauren von der Iberischen Halbinsel, die Reconquista. Die aufgeklärte Herrschaft der Araber in Spanien, die alle Religionen zuließen und während der es zu einer Verschmelzung von orientalischer und abendländischer Kultur auf der iberischen Halbinsel gekommen war, wurde durch die Herrschaft der Könige von Spanien und der katholischen Kirche abgelöst: 1492 folgte der Exodus der spanischen Juden (Sefarden) und lange trieb die Inquisition ihr schreckliches Unwesen in Spanien und von da aus in ganz Europa.


Eine Biografie von "El Cid".
(Englisch)


Eine Lebensbeschreibung von El Cid im "Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon".

09.07.08

9.7.1386: Schlacht bei Sempach

In der Schlacht bei Sempach besiegten die Schweizer ihren Herzog Leopold III. von Österreich, der in der Schlacht fiel. Damit war der Versuch der Österreicher misslungen, die Aufständischen niederzuwerfen. Die frühere österreichischen Stellungen in Zürichgau, Aargau und Thurgau konnten nicht wieder hergestellt werden. Die Eidgenossenschaft wurde somit unabhängig. Die Schlacht von Sempach setzte auch insofern Akzente, da sich hier die Gevierthaufen der Schweizer dem Ritterheer als überlegen erwiesen. Das Zeitalter der Ritter ging allmählich dem Ende zu. Die mit langen Spießen ausgerüsteten Infanteriesoldaten der Schweizer leiteten den Übergang zu den Söldnerheeren ein. "Letzter Ritter" und "erster Landsknecht" war Kaiser Maximilian I. (1469-1519).

Ein intern verlinkter Eintrag zur Schlacht bei Sempach bei "Wikipedia".


Auf den Seiten des "Deutschen Historischen Museums" ist unter der Rubrik "Ausstellungen" ein Artikel zur Schlacht bei Sempach


Webseite der Stadt Sempach über den Schlachtort


Legenden der Schlacht bei Sempach

08.07.08


www.louvre.fr

Der verlorene Da Vinci

12.07.2008 | 21:00 Uhr | ARTE

Genau wie Leonardo da Vinci zu seiner Zeit verfügt Seracini über Kenntnisse, die es ihm gestatten, zwei verschiedene Welten - Wissenschaft und Kunst - miteinander zu verbinden. Mit seiner charismatischen und aufgeschlossenen Persönlichkeit ist es diesem Renaissance-Menschen des 21. Jahrhunderts gelungen, das Vertrauen und den Respekt der anfangs skeptischen Kunstgelehrten zu gewinnen.
Zwei Gemälde faszinieren den Forscher besonders: "Die Anbetung der Könige" ist eines der wertvollsten Bilder der Uffizien-Sammlung. Seracini unterzog es einer Mikroskop-Analyse, deren Ergebnisse die Kunstwelt in Erstaunen versetzten: Die Analyse förderte wunderbare Zeichnungen zutage, und Seracini kam zu dem Schluss, dass das sichtbare Bild möglicherweise nicht Leonardos Werk ist.
Das zweite Gemälde ist die "Die Schlacht von Anghiari": Seracini vermutet das verschollene Meisterwerk hinter einer geheimen Mauer des Palazzo Vecchio in Florenz und zeigt zum ersten Mal, wie dieses Gemälde ausgesehen haben könnte.
Diese interessanten Geschichten bilden den roten Faden einer spannenden Erzählung um die Geheimnisse des Leonardo da Vinci.

Nelson Mandela - Zwischen Vision und Wirklichkeit

11.07.2008 | 20:15 Uhr | 3SAT

In Südafrika nennt man ihn respektvoll "Madiba", Vater der Nation. Am 18. Juli wird Nelson Mandela 90 Jahre alt. Der Anwalt und Anti-Apartheids-Kämpfer wird 1994 erster frei gewählter Staatspräsident seines Landes, reicht den ehemaligen Peinigern versöhnend die Hand. Regina Strassegger beleuchtet Persönliches, Politisches und Kontroverses aus Mandelas Leben und spricht mit einigen Weggefährten.


Info: Nelson Mandela wurde 1964 wegen Aufrufs zum bewaffneten Widerstand zu lebenslanger Haft verurteilt. 1990 kam er auf internationalen Druck nach 27 Jahren Haft frei.

Sabäischer Tempel bei Restaurierungsarbeiten entdeckt

Von: DAI / AB

Im Zuge von Restaurierungsarbeiten in Sirwah, der ersten Hauptstadt des Königreichs von Saba, stießen Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts auf eine Tempelanlage aus dem 8. Jahrhundert v.Chr., deren Grundriss und Konstruktionsmerkmale bisher einzigartig im Jemen sind.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und die jemenitische Antikenbehörde, General Organization of Antiquities and Museums (GOAM), führen seit 2001 Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten in der sabäischen Stadt Sirwah in der Provinz Marib durch. Während des ersten vorchristlichen Jahrtausends war Sirwah neben der antiken Metropole Marib das bedeutendste Zentrum des Königreichs von Saba. Die Stadt war von einer Mauer umgeben und besaß mehrere monumentale Bauwerke, darunter den bekannten Almaqah-Tempel. Dieses Heiligtum aus dem 7. Jh. v.Chr wird momentan restauriert.

Während der Restaurierungsarbeiten wurde nun eine weitere relativ gut erhaltene Tempelanlage im alten Stadtgebiet entdeckt. Das Gebäude hat mehrere Räume und einen monumentalen Eingang mit Säulen. Der Tempel weist einen Grundriss und Konstruktionsmerkmale auf, die bisher im Jemen nicht beobachtet wurden (siehe Foto). Turmartige Vorsprünge unterteilen die Fassade des Heiligtums, das in einer gewaltigen Holz-Stein-Konstruktion errichtet ist.

Die Direktorin des DAI in Sanaa, Dr. Iris Gerlach, kündigte an, dass die neue Entdeckung in die parallel zu den Ausgrabungen durchgeführte Restaurierung der antiken Stadt einbezogen wird. Wie Dr. Gerlach ausführte, wurden in der letzten Woche auch die monumentalen Säulen des Almaqah-Tempels mit Hilfe eines Krans wieder aufgerichtet. Die bis zu sechs Tonnen schweren Säulen waren zuvor mittels Ultraschall auf Risse untersucht worden. Die dabei entdeckten Schäden wurden mit Stahlstiften und Mörtel - für den Betrachter nicht sichtbar - repariert. Sieben andere noch aufrecht stehende Säulen wurden vom Kran hingegen in die Horizontale gebracht und so für die im Oktober geplante Restaurierung vorbereitet.

Die antike Stadt Sirwah profitierte vom Handel über die Weihrauchstrasse und die Handelswege vom jemenitischen Hochland zu den alten Karawanenkönigreichen am Rand des Ramlat as-Sabatayn. Zahlreiche kultische Vorrichtungen wie Altäre, Plätze für rituelle Mahlzeiten, Deponierungen von Knochen heiliger Tiere und eine Schatzkammer mit hunderten von Votiven bezeugen intensive rituelle Tätigkeiten in den Heiligtümern der Stadt. Der in historischer Hinsicht wichtigste Teil des Almaqah-Tempels sind zwei Monumentalinschriften der beiden sabäischen Herrscher Yithar'amar Watar bin Yakrubmalik (715 v.Chr.) und Karib `il Watar (685 v.Chr.). Die über sieben Meter langen Inschriften berichten von den militärischen und zivilen Taten dieser Herrscher.

Deutschland und Jemen unternehmen seit 30 Jahren gemeinsam archäologische und restauratorische Projekte, durch die einige von Jemens wertvollsten antiken Stätten vor dem Zerfall bewahrt werden konnten. Die Ausgrabung und Erhaltung antiker Monumente im Jemen dient nicht nur wissenschaftlichen Zwecken, sondern trägt auch in erheblichem Maße dazu bei, den Jemen als eine alte Nation mit reicher Kultur und großer Vielfalt zu zeigen. Dadurch sollen Touristen aus aller Welt angezogen und so die jemenitische Wirtschaft angekurbelt werden.


Außenstelle Sana'a der Orient-Abteilung des DAI