04.05.09

Dienstleister für hungrige Legionäre

Wrack eines römischen Lastschiffes erreicht LWL-Römermuseum

Fünf Tonnen Getreide pro Tag - so viel benötigten die Soldaten einer römischen Legion vor 2.000 Jahren. Diese Menge ließ sich in Germanien nicht ohne Weiteres auftreiben. Das LWL-Römermuseum in Haltern am See zeigt in seiner neuen Ausstellung "Imperium", wie die Legionäre zu ihrem Proviant kamen: Am Mittwoch erreichte das Wrack eines römischen Lastschiffes aus dem niederländischen Lelystad das Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).



Wrack eines römischen Lastschiffes aus dem Militärlager Zwammerdam (© Rijksdienst voor Archeologie, Cultuurlandschap en Monumenten in Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed. Maritiemm Erfgoed Lelystad RACM)


Forscher fanden den Transporter, auch Prahm genannt, der auf einer Länge von über zehn Metern erhalten ist, nahe des römischen Militärlagers Zwammerdam in der Provinz Utrecht. "Auf diesen und noch wesentlich größeren Lastschiffen konnten die Römer ihre Truppen auch in entlegenen Gebieten schnell mit Lebensmitteln und Wein versorgen", sagt Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp. Je nach Größe transportierten die Fahrzeuge 15 bis 50 Tonnen Ladung. Der Nachschub für die an der Lippe zu tausenden stationierten Soldaten sei vor allem aus Gallien geliefert worden. Die germanischen Höfe hätten nur geringe Erträge erzielt und den Bedarf der Legionäre nicht decken können, erklärt Aßkamp.

Den Rumpf des Bootes, das vom 16. Mai an im LWL-Römermuseum zu sehen ist, stellten die Erbauer aus einem einzigen Baumstamm her. Von anderen Einbäumen unterscheidet es sich aber durch zahlreiche Erweiterungen, die unter anderem den Rumpf in beide Richtungen verlängerten. Das Schiff war knapp elf Meter lang und etwa 1,25 Meter breit.

Auf ihren Wegen durch Germanien begleiteten Militärschiffe die Transporter. Sie hatten ihre Basis wahrscheinlich in Haltern und entsprachen in etwa den Patrouillenbooten vom Typ Oberstimm. Die "Victoria", die für das Ausstellungsprojekt "Imperium Konflikt Mythos. 2000 Jahre Varusschlacht" gebaut wurde, ist ein Boot dieses Schiffstyps. Befahrbar war die Lippe zudem für schwere Kriegsschiffe, so genannte Liburnen, die mehr Tiefgang als das Flussschiff "Victoria" hatten. Neben den Militärtransporten verkehrten auch private Geschäftsleute auf der Lippe, die in der großen Schar an Soldaten einen attraktiven Verbraucherkreis sahen. Daher scheuten die Händler auch drohende Gefahren nicht, um die Legionäre zu beliefern.

Quelle: archaeologie-online.de

03.05.09

3.5.1469: Matthias I. Corvinus wird Gegenkönig

Matthias I. Corvinus wurde in Rom als Gegenkönig für den böhmischen Herrscher Georg von Poediebrad und dessen Schwiegervater Kunstatt aufgestellt. Der ungarische Herrscher Corvinus setzte sich schließlich gegen seinen Konkurrenten Poedirbrad durch, der sich öffentlich als Anhänger des tschechischen Reformators Jan Hus (1370?-1415) bekannte und daraufhin von Papst Paul II. mit dem Bann belegt wurde. Corvinus baute im Laufe seiner Herrschaft ein zentralistisches Staatsgefüge auf und machte sich als Mäzen von Kunst und Wissenschaft einen Namen.

Kastell aus Zeit Karls des Großen gefunden

Hohenwarthe (AP) Archäologen haben unweit von Magdeburg ein Militärkastell aus der Zeit Karls des Großen (747-814) gefunden. Bereits seit 2006 ist ein Expertenteam unter der Leitung des Frankfurter Archäologen Joachim Henning bei Hohenwarthe im Jerichower Land mit Grabungsarbeiten beschäftigt. Zunächst fanden sie mit Hilfe geophysikalischer Untersuchungen mehrere Gräben als Reste eines Befestigungswerks. Jetzt haben sie nach eigenen Angaben Gewissheit, dass es sich um ein Militärkastell aus der Zeit des ersten deutschen Kaisers handelt.

Wie die Fachleute am Donnerstag berichteten, wurde bereits nach den ersten Funden vermutet, dass es sich bei den zugeschütteten Gräben um die Reste jener Anlage handeln könnte, die in einer karolingischen Chronik erwähnt wird. Darin wird berichtet, dass Karl der Große im Jahr 806 im Zuge von Militäraktionen gegen die Slawen den Bau eines «Castellum contra Magadaburg» in Auftrag gegeben hatte. Wo genau sich dieses Kastell befand, darüber wurde seit Jahrzehnten gerätselt. Der Weinberg bei Hohenwarthe, eine Erhebung direkt an der Elbe mit gutem Blick auf Magdeburg, bot offenbar dafür einen geeigneten Standort.

Im Zuge der von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main finanzierten und vom Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt unterstützten Arbeiten wurden zunächst mehrere umeinander liegende Gräben entdeckt. Der äußere der fünf Gräben hat einen Durchmesser von rund 300 Metern. Derartige Grabensysteme sind vor allem aus der Jungsteinzeit bekannt.

Auch Pollenanalysen halfen bei der Datierung

Mit Hilfe sogenannter 14-C-Datierungen und Pollenanalysen aus den verschütteten Gräben habe nun jedoch mit Sicherheit nachgewiesen werden können, dass die Anlage aus dem 7. bis 8. Jahrhundert stammt. Anders als die vier inneren Spitzgräben wird ein äußerer fünfter Ring auf das 10. Jahrhundert datiert. Er hat eine deutlich gerundete Sohle und stammt nach Erkenntnis der Archäologen aus der Zeit der Slawenfeldzüge Ottos des Großen.

Die Bedeutung des Fundes ist nach Ansicht von Joachim Henning von europäischer Dimension. Bislang gibt es kaum Belege dafür, wie Befestigungsanlagen aus Karolingischer Zeit ausgesehen haben. Zuvor hatten nur die Pfalzen in Aachen und Ingelheim direkt mit dem Wirken Karls des Großen in Verbindung gebracht werden können. «Von seiner Bedeutung als Kastell an der äußeren Grenze des Karolingerreiches ist Hohenwarthe sogar einzigartig», erklärt Henning. Aus europäischer Sicht stellt der Fund von Hohenwarthe den ältesten und bislang einzig sicheren Befund dar, der direkt mit dem Wirken der fränkischen Könige und Kaiser in den seinerzeit slawisch besiedelten Gebieten östlich der Elbe und Saale verbunden werden kann.

Durch ihre Erwähnung in der Chronik Moissac kann der Bau der Anlage fast aufs Jahr genau datiert werden. «Das ist Goldstaub in der Archäologie», freut sich Henning. Mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden sollen nun weitere Erkenntnisse über diese Zeit gewonnen werden. So ließen sich zum Beispiel durch die Untersuchung gefundener Zähne Erkenntnisse über das Klima jener Zeit gewinnen, wie der Professor als nur ein Beispiel nennt.

Weitere Funde erwartet

Henning erwartet nach dem Fund wichtige Impulse für die weitere Forschung im gesamten Raum des ehemaligen Karolingerreiches. Objekte aus der Zeit Karls des Großen könnten nun, da man rekonstruieren könne, wie sie aussahen, leichter identifiziert werden. Man könne gezielt danach suchen. Der Archäologe erwartet in der Zukunft weitere Funde aus dieser Zeit.

Quelle: de.news.yahoo.com

30.04.09

Die Germanen

Die Dokumentationsreihe „Die Germanen“ erzählt den Aufstieg des „Volkes vieler Völker“ von ihrer „Erfindung“ durch Julius Cäsar bis zur Taufe des Frankenkönigs Chlodwig, die die Ablösung Roms als vorherrschende Macht einläutet.
In vier Folgen werden Meilensteine der Germanengeschichte behandelt: Repräsentative Figuren wie die Priesterin und der Krieger geben der Geschichte ein Gesicht und machen die Ereignisse lebendig.

Auf den folgenden Links könnt ihr die Dokumentationsreihe online anschauen und sie downloaden (mP4 Format).

Barbaren gegen Rom

Die Varusschlacht

Entscheidung am Limes


Im Zeichen des Kreuzes


DownloadQuelle: planet-schule.de

Wird Kleopatra gefunden, hätten viele gelogen

Derzeit suchen Archäologen medienwirksam in dem Tempel von Taposiris Magna das Grab der ägyptischen Königin Kleopatra und ihres Geliebten Marcus Antonius. Der tatsächliche Fund wäre ein Desaster für die Geschichtsforschung. Denn alle Quellen widersprechen den Archäologen.

Als vor neun Jahren in Berlin der Neufund eines Papyrus präsentiert wurde, auf dem die ägyptische Königin Kleopatra – möglicherweise – ihr handschriftliches Signet hinterlassen hat, war ein gutes Dutzend Kamerateams vor Ort. Wie groß die Aufmerksamkeit sein dürfte, wenn ihr unberührtes Grab ans Licht käme, kann man sich unschwer vorstellen. Und wenn darin noch die Gebeine ihres Geliebten Marcus Antonius gefunden würden, es wäre eine Weltsensation.
Die Hoffnung darauf schürt kein Geringerer als Zahi Hawass. Der ebenso mächtige wie umtriebige Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung inszeniert sein neuestes Projekt denn auch entsprechend. „Wir hoffen, die Grabstätte zu finden und zwar unversehrt“, gab er mit medienwirksamem Vorlauf zu Protokoll. Jetzt soll nun die Suche beginnen, die zur „größten Entdeckung des Jahrhunderts“ (Hawass) führen soll.

Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Denn das Grabmal, das da die Fantasie beflügelt, wird in 21 Metern Tiefe unter einem Tempel vermutet, der rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel liegt. Mit dem modernen Gerät sollen Röntgenaufnahmen noch in 70 Metern Tiefe möglich sein. Irgendwo da unten, ist sich die Archäologin Kathleen Martinez aus der Dominikanischen Republik sicher, befindet sich ein komplexes Tunnelsystem. An drei Stellen will ihr Team den Spaten ansetzen.

Seit drei Jahren gräbt Martinez in dem Tempel von Taposiris Magna. Der Fund von zehn Mumien, 22 Münzen mit dem Abbild Kleopatras sowie einer Maske, die möglicherweise Marcus Antonius darstellt, bewogen die Spatenforscher zu ihrer Annahme, auf die Spur des legendären Paares gekommen zu sein.

Hinzu kommt, dass es sich bei dem Tempel aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wohl um einen heiligen Ort der Isis handelte. Im altägyptischen Mythos erweckte die Göttin ihren ermordeten Gemahl zu neuem Leben. Da sich Kleopatra im Leben ihren ägyptischen Untertanen auch als Inkarnation der Isis vorstellte, wäre ein Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin auch ein ihr gemäßer Ort der letzten Ruhe. Soweit die hoffnungsvolle Spekulation.

Doch hinter dem Spiel mit publikumswirksamen Erwartungen verbirgt sich auch brisanter methodischer Zündstoff. Denn den erhofften Fund dürfte es nach Aussage der schriftlichen Zeugnisse überhaupt nicht geben. Berichten doch die wichtigsten Chronisten und Historiker übereinstimmend, dass Kleopatra in Alexandria beerdigt wurde und Antonius an ihrer Seite. Also angenommen, die Grabungen in Taposiris Magna würden den mumifizierten Körper der Kleopatra ans Licht bringen, es würde unsere Gewährsleute in einer Weise desavouieren, die das methodische Gerüst der althistorischen Forschung ins Wanken brächte.

Denn als Generallinie dient der Geschichtsschreibung die schriftliche Überlieferung. Im Fall von Kleopatras Kampf und Ende sind dies zudem erklärte Historiker, die ihre Schriften nach Maßstäben formten, die seit Jahrhunderten in der griechisch-römischen Welt erprobt wurden.

Sie berichten klar und in weiten Teilen übereinstimmend davon, wie der Caesar-Erbe Octavian 31 v. Chr. bei Actium die Flotte seines römischen Rivalen Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra vernichtete. Wie die beiden Liebenden ihre letzten Monate in endzeitlichen Orgien verbrachten. Und wie Antonius schließlich der feindlichen Übermacht vor Alexandria erlag.

Es sind Autoren der Weltliteratur, die uns ein ziemlich detailliertes Bild vom Endkampf schildern. Plutarch (um 45-125) stützte sich für seine Antonius-Biografie, die auch Shakespeare benutzte, auf zeitgenössisches Material, etwa den Bericht von Kleopatras Leibarzt Olympos. Die Weltgeschichte des Senators Cassius Dio (um 163-229) zählt zu den besten historischen Werken der römischen Kaiserzeit. Auch der Hofbeamte Sueton (um 70-130) steuert in seinen Kaiserbiografien Beobachtungen bei.

Alle Berichte stimmen darin überein, dass sich Kleopatra im Palastviertel von Alexandria aufhielt, als ihr Geliebter seine letzte Schlacht verlor. Antonius stürzte sich in sein Schwert, starb aber nicht sofort. Auf Befehl der Königin wurde er in ihr Mausoleum gebracht, in das sie sich zusammen mit ihren Schätzen und einigen Dienerinnen zurückgezogen hatte. Der schwer verletzte Antonius soll in ihren Armen gestorben sein.

Das alles geschah innerhalb weniger Stunden. Das schließt die Flucht der Königin und des Antonius durch die feindlichen Linien nach Taposiris Magna aus.

Cassius Dio berichtet ausdrücklich, Kleopatra habe ihr Mausoleum in den königlichen Gärten Alexandrias errichten lassen. Der Archäologe Michael Pfrommer hat das Grabmal rekonstruiert: ein monumentaler Bau, dessen zweiter Stock als Galerie ausgeführt war. Nach Plutarch öffneten sich die Fenster zum Meer hin. In der Nachbarschaft soll ein Isis-Tempel gestanden haben.

Mit einem Trick konnte Octavian Kleopatra gefangen nehmen und sich die Schätze sichern, die jene zu verbrennen gedroht hatte. Anschließend war der Sieger generös genug, ihr das prachtvolle Begräbnis des Antonius in ihrem Mausoleum zu gestatten. Dort wurde auch Kleopatra feierlich beigesetzt, nachdem sie sich mit einem Schlangenbiss oder Gift umgebracht hatte.

Nach Aussage aller Quellen fand das in Alexandrias Königsstadt statt, die ungefähr das nordöstliche Viertel der Metropole ausmachte. Für die Hoffnung, die Mumien des berühmten Paars sollten zig Kilometer westlich davon ans Licht kommen, sind also nur drei Gründe denkbar: 1. Die Leichen wurden nach der Beisetzung in Alexandria in das westliche Heiligtum gebracht, um sie etwa vor dem Sieger zu retten. 2. Die Leichen verschwanden vor ihrer Bestattung in Alexandria, so dass Octavian, um seine Milde vor aller Welt zu beweisen, eine Scheinbegräbnis inszenierte. 3. Die Quellen lügen.

Sollten sich in Taposiris Magna tatsächlich Beweise für Antonius und Kleopatra finden, wären die Alternativen zwei und drei fatal. Denn sie würden zum einen zeigen, wie sehr ein römischer Kaiser seine Geschichtsschreiber korrumpieren konnte, und zum anderen, dass diese keineswegs dem Ruf gerecht werden, in dem sie stehen.

Ein aktuelles Beispiel zu diesem Problem bietet ausgerechnet die Varusschlacht in ihrem 2000. Jubiläumsjahr. In einem Monat wird in Kalkriese die große Ausstellung eröffnet. Doch immer mehr Althistoriker nehmen mittlerweile an, dass auf dem seit Jahrzehnten ergrabenem Schlachtfeld nicht die Legionen des Varus, sondern Truppen des Germanicus 14-16 n. Chr. vernichtet wurden. Denn: Eine solche Erklärung passt besser zur schriftlichen Überlieferung eines Tacitus oder Cassius Dio.

Die wissenschaftliche Kritik an Zahi Hawass wird sich indes in Grenzen halten. Ägyptens Chef-Archäologe ist absoluter Herr über die Grabungslizenzen im Nilland. Und die wird niemand mit vorschnellen Urteilen in Frage stellen wollen.

Quelle: welt.de



ML Mona Lisa Spekulationen um die letzte Ruhestätte Kleopatras Sie war die letzte Königin des alten Ägyptens. Und die berühmteste. Ihre letzte Ruhestätte galt als verschollen. Bis jetzt, so scheint es. In Ägypten wollen Archäologen das Grab des sagenumwobenen Paares Kleopatra und Mark Anton entdeckt haben.

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Archäologen suchen Grab von Kleopatra und Marcus Antonius

18.04.09

Im Zeichen des Goldenen Greifen -Königsgräber der Skythen

Der podcast zur Ausstellung von 06. Juli bis 01. Oktober im Martin Gropius Bau in Berlin

Folge 01 | Skythen, Saken, Sauromaten

Hermann Parzinger, Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts und Initiator der Ausstellung "Im Zeichen des Goldenen Greifen. Königssgräber der Skythen", gibt eine Einführung zu den Reitervölkern der Eurasischen Steppe und erläutert den kulturhistorischen Wandlungsprozess, der an der Wende vom 9. zum 8. vorchristlichen Jahrhundert im Süden Sibiriens einsetzte.
(10:45 min)

Folge 02 | Die Anfänge der Archäologie in Russland

Es war Zar Peter der Große, der dem Raubgräbertum im frühen 18. Jahrhundert Einhalt gebot und sich für den Schutz von Bodendenkmälern einsetzte. Ihm verdanken wir beeindruckende Fundstücke, die in seine "Sibirische Sammlung" eingingen.
(12:20 min)

Folge 03 | Das "Tal der Könige". Die frühe Skythenzeit in Tuva

"Dolina Zarej" - das "Tal der Könige" ist eine 30 Kilometer lange und etwa 10 Kilometer breite Talebene in der Nähe des Dorfes Arzan in Tuva. Hier bestatteten skythenzeitliche Reiternomaden über 500 Jahre lang ihre Verstorbenen.
(9:26 min)

Folge 04 | Das Fürstengrab von Arzan

Im Sommer 2001 machten Hermann Parzinger, Anatoli Nagler und Konstantin Cugunov in der Nähe des Dorfs Arzan eine der bedeutendsten Entdeckungen der Skythen-Forschung. Obwohl die Archäologen nicht auf der Suche nach Kostbarkeiten waren, nimmt der Goldschatz von Arzan natürlich auch in der Ausstellung "Im Zeichen des Goldenen Greifen. Königsgräber der Skythen" eine zentrale Rolle ein.
(12:53 min)

Folge 05 | Die Tagar-Kultur im Minusinsker Becken

Das Minusinsker Becken war seit jeher wegen seines milden Klimas ein beliebter Siedlungsort. Tausende sogenannter Ecksteinkurgane zeugen von der hohen Bevölkerungsdichte auch zu Zeiten der Skythen - und überliefern ein geheimnisvolles Totenritual...
(8:40 min)

Folge 06 | Die Pazyryk-Kultur im Altai-Gebirge

In der eisigen Kälte des Altai-Gebirges konserviert der Boden organische Materialien, die andernorts vergehen. Hermann Parzinger erklärt, dass sich die unter Steinhügeln befindlichen Grabkammern bald nach der Bestattung der Reiternomaden mit Wasser gefüllt haben, das durch die Kälte gefror. Da es im Altai auch im Sommer nie so warm wird, dass der Boden wieder auftauen könnte, scheint es fast als stünde die Zeit still.
(11:15 min)


Folge 07 | Im Eis konserviert. Die Mumien des Altai-Gebirges

Es sind besonders die Tätowierungen, die an den Mumien des Altai-Gebirges faszinieren. Hermann Parzinger beschreibt die Mumie, die in der Ausstellung zu sehen ist. Außerdem berichtet der renommierte Paläopathologe Michael Schultz, der am Medizinischen Institut der Universität Göttingen zur Zeit eine Mumie untersucht, die Hermann Parzinger im letzten Jahr im Altai geborgen hat, von seiner täglichen Arbeit am toten Körper.
(14:35 min)

Folge 08 | Die Saken Kasachstans

Im Jahr 1970 wurde im Rahmen einer Notgrabung das Grab des "Goldenen Mannes von Issyk" gefunden. Aufgrund des Goldreichtums handelte es sich um eine archäologische Sensation. Dem jugendlichen Sakenfürsten wurde eine geheimnisvolle Silberschale mit ins Grab gegeben, in die eine bis heute nicht entschlüsselte Runenschrift eingeritzt ist. Hermann Parzinger berichtet darüberhinaus vom Großen Kurgan von Bajkara, der nördlich der sakischen Gebiete liegt, und der nicht weniger geheimnisvoll ist.
(15:00 min)

Folge 09 | Die Sauromaten zwischen Ural und unterer Wolga

Die Sauromaten sollen von den sagenumwobenen Amazonen abstammen. So berichtet es Herodot im 5. Jahrhundert vor Christus. Ob der Mythos eine wissenschaftlich belegbare Grundlage hat, wird Hermann Parzinger in dieser Folge des podcasts erläutern. Außerdem werden die weitreichenden Handelsbeziehungen der Sauromaten thematisiert und an Exponaten der Ausstellung belegt.
(11:12 min)

Folge 10 | Die Skythen im Umfeld des Kaukasus

Luxuriöse Grabbeigaben, die zum Teil aus Vorderasien stammen, und riesige Kurgane sprechen dafür, dass im Kaukasus, Mitte des 7. Jahrhunderts vor Christus, skythische Fürsten bestattet wurden, die an Kriegszügen nach Vorderasien teilnahmen. Ihre Feinde, darunter Assyrer, Meder und Ägypter, müssen sie sehr gefürchtet haben, denn es sind grausame Sitten, die Herodot den Skythen bei kriegerischen Handlungen nachsagt.
(11:11 min)

Folge 11 | Die ?Königsgräber der Skythen?

Im Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres, der heutigen Ukraine, trafen die Skythen auf die Hochkultur der Alten Griechen. Die griechischen Einflüsse auf die skythische Kunst sind deutlich zu spüren. Verwunderlich bleibt, weshalb die Skythen nie eine Schrift entwickelt haben.
(11:15 min)


Folge 12 | Die Skythen vor den Toren Mitteleuropas

Der ?Goldschatz von Vettersfelde?, etwa 100 Kilometer südöstlich von Berlin, im heutigen Polen gelegen, war eine archäologische Sensation. Nicht allein wegen der goldglänzenden Artefakte. Kamen die Skythen bis nach Polen? Wo endete das Reich der Skythen? Hermann Parzinger beschreibt in dieser letzten Folge unseres podcasts das Verschwinden der skythischen Kultur aus der Geschichte.
(12:58 min)


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17.04.09

Komplexe Baugeschichte: Archäologische Forschung am Keltenwall

Die Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts widmet sich seit über 50 Jahren der Erforschung des Oppidums von Manching. Die Ausgrabung des Walls am ehemaligen Munitionslager bietet einzigartige Einblicke in ein archäologisches Denkmal von europäischem Rang, dessen Größe und Erhaltung auch heute noch die wirtschaftliche und politische Bedeutung der spätkeltischen Stadt auf beeindruckende Weise widerspiegeln.

Die ehemals bis zu sieben Kilometer lange Umfassungsmauer des Oppidums von Manching aus dem 2. und 1. Jh. v.Chr. ist besonders in ihrem Südteil noch auf weiten Strecken als obertägig sichtbares Bodendenkmal erhalten. Allerdings wird die Wallstrecke an mehreren Stellen durch neuzeitliche Einschnitte und Durchstiche unterbrochen, die besonders seit dem Bau des Flugplatzes in den 1930er Jahren als Folge des Wege- oder Kanalbaus entstanden. Eine Baumaßnahme in einem jener bestehenden Durchstiche bietet der RGK eine neuerliche Möglichkeit, die Konstruktion und Baugeschichte der keltischen Stadtmauer zu erforschen.

Durch die seit Anfang März in Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und im Auftrag der EADS stattfindenden Ausgrabungen der Frankfurter Archäologen wurden ältere Erkenntnisse zum Mauerbau bestätigt, bestehende Wissenslücken geschlossen und wichtige neue Details der Wallarchitektur, insbesondere zu dessen Rampe aufgedeckt. Die älteste Phase der Stadtmauer, die mit einer breiten Erdrampe hinterschüttet wurde, ist durch Reste eines innerhalb der Mauer befindlichen Holzrahmenwerkes belegt. Mit Eisennägeln, die im Erdreich des Walles gefunden wurden, war das stabilisierende Holzgitter vernagelt. Für die bis zu fünf Meter breite Mauer mussten riesige Mengen von Kalksteinen von den Höhen der Fränkischen Alb herangeschafft werden. Mächtige Pfostengruben, die sich als Verfärbungen im hellen Sand und Kies des Schotteruntergrundes abzeichnen, dienten in den beiden jüngeren Ausbauphasen der Aufnahme senkrechter Holzpfosten, die die mit rechteckig zugeschlagenen Kalksteinen verblendete Mauerfront stützten.

Um die 4-5 m hohe, in ihrer kalkweißen Strahlkraft sicher beeindruckende und weithin sichtbare Steinmauer nach hinten abzustützen, wurde rückwärtig eine bis zu 14 m breite Erdrampe angeschüttet, deren Aufbau und Entstehung die Archäologen durch die genaue Dokumentation der Abfolge von Sandschichten unterschiedlicher Farbe und Konsistenz rekonstruieren können. Archäologische und naturwissenschaftliche Analysen zeigen, dass sich die keltischen Baumeister bestimmte Materialeigenschaften zunutze machten, um die Festigkeit der Rampe zu erhöhen. Die Lage und Richtung einzelner Schichten lassen die entwickelte Bauplanung und den effizient anmutenden Ablauf des Befestigungsbaus vor über 2000 Jahren erahnen.

Als die Bedeutung des spätkeltischen Zentralortes schwand, scheint man auch die Mauer nicht mehr Instand gehalten zu haben. Im ersten Jahrhundert nach Christus, als die Römer die Gegend aufsuchten, diente die verfallene Manchinger Mauer bereits seit langer Zeit nicht mehr dem Schutz einer Siedlung. Auch die Römer fanden eine andere Nutzungsmöglichkeit: sie verwendeten die Kalksteine zum Brennen von Kalk und trieben hierzu große runde Brennöfen in den Wallkörper vor. Die Spuren eines solchen Ofens wurden auch in der diesjährigen Grabungskampagne entdeckt. Er ist, wie die Bierflasche und die Konservendose, die nach einer Brotzeit im Jahr 1937 verscharrt wurden, Zeugnis der über 2000jährigen Geschichte des Manchinger Keltenwalls.

Quelle: archaeologie-online.de