05.10.09
Alexander der Große und die Öffnung der Welt
"Drang nach bislang Unerreichtem"
Asiens Kulturen im Wandel
Alexander der Große - Mythos, Held und König. Er hat die Welt verändert und noch heute kennt jeder seinen Namen. Bis zum 21. Februar 2010 widmen ihm die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen und die Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts eine Sonderausstellung.
40 Museen haben ihren Teil zur Ausstellung "Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel" beigetragen. Manche Stücke sind zum ersten Mal in Europa zu sehen. Alles dreht sich um Alexander (356 bis 323 vor Christus), den großen Helden vergangener und dieser Tage. Das hätte ihm wohl gefallen, war es ihm doch offenbar immer wichtig, in der Nachwelt verankert zu bleiben. Deswegen haben ihn seine Hofberichterstatter auf dem Feldzug begleitet. Der hat elf Jahre gedauert und führte durch das riesige persische Reich. Da gibt es viel zu berichten.
"Von besonderer Strahlkraft"
Auch für die Mannheimer Museen, die Alexander vorstellen. Bisher war bei Alexander-Schauen meist sein Wirken im europäischen Raum und in Ägypten von Interesse. Jetzt rückt der Fokus nach Zentralasien. Und natürlich auf ihn, über den antike Autoren schrieben: "Er hatte einen Haarwirbel über der Stirn und hielt den Kopf ein wenig schief. Seine Augen waren von besonderer Strahlkraft, und er war relativ klein von Statur." Er sei darüber hinaus leidenschaftlich gewesen, "mit einem außergewöhnlichen Drang nach bislang Unerreichtem".
Austausch der Kulturen
Alexander der Große brachte während seines Feldzuges alles durcheinander: Die zentralasiatischen Völker wurden mit der griechischen Kultur und Lebensweise konfrontiert. Im Gegenzug lernte Alexanders Heer und Tross die persische Lebenswelt und lokale Kulturen Zentralasiens kennen. Diese Wechselwirkungen sind Mittelpunkt der Mannheimer Ausstellung.
Die Geschichten um den König sind faszinierend und abstrakt zugleich. Da trifft Schulwissen auf Expertenkenntnisse. Die Ausstellungsmacher hatten anfangs Sorge, dem Mythos Alexander des Großen zu erliegen. Das ist nicht passiert. Denn der Große wird nicht nur verherrlicht, sondern auch die Schattenseiten sind präsent. Und die Nachwirkungen.
Besucher in der Gegenwart abholen
Denn es hat noch nie eine so intensive Kommunikation zwischen Ost und West gegeben wie nach Alexander. Er hat während seines Zuges nicht nur die Kultur, sondern auch Tiere und Pflanzen der Völker dokumentiert. "Der Besucher soll sehen, dass das eine Epoche ist, in der sich Kulturen vermengen und eine neue Kultur entsteht", sagt Prof. Dr. Alfried Wieczorek, der Leitende Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen.
Es geht um ein großes Thema und um einen großen Mann. Das kann auch Kindern gefallen. Wie Wieczorek verspricht: "Wir erklären die Lebenswelt der Zeit, um so etwas wie den Hellenismus geht es dann aber nicht. Die kleinen Besucher sehen, wie Kulturen zusammenleben und zu Neuem entstehen." In der Gegenwart wolle man die Besucher abholen. Deswegen gibt es neben den vielen besonderen Ausstellungsstücken auch etwas zum Anfassen und Ausprobieren:
Reiss-Engelhorn-Museen
Museum Weltkulturen D5
68159 Mannheim
Tel:
0621 2933150
Fax:
0621 2939539
E-Mail:
reiss-engelhorn-museen@mannheim.de
Internet:
www.alexander-der-grosse-2009.de
Die Ausstellung "Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel" läuft bis zum 21. Februar 2010.
Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Schnell & Steiner erschienen, hat etwa 500 Seiten und zirka 600 Farbabbildungen. Das Museum bietet ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, auch an Feiertagen (außer 24. und 31. Dezember)
Eintrittspreise:
Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familien 18 Euro.
Führungen:
Sonntags um 14 Uhr und nach Vereinbarung. Außerdem werden Hörführungen angeboten.
Quelle: swr.de
Tags: Antike, Veranstalltungen
Neros Speisesaal entdeckt?
Es riecht nicht nach gespickten Täubchen. Da liegt auch kein gebratener Hase im Federkleid eines Vogels auf einem mit Blumen verzierten Speisetisch. Die Archäologen sind sich noch nicht einmal sicher, ob sie den sagenhaften Speisesaal (coenatio rotunda) von Kaiser Nero gefunden haben, den der Historiker Sueton in seiner Kaiserbiographie beschreibt: Neros „Bankettsaal besaß die Form einer Rotunde, deren Kuppel sich wie das Weltall Tag und Nacht beständig drehte“.
Aber die Wissenschaftler entdeckten im Juli und zeigten jetzt zum ersten Mal auf dem südlichen Abhang des Palatin mit Blick zum Kolosseum einen Rundbau von 16 Metern Durchmesser. In seiner Mitte erhebt sich ein vier Meter breiter Pfeiler aus einer Ziegelsteinmauer. Regelmäßig angebrachte Vertiefungen in diesem Pfeiler auf einer Höhe, auf der sich ein Fußboden verankern ließe, erlauben den Schluss, dass der wohl hölzerne Boden nicht fest mit der Außenmauer verbunden, sondern drehbar war.
Elfenbein, Perlmutt und Edelstein zur Zierde
Die Archäologen datieren das seltsame Mauerwerk auf die kurze Phase zwischen dem Brand von Rom im Jahre 64 nach Christus und dem Schleifen des gesamten Geländes fünf Jahre später unter dem ersten Flavierkaiser Vespasian, der nach Neros Tod und dem Bürgerkrieg im „Vierkaiserjahr“ die Herrschaft an sich reißen konnte. Durch diese Datierung könnte es sich bei dem Bauwerk tatsächlich um ein Bausegment auf dem riesigen Areal von Neros Goldenem Haus („domus aurea“) handeln, das der Kaiser nach dem Brand mehrerer Stadtviertel vom Oppio-Hügel auf dem Caelius im Osten über das Tal bis zum Hang zum Palatin hinauf errichten ließ.
Das ausgediente Bauwerk wurde nie fertig, aber Sueton berichtete noch ein halbes Jahrhundert später: „Die Innenräume des Palastes waren sämtlich vergoldet und mit Edelsteinen und Perlmutt ausgelegt. Die Speisesäle hatten mit Elfenbeinschnitzereien verzierte Kassettendecken, deren Täfelung verschiebbar war, damit man Blumen auf die Gäste herabregnen lassen konnte, und eine Röhrenwerk, um duftende Essenzen herabzusprühen.“
Berauschender Blick auf einen künstlichen See
Nach dem Fund könnte es nun auch sein, dass sich nicht nur die Decke über diesem Speisesaal drehte, sondern auch der Boden. Es wird an einen hydraulischen Mechanismus gedacht. Aber davon sahen Neros Gäste nichts. Sie genossen einen überwältigenden Blick, der sich bis heute nachfühlen lässt. Dort, wo der Nachfolger Vespasian mit dem Bau des Kolosseums begann, hatte Nero einen künstlichen See anlegen lassen. Neros Gäste sahen zudem auf die Kolossalstatue ihres Gastgebers. Die stand in einer Vorhalle zwischen - aus drei Säulenreihen bestehenden - Kolonnaden und soll nach Sueton 36 Meter hoch gewesen sein. Nach dieser Statue benannten wohl die Flavier das Amphitheater. Den Gästen bot sich der freie Blick in alle Himmelsrichtungen über das Forum zu den Villen auf dem Palatin, wenn sich der Fund der Archäologen bestätigen sollte.
Fürs Erste ist die Anlage wie das gesamte Areal des „domus aurea“ für Besucher gesperrt; aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Zudem wird weitergegraben, um vielleicht doch das gesamte Geheimnis zu lüften. Bislang hatte man trotz der schriftlichen Quellen Neros Villa vor allem auf dem Oppio angesiedelt. Erst jetzt wird das gewaltige Ausmaß der Anlage deutlich. Nero lebte nur fünf Monate in seiner Villa, die Stadtpalast und Gartenhaus in einem war, ehe er, von seinen Feinden bedrängt, mit 31 Jahren Selbstmord beging. „Jetzt erst fange ich an, menschenwürdig zu leben“, hatte er bei der Einweihung seines goldenen Eigenheims gesagt.
Quelle: faz.net
Tags: Antike, Ausgrabungen, Roemer, Rome
26.09.09
Arbeitsloser findet riesigen Goldschatz in England
Es ist der Traum eines jeden Goldjägers: Ein Hobby-Schatzsucher hat in England den bisher größten Goldschatz aus der Zeit der Angelsachsen entdeckt. Auf dem Acker eines benachbarten Bauern in der Grafschaft Staffordshire fand der arbeitslose Mann mit seinem Metalldetektor bis zu 1.500 Stücke, darunter vor allem Kriegsausrüstung.
Der Schatz stammt vermutlich aus dem siebten Jahrhundert und soll Millionen wert sein. Archäologen halten den Fund für den größten und bedeutendsten aus der Zeit des germanischen Stammes. Der Finder Terry Herbert sagte, der Schatz sei so groß, dass er nur noch von Gold geträumt habe. "Stell dir vor, du bist zu Hause und jemand hört nicht auf, Geld durch deinen Briefschlitz zu stecken - so war das."
Für Archäologen hat der Fund in Mittelengland jedoch noch eine ganz andere Dimension: Der Schatz sei vermutlich bedeutender als der von Sutton Hoo in Ostengland. Dort fanden Archäologen vor 70 Jahren eine Grabstätte mit 1,6 Kilogramm Gold. "Dies wird unsere Ansichten über das angelsächsische England radikal verändern", sagte Leslie Webster, Expertin beim British Museum. Ein Richter in Staffordshire deklarierte den Fund am Donnerstag offiziell als Schatz - das bedeutet, dass er zur Krone gehört und von Museen erworben werden kann.
Der Fund besteht aus 5 Kilo Gold und 1,3 Kilo Silber. Dazu gehören aufwendig dekorierte Schwertgriffe und Helm-Teile. Experten gehen davon aus, dass sie aus höchstem Adelshaus stammen. Auch ein Goldband mit biblischer Inschrift aus dem Alten Testament und bis zu drei Kreuze gehören zu den Fundstücken.
Die Archäologen rätseln nun über die Herkunft des Schatzes. "Reichtum von solchem Ausmaß muss wohl einem König gehört haben", sagte Roger Bland, der beim British Museum für Schätze verantwortlich ist. Es könnte sein, dass die Besitzer die Stücke in gefährlichen Zeiten versteckt hätten, um sie später wieder auszugraben. Der Fundort liegt im einstigen angelsächsischen Königreich Mercia. Bland sagte, der Wert des Schatzes belaufe sich auf eine siebenstellige Summe.
"Es sieht wie eine Sammlung von Trophäen aus", sagte Kevin Leahy von der Organisation Portable Antiquities Scheme. Es gebe jedoch noch unzählige offene Fragen, "das wird noch für Jahrzehnte diskutiert werden". Derzeit liegt der Fund im Birmingham Museum and Art Gallery. Teile davon sollen von Freitag an rund zwei Wochen ausgestellt werden.
Herbert hatte den Schatz im Juli in der Nähe seines Hauses entdeckt. Anschließend buddelte er fünf Tage lang nach den Stücken und informierte Archäologen. "Ich habe mir ständig vorgestellt, was ich am nächsten Tag finden werde", sagte der 55-Jährige. Seinen Detektor habe er vor 18 Jahren auf einem Flohmarkt für ein paar Pfund gekauft.
Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis der genaue Wert der Entdeckung feststeht. Aber ist der Schatz einmal verkauft, geht das Geld an Herbert und den Bauern, unter dessen Feld das Gold schlummerte. "Das ist mehr Spaß, als im Lotto zu gewinnen", sagte Herbert. Er wolle sich für den Erlös einen Bungalow kaufen. Und auch auf ein besseres Image hofft er: "Die Leute lachen über Sondengänger. Sie sagen 'piep, piep, der sucht nach Pennies'. Aber wir sind da, um solche Sachen zu finden - und sie liegen da draußen."
Wer waren die Angelsachsen?
Aus den Küstenländern der Nordsee wanderten im 5. und 6. Jahrhundert germanische Stämme auf die Britischen Inseln aus. Die Angeln, von denen der Name England abgeleitet ist (Altenglisch 'engla land' - "Land der Angeln"), kamen aus dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein und von der dänischen Insel Fyn (Fünen), die Sachsen aus dem Gebiet zwischen den Unterläufen von Weser und Elbe. Die Angelsachsen eroberten das britische Tiefland und verdrängten die dort siedelnden Kelten.
Die Einwanderer verehrten germanische Götter wie Tiu (Tyr), Wotan und Donar (Thor). Die englischen Wochentage Tuesday (Dienstag), Wednesday (Mittwoch) und Thursday (Donnerstag) erinnern noch heute daran.
Erst mit Augustinus von Canterbury begann 597 in Kent allmählich die Christianisierung durch Missionare aus Frankenreich, Irland und Rom. Die Namen angelsächsischer Königreiche sind bis heute in den Namen englischer Grafschaften oder Regionen erhalten - wie Essex, Middlesex, Sussex oder Wessex.
Quelle: rtl.de
Birmingham Museum and Art Gallery
Tags: Antike, Ausgrabungen, England, Europa, Völker
25.09.09
23.09.09
Happy Birthday Kaiser Augustus
Augustus [lat., »der Erhabene«], geb. Rom 23. 9. 63 v. Chr., gest. Nola 19. 8. 14 n. Chr., Sohn des C. Octavius und der Atia, einer Tochter von Cäsars Schwester Iulia, nach der Adoption durch seinen Großonkel C. Iulius Caesar Octavianus, seit dem 16. 1. 27 Imperator Caesar Augustus. Nachdem er Cäsar nach Spanien begleitet hatte und von ihm in verschiedener Weise (Priesterämter, militärische Orden, Aufnahme unter die Patrizier) ausgezeichnet worden war, geriet er nach dessen Ermordung - testamentarisch adoptiert und zum Erben bestimmt - in Konflikt mit Antonius, mit dem er jedoch nach einem Sieg bei Mutina und dem Marsch auf Rom am 27. 11. 43 v. Chr. zusammen mit Lepidus das sog. 2. Triumvirat schloß. Die politischen Gegner, darunter Cicero, wurden durch Proskriptionen aus dem Wege geräumt, die Cäsarmörder Brutus und Cassius 42 bei Philippi geschlagen. Bei der Aufteilung des Reiches (sog. Vertrag von Brundisium) erhielt Augustus den Westen, Antonius den Osten, Lepidus die afrikanischen Provinzen. 37 wurde das Triumvirat um weitere 5 Jahre verlängert, 36 Sex. Pompeius, der Sohn des berühmten Pompeius, bei Mylae und Naulochos besiegt und 35 in Milet ermordet. Nach Ausschaltung des Lepidus begann das Zerwürfnis zwischen Augustus und Antonius. Letzterer wurde auf Betreiben des Augustus seiner Ämter enthoben, der mit ihm verbundenen ägyptischen Königin Kleopatra der Krieg erklärt. Mit dem Seesieg bei Actium (31) war Augustus im alleinigen Besitz der Macht und ließ, nach Rom zurückgekehrt, als Zeichen des Kriegsendes (29) den Janustempel schließen.
Im Januar 27 v. Chr. fanden die bedeutsamen Senatssitzungen statt, die über die Stellung des Cäsarerben und die weitere Entwicklung des Römischen Reiches entschieden: Am 13. Januar wurde dem 35jährigen vom Senat ein prokonsularisches Imperium für 10 Jahre übertragen, die Provinzen in senatorische und kaiserliche geteilt. Da in den letzteren die Armeen konzentriert waren, hatte Augustus damit den Oberbefehl über den größten Teil der römischen Streitmacht. Am 16. Januar wurde ihm der Titel Augustus verliehen. Im Juni desselben Jahres erhielt er die tribunizische Gewalt auf Lebenszeit, sein prokonsularisches Imperium wurde auf die Stadt Rom ausgedehnt und war den Provinzstatthaltern übergeordnet. Damit war die staatsrechtliche Stellung des ersten Prinzeps und aller Nachfolger festgelegt und ruhte auf den beiden Säulen des Imperiums (seit 19 v. Chr. auf Lebenszeit) und der tribunizischen Gewalt. Die Macht des Kaisers wurde zusätzlich gefestigt durch seine auctoritas und eine Reihe sakraler Funktionen: Als Divi Caesaris filius, »Sohn des zum Gott erhobenen Cäsar«, genoß er selbst göttliche Ehren, die zum Kaiserkult führten; er war Pontifex maximus, »Oberpriester«, und Pater patriae, »Vater des Vaterlandes«.
In der Außenpolitik, die im wesentlichen auf die Sicherung der römischen Herrschaft unter Verzicht auf neue Eroberungen gerichtet war, hatte Augustus während seiner 40jährigen Regierung Erfolge und Mißerfolge zu verzeichnen: Die Pyrenäenhalbinsel und Gallien wurden endgültig und fest dem römischen Provinzialsystem eingegliedert, die Rheingrenze gesichert (einer Eroberung des freien Germaniens wurde durch die Schlacht im Teutoburger Wald ein Ende gesetzt); die Nordgrenze Italiens wurde durch die Unterwerfung der Alpenvölker und die Eroberung Pannoniens gefestigt. Wo nicht neue Provinzen errichtet wurden, garantierten Klientelstaaten (Noricum, Mösien, Thrakien) den römischen Einfluß, auch in Kleinasien (Armenien, Kappadokien, Kommagene), wo die Rückgabe der 53 v. Chr. bei Carrhae an die Parther verlorenen römischen Feldzeichen 20 v. Chr. als großer diplomatischer Erfolg in Rom gefeiert wurde.
In der Innenpolitik waren besonders die Erneuerung des Senats, umfassende Reformen der Verwaltung (Organisierung eines bezahlten Beamtenapparates aus Senatoren, Rittern und Freigelassenen), die besonders den Provinzen und der allgemeinen Finanzlage des Reiches zugute kamen, aber auch die Ordnung in Rom selbst verbesserten (Bautätigkeit, Feuerwehr und Polizei, Getreideversorgung usw.), die Schaffung eines stehenden, besoldeten Heeres von großer Bedeutung. Dazu kamen Neuerungen in Recht und Gesetzgebung; der Erfolg der sog. Ehe- und Luxusgesetze muß allerdings bezweifelt werden.
Die unbestreitbar erfolgreiche Innen- und Außenpolitik setzte die Mitwirkung fähiger Helfer und kluger Ratgeber voraus, unter denen vor allem Agrippa und Maecenas zu nennen sind. Nicht zuletzt ist es gewiß auch ihrem Einfluß zu verdanken, daß unter Augustus Kunst und Wissenschaft eine sprichwörtliche Blüte erreichten: Die Dichter Horaz, Properz und Vergil feierten den Kaiser und die Zeit, Livius schrieb eine römische Geschichte, der Gelehrte Hyginus wurde Leiter der auf dem Palatin errichteten Bibliothek. Eine umfassende Bautätigkeit in Rom (Kaiserpalast und -forum, Sonnenuhr, Ara pacis und Mausoleum auf dem Marsfeld), Italien und den Provinzen (Straßen, Wasserleitungen, Tempel, Bibliotheken, Rathäuser und Schulen) setzte ein und führte zusammen mit Städtegründungen und Bürgerrechtsverleihungen zur Verbreitung römischen Kultur und Zivilisation.
Augustus starb am 19. 8. 14 n. Chr. in Nola; der Monat wurde nach ihm umbenannt. Eines der schwierigsten Probleme, die Nachfolge, hatte er bereits 10 Jahre zuvor nach mehreren Fehlschlägen endgültig gelöst: Im Jahre 4 hatte er Tib. Claudius Nero, einen Sohn seiner dritten Frau Livia aus deren erster Ehe, adoptiert; dieser folgte ihm als Kaiser Tiberius (Tib. Caesar Augustus). Augustus hinterließ eine statistische Übersicht über das gesamte Reich und ein Verzeichnis seiner Taten, die »Res Gestae Divi Augusti«, von denen Fragmente mehrerer Kopien gefunden wurden (das wichtigste das sog. Monumentum Ancyranum).
Quelle: novaesium.de