12.08.08

Das römische Legionslager Novae (Jordanien)

Unter «Limes» verstehen wir gemeinhin einen römischen Grenzwall. Flugaufnahmen von Bodenverfärbungen, die sich als schnurgerade Linien quer durch die Landschaft ziehen, vermitteln eine klare Vorstellung von diesem monumentalen Bauwerk. Ein Blick auf die römischen Festungsarchitekturen in Jordanien verdeutlicht allerdings, dass Limesbauten keine exakten Grenzanlagen waren, sondern Kontrollposten in einer kulturellen Übergangszone. Ihre Aufgabe war nicht die Verhinderung des sozialen und wirtschaftlichen Austausches. Vielmehr stellten sie diesen unter staatliche Aufsicht.


Die Mühlen von Kinderdijk

Der Legende nach ist hier einst bei einer Flutkatastrophe ein Kind in einem Körbchen angeschwemmt worden, von einer Katze auf dem Wasser im Gleichgewicht gehalten. Die Flut hat vor 1000 Jahren tatsächlich stattgefunden. Daraufhin bauten die Menschen hier Deiche, um sich und ihr Land zu schützen. Daher der Name Kinderdijk.

Um das Wasser aus den Tiefebenen in höher liegende Gebiete zu schöpfen, errichteten die Menschen vor 250 Jahren Windmühlen. Seither sind die Riesen ihre Lebensbegleiter. Sie geben den Rhythmus an und haben ihre eigene Sprache. So drücken sie je nach Flügelstellung etwas aus.

Der Film macht uns klar, wie schützenswert diese Erzeuger umweltfreundlicher Enerie sind. Sie sind Relikte einer Kultur, die lange Zeit lebensnotwendig für die Bewohner dieses Teils Hollands war und erst im 20. Jahrhundert zu einem Großteil durch Maschinen ersetzt wurde.



Kulturdenkmal: 19 Poldermühlen zur Trockenlegung der Polder und zur Wasserregulierung erbaut, darunter die »Lage Molen« und die »Hoge Molen« sowie »De Blokker«, aufgrund des pyramidalen Unterbaus eine Windmühle mit »Wespentaille«

Unesco-Ernennung: 1997

1676
Bau des Landhauses am Lekdijk für die »Wassergemeinderäte«
1738
Bau der runden Mühlen des Wasserverbandes »De Nedderwaard«
1740
Bau der reetgedeckten, achteckigen Mühlen des Wasserverbandes »De Overwaard« und Bau der »Hoge Molen«
1761
Bau der »Lage Molen«
1766
Vergrößerung des »Busens« von »De Overwaard« zur Aufnahme des abgepumpten Wassers
1868
Einrichtung eines elektrisch betriebenen Pumpwerks
1950
Einstellung des Betriebs der Mühlen von »De Overwaard«
1953
Bau eines weiteren elektrischen Pumpwerks
1956
Einstellung des Betriebs der Mühle »De Blokker«
1971
Bau eines neuen Pumpwerks

11.08.08

10.08.08

Die Wikingerzeit: 793 - 1066

793
Wikinger aus Norwegen plündern das englische Kloster Lindisfarne; der Überfall gilt als Beginn der Wikingerzeit.

804
Erste Erwähnung des Ortes „Sliesthorp“ an der Schlei; von Skandinaviern „Hedeby“ genannt, von den Slaven „Schleswig“.

808
Gotfrid, König der Dänen gründet bei „Sliesthorp“ den Handelsplatz Haithabu und ordnet zu dessen Schutz einen Ausbau des Dannewerkes an.


823
Erzbischof Ebbo von Reims, von Papst Paschal I. dazu ermächtigt, predigt das Evangelium bei den Dänen.

832
Weihe Ansgars zum Bischof des in Hamburg frisch geschaffenen Bischofssitzes, der bald darauf vom Papst in ein Erzbistum umgewandelt wird; von hier aus sollen die heidnische Länder im Norden und Osten bekehren.

845
Plünderung Hamburgs durch Wikinger, Verlegung des Bischofssitzes nach Bremen; heidnischer Überfall auf Birka lässt die Missionare fliehen.

848
Ansgar erhält zusätzlich zu Hamburg den Bischofssitz in Bremen.

ca. 850
Horik I., König der Dänen, gestattet Ansgar in Haithabu und Ribe Kirchen zu bauen.

ca. 870
Beginn der norwegischen Landnahme auf der menschenleeren Insel Island, die von keltischen Mönchen an wenigen Orten besiedelt wird.

ca. 900
Durch seinen Sieg über andere Wikingerkönige in der Schlacht im Hafrsfjord weitet Harald Schönhaar seine Macht in Norwegen aus; er wird zum Reichsgründer in „Nordvegen“; schickt seinen Sohn zwecks Förderung durch den christlichen König Athelstan nach England; erkennt, das Kontakte zum Christentum seinem neuen Königreich eine wertvolle Unterstützung sind.

930
Entstehung des Althings auf Island: das älteste Parlament der Welt, das an einer besonders markanten Stelle des Kontinentalgrabens vor nun bald 1100 Jahren begründet wurde.


ca. 931
Tod Harald Schönhaars.

958
Gorm der Alte stirbt und wird in Jelling unter einem riesigen Grabhügel begraben. Sein Sohn Harald Blauzahn wird Nachfolger.

ca. 965
Bekehrung Harald Blauzahns zum Christentum durch Druck des deutschen Kaisers Otto I.; Taufe durch Bischof Poppo (Eisenprobe laut Widukind).

Harald lässt zwischen den Grabhügeln in Jelling eine Kirche bauen und die Gebeine seines Vaters darunter christlich bestatten; er setzt einen neuen großen Runenstein mit der Inschrift „…der die Dänen zu Christen machte.“ Politische Botschaft, mit der Harald seine Unabhängigkeit unterstrich. Spektakulärstes Beispiel für die Christianisierung des Nordens

ca. 970
Aufstand in Norwegen gegen den dänischen Herrscher wird von Harald Blauzahn niedergeschlagen; Norwegen wird durch Haralds Statthalter Haakon, den Jarl von Lade, regiert. Durch seine Taufe erkennt er die Oberherrschaft Harald Blauzahns an.

Um 987
Norwegen wird in der Schlacht von Hjorunga-Vaag wieder eigenständig.

974
Nach dem Tod des deutschen Kaisers Otto I. 973 wird Harald Blauzahn übermütig und rückt nach Süden über die Eider bis an die Elbe vor. Die Dänen werden von Deutschen unter Otto II. besiegt und verlieren Land in Südjütland. Es ist der Krieg um Haithabu.

983
Die Dänen erlangen das im Jahr 974 an die Deutschen verlorene Land zurück.

986 / 87
Harald Blauzahn erliegt den Verletzungen, die er in einem gegen ihn gerichteten (heidnischen) Aufruhr erlitten hat. Nachfolger wird der Anstifter dieses Aufstands: Sven Gabelbart, der sein eigener Sohn ist. In Norwegen führt der Jarl von Lade, Haakon, eine heidnische Erneuerungsbewegung an, obwohl er in Dänemark getauft worden ist. Er bekräftigt damit seine politische Unabhängigkeit.

994
Eine Flotte unter der Führung von Dänenkönig Sven Gabelbart, dem Norweger Olaf Tryggvasson und anderen belagert London und zwingt die Engländer wie in den Jahrzehnten zuvor schon andere Wikingerheere, einen Tribut zu entrichten, das so genannte Danegeld; diesmal sind es 16000 Pfund Silber.

995
Olaf Tryggvasson, Spross eines norwegischen Jarlsgeschlechtes, der ein Schicksal als Sklave hinter sich hat, verbündet sich mit dem englischen König Ethelred und kehrt nach seiner Taufe, bei der Ethelred Pate gestanden hat, nach Norwegen zurück, um die dänische Oberherrschaft herauszufordern.

996
Ermordung des Jarls Haakon in Norwegen; Olaf Tryggvasson wird König und beendet damit die Oberherrschaft des Dänenkönigs Sven in Norwegen.
Olaf macht sich daran, das Land mit dem Schwert zu bekehren und benutzt das Christentum als Instrument der Machtpolitik, die Menschen sich gefügig zu machen; er entsendet seinen Missionar Tangbrand nach Island, der dort keinen Erfolg hat und in Totschlagsfälle verwickelt ist.

997-1002
Jährliche Wikingerüberfälle der Dänen auf England, die zur Zahlung von 24000 Pfund als Tribut führen.

1000
Das isländische Althing nimmt das Christentum an, allerdings mit Ausnahmen, die eine heidnische Reaktion sind: Opfer an die heidnischen Götter sind weiter erlaubt, wenn sie im privaten Rahmen stattfinden.

Tod Olaf Tryggvassons in der Seeschlacht von Svold gegen Sven Gabelbart und Erik Jarl, die dänische Oberherrschaft über Norwegen wird wiederhergestellt.

1002
König Ethelred befiehlt die Ermordung aller Dänen in England.

1003 – 1012
Unentwegte Kriegs- und Beutezüge der Dänen unter Sven Gabelbart und seinem Kontrahenten Thorkild gegen England; Tributzahlung von bis zu 45000 Pfund Silber.

1013
Sven fällt in England ein, Ethelred flieht ins Exil in die Normandie, Sven wird von den Engländern als König anerkannt und stirbt kurz darauf an seinen Verletzungen.

1014
Ethelred wird wieder König und zwingt Svens Sohn Knut zur Rückkehr nach Dänemark.

1015
Svens Sohn Knut kehrt nach England zurück und startet einen heftigen Eroberungsfeldzug.

1016
Nach dem Tod Ethelreds und dessen Sohn Edmund wird Knut von den Engländern als König anerkannt, die einer Zahlung von 82000 Pfund Tribut zustimmen.

1019
Knut folgt seinem Bruder Harald als König der Dänen nach.

1026
Invasion Dänemarks durch eine Koalition aus Norwegern unter Olaf II. und Svear unter Anund Jakob. Knut tritt ihnen in der Schlacht vom Heiligen Fluss entgegen und siegt.

1028
Knut vertreibt Olaf aus Norwegen.

1030
Olaf II. kehrt nach Norwegen zurück und fällt in der Schlacht bei Stiklestad.

1053
Papst Leo IX. verleiht dem Erzbistum Hamburg-Bremen formell die Autorität über Norwegen, Island und Grönland sowie über die Dänen und Svear.

1066
Ende der Wikingerzeit in England mit der Schlacht von Stamfordbrigde und der Schlacht bei Hastings;
Krönung Wilhelm, Herzog der Normandie und Enkel Rollos, zum König der Engländer.

Zusammenstellung von Wilfried Hauke, Autor der Dokumentation "Götterdämmerung"

Die Habsburger 6v12

Gegen Türken und Franzosen – Das Zeitalter Prinz Eugens
1683 stehen die Türken vor Wien. Mit mehr als 100.000 Mann belagern sie die Stadt, nehmen sie Tag und Nacht unter Beschuss. Nach zwei Monaten sind alle Vorräte der Belagerten aufgebraucht. Endlich sammelt sich ein internationales Heer: Deutsche, Österreicher und Polen treten am 12. September 1683 gemeinsam zur Befreiung Wiens an. An diesem Tag beginnt der Rückzug der Türken nach Südosten und die schrittweise Rückeroberung Ungarns durch die Armee von Kaiser Leopold I. In vielen Schlachten – gegen Türken und Franzosen – steht ein Mann an vorderster Front: Prinz Eugen von Savoyen. Sein Ruhm als Feldherr wächst ins Legendäre, doch auch in Friedenszeiten macht er Geschichte – als Diplomat und Staatsmann im Dienste dreier Kaiser. Unter Karl VI. erreicht die Donaumonarchie ihre größte Ausdehnung. Doch gerade jetzt ist die Dynastie in ihrem Fortbestand gefährdet: Karl VI. hat keinen männlichen Erben. Der Kaiser kennt nur noch ein politisches Ziel: die Abänderung der Nachfolge zugunsten seiner Tochter Maria Theresia.


10.8.1566: Flämischer Bildersturm

Die katholische Gegenreformation und die damit verbundene religiöse Unterdrückung durch die spanischen Besatzer unter Philipp II. löste in Flandern einen Aufstand aus. Philipp II. versuchte, das Vordringen der dortigen Reformation durch Inquisition zu verhindern. Woraufhin flämische Adlige und Protestanten aus Protest religiöse Bilder in Kirchen zerstörten. Der Bildersturm begann in ländlichen Gegenden und dehnte sich nach Brügge, Gent und Antwerpen aus. Der spanische Besatzer, der Herzog von Alba, beantwortete den Aufstand mit grausamen Sanktionen. Der Bildersturm bildete den Auftakt zum Niederländischen Unabhängigkeitskrieg gegen die katholisch-spanische Herrschaft.

10.8.955: Schlacht auf dem Lechfeld

In der Schlacht auf dem Lechfeld besiegte ein deutsches Heer unter König Otto I. (912-973) die in Bayern eingefallenen Ungarn und beendete damit deren seit 50 Jahren andauernden Raubzüge in Mitteleuropa. Ziel der Ungarn bei diesem Einfall war eigentlich die Handelsstadt Augsburg. Doch der Eingriff König Ottos I. zwang die Ungarn dazu, ihre Strategie zu ändern und sich zunächst westlich von Augsburg im Wald zu verschanzen. An der Seite von Ottos I. Heer kämpften auch die Augsburger und eine böhmische Abteilung. Nach der Schlacht erhielt König Otto I. den Beinamen "der Große". 962 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt.

Eine Biografie Otto I. auf den Seiten des "Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons".