Evangelische Christen auf der ganzen Welt feiern am 31. Oktober den Reformationstag. Sie gedenken jenes Datums, das den Beginn der protestantischen Bewegung markiert.
Begeben wir uns ins frühe 16. Jahrhundert. Martin Luther, ein unbedeutender Mönch, ringt um die Rechtfertigungsfrage: Wie finde ich einen gnädigen Gott? Oder anders ausgedrückt: Wie kann ich als sündiger Mensch vor Gott bestehen? Der theologische Fachbegriff "Rechtfertigung" meint also die Beurteilung des Menschen durch Gott.
In einem Prozess immer tiefer gehender Erkenntnisse kristallisiert sich heraus: Vor Gottes Gericht besteht ein Mensch "allein aus Gnade", die ihm "allein aus Glauben" zuteil wird. Demnach kann der Mensch sich das Seelenheil nicht durch eigenes Bemühen verdienen, etwa durch gute Taten oder religiöse Übungen. Schon gar nicht kann er sich den Himmel erkaufen, was damals gängige Praxis ist.
Damit stellt sich Luther gegen das von Rom praktizierte Ablasswesen. Chronisch leere Kirchenkassen hatten die Kurie auf die Idee gebracht, Ablass-Scheine zu verkaufen.
Vergebung der Sünden gegen klingende Münze: Dazu kann der Theologe nicht schweigen. Am 31. Oktober 1517 veröffentlicht er in der Universitätsstadt Wittenberg 95 Thesen, mit denen er zur Disputation über den Ablasshandel aufruft. Und diese Thesen enthalten Sprengstoff.
Dazu sagte Horst Hirschler, bis September 1999 Bischof der Hannoverschen Kirche und Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands: "Das merkt man schon an seiner ersten These, (...) wenn es dort heißt, dass 'unser Herr Jesus Christus sagt: Tut Buße, wollte er, dass das ganze Leben des Christen eine Umkehr ist.' Das heißt: (...) Er hat sofort das, was wir als Christenmenschen sagen, als etwas genommen, was man vom Herzen aus tun kann und was man nicht irgendwie technisch bewältigen kann. Daraus ist dann eine grundsätzliche Kritik gegenüber dem Papsttum entstanden. (...) als er in diesen Kampf hinein kam, da kamen dann Elemente hoch, dass er plötzlich sagte: 'Ist der Papst vielleicht der Antichrist?'"
Luthers Thesen verbreiten sich rasch im ganzen Reich. Der großen öffentlichen Zustimmung steht die entschiedene Gegnerschaft der katholischen Kirche entgegen. Was klären soll, verschärft nur den Theologen-Streit. Der Beginn der Kirchenspaltung, in deren Verlauf die evangelische Kirche entsteht.
In den Folgejahren geben Luthers Lehr- und Bekenntnisschriften dem Anliegen der Reformation Profil. Beide Seiten überschütten sich mit Lehrverurteilungen. Versuche der Annäherung scheitern - etwa 1530 auf dem Reichstag in Augsburg. Luthers Mitstreiter Philipp Melanchton versucht, mit dem Augsburger Bekenntnis den Nachweis zu erbringen, dass die Evangelischen dogmatisch durchaus auf dem Boden der katholischen Kirche stehen. Vergeblich.
1541 auf dem Regensburger Reichstag dann die letzte Anstrengung, die Einheit zu wahren. Ebenfalls ein Misserfolg. Zwar wird 1555 der Augsburger Religionsfriede geschlossen, doch die Kirchenspaltung nimmt ihren unheilvollen theologischen, kirchenpolitischen und militärischen Verlauf. Erinnert sei nur an die Bauernkriege und später den Dreißigjährigen Krieg. Es folgen 400 Jahre Eiszeit, 400 Jahre Gesprächslosigkeit.
Erst in der Schlussphase des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 beginnt ein zaghafter evangelisch-katholischer Dialog. Und der mündet in einem ökumenischen Jahrhundertereignis. Der Vatikan und der Lutherische Weltbund, stellvertretend für die reformatorischen Kirchen, einigen sich nach dreijährigen Verhandlungen auf die 'Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre' - beenden damit den Kirchenstreit um die Kernthese Luthers.
Altbischof Hirschler sagte hierzu: "(…) da ist das Großartige nun, dass in der 'Gemeinsamen Erklärung' deutlicher gesagt wird: Nein, nein, nicht wir stellen unser Heil her, sondern das Heil wird uns (…) zuteil durch Kreuz und Auferstehung Christi, durch das, was Gott mit ihm gebracht hat. Dann folgen dadurch notwendigerweise vernünftige Taten, mehr Nächstenliebe, dass ich anders lebe. Das ist klar. Aber: Man muss alles Gewicht auf den Glauben legen."
Die 'Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre' enthält zwar nur einen Konsens in theologischen Grundwahrheiten, aber sie stellt klar: Die Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts treffen nicht mehr. Mit der Unterzeichnung des Dokuments am 31. Oktober 1999 in Augsburg erhält Luthers Einladung zum Gespräch über die Erneuerung der Kirche erstmals nach 482 Jahren eine reale Chance. Damit wird am traditionsreichen Ort Augsburg eine neue Phase der Verständigung eingeleitet.
31.10.08
31.10.1517: Reformationstag
Tags: Heute vor...
Neue Forschungsallianz zur Erhaltung des kulturellen Erbes
Zur Gründung der "Forschungsallianz Kulturerbe" haben die Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) am Dienstag, den 28.10.2008 im Alten Museum (Museumsinsel Berlin) ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet.
Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für den Kulturgüterschutz deutlich zu verbessern, den Aufbau des wissenschaftlichen Nachwuchses zu stärken und die nationalen und internationalen Netzwerke auszubauen. Anknüpfend an die führende Rolle der Konservierungswissenschaften in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg, gilt es nun, für die Stärkung und Weiterentwicklung dieses Forschungszweigs ein zukunftsweisendes Fundament zu legen. Den nationalen status quo zu erfassen, ist ein erster Schritt, um gezielt den Bedarf feststellen zu können. Voraussetzung für die Stärkung der Disziplin ist allerdings auch, in der Öffentlichkeit und in der Politik ein Bewusstsein für die Bedeutung dieser Fachrichtung zu schaffen.
Mit der Gründung dieser Allianz wird Neuland betreten. Zum ersten Mal kooperieren eine der weltweit größten Sammlungen von Kulturgütern und ihrer wissenschaftlichen Betreuung (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), eine der führenden anwenderorientierten technologischen Forschungsinstitutionen in Deutschland (Fraunhofer-Gesellschaft) und eine einzigartige querschnittsorientierte Wissenschaftsorganisation (Leibniz-Gemeinschaft). Auf der Basis der neuen Zusammenarbeit sollen innovative Restaurierungs- und Konservierungstechniken entwickelt und das kulturelle Erbe besser geschützt werden.
Themen der Forschungsbemühungen sind unter anderem:
* Entwicklung zerstörungsfreier Test- und Prüfverfahren
* Dekontaminierung von mit Pestiziden belastetem Kunst- und Kulturgut
* Alterungsverhalten und Beständigkeit der Materialien des Kunst- und Kulturguts des 20. JahrhundertsWeiterentwicklung der Plasmatechnologie für Reinigung und Konservierung von Kunst- und Archivgut
* Weiterentwicklung mikroskopischer, oberflächentopographischer und multispektraler Authentifizierungsverfahren (Illegaler Kunsthandel, Kunstfälschung)
* Auswirkung des Klimawandels auf Kulturgüter
* Entwicklung von Konzepten zu Klimatechnik und Energieeffizienz in Museen und Archiven
* Entwicklung moderner Verfahren für Dokumentation und Erhaltung von Baudenkmalen und archäologischen Stätten.
Quelle: archaeologie-online.de
Fraunhofer-Gesellschaft
Leibniz-Gemeinschaft
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
30.10.08
Cyber-Teppich ermöglicht Spaziergang durch virtuelles Pompeji
Antike Stadt dient der Demonstration von beweglicher Cyber-Plattform
Wissenschaftler haben im Rahmen des EU-Projekts Cyberwalk http://www.cyberwalk-project.org ein System entwickelt, mit dem sich Nutzer auf ganz alltägliche Weise durch virtuelle Welten bewegen können. Dazu gehen sie einfach auf der Laufplattform "Cybercarpet". Damit User trotz der Bewegungsfreiheit nicht von der Plattform stürzen, kommt ein Tracking-System mit mehreren Kameras zum Einsatz. Zunächst ist es möglich, ein virtuelles Abbild des antiken Pompeji zu erkunden. Das unter Leitung von Marcus Ernst vom Max-Planck-Institut (MPI) für biologische Kybernetik http://www.kyb.tuebingen.mpg.de entwickelte System soll heute, Donnerstag, anlässlich eines Workshops erstmals vorgestellt werden.
Der Cybercarpet ist im Prinzip ein großes Laufband, auf dem quer zu dessen Laufrichtung kleinere Laufbänder aufgebracht sind. Dadurch ergibt sich eine omnidirektionale Plattform, auf der Nutzer ungehindert in jede Richtung laufen können. Die Größe der Lauffläche von vier mal vier Metern ist eine absolute Notwendigkeit. "Damit der Mensch Kräfte auf den Boden übertragen kann, muss er sich ein oder zwei Schritte bewegen können", erklärt Ernst im Gespräch mit pressetext. Wäre der aktive Bereich der Plattform noch kleiner, müssten Bewegungen immer sofort ausgeglichen werden, das Gefühl wäre dann wie Laufen auf Eis, so Ernst.
Auf der Plattform bewegen sich Nutzer durch die virtuelle Welt, die im VR-Darstellungssystem, einem Head Mounted Display, zu sehen ist. Damit Anwender dabei nicht unbeabsichtigt den Laufbereich der Plattform verlassen, steuert ein Kontrollalgorithmus die Bänder nach dem Verhalten der Person. Sie wird von einem Tracking-System aus mehreren Kameras beobachtet, dass zusätzliche Information an den Kontrollalgorithmus liefert. Die Kameras dienen gleichzeitig einem zweiten Zweck. Ein Analyseprogramm wertet Gesten und Körperhaltung aus, um eine Interaktion mit virtuellen Gegenständen wie beispielsweise ein Betätigen virtueller Türklinken zu ermöglich.
Derzeit erlaubt das System ein Erkunden der antiken Stadt Pompeji vor dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 vor Christus. Sie wurde mithilfe von Archäologen, Zeichnungen und Fotos virtuell rekonstruiert. Das ist aber nur ein Beispiel. Die Software von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) http://www.ethz.ch, mit der die virtuelle Stadt erstellt wurde, könnte aber auch zur Visualisierung anderer Umgebungen genutzt werden. Ein möglicher Einsatzbereich wären etwa virtuelle Begehungen von geplanten Bauten. Dies käme Personen entgegen, die nicht tagtäglich mit Plänen zu tun haben, meint Ernst. Andere denkbare Anwendungen umfassen beispielsweise die medizinische Rehabilitation, die Ausbildung unter anderem im militärischen Bereich oder auch Sport und Fitness.
An der Entwicklung des Cybercarpet waren neben Forschern des MPI für biologische Kybernetik und der ETHZ auch Wissenschaftler des Technischen Universität München und der Universität Rom beteiligt. Anlässlich des Workshops wird das System nun erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Ein breiteres Publikum bekommt voraussichtlich im Oktober anlässlich eines Tags der offenen Tür erstmals die Chance, das System live zu sehen.
Quelle: pressetext.de
Movie
mov/6MB;
mp4/3MB
Mainzer Archäologen legen assyrischen Palast frei
Ungewöhnliche Bestattungsform zeigt fremde Kultureinflüsse
Die Ausgrabung eines Assyrerpalastes in der Südosttürkei bringt interessante Erkenntnisse für die Archäologie zutage. Funde einer Brandbestattung, die bei den Assyrern nicht üblich war, lassen auf fremdländische Einflüsse schließen. Zudem wurde eine große Anzahl von Grabbeigaben gefunden. Ein deutsches Team vom Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Universität Mainz http://www.uni-mainz.de führte die Grabung durch, in Kooperation mit Archäologen der Universitäten Akron (USA), Cambridge und Istanbul. Der ausgegrabene Palast eines assyrischen Statthalters wird auf die Zeit des neunten bis sechsten vorchristlichen Jahrhunderts datiert.
Die Grabung gab Einblick in ungewöhnliche Formen der Brandbestattung. Im Assyrerreich war aufgrund spezieller Jenseitsvorstellungen die Bestattung des gesamten Körpers im Bereich der Wohnhäuser üblich. Funde von Bronzeurnen in der Palastruine des Ziyaret Tepe und andere Hinweise zeigen aber, dass die Toten auf einem Scheiterhaufen im Hofbereich verbrannt und anschließend an Ort und Stelle bestattet wurden. Die fünf bisher gefundenen Brandgräber könne man auf zweierlei Weisen interpretieren, so der deutsche Forschungsleiter Dirk Wicke im pressetext-Interview. "Entweder sind in diesem Grenzgebiet der Assyrer andere lokale Bestattungsformen eingesickert oder es handelt sich um Einflüsse aus anderen Teilen des Reiches. Die Deportation von Bevölkerungsteilen eroberter Gebiete war gängige Praxis der Assyrer."
Die nun freigelegten, teils unberührten Brandgruben enthielten reiche Grabbeigaben. Bronzegefäße, Stein- und Elfenbeingefäße, gravierte Elfenbeineinlagen, Siegel und Perlen zeigen den hohen Status der hier bestatteten Personen an. In früheren Grabungen waren bereits Gefäße und Geschirr aus getriebener Bronze mit Verzierungen gefunden worden. Die Funde werden nach ihrer Restaurierung in einem gesonderten Raum des regionalen archäologischen Museums von Diyarbakir ausgestellt.
Der Obere Tigris geriet Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends unter assyrische Herrschaft. Der Grabungsort hieß früher Tuschan und war Hauptstadt der Provinz. Sein Verwaltungspalast wurde Inschriften gemäß im Jahr 882 v. Chr. unter dem Assyrerkönig Assurnasirpal errichtet. Farbige Wandmalereien, eine Herdwagen-Vorrichtung und geflieste Räume, allesamt Funde der Mainzer Archäologen, lassen auf hohen Wohnkomfort schließen. "Gerade im kalten anatolischen Winter sind Heizeinrichtungen in den Lehmziegelpalästen ein großer Komfort", meint Wicke. Auch damals prägte die Landwirtschaft den Alltag und das Klima habe sich seither kaum geändert. Botanische und zoologische Analysen von Bodenproben sollen zeigen, ob auch damals schon dieselben Tierarten gehalten wurden.
Viel Zeit bleibt nicht mehr, um der neuassyrischen Stätte die letzten Geheimnisse zu entlocken: 2012 geht der Ilisu-Staudamm in Betrieb, in dessen Überflutungsgebiet sich der Grabungshügel befindet. So lange soll das Grabungsprojekt noch fortgesetzt werden.
Quelle: pressetext.de
28.10.08
Fälschungen gab es auch im Mittelalter
Bordesholm - Eine neue Ausstellung ist im Gewölbekeller im Klosterstift Bordesholm zu sehen: Die örtliche Arbeitsgemeinschaft Heimatsammlung zeigt an Hand von Urkunden und Dokumenten die historischen Anfänge des Bordesholmer Klosters. Die Exponate unter Glas bezeichnen das heute als Augustiner Chorherrenstift bekannte Kloster als "Novum Monasterium", sehen auch als Repliken täuschend echt aus und sind teilweise auch inhaltlich nicht ganz korrekt.
Volker Weber von den organisierten Heimatforschern spricht auch offen von Fälschungen. "Da wurden bei Abschriften von einem Propst aus einem Zehntrecht einfach ein Besitzrecht gemacht. Solche Fälschungen gab es im Mittelalter auch im internationalen Recht", erzählte der Wattenbeker bei der Eröffnung der Schau.
Prunkstück der Urkundensammlung ist eine Replik des Grundstücks-Kaufvertrages vom 29. März 1327 zwischen den Gebrüdern Sifrid, Ditlev, Wulf und Gotschalc von Sören und Schmalstede auf der einen Seite und dem Kloster Novum Monasterium in Bordesholm auf der anderen Seite. Der Vertrag gilt unter Historikern als "Geburtsurkunde" des Bordesholmer Klosters. Das älteste Schriftdokument der Ausstellung stammt von 1127.
Die Ausstellung „Kloster Novum Monasterium“ im Gewölbekeller im Klosterstift ist sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Führungen können unter Tel. 04322/3243 auch zu anderen Zeiten vereinbart werden.
Quelle: kn-online.de
Adresse:
Gewölbekeller im Klosterstift
Lindenplatz 11
24582 Bordesholm
Telefon: 04322/751529
Homepage: www.museen-sh.de/ml/inst.php?inst=137
Öffnungszeiten: sa-so und feiertags 14-17
28.10.1886: Freiheitsstatue eingeweiht
Tagebucheintrag der Familie Schmolensky vom 3. Dezember 1894: "Wir standen an Bord und versuchten durch den Nebel hindurch etwas zu sehen. Und plötzlich rief einer, 'Da ist sie!', und dann sahen wir sie alle, die Freiheitsstatue! Und wir wussten jetzt sind wir in Amerika."
"Amerika! - Amerika! Amerika! Amerika!"
Da stand sie damals und steht sie bis heute, die Freiheitsstatue, "Miss Liberty", wie die Amerikaner sagen, im Hafen von New York City. Millionen von Einwanderern haben sie gesehen und ihr ihre Hoffnungen entgegen gerufen. Und sie wiederum hat Millionen nach wochenlangen Überfahrten getröstet, so wie es im Gedicht von Emma Lazarus, das im Sockel der Statue eingemeißelt ist, heißt:
"Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free. The wretched refuse of your teeming shore. Send these, the homeless, tempest-tossed to me. I lift my lamp beside the golden door!" - "Gebt mir Eure müden, Eure armen, Eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen. Das elende Strandgut Eurer vor Menschen wimmelnder Küste. Schickt diese, die Heimatlosen, Schicksalsgebeutelten zu mir. Ich erhebe mein Licht an der goldenen Tür!"
Als die Schmolenskys 1894 aus Polen in die USA einwandern, ist die Statue gerade acht Jahre alt. Damals wie heute ist sie das größte Denkmal der Neuzeit. Von Kopf bis Fackel misst sie 46 Meter. Sie ist ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner als Erinnerung an die Französisch- Amerikanische Freundschaft während der Amerikanischen Revolution 1775-1783. Und sie erinnert mit großen Buchstaben auf der Tafel im Arm der Miss Liberty an die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776.
Doch zunächst war es schwierig die Amerikaner für die Idee einer Statue zu gewinnen. Während in Frankreich mit Lotteriegewinnen, öffentlichen Abgaben und Benefizveranstaltungen Geld gesammelt wurde, lief das Spendenaufkommen in den USA zunächst schleppend. Erst Joseph Pulitzer, deutscher Auswanderer und erster New Yorker Medienmogul, konnte mit großen Aufrufen die New Yorker und Amerikaner begeistern.
In Frankreich war Frédéric-Auguste Bartholdi beauftragt worden, eine würdevolle Frauenstatue zu entwerfen. Vorbild, zumindest für das Gesicht war seine Mutter. Doch als Bartholdi mit den Größenausmaßen des Geschenks für die Amerikaner konfrontiert wurde, war ihm klar, dass auch ein Ingenieur benötigt wurde. Kein anderer als Gustave Eiffel, späterer Konstrukteur des Eiffelturms, stand ihm bei dem Mammutprojekt zur Seite.
Eiffel ist es zu verdanken, dass hunderttausende Touristen jedes Jahr im Inneren der Lady Liberty nach oben steigen können. Er entwarf das Skelett der Statue, während Bartholdi für das Äußere zuständig war. Das Äußere, das sind 350 riesige Kupferplatten, die in 214 Kisten verpackt von Frankreich aus in New York im Juni 1885 eintrafen. Aber erst im Mai 1886 als der Sockel errichtet war, konnten die Einzelteile ausgepackt werden und Stück für Stück entstand vor den staunenden Augen der New Yorker ihr Nationaldenkmal. Vier Monate brauchte man zum Aufbau der Statue of Liberty. Dann war es soweit: 28. Oktober 1886--feierliche Einweihung!
Präsident Grover Cleveland versprach an jenem Abend: "Wir werden nicht vergessen, dass die Freiheit hier ihre Heimat hat, und ihr Platz soll nicht vernachlässigt werden." Doch der salzige Wind vom Atlantik, die Autoabgase aus Manhattan, die Kälte, die Hitze setzten dem Denkmal zu. Rostig, löcherig und schimmelig präsentierte sich die Statue in den 70'er Jahren.
1982 dann setzte Ronald Reagan die 100-Jahr Feier Vorbereitungskommission für die Freiheitsstatue ein. 1984 begannen die umfangreichen Renovierungsarbeiten, für die 230 Millionen Dollar an Spenden gesammelt worden waren. Zwei Jahre später, am Independence Day, dem 4. Juli 1986, hundert Jahre nach der feierlichen Einweihung, jubelte ganz Amerika der Statue zu. Seitdem strahlt sie in neuem Glanz und trägt ihr Licht wieder stolz vom Hafen in New York in alle Welt!
Tags: Heute vor...
25.10.08
Grabstätte für Odins Anhänger
In Dänemark wird es zum ersten Mal nach tausend Jahren wieder eine letzte Ruhestätte für Neuheiden geben. Auf dem Wikingerfriedhof sollen jene Dänen begraben werden, die an die altnordischen Götter Odin und Thor glauben - und deren Zahl nimmt zu.
Mit König Harald kam eigentlich vor tausend Jahren das Christentum nach Dänemark und verdrängte den heidnischen Glauben der Wikinger an die Götter der Germanen. Doch heute gibt es eine wachsende Gemeinde von Neu-Wikingern, die tatsächlich wieder an Odin, Thor und Loke glauben. Der dänische Staat hat nun beschlossen, dem Antrag der so genannten Asatrogemeinde auf eine eigene Grabstätte zuzustimmen.
Seit 2003 offiziell anerkannt
Die heidnische Grabstätte soll mitten in der Stadt Odense liegen, der auf Fünen gelegenen drittgrössten dänischen Stadt. Damit bekommen die Anhänger des alten nordischen Glaubens erstmals seit König Haralds Zeiten wieder einen eigenen separaten Grabplatz. Bislang konnten die neuen Wikinger nur zwischen herkömmlichen christlichen Friedhöfen und dem offenen Meer wählen, auf dem ihre Asche verstreut wurde.
Doch seit die größte vorchristliche Gemeinde, "Forn Sidr", 2003 vom dänischen Kirchenministerium als offizielle Glaubensgemeinde anerkannt worden ist, haben die Odin-Anbeter ihre Gemeinde auf 600 Mitglieder verdreifachen können. Deshalb sei ein eigener Grabplatz nun notwendig geworden, sagt Sören Fisker, Begräbnisbeauftragter von "Forn Sidr". "Wenn man eine Glaubensgemeinschaft etabliert, muss man die Gemeindemitglieder auch von der Wiege bis zum Grab betreuen können. Dass wir nun einen eigenen Grabplatz bekommen, ist für uns ein großer Durchbruch", sagte er dem "Kristeligt Dagblad".
Erst Odense, dann Kopenhagen
"Forn Sidr" will nun auf dem Friedhof von Odense eine Reihe großer Steine aufstellen, die zusammen den Umriss eines 18 Meter langen Wikingerschiffes bilden. Sie bilden damit den Rahmen des heidnischen Sammelgrabplatzes. Fisker hofft, dass bald auch andere Kommunen dem Beispiel von Odense folgen. Gerade größere Friedhöfe sollten in Zukunft Land für Sammelgrabstätten der Neuwikinger abtreten.
Die Verwaltung der fünf Kopenhagener Friedhöfe hat sich bereits positiv zu einem Wikingerfriedhof geäußert. "Ja, die können gerne ein Gebiet mieten. Wir werden sehr offen sein für die spezifischen Wünsche der Ausgestaltung dieser Fläche. Allerdings werden wir natürlich nein' sagen, wenn die Wikinger 15 Meter hohe Steine auftürmen wollen", sagt Tom Olson von der Verwaltung der Friedhöfe der dänischen Hauptstadt. Bislang ist die Neuwikingergemeinde "Forn Sidre" die einzige von rund 35 Gruppen, die als Glaubensgemeinde anerkannt wurde. Insgesamt soll mehrere tausend Odin-Anhänger in Dänemark geben.
Weitere Liberalisierung zu erwarten
Bereits mit dem Aufkommen der Romantik im 19. Jahrhundert blühte die alte nordische Naturmythologie wieder auf, dann wieder in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts und erneut in den 60er Jahren. Das isländische Wort ásatrú oder auch Odinismus sind gängige Ausdrücke dafür. Einen schlechten Beiklang hat die Bewegung dadurch bekommen, dass sich auch Neonazis und Satanisten für die alte nordische Religion begeistern. Die öffentliche Meinung im überwiegend protestantischen Dänemark, in dem Moslems die größte religiöse Minderheit noch vor den Katholiken bilden, ist deshalb in der Bewertung der neuen Heiden geteilt.
Die Mehrheit der Dänen scheint jedoch eine größere Offenheit bei der Wahl der Begräbnisformen zu begrüßen. Die Menschen wollten immer häufiger individuell begraben werden, sagt der Religionsforscher René Pedersen von der Universität Aarhus. "Die Genehmigung für Odinisten wird zu einer weiteren Liberalisierung der Begrabungspraktiken führen." Die Genehmigung sei ein gutes Zeichnen für mehr Offenheit gegenüber religiösen Minderheiten, glaubt der Forscher. Schon heute können Muslime in Dänemark eigene Begräbnisstätten anlegen.
Quelle: stern.de
Admin: Bin leider zum Keltischen Heidentum übergetreten. Aber ich finde das ne tolle Idee
Tags: Wikinger