Im Jahr 2009 jährt sich Varusschlacht, der Sieg des Cheruskers Arminius über die Legionen des Römers Varus, zum 2000. Mal. Über die Jahrhunderte beschäftigt die Varusschlacht die Deutschen als eine Art Urmythos. Und zeigt, dass in Teilen unseres Landes der einstige römische Besatzer bis heute fortwirkt. Das eigens errichtete Hermannsdenkmal wurde auch als Symbol der deutschen Einheit in Hinblick auf die deutsch-französische Erbfeindschaft gebaut (Einweihung 1875). Die Varusschlacht, die nun ihr großes Jubiläum feiert und, obwohl antikes Ereignis, von den Deutschen längst als Teil ihrer Geschichte adoptiert und durch den Umgang mit ihr auch geworden ist, wirft ihre Bücher voraus. „Metropolis“ geht dem Mythos Hermannsschlacht nach und stellt einige neu erscheinende Bücher zum Thema vor.
09.03.09
Der Kampf um den deutschen Urmythos Varusschlacht
Tags: Antike, Die Varusschlacht:, Germanen, Roemer
Baukunst - Die Königsmoschee von Isfahan
Schah Abbas I. wählte Isfahan 1598 wählte zur Hauptstadt und ließ im Rahmen umfangreicher Umbauten den Naghsch-e Dschahan ("Entwurf der Welt") anlegen, später Meidan-e Schah ("Königsplatz") genannt. Das von doppelten Arkaden gesäumte Rechteck, bis heute einer der größten öffentlichen Plätze der Welt, wurde gleichermaßen als Marktplatz, Gerichtsort, Spielfeld und Festplatz geplant und ist von bedeutenden monumentalen Bauwerken umgeben. Gegenüber des Basars zieht im Süden die gewaltige Königsmoschee die Blicke auf sich, die Abbas zu Ehren Gottes errichten ließ. Ihre ausgefeilte Architektur und die enge Verbindung von Gebäude und Dekor lassen ihre Bedeutung erahnen.
Als Isfahan 1598 zur neuen Hauptstadt Persiens wurde, baute man im Iran bereits seit über 900 Jahren Moscheen - die Araber hatten 637 in der Schlacht bei Nehawend die persische Armee vernichtend geschlagen. Der Islam hatte sich schnell durchgesetzt, aber es war noch nicht erkennbar, welcher architektonische Stil sich beim Bau von Moscheen behaupten würde.
Die Königsmoschee ist ein gigantischer Bau mit vier Minaretten, in deren Mitte sich ein weiter Innenhof mitsamt Becken erstreckt. Die vier monumentalen Iwane stehen für die vier Flüsse des Paradieses. In zwei Höfen sind die Koranschulen untergebracht, weitere Räume stehen für religiöse Waschungen zur Verfügung und als Sternwarte dient ein Turm.
Der Gebäudekomplex ist nach Mekka gerichtet. Die Himmelsrichtung wird durch eine Wand angezeigt, in die der sogenannte Mirhab, die Gebetsnische, eingelassen ist. Der reich mit bunten Mosaiken und Kalligraphien geschmückte Bau verkörpert den Paradiesgarten und das Wort Gottes.
Die beiden unter König Abbas gebauten Moscheen veranschaulichen die Komplexität dieser religiösen Bauwerke. Sie sind gleichzeitig Gebetsstätten, Gärten inmitten der Wüste und eine architektonische Umsetzung von Glaubenstexten. Die Moscheen verkörpern die Fülle islamischer Lebenskunst, demonstrieren die Macht des Königs und verewigen das Talent von Hunderten von Handwerkern und Künstlern.
Tags: Baukunst
05.03.09
Das We auf Arte
Das Totenbuch der alten Ägypter
07.03.2009 | 21:00 Uhr | ARTE
Wiederholungen:
08.03.2009 um 14:00
18.03.2009 um 09:55
Um den alten Ägyptern die Furcht vor dem Jenseits zu nehmen, verfasste der Schreiber Ani vor 3.800 Jahren das sogenannte Totenbuch. Es wurde zahlreichen Mumien mit ins Grab gelegt und sollte die Seele des Verstorbenen auf ihrer jenseitigen Reise begleiten. Das im Jahr 1887 von dem britischen Archäologen E. A. Wallis-Budge nach England gebrachte Exemplar gehört heute zu den wertvollsten Schätzen des Britischen Museums in London.
Vor 3.800 Jahren erdacht, zählt das Totenbuch der alten Ägypter zu den ältesten überlieferten Dokumenten der Menschheit. Unzähligen Mumien wurde es ins Grab gelegt, um die Seele des Verstorbenen auf die gefahrvolle Reise durch das Jenseits vorzubereiten und sie dabei schützend zu begleiten. In den Schriftrollen wurde zum ersten Mal der Gedanke formuliert, dass nur derjenige ins Paradies gelangen könne, der sich auf der Erde als guter Mensch erwiesen hätte. Und dass es ein Gericht im Jenseits gäbe, bei dem das Herz gewogen würde.
Im Jahr 1887 wurde ein herausragendes Exemplar dieses wichtigen Zeugnisses altägyptischer Religiosität von dem britischen Archäologen E. A. Wallis-Budge im berühmten Tal der Könige gefunden. Nach Streitereien mit der ägyptischen Verwaltung der Altertümer brachte er die "Rolle des Ani" unter abenteuerlichen Umständen außer Landes. In Ägypten heißt es noch heute, dass Wallis-Budge die Rolle gestohlen habe. Er berief sich immer darauf, dieses Schriftstück vor der Zerstörung gerettet zu haben. Heute befinden sich die Rollen, die den königlichen Schreiber Ani unsterblich machten, im Britischen Museum in London.
In aufwendig nachgestellten Szenen, mit computergenerierten Grafiken und in fundierten Statements renommierter Experten lässt der Dokumentarfilm die Welt des Thebaners Ani wieder lebendig werden und demonstriert die Arbeit eines "Indiana Jones" des 19. Jahrhunderts, Earnest Wallis-Budge.
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Der Amerikanische Bürgerkrieg
(3): Für immer frei
8. März 2009 um 16.20 Uhr
Die dramatische Geschichte des Amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865 erzählt Filmemacher Ken Burns in seiner neunteiligen Dokumentationsreihe. In diesem Konflikt - einem der grausamsten der Geschichte der USA - ging es nicht nur um die Aufhebung der Sklaverei, sondern um den Erhalt der gesamten Union. Der Krieg kostete über 600.000 Menschen das Leben. Was als erbitterter Streit über den Föderalismus und die Rechte der Einzelstaaten begann, endete als Auseinandersetzung darüber, was Freiheit eigentlich ist. ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Programmschwerpunkts "Der Amerikanische Bürgerkrieg".
Welche Geschehnisse veranlassen Abraham Lincoln, die Befreiung der Sklaven zu proklamieren? Im Juli 1862 gelangt Lincoln zu der Überzeugung, dass die Sklavenbefreiung für die Zukunft der Union in moralischer und militärischer Hinsicht unabdingbar sei. Für die Veröffentlichung seiner Proklamation braucht der unter Erfolgsdruck stehende Stratege allerdings einen Sieg der eigenen Truppen.
Das Jahr vergeht, aber aufgrund der brillanten Kriegsführung der Südstaatengeneräle "Stonewall" Jackson und Robert E. Lee kann die Union keine Siege erringen. Höhepunkt des dritten Teils ist Lees Einmarsch im September 1862 in Maryland. Am Ufer des Antietam kommt es zur verlustreichsten Ein-Tages-Schlacht des Krieges. Nur wenig später findet jenes denkwürdige Ereignis statt, das alle anderen überstrahlt: die Verkündung der Emanzipationserklärung und somit die Befreiung der Sklaven.
Das Epos über den Sezessionskrieg wird von Kritikern und Historikern gleichermaßen als ein Meilenstein im dokumentarischen Filmschaffen bewertet. Autor, Produzent und Regisseur Ken Burns arbeitete mehr als fünf Jahre an dem Film, länger als der Krieg gedauert hatte.
Die Zeugnisse der Vergangenheit sprechen für sich. Lebendige Schilderungen einzelner Beteiligter bringen dem Zuschauer den Amerikanischen Bürgerkrieg nahe. Die Dokumentarfilmreihe wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Emmy, dem Humanitas Prize, dem Peabody Award und dem Preis der Television Critics Association 1991.
Pressestimmen zu "Der amerikanische Bürgerkrieg": Newsweek schreibt: "Ein Meisterwerk des Dokumentarfilms ... Ohne auf Filmmaterial über die Schlachten zurückgreifen zu können, ohne kitschig nachgestellte Spielszenen oder Dokudrama-Sequenzen macht der Film die opferreiche Selbstfindung der amerikanischen Nation auf ergreifende Weise lebendig." Peter McCay vom Londoner Evening Standard ergänzt: "Hier ist der Beweis, dass das amerikanische Fernsehen wunderschöne intelligente Programme produzieren kann ... Der Film hat mich einfach fasziniert". "Ein filmisches Meisterwerk und ein Meilenstein der Fernsehproduktion", schreibt The Sunday Times aus Sydney. The New York Times meint: "Ein sehenswerter Film von großer Gestaltungskraft, der nahezu alle Erwartungen an das Medium erfüllt ... Ein TV-Drama von epischer Größe." Und Variety lobt: "Fernsehen vom Feinsten. Eine überwältigende Meisterleistung."
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Ötzi eingescannt
Ötzi, die älteste je entdeckte Feuchtmumie wurde einem hochauflösenden Photoscan unterzogen, der den Mann aus dem Eis aus 12 Blickwinkeln zeigt.
Ötzi wurde auf dem Gletscher des Similaun, an der Grenze zwischen Österreich und Italien gefunden und ist mit seinen über 5000 Jahren die älteste je entdeckte Feuchtmumie. Während er in seinem tiefgekühlten Schaukasten im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ruht, sind rund um ihn eine Reihe von Forschungen und wissenschaftlichen Projekten entstanden. Der Fund stellt für Anthropologen und Archäologen eine wertvolle Quelle dar, die aufschlussreiche Informationen über das Leben der Menschen in der Kupferzeit birgt. Das wissenschaftliche Interesse, ausführliche Studien am Körper der Mumie durchzuführen, steht allerdings im Gegensatz zur Notwendigkeit den Körper zu konservieren; Ötzi wird in einer Kühlzelle aufbewahrt, in der konstant -6 Grad und 98% Luftfeuchtigkeit herrschen.
Um beiden Anforderungen gerecht zu werden - um Ötzis Körper zu konservieren und gleichzeitig die Forschungen rund um den Mann aus dem Eis voranzutreiben - hat das EURAC-Institut für Mumien und den Iceman ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Ötzis Körper wurde aus 12 verschiedenen Blickwinkeln fotografiert und alle Bilder, einige davon in 3D, in einem Buch und über eine Website veröffentlicht. So kann sich jeder bequem von zu Hause aus auch Details ansehen, die mit bloßem Auge gar nicht sichtbar wären.
IceManPhotoScan
Eurac
Quelle: archaeologie-online.de
Tags: Frühzeit, Funde u. Befunde
02.03.09
Master and Commander – Bis ans Ende der Welt
05.03.2009 | Beginn: 20:15 | Ende: 22:40 | VOX | Originaltitel: Master and Commander: The Far Side of the World
Napoleon ist drauf und dran ganz Europa zu unterwerfen. Auf dem Land scheint der Korse unbesiegbar; auf den sieben Meeren allerdings halten die Briten wacker dagegen. Ihre Flotte bietet den Franzosen Paroli und dank fähiger Kommandeure wie Jack Aubrey behält das Vereinigte Königreich auf See die Oberhand. «Lucky Jack», wie Aubrey auch genannt wird, befehligt mit der «HMS Surprise» ein wendiges Kanonenboot und seine verschworene Mannschaft sorgt dafür, dass Napoleons Kriegsmarine nur wenig Verschnaufpausen erhält. Der Auftrag, die Acheron, eine schnelle französische Fregatte, aufzubringen oder zu versenken, führt Captain Aubrey dann an die brasilianische Küste. Dort erwischen die Franzosen die Briten aber auf dem falschen Fuss und der beinahe manövrierunfähig geschossenen «HMS Surprise» gelingt die Flucht erst in letzter Sekunde. Von Schiffsarzt Stephen Maturin nur notdürftig wieder zusammengeflickt, leiden viele Männer unter ihren Wunden und Erschöpfung. Auch das Schiff ist arg lädiert und es braucht einige Zeit, bis es wieder flott gemacht ist. Dann allerdings gibt es kein Halten mehr und Aubrey startet eine Verfolgungsjagd, die die Mannschaft bis zum Äussersten fordert.
Mit «Master and Commander» ist dem australischen Regisseur Peter Weir – von ihm stammen denkwürdige Filme wie «Picnic at Hanging Rock» oder «Dead Poets Society» – ein aussergewöhnliches Kriegsdrama gelungen. Mit grosser Detailversessenheit hat er das beengende Leben auf einem britischen Kriegsschiff zur Zeit der napoleonischen Kriege eingefangen; gleichzeitig beliess es Weir nicht dabei seine Protagonisten einfach in historische Kostüme zu stecken. Er achtete vielmehr darauf, die Atmosphäre, die diese Schicksalsgemeinschaft formt, bis in die Details von Physiognomie, Sprache und Gestik zu rekonstruieren. Das Resultat ist ein moderner Historienfilm, in dem Nichts beschönigt wird. Man scheint den Pulverrauch förmlich zu riechen und die Schlachtszenen gehören zum Eindrücklichsten, was das Genre zu bieten hat. Gleichzeitig entwickelt Weir das Drama psychologisch subtil aus der schwierigen Situation heraus, in der sich die junge Mannschaft befindet. In ständiger Todesgefahr und Tausende Meilen von der Heimat entfernt sind die Männer auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.
Den charismatischen Kommandeur, der den Haufen zusammenhält, spielt der australische Superstar Russell Crowe mit eindrücklichem Understatement. Der Oscarpreisträger ist momentan neben Leonardo Di Caprio in Ridley Scotts Agenten-Thriller «Body of Lies» in den Schweizer Kinos. Paul Bettany, der in «Master and Commander» Jack Aubreys Freund und gelegentlichen Widerpart Doktor Stephen Maturin mimt, gilt als aufstrebendes britisches Kinotalent. Er war kürzlich als böser Mönch in «The Da Vinci Code» am Schweizer Fernsehen zu sehen.
Hintergrund: Die Handlung der gleichnamigen Romanvorlage spielt 1812 während des britisch-amerikanischen Krieges (1812 – 1814). Die Filmmacher verlegten sie aber um sieben Jahre vor und lassen Aubrey gegen Napoleons Schiff antreten. Die Kämpfe zwischen dem Franzosen, der auch die Herrschaft auf den Ozeanen anstrebte, und den Briten gipfelten in der Seeschlacht von Trafalgar 1805. Die damals führende englische Seemacht siegte.
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01.03.09
Statue aus der Pharaonenzeit gefunden
Direkt neben den Pyramiden von Giza haben Archäologen eine Statue entdeckt. Über das Plateau laufen täglich Tausende Touristen. Nur 40 Zentimter unter dem Pfad lag nun das Ebenbild eines sitzenden Mannes mit Perücke. Grund der Grabung war nicht so sehr archäologischer Forscherdrang, sondern schlichte Organisation.
Archäologen haben direkt neben den Pyramiden von Giza, an einem der am meisten besuchten Orte Ägyptens, eine rund 4000 Jahre alte Statue entdeckt. Die Altertümerverwaltung in Kairo, teilte mit, die Statue aus Quarzit sei einen Steinwurf von der Pyramide des Mykerinos (Menkaure) entfernt gefunden worden. Den Angaben zufolge lag sie auf dem Giza-Pyramidenplateau, das täglich Tausende Touristen aus aller Welt erkunden, in nur 40 Zentimeter Tiefe unter dem Sand.
Der Chef der Altertümerverwaltung, der ägyptische Archäologe Zahi Hawass, erklärte, die Statue eines sitzenden Mannes mit Perücke trage keinerlei Inschrift. Der Stil des rund 1,5 Meter hohen Fundstückes deute jedoch auf die Zeit des Alten Reiches hin, in der auch die Pyramiden von Giza gebaut worden waren.
Die um 2520 v. Chr. erbaute Pyramide des Mykerinos ist die kleinste der drei großen Pyramiden von Giza bei Kairo. Die Statue war nicht bei einer archäologischen Grabung gefunden worden, sondern im Zuge der Neuorganisation der Besichtigungstouren am Pyramidenplateau von Giza.
Quelle: welt.de
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen
Versunkene Stadt taucht aus Fluten auf
Die antike Stadt Seuthopolis liegt im Tal der thrakischen Könige und wurde versehentlich überschwemmt. Mit einer spektakulären Methode wird sie nun trockengelegt.
Seuthopolis ist sehr gut erhalten und war die Residenzstadt des thrakischen Königs Seuthes III. Dieser gründete die Ortschaft im heutigen Mittelbulgarien im Jahr 323 vor Christus. Heute liegt sie auf dem Grund eines Stausees.
Bei Bauarbeiten zum Damm für den Stausee war die Stadt 1948 erst entdeckt worden. Die Archäologen konnten einige Teile davon ins Museum und somit in Sicherheit bringen. Denn auch der spektakuläre Fund hielt die Kommunisten nicht davon ab, das Tal 1954 zu fluten.
Quelle: bernerzeitung.ch
Tags: Antike, Ausgrabungen, Bauwerke, Städte