10.08.2008 | 23:30 Uhr | ZDF
Die Geschichte von Atlantis geht zurück auf den griechischen Philosophen Platon. Nach seiner Überlieferung sei die sagenhafte Hochkultur jenseits der „Säulen des Herakles", also außerhalb der damals bekannten Welt des Mittelmeerraums, innerhalb eines einzigen Tages durch Naturgewalten zerstört worden. Seit der Antike streiten Gelehrte und Abenteurer um den Wahrheitsgehalt der alten Legende. Lag Atlantis im Atlantik oder, wie einige Experten vermuten, im Schwarzen Meer- ZDF-History zeigt die verblüffenden Ergebnisse der seit Jahrhunderten andauernden Suche und stellt die verschiedenen Theorien in Sachen Atlantis auf den Prüfstand.
07.08.08
Mythos Atlantis
Tags: Programmvorschau
Mission X auf Arte
Stahlhart zum Atlantik
09.08.2008 | 21:00 Uhr | ARTE
Im Frühsommer 1878 trifft sich eine handverlesene Gruppe heimlich im Haus des Ölproduzenten Byron Benson in Titusville, Pennsylvania. Die Männer suchen nach einem Weg, sich gegen ihren größten Feind, John D. Rockefeller, zu wehren. Seit Jahren kontrolliert dieser die Eisenbahngesellschaften, mit denen Benson und seine Mitverschwörer ihr Öl, das „schwarze Gold", zu den Raffinerien transportieren, die wiederum zum größten Teil auch Rockefeller gehören. Während dieser die Preise diktiert und ein Vermögen macht, verdienen alle anderen nur einen Bruchteil dessen. Es ist ein erbitterter Kampf um die Kontrolle des Erdöls oder, wie die Zeitungen schreiben, es herrscht „Ölkrieg". Alle politischen und gerichtlichen Schritte haben versagt. Nun stellt Benson einen verwegenen Plan vor, der ein technisches Erdbeben auslösen wird. Er will das Öl durch eine Metallröhre, eine Pipeline, direkt zu den wenigen noch unabhängigen Raffinerien am Atlantik transportieren. Das ist der Startschuss zu einem der größten Abenteuer des 19. Jahrhunderts. Die technischen Hürden des Projekts scheinen unlösbar. Und der Industriemogul John D. Rockefeller setzt alle Hebel in Bewegung, den Bau der Pipeline zu torpedieren. Es kommt zu einem Krieg, der in Gerichts- und Parlamentssälen, aber auch handgreiflich auf der Baustelle geführt wird. "Mission X: Stahlhart zum Atlantik“ zeichnet das unerbittliche Duell anhand bisher unveröffentlichter Dokumente nach und erzählt ein Abenteuer, dessen Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. Von den Eiswüsten Alaskas und Sibiriens bis zu den Einöden der arabischen Wüste, aus den Tiefen der Weltmeere bis auf die Höhen des Kaukasus überzieht heute ein über drei Millionen Kilometer langes Pipelinenetz die Erde. Und die globale Weltwirtschaft hängt am Tropf dieser Stahladern. Täglich werden weltweit 13 Milliarden Liter Öl verbraucht. Wer das Transportnetz kontrolliert, besitzt Macht, hält allein durch die Androhung der Drosselung von Durchflussmengen einen wichtigen Joker im weltweiten Machtpoker in der Hand. Täglich wird dieses Netz ausgebaut. Die Dokumentation verfolgt die größten Pipelineprojekt in den Tiefen der Weltmeere und zu Lande, zeigt wie diese Megabauten auf Entwicklungen fußen, die bereits beim ersten Pipelinebau unter Byron Benson entwickelt wurden. In aufwendigen Großversuchen wird demonstriert, welche Sicherheitsrichtlinien Pipelines heute erfüllen müssen, kurz – der Zuschauer erhält völlig neue Einblicke in die Ölindustrie.
Sieg über den Höllenberg
09.08.2008 | 21:50 Uhr | ARTE
Mitte des 19. Jahrhunderts breitete sich auf allen Kontinenten ein spinnennetzartiges Geflecht von Eisenbahnlinien aus. Ungehinderter, schneller Verkehr war das Zauberwort einer Revolution im Transportwesen. Nur die Neuenglandstaaten, die Wiege der amerikanischen Nation, schienen von diesem Netz unüberwindbar abgeschnitten. Ein gewaltiger Gebirgszug stellte sich in den Weg. Eine Eisenbahntrasse über diese Barriere hatte sich als ineffektiv erwiesen. Doch dann hatte der Industrielle Alvah Crocker eine bahnbrechende Vision zur Rettung seiner Heimat: „Wenn die Züge nicht über die Berge kommen, dann werden wir eben durch sie hindurchfahren!" Ein verwegenes Vorhaben, denn der von ihm geplante Tunnel wäre um ein Vielfaches länger als alle bisher gebauten. Entsprechend groß war der Widerstand gegen Crockers Vision. Es sollten 26 Jahre vergehen, bis Crocker nach vielen Rückschlägen und erbittert ausgefochtenen Rivalitäten triumphieren konnte. 26 Jahre, in denen er sowohl in den Parlamentssälen für seinen Traum kämpfen als auch gegen die scheinbar unbezwingbare Geologie der Berge antreten musste. 26 Jahre, die über 21 Millionen Dollar verschlangen, das entspricht nach heutigem Wert der sagenhaften Summe von einer halben Milliarde Dollar. 26 Jahre, in denen 193 Todesopfer zu beklagen waren. 26 Jahre, in denen zirka zwei Millionen Tonnen Stein aus dem Berg gesprengt und gebohrt wurden und unzählige technische Erfindungen den Tunnelbau nachhaltig revolutionierten. Der Hoosac-Tunnelbau vollzog den Schritt vom handwerklich geprägten Tunnelbau hin zu moderner Sprengstoffanwendung und mechanischer Abbauarbeit und legte so den Grundstein für das moderne Bergbauingenieurswesen. Der „Vater aller Tunnelbauten“ wurde zum Sinnbild eines neues Zeitalters, in dem die Eroberung des Untergrunds nicht mehr ein tödliches Risiko, sondern ein praktikables Unterfangen war.
Tags: Programmvorschau
Geschichte Mitteldeutschlands- Katharina die Große – Die Zarin aus Zerbst
08.08.2008 | 21:00 Uhr | Phoenix
Katharina die Große brachte es von der Provinzprinzessin aus Anhalt-Zerbst zur mächtigsten Zarin Russlands. ’Mein großes Unglück ist es, dass ich nicht ohne Liebe leben kann und ich weiß nicht, ob diese Veranlagung des Herzens ein Laster ist oder eine Tugend’, schreibt sie in ihren Memoiren. Das Urteil ihrer Gegner ist eindeutig: Katharina die Große wird als sex- und machtgierige, männermordende Frau bezeichnet. Nicht ihre politischen Erfolge, sondern ihre Liebesgeschichten sind im Gedächtnis der Nachwelt erhalten und machen die ’Deutsche auf dem Zarenthron’ zu einer der berühmtesten Personen der Weltgeschichte. Als Prinzessin Sophie Friederike von Anhalt-Zerbst wächst sie in einem der ärmsten Fürstentümer Deutschlands auf. Mit 14 Jahren wird sie an den St. Petersburger Hof gerufen, um mit dem russischen Thronfolger Peter III. verheiratet zu werden. Sie erkennt und nutzt diese Chance, besitzt den Ehrgeiz und die Kühnheit, eine große Karriere zu wagen. Gezielt und intensiv bereitet sie sich darauf vor, erlernt die russische Sprache, konvertiert zum orthodoxen Glauben und erhält den Namen Katharina Alexejewna. ’Ich wollte Russin sein, um von den Russen geliebt zu werden’. Während ihres katastrophalen Ehelebens tröstet sie sich mit Liebhabern und putscht sich mit deren Hilfe sogar an die Macht. Die Ermordung ihres Gatten nimmt sie billigend hin und lässt sich mit 33 Jahren zur Zarin ausrufen. ’Es gibt keine mutigere Frau als mich. Ich besitze schrankenlose Kühnheit’. Mit eisernem, unerschütterlichem Willen reformiert sie in vierunddreißigjähriger Herrschaftszeit Staat und Gesellschaft, fördert Kunst und Wissenschaft, führt Russland an die Spitze der europäischen Großmächte. Als sie 1796 stirbt, umfasst das russische Reich ein Sechstel der Erde. Hat sie diese Erfolge auch ihren über 20 Liebhabern zu verdanken, von denen die Biografen berichten- Sind die amourösen Abenteuer nur Zweckbündnisse einer machtbesessenen Zarin oder die verzweifelte Suche einer leidenschaftlichen Frau nach Liebe und persönlichem Glück- Antworten auf diese und andere Fragen geben deutsche und russische Experten. In Spielfilmsequenzen werden wesentliche Ereignisse aus dem Leben dieser ungewöhnlichen Monarchin erlebbar und lassen in der Verknüpfung mit beeindruckenden Bildern von Originalschauplätzen ein historisch objektives und zeitgemäßes Porträt von Katharina der Großen entstehen.
Tags: Programmvorschau
Letzte Gelegenheit für einen Besuch in der Vorgeschichtsausstellung des RGZM
Am 19. August schließt die Dauerausstellung »Vorgeschichte« des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz. Im Jahr 2012 soll sie dann in einem Neubau wieder zu sehen sein.
Die Ausstellung zur Vorgeschichte muss der Bibliothek des Forschungsinstituts weichen, die aus Platzgründen in die die napoleonische Steinhalle verlegt wird, wo bisher die Ausstellung zu sehen ist. Der Umzug sei nötig »um den Forschungsbetrieb weiterhin gewährleisten zu können«, heißt es auf der Homepage des RGZM.
Die Dauerausstellungen »Römische Kaiserzeit« sowie »Spätantike« und »Frühes Mittelalter« bleiben weiterhin geöffnet.
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
Tags: Veranstalltungen
06.08.08
6.8.1945: Atombombe auf Hiroshima
6. August 1945. 8.09 Uhr. An Bord der fliegenden US-Festung B-29 mit dem Kosenamen "Enola Gay" erblicken der Oberst und Pilot Paul W. Tibbets und seine Crew die Silhouette der japanischen Stadt, die ihnen als Ziel Sondereinsatzes Nr. 19 benannt worden ist: Hiroshima.
"Spalten wir heute Atome?", hat Heckschütze Bob Caron Stunden zuvor Tibbets gefragt. "Jawohl!", war die Antwort. 8.15 Uhr ist es soweit: Der Bombenschacht öffnet sich, "Little Boy", die stumpfnasige, plumpe Geheimwaffe, schwebt an einem Fallschirm langsam herab.
Viele Einwohner der Stadt betrachten gelassen den heute offenbar harmlosen Bomber und den weißen Fallschirm, der sich deutlich vom strahlend blauen Sommerhimmel abhebt. 43 Sekunden später ein gleißender Lichtblitz, eine Druckwelle rüttelt die B-29 durch. Eine gigantische Rauchsäule schießt empor und formiert sich zum schaurig-schönen Atompilz. Über Hiroshima bricht das Inferno aus.
Jahre später noch versagt Überlebenden die Stimme bei der Schilderung ihrer Erlebnisse. Mit ihrer grausam entstellten Schwester Hisako auf dem Rücken schaffte es die damals 25-jährige Asae Miyakoshi bis zum Hijiyama-Park:
"Ich erblickte einen rotglühenden Straßenbahnwaggon, um ihn herum lagen lauter verbrannte Menschen. Drinnen war eine Frau, die um Hilfe schrie. Aber die Hitze war so stark, dass ich ihr nicht helfen konnte. Ich ergriff die Hand eines Mannes, der auf einer Türschwelle saß, um ihn wegzuziehen - doch seine Haut löste sich vom Fleisch, und er sank langsam zu Boden. Auf der Mauer, vor der er gesessen hatte, konnte ich die Konturen seines Körpers sehen."
Vier Tage später starb Asae Miyakoshis Schwester Hisako. Nie wieder gesehen hat Asae ihre fünf Kinder, den Großvater, ihre Schwester Michiko und ihren Neffen.
Drei Tage später der zweite Atombombeneinsatz - diesmal trifft es Nagasaki. In beiden Städten starben 110.000 bis 150.000 Menschen auf der Stelle. Fünf Jahre später waren weitere 170.000 bis 225.000 Strahlentote hinzugekommen. Wie viele Menschen insgesamt den beiden ersten Kernwaffeneinsätzen in der Geschichte der Menschheit zum Opfer gefallen sind, wird man nie erfahren.
Am 15. August kapitulierte Japan. Der Atomwaffeneinsatz hatte sein Ziel erreicht, aber war es wirklich notwendig, die neue Massenvernichtungswaffe über Städten, dazu noch militärisch völlig unbedeutenden Bevölkerungszentren, abzuwerfen? Schon vor Hiroshima hatten am Manhattan-Projekt beteiligte Wissenschaftler dafür plädiert, Japan durch die Detonation einer Atombombe vor der Bucht von Tokyo zu demonstrieren, dass der Krieg verloren sei.
Präsident Truman lehnte dies ab. Er und die Berater, auf die er hörte, handelten aus gleich zwei Motiven, wie Manfred Pohl, Professor für gegenwartsbezogene Japanforschung an der Universität Hamburg, darlegt:
Pohl: "Aus der damaligen historischen Situation war sicherlich für die amerikanische Führung der Einsatz dieser Waffe unvermeidlich, weil die amerikanische Führung Opfer der japanischen Propaganda geworden war. (...) Die Japaner hatten wissen lassen, dass sie die Hauptinseln des Kaiserreiches bis zum letzten verteidigen würden. Die Amerikaner hatten die Erfahrung der Eroberung von Okinawa, die mit enormen Verlusten Seiten der angreifenden Landungstruppen verbunden war. Man befürchtete mit Recht, dass auf den übrigen Inseln Japans ein ähnlich harter Widerstand angeboten würde - und deswegen schien ein gewaltiger Schlag der logische Schritt für die politische Führung in Washington zu sein. Aber man hatte natürlich auch einen weiteren Gegner im Auge: Der Gegner hieß Sowjetunion, denn natürlich war nach der Kapitulation Deutschlands immer deutlicher geworden, dass sich eine neue weltpolitische Konfrontation abzeichnete - und man wollte den Mächtigen in Moskau verdeutlichen, über was für eine fürchterliche Waffe man verfügte."
Hiroshima und Nagasaki: Diese Namen stehen für eine schreckliche Premiere, für eine monströse Grausamkeit. Doch die Atombombenabwürfe, darauf verweisen auch viele Strahlenopfer, standen am Ende des japanischen Eroberungskrieges in Asien mit einer ebenfalls erschreckenden Bilanz. Zwischen 1931 und 1945 fielen ihm mindestens zehn bis 15 Millionen Menschen zum Opfer.
Autor: Hans Jürgen Mayer
Ausführliche Informationen zur Bombardierung der Städte Hiroshima und Nagasaki. die Beiträge finden sich ebenfalls im "Avalon Project" auf den Seiten der Yale Universität. Dabei wird auch die Rolle des "Manhattan Engineer District" dargestellt.(Englisch)
Die "National Atomic Veterans Association" bringt ein Interview mit einem Augenzeugen, Henry Dittmer, der Explosion der Bombe über Hiroshima. Das Interview versucht die Eindrücke des traumatischen Erlebnisses einzufangen.(Englisch)
Das "Lewis and Clark College" hat ein Hiroshima-Archiv geschaffen, das zum 50. Gedenktag in Fotografien und Berichten über die Stadt im allgemeinen und die Katastrophe im besonderen informieren soll.(Englisch)
Tags: Heute vor...
6.8.1806: Heiliges Römisches Reich aufgelöst
Franz II., römisch-deutscher Kaiser von 1792 bis 1806, legte unter politischem Druck und nach einem Ultimatum des französischen Kaisers Napoleon I., die deutsche Kaiserkrone nieder und erklärte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation für aufgelöst. Zwei Jahre zuvor, 1804, hatte er, als Gegengewicht zu Napoleon, die österreichischen Erblande zum Kaisertum Österreich ausgerufen und war von 1804 bis 1835 als Franz I. österreichischer Kaiser. Das Ende des deutschen Kaiserreichs, das seit dem Mittelalter - seit 800, bzw. seit 962 - bestanden hatte, bedeutete auch, dass das Kaisertum der Habsburger auf Österreich beschränkt war.
Ein verlinkter Artikel zu Franz II. auf den Seiten des "Österreich Lexikons".
Tags: Heute vor...
04.08.08
König oder Sklave
„Black is beautiful!“, so lautet der programmatische Titel einer großen Ausstellung in der Nieuwe Kerk am Dam-Platz in Amsterdam, die sich der Darstellung des schwarzen Menschen in der niederländischen Kunst vom 14. bis zum 21. Jahrhundert widmet und noch bis zum 26. Oktober zu sehen ist.
Erstaunlich facettenreich und im ständigen Wandel begriffen präsentiert sich die Rolle des farbigen Menschen in der großen Zusammenschau von etwa 135 Gemälden und Zeichnungen. Bekannt ist seine Darstellung als einer der drei „Weisen aus dem Morgenland“, wie man sie schon in der mittelalterlichen Buchmalerei findet. Hinzu tritt im Spätmittelalter das biblische Bekehrungsthema „Die Taufe des Kämmerers“. Der Getaufte wird dabei als schwarzer „Äthiopier“ personifiziert. Im konfessionellen Streit des 17. Jahrhunderts zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen, zu Spanien gehörenden Süden der Niederlande griffen die Kontrahenten dieses Bildthema auf, um für ihren als den „richtigen“ Glauben zu werben.
Häufig finden sich in der Barockmalerei aber auch Porträtstudien etwa von Rubens oder Rembrandt, die die Eigenart des schwarzen Antlitzes zu erfassen suchten. Auch die klassische Mythologie liefert zahlreiche Themen, die die Künstler des 16. und 17. Jahrhunderts aufgreifen, wie die schwarzen Amoretten aus dem Emblembuch Otto van Veens (1608) zeigen.
Im Zuge der Entdeckungen des 16. Jahrhunderts traten vermehrt dunkelhäutige Männer und Frauen als Allegorien für den Erdteil Afrika oder als Personifikationen der Nacht in Erscheinung. Das Bild von Südamerika, wie es den Niederländern vermittelt wurde, geht zurück auf Johann Moritz von Nassau-Siegen, der 1637 bis 1644 Generalgouverneur der niederländischen Besitzungen in Brasilien war. Er nahm auch Maler mit in die Neue Welt, die ihre Eindrücke bildlich festhielten. Die Innenausstattung des Mauritshuis in Den Haag ist ganz von diesen Bildthemen geprägt.
Sehr dominant aber ist im 17. Jahrhundert die Darstellung von schwarzen Knaben als Diener wohlhabender Holländer auf Genrebildern oder Porträts. Die Bilder reflektierten so die Machtstellung des Weißen gegenüber dem Sklaven, beispielsweise in der niederländischen Kolonie Surinam. Das 19. Jahrhundert zeigt sich danach janusköpfig: Wurde einerseits im Kontext der Kritik an der Sklaverei der schwarze Mensch als Opfer weißer Willkür dargestellt, erscheint er andererseits im Orientalismus als „exotisches“, so fremdes wie befremdliches Wesen.
Die Ausstellung schlägt schließlich den Bogen bis in die Gegenwartskunst, die einen selbstbewussten, starken schwarzen Menschen ins Zentrum ihres Schaffens stellt.
Quelle: Arte.Tv / Dr. Heike Talkenberger
De Nieuwe Kerk
Dam-Platz
Amsterdam
Tel.: +31(0)20 6386909
www.nieuwekerk.nl
Tags: Veranstalltungen