31.01.09

L'Angélus

Ein sehr bekanntes französisches Gemälde , das die Deutschen kaum kennen: "L'Angélus" von Jean-François Millet.

L'Angélus

28.01.09

28.1.1077: Gang nach Canossa

"Der Winter war grauenvoll, und die hoch aufragenden und mit ihren Gipfeln die Wolken berührenden Berge, über die der Weg führte, starrten so von ungeheuren Schnee- und Eismassen, dass auf den glatten steilen Hängen weder Reiter noch Fußgänger ohne Gefahr auch nur einen Schritt tun konnten. Aber das Nahen des Jahrestages, an dem der König in den Bann getan worden war, duldete keine Verzögerung der Reise. Denn der König kannte den gemeinsamen Beschluss der Fürsten, dass er, wenn er bis zu diesem Tage nicht vom Bann los gesprochen wäre, verurteilt werden und den Thron unwiderruflich verlieren sollte." Papst Gregor VII. höchstpersönlich schildert hier die furchtbaren Reisestrapazen des Königs Heinrich IV. Auch Königin Berta und der dreijährige Sohn reisen mit. Mehrere Gefolgsleute stürzen in den Alpen zu Tode.

Höhepunkt des Investiturstreits

Der deutsche König hat es eilig, bis Ende Januar 1077 nach Italien zu gelangen, denn sonst würde er seinen Königstitel auf immer verlieren. Er will anerkennen, dass Papst Gregor ihn exkommuniziert hat und Buße tun. Diese Bußleistungen Heinrichs IV. sollten Eingang in die Geschichtsbücher finden als "Gang nach Canossa".

Die spektakuläre Januarbuße ist der Höhepunkt des sogenannten Investiturstreits, bei dem Papst und König darum gestritten haben, wer die Bischöfe und Äbte in ein Kirchenamt einweisen darf.

Beginn des Machtkampfes

Der Machtkampf beginnt im Jahre 1074. Papst Gregor VII. erlässt Zölibatsvorschriften für Priester und verbietet die Einsetzung von Laien in kirchliche Ämter. Doch Heinrich IV. setzt in verschiedenen Städten Bischöfe ein. Gregor VII. ist erzürnt.

Anfang des Jahres 1076 trifft am Hofe Heinrichs ein eindringliches Mahnschreiben des Papstes ein. Darin droht er Heinrich an, ihn aus der kirchlichen Gemeinschaft auszuschließen. Auch der König müsse dem Papst, der Nachfolger des heiligen Petrus sei, strikten Gehorsam leisten.

Wormser Absageschreiben

Knapp vier Wochen später kann Heinrich in Worms die wichtigsten deutschen Bischöfe um sich versammeln. Gemeinsam unterzeichnen sie das "Wormser Absageschreiben", kündigen Papst Gregor den Gehorsam auf, und Heinrich befiehlt ihm, vom Thron zu steigen.

Der Brief des Königs wird vervielfältigt und im ganzen Reich verteilt, eine gezielte Propaganda gegen den Papst. Doch mit Gregor VII. hat Heinrich einen gefährlichen Gegner. Gregor gilt als der kriegerischste Papst, der je auf Petri Stuhl gesessen hat. In Rom hat er Geistlichkeit und Volk hinter sich und exkommuniziert Heinrich in einem eindrucksvollen Schauspiel. Am Schluss wendet sich der Papst - auch propagandistisch geschickt - in einem Gebet an den heiligen Petrus: "In dieser festen Zuversicht, zur Ehre und zum Schutz deiner Kirche, im Namen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, kraft deiner Gewalt und Vollmacht spreche ich König Heinrich, der sich gegen deine Kirche mit unerhörtem Hochmut erhoben hat, die Herrschaft über Deutschland und Italien ab, löse alle Christen von dem Eid, den sie ihm geschworen haben oder noch schwören werden, und untersage allen, ihm künftig noch als König zu dienen."

Bannstrahl

Gregor VII. wagt das Unfassbare: den König, den "Gesalbten des Herrn", trifft der Bannstrahl. Ein ungeheuerlicher Anschlag auf das Selbstverständnis des Kaisertums. Heinrich gerät in die Defensive. Der Bannspruch des Heiligen Vaters bewirkt, dass die antipäpstliche Front zusammenbricht. Heinrichs Verbündete fallen ab und planen, einen neuen König zu wählen, wenn Heinrich länger als ein Jahr im Kirchenbann verbleibt.

Sie laden den Papst ein, Anfang Februar 1077 auf der Reichsversammlung in Augsburg zu erscheinen und den Streit zwischen ihnen und dem König zu entscheiden. Doch Heinrich kommt ihnen zuvor. Er reist nach Canossa, um den Papst auf seinem Weg nach Deutschland abzufangen.

Buße

Gregor schildert, wie Heinrich vom 25. bis 28. Januar 1077 Buße leistet: "Drei Tage lang harrte der König vor den Toren der Burg aus, ohne jedes königliche Gepränge - in Mitleid erregender Weise, barfuss und in wollender Kleidung, und ließ nicht eher ab, unter reichlichen Tränen Hilfe und Trost des apostolischen Erbarmens zu erflehen, bis alle, die dort anwesend waren und zu denen diese Kunde gelangte, von Mitleid und Barmherzigkeit überwältigt, sich für ihn unter Bitten und Tränen verwendeten und sich über die ungewohnte Härte unseres Sinnes wunderten."

Ende des Investiturstreits

Endlich öffnen sich die Tore der Burg und Heinrich kann sich dem Papst zu Füßen werfen. Ein kurzfristiger politischer Erfolg für Heinrich, denn der Papst hat ihn vom Bann gelöst und wieder als König anerkannt. Dennoch wählen die Fürsten kurze Zeit später einen Gegenkönig.

Für den Papst mag es eine Genugtuung gewesen sein, in den windfesten Gemäuern der Burg Canossa zu sitzen und die Buße des deutschen Königs zu erleben. Der Papst jedoch erscheint nach der Versöhnung für viele seiner Verbündeten unglaubwürdig. Der Investiturstreit endet mit einem Kompromiss, aber der königliche Einfluss auf die Kirchenämter wird in den folgenden Jahren gänzlich schwinden.

Quelle: kalenderblatt.de

Keine fünf Zentimeter groß: Die älteste Kunst der Menschheit

Stuttgart - Ihr Fund war eine Sensation - im Herbst will Baden-Württemberg die ältesten Kunstwerke der Menschheit richtig würdigen: Vom 18. September an werden die gut 35.000 Jahre alten Zeugnisse der Eiszeit in einer Großen Landesausstellung in Stuttgart präsentiert, teilte Kunst-Staatssekretär Dietrich Birk (CDU) gestern stolz mit.

Im Zentrum der Ausstellung von „Eiszeit. Kunst und Kultur“ stehen ein Mammut, ein Löwenmensch und ein Wildpferd - im Grunde nur kleine Figuren, die in den Höhlen auf der Schwäbischen Alb gefunden wurden.

Rund 800 Objekte

Das keine fünf Zentimeter große Mammut gilt als älteste vollständig erhaltene Elfenbeinfigur der Welt. Insgesamt aber werden im Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz auf 2500 Quadratmetern rund 800 Objekte der Altsteinzeit aus 14 Ländern präsentiert. Das Kunstgebäude soll zu einer begehbaren Welt der Eiszeit werden.

Von Afrika nach Europa

Vor etwa 40.000 Jahren kam der moderne Mensch, der Homo sapiens sapiens, aus Afrika nach Europa, besiedelte den Südwesten und verdrängte allmählich den Neandertaler. Aus dieser Zeit stammen die ersten Belege für Kunst und die Musik mit geschnitzten Figuren und Knochenflöten von der Alb.

Doch: Wie lebten die Menschen dmals? Welche Tiere gab es? Welche Pflanzen? Das Leben in einer Jäger- und Sammler-Gesellschaft will die Ausstellung ebenso darstellen wie die Forschungsgeschichte.

Das Land fördert die 2,6 Millionen Euro teure Ausstellung mit 1,7 Millionen Euro. Erwartet werden rund 100 000 Besucher. Langfristig ist angestrebt, die urzeitliche Höhlenlandschaft auf der Schwäbischen Alb in die Liste des Weltkulturerbes eintragen zu lassen.

Wann der Antrag gestellt werden kann, steht aber noch nicht fest. Die Ausstellung versteht sich auf dem Weg dahin als ein wichtiger Beitrag. Darüber hinaus gilt es zudem, die Präsentation der Funde in der Region zu verbessern, etwa mit einer eigenen Schauhöhle.

Quelle: stimme.de

24.01.09

Neue Version der Arachne-Datenbank online

Am Montag ging die zentrale Objektdatenbank des Deutschen Archäologischen Instituts in einer neuen Version online. Das neue Arachne-Portal wurde auf Basis das Open Source CMS Drupal realisiert.

ARACHNE, die zentrale Objektdatenbank des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln, ist am 19.01.2009, 16:00 Uhr in einer neuen Version online gegangen. ARACHNE ist ein kostenloses Werkzeug der Internetrecherche, das in großem Umfang Objektinformationen, Bilddaten und bibliographische Metadaten für die Archäologie und die Klassischen Altertumswissenschaften zur Verfügung stellt. In der neuen Version wurde nun die Bedienung durch die Integration neuer Tools und die Neustrukturierung der Benutzeroberfläche erheblich vereinfacht.

In der Datenbank befinden sich zum heutigen Zeitpunkt bereits etwa 400 000 Datensätze. Ein wichtiger Gesichtspunkt der Datenbank ist die Sicherung von analogen Bildinformationen, die teilweise zerfallsbedroht bzw. weitestgehend unerschlossenen sind, um sie in digitaler Form der wissenschaftlichen Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung stellen zu können. Mit umfangreichen Materialkomplexen aus den Fototheken der DAI-Abteilungen in Kairo, Istanbul, Athen, Rom und in Berlin hat sich inzwischen auch inhaltlich der Horizont von ARACHNE weit über ihre Qualitäten als rein kunstwissenschaftliche Datenbank zur antiken Plastik hin zu einer archäologisch-altertumswissenschaftlichen Informationsplattform geweitet. Ein weiterer Aspekt der Datenbank ist darüber hinaus in der digitalen Erschließung von Grabungsinformationen der aktuellen Forschungsprojekte des DAI zu sehen.

Über die ARACHNE-Datenbank sind vielfältige Bestandsgruppen archäologischen Bildmaterials integriert - u. a. historische Glasnegative des DAI oder auch die Bildbestände des Forschungsarchivs Antike Plastik und alte Stichwerkpublikationen. Als neues Werkzeug ermöglicht ein graphischer Kontextbrowser eine intuitive Navigation durch einen großen Teil der erfassten Bestände über die Verwendung inhaltlicher Beziehungen. Über den neuen DAI-Buchbrowser ist es nun möglich, auch rare Buchbestände einzusehen und zugehörige Metadaten aus dem DAI-Onlinekatalog ZENON zur Verfügung zu stellen. Neben den inhaltlichen Veränderungen wurde auch das gesamte Layout von ARACHNE modernisiert und dafür notwendige technische Verbesserungen implementiert. Durch die übersichtlichere Gestaltung sind nun auch die vielfältigen erschlossenen Materialkomplexe leichter - aufzufinden. An die Datenbank angeschlossene Publikationen, wie etwa die Basilica Aemilia, der Corpus der Minoischen und Mykenischen Siegel oder andere Corpuswerke, sind nun stärker aufgegliedert, wodurch ihre Handhabung ergonomisiert wurde. Schließlich wird die Recherche durch Verbesserungen im Session-Handling erleichtert und das neue integrierte Bestellsystem bietet nun ein zeitgemäßes Instrument um Reproduktionsanfragen schnell bearbeiten zu können.

Die ARACHNE stellt somit in der neuen Version ein modernes Instrument der wissenschaftlichen Recherche dar, das den Strategien des Semantic Web (Web 2.0) entspricht und folglich den modernsten Anforderungen genügen kann. Die technische Realisierung des gesamten Projektes wurde vom Archäologischen Institut der Universität zu Köln in enger Absprache mit dem DAI koordiniert und durchgeführt. Die Datenbank ist zu erreichen unter http://arachne.uni-koeln.de/


Arachne



Deutsches Archäologisches Institut



Archäologisches Institut der Universität Köln, Forschungsarchiv für Antike Plastik


Quelle: archaeologie-online.de

Berufe - Vom Aussterben bedroht? Knopfmacher

Berufe - Vom Aussterben bedroht? ARTE stellt eine Reihe altehrwürdiger Handwerke vor, die in Reichtum und Vielfalt ihrer ... Arbeitsweisen ... und Produkte einzigartig sind. Vom Plisseebrenner über den Glasverformer bis zum Steinschneider präsentiert ARTE ungewöhnliche Portraits

23.01.09

Alamannenmuseum Ellwangen: Ostgoten-Ausstellung ist Besuchermagnet

In acht Wochen haben bereits 1.000 Besucher die aktuelle Sonderausstellung „Die Ostgoten - Schutzherren der Alamannen: Neue Forschungen zum ostgotischen Militär in Kärnten" im Ellwanger Alamannenmuseum besucht.

ie Ausstellung beleuchtet die Zeit Theoderichs dem Großen (493-526), der in Ravenna als König der Ostgoten residierte. Mit wertvollen Fundstücken vom Hemmaberg, einem bedeutenden archäologischen Fundplatz im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet, wird die Entwicklung des frühen Christentums im Ostalpenraum gezeigt. In der befestigten Höhensiedlung, die hier von 400 bis 600 n. Chr. am Platz eines vormaligen keltischen Heiligtums bestand, befand sich eine katholische und eine arianische Kirchenanlage einträchtig nebeneinander. Am Fuße des Hemmaberges konnte erstmals in Kärnten ein ausgedehntes Gräberfeld dieser Zeit archäologisch untersucht werden; die hier gefundenen Grabbeigaben wie Adlerbeschläge und Adlerschnallen von Offiziersgürteln bilden den Kern der Ausstellung.

Die vom Landesmuseum Kärnten in Klagenfurt konzipierte Ausstellung wird noch bis 19. April in Ellwangen gezeigt. Museumsleiter Andreas Gut zeigte sich besonders erfreut darüber, dass allein im Dezember so viele Besucher in das 2001 eröffnete Alamannenmuseum kamen wie noch nie zuvor.

Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 oder im Internet unter

www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.



Quelle: archaeologie-online.de

20.01.09

Bunte Götter

Die weißen Marmorstatuen und -büsten sind Sinnbilder der Antike und stehen für die Kultur des Abendlandes. Doch nun hat der Archäologe Vinzenz Brinkmann gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern entdeckt, dass viele der Skulpturen nicht nur farbig, sondern geradezu kreischend bunt bemalt waren. Die Dokumentation begleitet Brinkmann nach Griechenland auf seiner Suche nach der historischen Wahrheit.

Das allgemein vorherrschende Bild von der marmorweißen Antike steht zur Disposition. Ebenso wie die bis heute gepflegte Vorstellung von der "edlen Einfalt, stillen Größe", die Johann Joachim Winckelmann, Vater der Kunstarchäologie, der antiken Skulptur unterstellte. Denn viele der Skulpturen und Tempelarchitekturen waren nicht schlicht weiß, sondern von greller Buntheit und zeigten eine höchst irritierende und suggestive Bemalung. Kronzeuge der "farbigen" Antike mit ihren überaus bunten Göttern und Göttinnen ist der Archäologe Vinzenz Brinkmann.
Gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlern erforscht er seit mehr als 25 Jahren dieses Thema. Mit neuester Technik werden Farbreste auf Original-Skulpturen analysiert, Abdrücke von den Plastiken genommen und authentisch bemalt. Das Ergebnis war schockierend, ein greller Figurenreigen, der eher an Disneyland als an Alt-Athen denken lässt. Eine beeindruckende Sammlung dieser Rekonstruktionen zeigt derzeit das Frankfurter Museum Liebieghaus, dessen Antikensammlung Vinzenz Brinkmann leitet.
Die Dokumentation folgt dem langen Weg der Erkenntnis, den die Kunsthistoriker in diesem Zusammenhang seit dem 19. Jahrhundert gegangen sind und konfrontiert den Zuschauer mit der erheiternd verstörenden Wahrheit einer popfarbenen Antike. Am Beispiel des sogenannten "Perserreiters", der einst auf der Akropolis stand, wird gezeigt, wie die Bemalung der Repliken zustande kommt.

Stationen Bunte Götter:
Okt 2008 bis Feb 2009: Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt
Ab März 2009: Antikensammlungen Kassel

Farbige Antike -Artikel von Vinzenz Brinkmann über neue Erkenntnisse und Methoden