Auf den Spuren Siegfrieds
11.05.2008 I ARD I 17:15 Uhr
Siegfried, Königssohn aus Xanten, besiegt im Nibelungenberg mit seinem Zauberschwert den furchtbaren Drachen Fafnir und wird durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar. Wer war Siegfried? Hat die Figur historische Vorbilder?
Der Legende nach wird der junge Siegfried im Wald ausgesetzt, von einer Hirschkuh aufgezogen und tritt in die Lehre des Meisterschmiedes Wieland, mit dessen Hilfe er das berühmte Schwert Balmung schmiedet. Nach der Eroberung des Schatzes geht er in die Königsstadt Worms, um Kriemhild, die schöne Schwester der Herrscherbrüder Gunther, Gernot und Giselher, zu freien. König Gunther ist bereit, Siegfried seine Schwester zur Frau zu geben, doch nur unter seinen Bedingungen. Siegfried soll ihm helfen, die bärenstarke, isländische Königin Brunhilde zu bezwingen - im Kampf, wie auch im Ehebett. Kurze Zeit danach wird Doppelhochzeit gefeiert. Mit der Zustimmung König Gunters wird Hagen von Tronje später den ahnungslosen Siegfried hinterrücks ermorden. Der erste Teil des Epos endet mit der Versenkung des Schatzes im Rhein - allein Hagen kennt die Stelle.
Das ist die Legende, die in verschiedenen europäischen Quellen und schließlich im hochmittelalterlichen Nibelungenlied überliefert ist. Eine der kostbarsten Ausgaben liegt in der Stiftbibliothek des Benediktinerklosters St. Gallen - der Codex 857. Aber was davon ist Wahrheit und was ist Mythos? Joachim Heinzle ist Professor am Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters der Universität Marburg und ausgewiesener Nibelungenexperte, "Es ist so, dass die Geschichte ausgeht von historischen Ereignissen. Diese historischen Ereignisse werden aber nicht in getreuer Form aufgeschrieben, in der Weise, wie wir in Geschichtsbüchern von historischen Ereignissen lesen. Sondern man erzählt das Geschehene um, um es zu verstehen, um mit ihm umgehen zu können." "Die historischen Orte im Nibelungenlied sind zunächst einmal ganz klar identifizierbar ". Es gibt also einen historischen Kern. Auch einen historischen Siegfried?
Der 1. Teil des Dokudramas geht diesen Fragen nach und filmt an Originalschauplätzen, die das Nibelungenlied nennt, und führt das Team nach Island, Frankreich, Dänemark, in die Schweiz und nach Österreich.
Auf den Spuren des Goldes
12.05.2008 I ARD I 17:45 Uhr
Der 1. Teil der Sage endet mit dem Mord an Siegfried, der 2. Teil beginnt mit der Verbannung der Witwe Kriemhild vom Hof der Burgunder. Den Schatz versenkt Hagen im Rhein - 144 Ochsenkarren voller Gold und Edelsteine - den genauen Ort kennt nur er. Lassen sich auch diese literarischen Ereignisse auf einen historischen Kern zurückführen? Die Ursprünge der Sage reichen bis in das Zeitalter der germanischen Völkerwanderung zurück. "Wir gehen aus von verschiedenen historischen Begebenheiten, die sich zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert nach Christus tatsächlich ereignet haben", sagt Autor und Regisseur André Meier. Eine Epoche, in der sich die historischen Ereignisse im heutigen europäischen Raum überschlagen: Die Römer versuchen, ihre Limesgrenzen zu verteidigen, die germanischen Völker drängen nach Gallien und in den reichen Süden - das römische Reich beginnt zu zerfallen. Auch die Burgunder - im Epos mit dem Volk der Nibelungen gleichgesetzt - müssen ihr Stammesgebiet verlassen und ziehen an den Rhein, führt Burgunderexperte Reinhold Kaiser aus. Guntomar, Giesleherr und Godomar sind verbürgte burgundische Königsnamen - und entsprechen offenkundig den Namen im Nibelungenlied. "Die Namen variieren leicht, aber trotzdem lässt sich so ein Grundstock von Namen nennen, der eben bei den historischen Burgundern und in der Sagenwelt der Gleiche ist. Das ist eine echte Übereinstimmung", sagt Reinhold Kaiser.
Sowohl in der Sage als auch historisch werden die Burgunder fast vollständig vernichtet. Im Nibelungenlied wird das Volk durch Kriemhild am Hof ihres neuen Gemahls Etzel verraten. Etzel ist nachweislich die literarische Verarbeitung von Attila, der Herrscher des legendären Reitervolkes - den Hunnen. Historische Parallelen sind in der Katastrophe des burgundischen Stammes um 435/436 zu sehen. Die Burgunder fallen in Gallien ein - sie sind auf Beutezug. In den Ardennen wird ihr Vormarsch gestoppt und sie werden von mit Römern verbündeten Hunnen grausam abgeschlachtet - über 20000 Tote überliefern die Quellen.
Aber was ist mit dem Schatz? Ist er für immer im Rhein verloren? Mit der Sage vom Nibelungengold erhielt die Schatzsuche immer wieder neuen Auftrieb. Bizarrer Höhepunkt: In den 1930er Jahren lässt Hermann Göring einen riesigen Schwimmbagger bauen, um den Rhein nach dem Nibelungengold abzusuchen. Die Ausbeute ist klein - 300 Gramm Rheingold werden gefördert.
Selbst heute trifft man hier noch Abenteurer, die an dem alten Strom ihr Glück versuchen. Das Filmteam begleitet sie, von Eich am Rhein bis nach Neupotz. Hier wurde schon ein beachtlicher Schatz gehoben. Aber ist es der legendäre Nibelungenhort? Es gibt eine überraschende Entschlüsselung.
11.05.08
Der Schatz der Nibelungen (1+2)
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11.5.1720: Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen (†22.2.1797)
Deutscher Offizier. Der ehemalige Page und spätere Rittmeister eines russischen Regiments nahm an zwei Türkenkriegen teil und machte sich einen Namen durch erfundene Kriegs- und Reisegeschichten, die er im Freundeskreis erzählte. Zwischen 1781 und 1783 erschienen die Abenteuer zunächst anonym in der Zeitschrift "Vademecum für lustige Leute" und brachten Münchhausen den Titel "Lügenbaron" ein. Die bekannteste Fassung des Münchhausen-Stoffes stammt von dem Dichter Gottfried August Bürger (1786). Seitdem wurde der Stoff vielfach bearbeitet: Karl Immermann beschrieb den Lügenbaron im Roman "Münchhausen" (1838/1839) als einen Charakter, der den Realitätsverlust seiner Zuhörer für sich zu nutzen weiß. Auch im Theater fand das Leben Münchhausens seine Umsetzung, ebenso im Film.
Biografie und Online-Fassung des "Münchhausen" von Gottfried August Bürger.
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Kochen wie die Roemer
Gut essen und trinken hat in Hessen eine 2.000 Jahre alte Tradition. Die römischen Legionäre, die am Rand des Imperiums stationiert waren, brachten ihre kulinarischen Vorlieben mit. Im "Kochbuch des Apicius" sind die Rezepte der damaligen Gourmets überliefert. Eine Gruppe experimentierfreudiger Feinschmecker hat sich auf eine Zeitreise in die römische Küche begeben. Unter der Leitung der stellvertretenden Landesarchäologin Vera Rupp wird im Butzbacher Museum nachgekocht, was die Römer vor 2.000 Jahren am Limes zu genießen pflegten.
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10.05.08
10.5.1871: Frankfurter Frieden
Mit dem Abschluss des "Frankfurter Friedens" endete der von 1870 bis 1871 dauernde deutsch-französische Krieg um die Vorherrschaft in Europa. Entscheidend für den Ausgang der Kämpfe war die Niederlage Frankreichs in der Schlacht von Sedan 1870, bei der rund 100.000 französische Soldaten in Gefangenschaft gerieten. Für Deutschland unterzeichnete Otto von Bismarck, für Frankreich Adolphe Thiers das Abkommen. Demnach musste Frankreich das Elsaß und große Teile Lothringens an Deutschland abtreten und innerhalb von drei Jahren eine Entschädigung von rund fünf Milliarden Francs bezahlen. Bis zur Begleichung der Summe, bereits 1873, verblieben deutsche Besatzungstruppen in Frankreich.
Darstellung des deutsch-französischen Krieges auf den Seiten des "Deutschen Historischen Museums".
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10.5.1796: Napoleon siegt über Österreich
Durch den Sieg über Österreich in der Schlacht von Lodi im Rahmen seines ersten Italienfeldzugs legte Napoleon Bonaparte den Grundstein für die Eroberung der Lombardei. Nachdem er seine Truppen über den Fluss Po geführt hatte, spielte sich der entscheidende Kampf an der Brücke der Stadt Lodi ab. Mit der Überquerung und Einnahme des Bauwerks schloss Napoleons Armee den österreichischen Soldaten den Rückzug ab und siegte. Wenige Tage nach dem Triumph eroberten die Franzosen nach kurzer Belagerung Mailand, das bis dahin zu Habsburg gehört hatte. Nachdem er die österreichischen Truppen auch in Mantua geschlagen hatte, wurde 1797 ein Friedensvertrag ausgehandelt.
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09.05.08
Jaffa - Geschichten aus der ältesten Hafenstadt der Welt
12.05.2008 | 17:30 Uhr| 3Sat
Jaffa ist eine uralte Stadt. Es ist kaum zu beschreiben, wer sie alles erobert und verloren hat. Vor allem wegen ihres Hafens, dessen Geschichte 4.000 Jahre zurückreicht. Wo er einmal lag, versuchen Archäologen herauszufinden. Auf jeden Fall nicht dort, wo heute ein munterer, etwas heruntergekommener Segel- und Fischerhafen hinter einer Mole liegt. Oberhalb steht der alte Leuchtturm. Vor seiner Zeit diente das Minarett der Muhammadiya-Moschee den Schiffen als Wegweiser. Denn Jaffa war eine arabische Stadt und ist es zum Teil noch immer. So hört man mehrmals am Tag lautstark den Muezzin zum Gebet rufen, am Wochenende ertönen aber auch die Glocken der vielen Kirchen. Jaffa wurde gern als "Hafen Jerusalems" bezeichnet, weil dort die Pilger ankamen. Deren Herbergen sind noch erhalten - prächtige, heute restaurierte Steinbauten, die wie eine Burg aufragen. Aus dieser Altstadt allerdings sind alle Araber vertrieben, sie ist eine etwas aseptische Ansammlung israelischer Ateliers und Restaurants. Die Geschichte der Vertreibung ist bitter und von den Arabern nicht vergessen. Sie leben jetzt rund um die Altstadt in ihren kleinen Läden und Wohnungen. Von ihren einst herrschaftlichen Villen sind nur noch wenige übrig. Trotzdem ist Jaffa eine sehr lebendige Stadt: Vor der von Familie Abulafia betriebenen Bäckerei, angeblich der besten Israels, stauen sich noch um Mitternacht die Autos. Gleich nebenan ist ein täglicher Floh- und Antikmarkt, dessen ursprüngliche Architektur aus der osmanischen Zeit sich langsam wieder aus den hässlichen Buden der Händler herausschält. In der Jaffa-Bar, in einer Seitengasse versteckt, gibt es Donnerstag nachts wilden Bauchtanz, und in einer restaurierten Zollhalle aus der britischen Mandatszeit hat das erste Taubblinden-Theater der Welt eröffnet.
Gerd Helbig stellt Jaffa und Bewohner der Stadt vor, die versuchen, die christlichen, jüdischen und moslemischen Elemente zu bewahren.
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9.5.1386: Vertrag von Windsor
Portugal und England schlossen am 9. Mai 1386 den Vertrag von Windsor. Zuvor waren beide bereits 1375 eine Allianz eingegangen und hatten 1385 gemeinsam in der Schlacht von Aljubarrota die Truppen des Königs von Kastilien geschlagen. Im Vertrag von Windsor, der ein Garant für die Unabhängigkeit Portugals war, versicherten sich beide Länder gegenseitig ihrer "ewigen, unzerstörbaren" Freundschaft. Die engen Beziehungen wurden kurze Zeit später durch die Heirat von Phillipa von Lancaster, deren Vater John den Vertrag für England unterzeichnet hatte, und König Joao I. von Portugal noch vertieft. Der Vertrag von Windsor ist bis heute gültig und damit eine der am längsten bestehenden internationalen Vereinbarungen.
Kurzdarstellung der historischen Partnerschaft zwischen Portugal und England.
(Englisch)
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