31.03.09

Überraschender Fund aus dem alten Ägypten

Kunsthistorische Bestimmung von 2.500 Jahre alten Grabbeigaben an der Universität Jena

Wenn die Göttin der Liebe auf den Gott der Unterwelt und den Gott des Jenseits trifft, kann die ägyptische Mythologie ganz schön durcheinander geraten. Im Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena liegen Isis, Anubis und Osiris gemeinsam in einer Kiste und warten auf ihre kunsthistorische Bestimmung. Im Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar hat kürzlich Restaurator Jörg Hägele eine altägyptische Sammlung entdeckt, die jahrzehntelang im Magazin lagerte. Nun kam die Sammlung an die Universität Jena, um am Lehrstuhl für Klassische Archäologie bestimmt und kulturhistorisch eingeordnet zu werden.


Gut erhaltene Holzmasken, filigran gearbeitete Amulette und kunstvoll verzierte Kartonagen von bemalten Mumiensarkophagen - insgesamt 90 Fundstücke umfasst die Sammlung. "Die meisten stammen aus der Spätzeit zwischen 750 vor Christus und 300 nach Christus", erklärt Kustode Dr. Dennis Graen vom Jenaer Lehrstuhl für Klassische Archäologie. Er ist sich sicher, dass es sich bei den Fundstücken um Grabbeigaben handelte, die für die Ausstattung der Toten im Jenseits bestimmt waren. 2.500 Jahre alte Fundstücke aus Stein, Bronze oder Keramik sind für den erfahrenen Archäologen nichts Ungewöhnliches. Doch dass Holzobjekte über einen solch langen Zeitraum konserviert wurden und noch so gut erhalten sind, ist für ihn eine Sensation.

Begeistert zeigt der Jenaer Wissenschaftler eine etwa zehn Zentimeter große Holzhand, die höchstwahrscheinlich von einer Figur stammt, die schützend an einem Sarkophag stand. Ein anderes hölzernes Objekt diente als Maske, die auf das Gesicht einer Mumie gelegt wurde. Das trockene Klima in Ägypten hat das Holz so gut erhalten, dass selbst einige Farbreste und Bemalungen noch gut erkennbar sind.

Interessant für die Wissenschaftler ist die Frage nach der Herkunft der Sammlung. Die Grabbeigaben wurden in Kartons gefunden, auf denen noch schwach lesbar ein Stempel vom Heimatmuseum Eisenberg erkennbar ist. "Denkbar wäre", so Graen, "dass ein Bildungsreisender die Sammlung im 19. oder frühen 20. Jahrhundert aus Ägypten mitgebracht hat". Wie diese dann jedoch nach Eisenberg und später nach Weimar kam, ist noch rätselhaft. "Wir hoffen, dass sich durch Veröffentlichungen und spätere Ausstellungen der Sammlung Personen melden, die uns genaueres zur Herkunft sagen können", so Graen.

Doch bevor die Sammlung wieder nach Weimar geht, erstellt Melanie Schulze eine Datenbank, in der jedes einzelne Objekt kunsthistorisch eingeordnet wird. Für die Studentin der Klassischen Archäologie ist vor allem interessant, wie alt die Fundstücke sind, woher sie kommen und in welchem Kontext sie einzuordnen sind. Dazu sucht sie in Katalogen von Museen, Sammlungen und Auktionshäusern nach ähnlichen Objekten und wird in den meisten Fällen auch fündig.

Wenn die Jenaer Archäologen die Bestimmung abgeschlossen haben, werden einzelne Funde noch einem Ägyptologen vorgelegt, der die hieroglyphischen Inschriften entziffern soll. Anschließend soll die Sammlung restauriert und der Öffentlichkeit in einer kleinen Sonderausstellung im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Weimar präsentiert werden.

Quelle: archaeologie-online.de

19.03.09

19.3.1452: Letzte deutsche Kaiserkrönung in Rom

In Rom fand die letzte deutsche Kaiserkrönung durch einen Papst statt. Der Habsburger Friedrich III., seit 1440 deutscher König, wurde von Papst Nikolaus V. zum Herrscher des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Damit ging eine lange Tradition zu Ende. Dieser zu Folge reiste der deutsche König nach Rom, um vom Papst zum Kaiser gekrönt zu werden. Seit 1452 war mit der Wahl zum deutschen König gleichzeitig nun auch der Kaisertitel verbunden. Friedrich III. war bis zu seinem Tod im Jahr 1493 Kaiser. 1448 schloss er mit dem Papst das Wiener Konkordat, das bis 1806 die Beziehungen zwischen Kurie und Heiligem Römischen Reich regelte.

Neue Spur zu einer verschollenen Varus-Inschrift

LWL-Römermusem stößt auf Überraschung bei Recherche für die "Imperium"-Schau

Unter Kaiser Augustus befand sich das Römische Reich vor 2000 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Macht. Den Aufstieg Roms zur Weltmacht, die über den gesamten Mittelmeerraum herrschte, zeigt das LWL-Römermuseum in Haltern am See in der neuen Ausstellung "Imperium".


Die Schau des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist Teil des Ausstellungsprojektes "Imperium Konflikt Mythos. 2000 Jahre Varusschlacht". Sie beleuchtet die politischen Leistungen des Augustus und die kulturelle Blüte seines "Goldenen Zeitalters". Vom Verlierer der Schlacht im Teutoburger Wald zeichnet die Ausstellung ein Bild, das mit dem verbreiteten "Versager-Image" des Publius Quinctilius Varus aufräumt.

Kaiser Augustus befand sich zwischen 22/21 und 19 v. Chr. auf einer Reise durch den Osten des römischen Imperiums, die ihn durch Sizilien, Griechenland, Kleinasien und Syrien führte. Während der geschäftlichen Unternehmungen in den östlichen Provinzen zählte Varus zu seinen Begleitern. Zumindest zeitweise diente er dem Kaiser als persönlicher Finanzbeamter. Die Bewohner Athens, der Kykladeninsel Tenos (heute Tinos) sowie Pergamons (heutige Westtürkei) errichteten Varus zu Ehren sogar mehrere Statuen. Zwar gingen die Skulpturen verloren, doch die erhaltenen Inschriften berichten von den Huldigungen für den kaiserlichen Vertrauten. Sie sind der früheste archäologische Nachweis seiner Person.

Eine der Inschriften aus Pergamon bedeutet: "Das Volk (von Pergamon) ehrt Publius Quin(c)tilius Varus". Wahrscheinlich dankten die Bürger Varus auf diese Weise für großzügige Schenkungen oder andere Vergünstigungen. Vielleicht wollten die Bewohner Pergamons mit der Ehreninschrift aber auch seine Gunst gewinnen, um später davon zu profitieren.

Das LWL-Römermuseum kann in seiner Ausstellung die Inschrift nur als Reproduktion zeigen. Denn der Stein, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei einem Brunnenhaus des Burgberges von Pergamon gefunden wurde, galt lange als verschollen. Nachforschungen im Vorfeld der Imperium-Schau haben ergeben, dass die mit dem Text versehenen Überreste des Sockels zuletzt in Haltern am See zu sehen waren.

Keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern die Beschreibung einer Fahrradreise des Journalisten und Schriftstellers Werner Bergengruen brachte die Ausstellungsmacher auf diese Fährte. Bergengruen radelte 1933 durch weite Teile Deutschlands und hielt seine Erinnerungen in dem Band "Deutsche Reise" von 1934 fest. Darin heißt es: "Im Halterner Museum fesselt mich das Fragment eines Steindenkmals mit einer griechischen Ehreninschrift auf Publius Quintilius Varus. Der Fund wurde in Pergamon getan und gelangte als Geschenk nach Haltern."

Weitere Recherchen ergaben, dass der Stein ein Präsent war. Das Osmanische Reichsmuseum in Istanbul schenkte ihn dem Römisch-Germanischen Museum Haltern, Vorläufer des LWL-Römermuseums. Alexander Conze, der zwischen 1878 und 1894 die Ausgrabungen in Pergamon leitete, hatte die Schenkung vermittelt. Im März 1945 wurde das Museum in Haltern durch eine Bombe zerstört. Zwar war ein Großteil der Sammlung zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelagert, doch für die Inschrift gilt das wohl nicht. Möglicherweise liegt sie noch immer im Kriegsschutt unter dem Parkplatz in Haltern begraben.

Die Inschriften aus dem Osten des Römischen Reiches lassen vermuten, dass Varus dort recht beliebt war - anders, als später in Germanien, wie auch Bergengruen in seinem Reisebericht bemerkte: "Die Inschrift besagt, das Volk habe ihn geehrt. Aber das Volk um Lippe und Weser war von anderem Gemüt."

Quelle: archaeologie-online.de

Forscher wollen 3.500 Jahre altes Parfum wieder auferstehen lassen

Auch die alten Ägypter begeisterten sich schon für wohlriechende Düfte. Das beweisen Parfumfläschchen aus dieser Zeit. Das Ägyptische Museum der Universität Bonn zeigt in seiner Dauerausstellung ein besonders gut erhaltenes Exemplar. Bonner Wissenschaftler haben den 3.500 Jahre alten Flakon nun im Computertomographen durchleuchtet. Dabei wurden die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit sichtbar, die die Forscher jetzt weiter analysieren wollen. Vielleicht gelingt es ihnen sogar, den Duft zu rekonstruieren - eine Weltsensation.

Die Pharaonin Hatschepsut war eine machtbewusste Frau: Sie übernahm um 1479 vor Christus die ägyptischen Regierungsgeschäfte. Eigentlich sollte sie nur ihren damals dreijährigen Stiefsohn Thutmosis III. vertreten, bis dieser alt genug gewesen wäre, das Amt zu übernehmen. Doch aus der Interims-Regentschaft wurden 20 Jahre. "Sie hat Thutmosis systematisch von der Macht fern gehalten", erklärt der Kurator des Ägyptischen Museums der Uni Bonn Michael Höveler-Müller.

Auch Hatschepsuts Parfüm ist vermutlich eine Demonstration ihrer Macht. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass es als einen Bestandteil Weihrauch enthielt - den Duft der Götter", sagt Michael Höveler-Müller. Diese Idee kommt nicht von ungefähr: Man weiß, dass Hatschepsut während ihrer Regentschaft eine Expedition nach Punt unternahm - das heutige Eritrea. Die Ägypter importierten aus Punt schon seit dem dritten Jahrtausend vor Christus Kostbarkeiten wie Ebenholz, Elfenbein, Gold und eben Weihrauch. Die Expedition brachte von der Reise anscheinend ganze Weihrauchpflanzen mit, die Hatschepsut in der Nähe ihres Totentempels anpflanzen ließ.

Der filigrane Flakon, den die Bonner Forscher nun untersuchen, trägt eine Aufschrift mit dem Namen der Pharaonin. Er stammt also wahrscheinlich aus ihrem Besitz. Der Behälter ist ungewöhnlich gut erhalten. "Daher erschien es uns lohnend, ihn in der Radiologie des Uniklinikums durchleuchten zu lassen", erklärt Höveler-Müller. "Das hat vor uns meines Wissens noch niemand gemacht."

Auf diese Weltpremiere wird nun wohl noch eine weitere folgen: "In den Röntgenaufnahmen kann man eindeutig die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit erkennen", erläutert der Museums-Kurator. "Unsere Pharmazeuten werden diesen Bodensatz nun chemisch analysieren." In gut einem Jahr könnten die Ergebnisse vorliegen. Im Erfolgsfalle wollen die Bonner Forscher das Parfum dann sogar "nachbauen". 3.500 Jahre nach dem Tode der Frau, aus deren Besitz es stammt, könnte der Duft also wieder auferstehen.

Hatschepsut starb im Jahr 1457 vor Christus. Nach Analyse der ihr zugeschriebenen Mumie scheint die Herrscherin am Ende ihres Lebens zwischen 45- und 60-jährig, übergewichtig, zucker- und krebskrank gewesen zu sein. Außerdem litt sie an Osteoporose und Arthritis. Sie wurde offensichtlich aus Sicherheitsgründen im Grab ihrer Amme beigesetzt. Im Jahr 1903, mehr als 3.300 Jahre später, stieß der berühmte Ägyptologe Howard Carter auf die beiden Mumien. Es sollte aber noch einmal über 100 Jahre dauern, bis der Leichnam der Pharaonin mittels DNA- und Zahnanalysen 2007 identifiziert werden konnte. Thutmosis III. scheint seiner Stiefmutter übrigens kaum eine Träne nachgeweint zu haben: Er ließ während seiner Regierungszeit alle Abbildungen zerstören, die sie als Herrscherin zeigten und derer er habhaft werden konnte.

Quelle: archaeologie-online.de

18.03.09

18.3.1839: China verbietet Opiumimport

"Händlern aus dem Ausland sei kraft Dekretes seiner kaiserlichen Majestät wie folgt befohlen worden: Sämtliche Handelsgüter, die das Opium zum Inhalt haben, müsst ihr ab sofort an die Behörden abgeben. Ihr müsst geloben, nie auch nur eine Unze Opium in das chinesisch Imperium einzuführen. Wer sich des Gelöbnisses verweigert oder dagegen verstößt, wird geköpft." Sonderminister Lin Zexu. Datum: 18. März 1839.

Mit diesen Worten erklärte das chinesische Kaiserimperium dem Opiumhandel den entschiedenen Kampf. Zwar richtete sich der Kampf zuerst gegen Händler aus aller Herren Länder, getroffen werden sollten zuerst aber Engländer, deren East lndia Trading Company seit 1773 das Monopol auf Handel von Opium aus Indien nach China innehatte. Das Geschäft blühte.

Von 1811 bis 1821 betrug das Importvolumen vom Opium jährlich etwa 4500 Standardpackungen à 15 Kilogramm. Bis 1835 vervierfachte sich die Zahl auf 19.000. Vier Jahre später waren es 30.000 Standardpackungen oder 450.000 Kilogramm Opium. Auf jeden der damals 450 Millionen Chinesen entfiel ein Gramm importiertes Opium.

Sorgen machte der Drogenhandel Chinas Herrschern zuerst aber nicht wegen der ruinösen Wirkung der Ware auf Menschen. Dem Kaiser berichtete sein Sonderminister Huang Juezi vor 161 Jahren: "Eure Majestät: In Eurem Imperium wuchert der Preis für Silber als Zahlungsmittel. Immer mehr Silber fließt aus Eurem Imperium. Hauptschuld dafür trägt der Handel mit Opium aus England. Euer Imperium würde bereits in Kürze mit Zahlungsschwierigkeit zu rechnen haben, sollte dem Teufelsspiel nicht Einhalt geboten werden."

Gegen Drogendealer aus dem Westen konnte sich China bis dato jedoch nicht durchsetzen. Das erste Kaiserdekret zum Opiumverbot aus dem Jahr 1800 blieb ohne Wirkung, weitere Behördenbefehle wurden ignoriert. Neben dem aggressiven Verkauf durch Drogenhändler untergrub die Massenkorruption in China den Kampf gegen das Unheil, das nicht nur Chinas Haushalt, sondern auch die Armee ruiniert:

"Wie lange noch lassen wir das Teufelsspiel mit der Droge zu? Ein Jahr, zwei Jahre? Bis dahin haben wir nicht nur keine einzige Unze Silber mehr für Waffen und Munition. Schlimmer: Bis dahin werden wir über keinen einzigen Soldaten mehr verfügen, dessen Beine und Hände nicht wegen der Sucht alle zwei Stunden zittern. Keinen Pfeil mehr kann er schießen, kein Gewehr bedienen."

Ausgestattet nicht nur mit dem eindringlichen Appell aus einem Pamphlet und mit einem Dekret des Kaisers, diesmal, am 18. März 1839, war der Sonderminister gegen Opiumhandel Lin Zexu besser bewaffnet. Er ließ ausländische Opiumshandelsfirmen in der südchinesischen Stadt Kanton von der Armee umzingeln. Eskortiert von Schießgewehren wurden binnen weniger Tage 20.290 Standardpackungen Opium beschlagnahmt.

Doch das Blatt wandte sich schnell. Am 3. November 1839 erklärte England China den Krieg, den ersten wegen des Opiumshandels. Schon wenige Wochen nach dem Kriegsbeginn bewahrheitete sich die schlimmste Befürchtung: Die chinesische Armee war nicht mehr zu retten. Um den Widerstand dennoch zu organisieren, musste der Sonderminister Lin sein Appell an südchinesische Bauern richten. Diese sollten sich gegen die Eindringlinge erheben, die schon damals die besten Feuerwaffen zur Verfügung hatten:

"Der Sonderminister gegen den Opiumhandel befehligt euch, Bauern und Untertanen seiner Majestät: Schart euch zu Truppen! Bewaffnet euch mit Hacken und Pfeilen! Fangt jeden Eindringling und erhängt ihn! Jene Teufel mögen dämonische Zähne besitzen. Wir besitzen aber die erdrückende Mehrzahl."

Den ersten Opiumkrieg verlor das wirtschaftlich schwer gebeutelte, politisch korrumpierte China drei Jahre später.

Quelle: kalenderblatt.de

13.03.09

Wenn Varus gesiegt hätte ...

Was wäre gewesen, wenn Varus und seine Legionen gegen Arminius gewonnen hätten? Dieser Frage widmet das LWL-Ziegeleimuseum in Lage ab Sonntag, den 15.3.09 bis 20.9.2009 eine ganze Ausstellung.

Als die Römer auf ihrem Feldzug nach Germanien vorstießen, trafen zwei Welten aufeinander. Während südlich der Alpen bereits Städte mit hochentwickelter Infrastruktur wuchsen, lebten die Germanen noch in kleinen Siedlungen mit strohgedeckten Holzhäusern. Die Römer beherrschten die Produktion von Ziegeln in unterschiedlichsten Formaten und brachten dieses Wissen in die besetzten Gebiete mit - aber eben nicht nach Lippe, denn nach dem Sieg über Varus traten die Eroberer bekanntlich den Rückzug an. Auf welchen Luxus die Vorfahren der Lipper verzichten mussten, zeigt das LWL-Industriemuseum jetzt in Lage.

Unter den 120 Exponaten von Leihgebern aus Mainz, Trier und München befinden sich 2000 Jahre alte Ziegel für Mauern, Böden und Dächer in den verschiedensten Formaten, aber auch Wasserrohre, das Bruchstück einer Theatermaske aus Ton und Öllämpchen. Eine besondere Rolle spielt die Ausgrabung der römischen Legionsziegelei in Dormagen, bei der ein Ziegelofen freigelegt wurde. Das LWL-Industriemuseum wird diesen Ofen auf dem Gelände der historischen Ziegelei während der Laufzeit der Ausstellung originalgetreu im Format 1:1 nachbauen. Wandmalereien und Bodenmosaike geben Einblicke in das Thema "Schöner Wohnen" vor 2000 Jahren. Eine Vielzahl von Stirnziegeln lässt erahnen, wie prachtvoll manches Dach verziert war. Auch die Versorgung mit Frischwasser über Kilometer lange Leitungen aus Tonrohren und die Beheizung der berühmten Thermen sind Thema der Ausstellung.

Im Kolosseum in Rom wurden über eine Million Ziegel verbaut. Die Exponate im Bereich "Arenen und Theater" reichen vom Öllämpchen mit Gladiatoren, über ein Bruchstück einer tönernen Theatermaske bis hin zu einem hölzernen Übungsschwert. Die Besucher verlassen die Ausstellung über eine "Gräberstraße", wie sie einst zu jeder Stadt führte. Ein Ziegelgrab samt Beigaben, das man in Heidelberg fand, ist hier ausgestellt.

Quelle: archaeologie-online.de


Lwl-Industriemuseum.de


Adresse:
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum Lage
Sprikernheide 77
32791 Lage
Tel. 05232 9490 - 0
E-Mail: ziegelei-lage@lwl.org

Der Peking-Mensch ist viel älter als gedacht

Die Überreste des in einer Höhle in China gefundenen Peking-Menschen sind rund 200.000 Jahre älter als bisher gedacht. Forscher konnten die Funde aus den 1920er Jahren mit Hilfe moderner Methoden jetzt neu datieren. Die neuen Erkenntnisse liefern Hinweise auf eine parallele Wanderungsbewegung durch Eurasien.

Der so genannten Peking-Menschen ist einer neuen Studie zufolge 780.000 Jahre alt und damit 200.000 Jahre älter als Forscher ursprünglich vermutet hatten. Ein Team von amerikanischen und chinesischen Wissenschaftlern untersuchte die Funde aus den 1920er Jahren jetzt mit neuen Methoden, woraus sich eine Neubewertung des Alters ergab, wie die Forscher in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ berichten.

Die Fossilien des als Peking-Menschen bezeichneten Hominiden waren in den 1920er Jahren in Zhoukoudian in der Nähe der chinesischen Hauptstadt gefunden worden. In Verbindung mit anderen aktuellen Studien lasse sich damit die Theorie über die Wanderungsbewegungen der Vorfahren des Menschen präzisieren, hieß es.

Bisher ging die Mehrzahl der Wissenschaftler davon aus, dass Angehörige der Hominiden-Art Homo erectus, zu der Peking-Menschen gezählt werden, vor etwa zwei Millionen Jahren von Afrika über die arabische Halbinsel in Richtung des indischen Subkontinents und entlang der asiatischen Küsten wanderten. Auf der indonesischen Insel Java wurden 1892 zum ersten Mal Überreste des Homo erectus gefunden, der so genannte Java-Mensch. Diese werden auf ein Alter von 1,6 Millionen Jahre datiert. Eine andere Gruppe sei in nördlicher Richtung nach Peking gewandert.

Die nun veröffentlichten Erkenntnisse deuten laut dem „Nature“-Bericht darauf hin, dass es eine parallele Wanderungsbewegung durch den eurasischen Kontinent etwa über das Gebiet des heutigen Georgien gegeben habe, wo der Homo erectus schon vor 1,8 Millionen Jahren angekommen sei.

Quelle: welt.de