13.11.08

13.11.1907: Erster Helikopter gestartet

Der französische Fahrradhersteller Paul Cornu erfand ein senkrecht-startendes Fluggerät, das von zwei Propellern angetrieben wurde. Es galt als erster Helikopter. Bei seinem ersten erfolgreichen Flug erreichte Cornu mit seiner Maschine eine Höhe von 1,5 Metern. Es folgten noch weitere Flüge, von denen der längste etwa 60 Sekunden dauerte. Außerdem konnte er beim Geradeausflug eine Geschwindigkeit von 11 km/h erreichen. Cornu führte danach zwar noch einige kurze Flüge durch, musste aber später alle weiteren Versuche beenden, da ihm die finanziellen Mittel fehlten. Im Juli 1908 erreichte der von Bréguet-Richet gebaute "Gyroplan" eine Höhe von vier Metern, wurde aber bei der Landung beschädigt. Die Grundprobleme der Flugstabilität und des Antriebs konnten erst 1936 gelöst werden.


Private Helikopter-Seite, die über Aerodynamik, verschiedene Arten von Hubschraubern und deren Geschichte informiert.

Teil des Parthenonfriesen als Leihgabe nach Athen

Athen - Der Vatikan hat eine antike Skulptur aus dem Parthenonfries als Leihgabe für ein Jahr nach Griechenland geschickt. Beim Empfang des Kunstwerks sagte Kulturminister Michalis Liapis am Mittwoch in Athen, er hoffe, dass diese Geste einen Vorbildcharakter für andere haben werde.

Bei der Skulptur handelt es sich um den 24 mal 25 Zentimeter großen Kopf eines Jugendlichen. Er entstand zwischen 445 und 438 v.Chr. und gehörte zu einer Figur, die der Athener Stadtgöttin Pallas Athena Süßigkeiten reichte.

Der Parthenonfries war der Skulpturenschmuck des Tempels dieser Göttin in Athen. Der größte Teil des Frieses wurde 1801 von dem britischen Diplomaten Lord Elgin nach London gebracht, wo die Stücke heute im British Museum ausgestellt sind. Die griechische Regierung fordert schon lange die Rückgabe des antiken Kunstwerks.

Eine Sprecherin des Museums, Hannah Boulton, sagte jedoch, die Position des Museums zu den «Elgin Marbles» habe sich nicht geändert. Da es sich bei der Skulptur aus dem Vatikan nur um eine Leihgabe handle, bedeute dies nicht, dass sich damit der Druck auf das British Museum verstärkt habe.

Die Skulptur wurde aus dem Museo Gregoriano Etrusco des Vatikans nach Athen gebracht. Der für die Antikenabteilung zuständige Kustos Giandomenico Spinola sagte, die Leihgabe werde möglicherweise verlängert. Es sei denkbar, dass zwei weitere Stücke des Parthenonfrieses ausgeliehen würden. «Die Stücke sind das Eigentum des Papstes, und das liegt in seiner Entscheidung», sagte Spinola.

Vor zwei Jahren gab die Universität Heidelberg ein Stück des Parthenonfrieses an Athen zurück. Im September folgte ein weiteres Teil aus einem Museum in Palermo. Die Bemühungen Griechenlands um den Parthenonfries stehen in Zusammenhang mit dem Bau des Neuen Akropolis-Museums in Athen, das im März kommenden Jahres eröffnet werden soll.

Quelle: net-tribune.de

05.11.08

Seltene römische Sonnenuhr in der Schweiz entdeckt

Windisch - In der römischen Siedlung Vindonissa im Schweizer Kanton Aargau haben Archäologen eine seltene Sonnenuhr aus dem frühen oder mittleren ersten Jahrhundert nach Christus entdeckt. Wie die Behörden am Montag mitteilten, hat der schalenförmig zugehauene Kalkstein strahlenförmig eingegrabene Rillen auf der Innenseite. Diese begrenzen gleichschenklige Dreiecke, welche die zwölf Stunden des Tages angeben. Eine Studentin hatte einen weißen Stein in einem Fundament eines Handwerkerhaus umgedreht und dabei den sensationellen Fund gemacht.

Im gleichen Fundament lag ein weiterer weißer Stein, der sich als Sockel der Sonnenuhr entpuppte. Ursprünglich war die Sonnenuhr aus einem einzigen Stein gehauen. Wie sich zeigte, war die Uhr bereits früher einmal auseinandergebrochen, dann aber mit Stiften fixiert und an der Nahtstelle zur Stabilisierung mit Blei ausgegossen worden. Laut den Archäologen stellte eine eigene Sonnenuhr in der damaligen Zeit ein besonderes Privileg und ein bedeutendes Statussymbol dar. Der Fund soll in die Dauerausstellung des Vindonissa-Museums in Brugg einziehen, die im Oktober 2009 eröffnet wird.

Quelle: net-tribune.de

5.11.1414: Konstanzer Konzil

Ende des Jahres 1413 rufen der deutsche König Sigmund und Gegenpapst Johannes XXIII. ein großes Unionskonzil aus, das in der Reichsstadt Konstanz am Bodensee stattfinden soll. Ein knappes Jahr später reisen die Delegierten an. Über 72.000 Fremde kommen, darunter Patriarchen, Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, geistliche Fürsten, jeweils mit Gefolge - allein 600 Personen reisen mit dem Papst - außerdem Anwälte, Sekretäre, verschiedene Doktores, Magister, Priester und Scholaren ­ und Gerüchten zufolge auch 3000 Huren.

Sie alle sollen sich während des vier Jahre dauernden Konzils in der Stadt Konstanz aufgehalten haben; recht viel angesichts einer städtischen Bevölkerung von bis zu 8000 Einwohnern, die sofort unter gestiegenen Lebenshaltungskosten zu leiden haben, so dass der Minnesänger Oswald von Wolkenstein später reimt: "Denk ich an den Bodensee, tut mir gleich der Beutel weh!"

Die Konzilsgäste kommen aus dem gesamten Abendland: aus Italien, Polen, England, Frankreich, Spanien, Tschechien, Ungarn, Schottland, Irland, Armenien und vielen anderen Ländern. Obwohl die Geistlichkeit hauptsächlich Lateinisch spricht, werden im Konstanzer Münster zwölf Beichtstühle aufgestellt, auf denen jeweils zu lesen ist, in welcher Sprache gebeichtet werden kann.

Das im Münster tagende Konzil, übrigens das einzige auf heute deutschem Boden, beabsichtigt eine Reform der Kirche an "Haupt und Gliedern", das Ende des Schismas, also der Kirchenspaltung, und die Lösung strittiger Glaubensfragen. Deshalb wird auch der wegen seiner Kirchenkritik und seines Reformwillens gebannte Jan Hus, Professor und Rektor der Prager Universität, zum Konzil eingeladen. König Sigmund sichert ihm freies Geleit zu.

Im Vertrauen auf das gegebene Versprechen reist Hus, der seine Rechtgläubigkeit beweisen will, nach Konstanz, wo er nur dreieinhalb Wochen später gefangen genommen wird, da er trotz Verbots Messen gefeiert und gepredigt hat.

Hus wird angeklagt, eingekerkert und bei seinem Prozess am 6. Juli 1415 als Ketzer verurteilt. Vor den Augen König Sigmunds reißen die Bischöfe unter Verfluchungen die Abzeichen seiner Weihegrade ab, danach wird er von 1000 Bewaffneten begleitet und außerhalb von Konstanz, im heutigen Stadtteil Paradies, auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Das gleiche Schicksal widerfährt etwa ein Jahr später Hieronymus von Prag, der 1415 zur Unterstützung von Jan Hus' Lehre nach Konstanz gereist ist.

Die Glaubensfragen sind vorerst auf rigorose Weise gelöst, aber die Kirche hat noch ein 'Papstproblem', denn 1414, zu Beginn des Konzils, gibt es drei rivalisierende Päpste: In Rom regiert Gregor XII., von Pisa aus Gegenpapst Johannes XXIII. und in Avignon sitzt Gegenpapst Bendedikt XIII.

Johannes XXIII., der mit König Sigmund das Konzil ausgerufen hat, flieht im März 1415 verkleidet "uff ainem klainen rösly" nach Schaffhausen, das Konzil droht zu scheitern. Sigmund allein rettet die Situation, wie der Konstanzer Chronist Ulrich von Richental schreibt, indem er zusammen mit dem Pfalzgrafen Ludwig durch die Stadt reitet: "(...) zu allen Wechslern und zu allen Krämern und Handelsleuten, zu allen Kardinälen und Herren, und hieß stetiglich ausposaunen und rief mit eigenem Munde, dass niemand hinweg führe."

Papst Johannes wird zwei Monate später festgenommen und abgesetzt. Im Juli 1415 tritt Papst Gregor zurück und im Juli 1417 wird Papst Benedikt abgesetzt.

Vier Monate später findet im ausgebauten Kaufhaus am Konstanzer Hafen die Wahl statt, die dem abendländischen Christentum wieder einen rechtmäßigen Papst beschert: Otto von Colonna, der sich Martin V. nennt. Die Massen jubeln im Hafengelände, laut der Richentaler Chronik sind es an die 80.000 Menschen.

Neben den Klöstern, die abendländisches Weltwissen austauschen können, profitiert auch die Konstanzer Wirtschaft von den vielen Gästen. Da macht es fast gar nichts, dass König Sigmund, nachdem er mit Königin Barbara und seinem Gefolge in Konstanz jahrelang getrunken, gegessen und genächtigt hat, den größten Teil der Zeche prellt…

03.11.08

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3.11.1918: Donau-Monarchie aufgelöst

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand löste 1914 den Ersten Weltkrieg aus. Der Krieg aber löste den gesamten österreichischen Staat auf. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Österreich-Ungarn ein Kaiserreich mit einem immensen Staatsgebiet: vom Bodensee bis Siebenbürgen, von Böhmen bis Bosnien. Über 52 Millionen Menschen lebten in dem Vielvölkerstaat mit Zentrale in Wien. Am Ende des Krieges blieb ein kleiner Alpenstaat, eine Republik mit sechs Millionen Einwohnern.

Gewiss: auch vor dem Ersten Weltkrieg war Österreich kein homogenes oder spannungsfreies Staatswesen. Die Ungleichbehandlung der Provinzen und der Nationalitäten führte immer wieder zu Konflikten und Autonomiebewegungen, besonders auf dem Balkan, wo Österreich 1908 die Provinz Bosnien-Herzegowina annektiert hatte. Aber erst der Krieg ließ diese Zentrifugalkräfte völlig zum Durchbruch kommen.

Im Mai 1915 gab Italien seine Neutralität auf und schloss sich der Entente England, Frankreich und Russland an. Damit kämpfte Österreich im Süden jetzt nicht nur gegen Serbien, sondern auch gegen Italien. Ein kräftezehrender Gebirgskrieg, besonders in und um Südtirol.

Schon 1916 verschlechterte sich die Versorgungslage in der Habsburgermonarchie dramatisch. Auch durch eine rigorose Zwangsbewirtschaftung konnte die Regierung nicht verhindern, dass Unterernährung und Krankheiten unter der Zivilbevölkerung immer mehr zunahmen. Neben wirtschaftlich motivierten Unruhen kam es auch nun auch verstärkt zu politischen und nationalistischen Spannungen.

Am 21. Oktober 1916 wurde der konservative Ministerpräsident Stürgkh ermordet. Der Attentäter war der Sohn von Viktor Adler, dem Leiter der österreichischen Sozialdemokratie. Noch im gleichen Jahr starb Kaiser Franz Joseph, die Symbolfigur der alten Donaumonarchie. Über 60 Jahre lang hatte er die Regierungsgeschäfte geleitet. Nachfolger wurde sein Neffe Karl, über den der damalige Ministerpräsident wenig schmeichelhaft urteilte:

Zitat: "Kaiser Karl ist 30 Jahre alt, er sieht aus wie zwanzig und spricht wie ein Kind von zehn."

Jung, unerfahren und Reformen abgeneigt, war Karl I. nicht in der Lage, den Zerfall seines Reiches aufzuhalten.

1918 griffen Streiks und Meutereien in allen Landesteilen um sich. Es kam zu Massendesertationen vor allem der nationalen Minderheiten. Im Oktober 1918 wurde in Zagreb ein "südslawischer Nationalrat" gebildet, der bald darauf die Vereinigung der südslawischen Gebiete mit Serbien und Montenegro verkündete. In Wien konstituierte sich die Provisorische Nationalversammlung für "Deutsch-Österreich" und in Prag wurde der tschechoslowakische Staat proklamiert.

Am 16. Oktober versuchte Kaiser Karl das Auseinanderbrechen noch mit einem Reform-Manifest abzuwenden. Aber es war zu spät - Autonomie unter einem gemeinsamen Dach war nicht länger die Option der Provinzen.

Nachdem die letzte militärische Offensive am italienischen Piave gescheitert war, stand die k.u.k. Armee kurz vor dem Zusammenbruch. Ende Oktober begann sie, über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Die Bedingungen, die die Entente festlegte, kamen einer vollen Kapitulation gleich.

Zitat: "Räumung Tirols bis zum Brenner und des Pustertals bis Toblach, Räumung der norditalienischen Ebene, Istriens samt Triest, Westkrains, Räumung von Dalmatien mit allen Adria-Inseln, Bewegungsfreiheit der alliierten Truppen auf österreichischem Boden, Abrüstung auf 20 Divisionen, Auslieferung der halben Artillerie."

Nach langem Zögern und angesichts mangelnder Alternativen unterschrieb die österreichische Delegation am 3. November 1918 den Waffenstillstandsvertrag und besiegelte damit die faktische Auflösung der alten Donaumonarchie.

Ältester hebräischer Text entdeckt

Archäologen in Israel sprechen vom bedeutendsten Fund seit der Entdeckung der legendären Schriftrollen von Qumran: Bei Grabungen südöstlich von Jerusalem entdeckten sie eine rund 3000 Jahre alte Tonscherbe mit fünf Zeilen Text. Einige Wörter haben sie bereits entziffert.

Die Scherbe ist 15 mal 15 Zentimeter groß. Archäologen fanden sie nahe dem Stadttor der Festung Elah bei Khirbet Qeiyafa. Die Universität Oxford hat den Angaben zufolge das Alter der Tonscherbe mit naturwissenschaftlichen Messmethoden bestimmt. Die Schrift auf der Scherbe sei demzufolge 3000 Jahre alt und stamme damit aus der Zeit von König David. Im Vergleich zu den Schriftrollen von Qumran mit biblischen und außerbiblischen Texten sei die Tonscherbe fast 1000 Jahre älter.

Zwar sei der Text noch nicht vollständig entziffert, doch die Wörter "Sklave", "Richter" und "König" seien bereits erkennbar. Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich um den Teil eines Schreibens oder eines Gesetzestextes mit einer bestimmten Botschaft handeln könnte, niedergeschrieben von einem professionellen Schreiber.

Die Hebräische Universität von Jerusalem hofft, dass der Text helfen könne, die Entwicklung sämtlicher überlieferter Schriften besser zu verstehen.

Die archäologischen Grabungen in der Festung Elah, der ältesten bekannten Stadt aus biblischer Zeit in Israel, hatten im Juni 2008 begonnen. Die Festungsanlage an der Grenze zwischen dem Machtbereich der Philister und dem Königreich Judäa dürfte ein wichtiger Kontrollposten gewesen sein an der Hauptstraße von der Küste nach Jerusalem. Von der Anlage hat man einen Überblick über das Tal Elah, das Kampfstätte des im Alten Testament überlieferten Kampfes zwischen David und Goliath gewesen sein soll. Bislang sind erst vier Prozent der Anlage freigelegt.

Quelle: stern.de