28.11.08

Die Barbaren bleiben länger

Die Ausstellung «Rom und die Barbaren – Europa zur Zeit der Völkerwanderung» in der Bundeskunsthalle Bonn wird bis zum 11. Januar verlängert. Die Schau sollte zunächst am 7. Dezember zu Ende gehen. Fast 60 000 Besucher hätten sie bisher gesehen, teilte die Bundeskunsthalle mit. Die Schau dokumentiert die Völkerwanderung zwischen dem 2. und 6. Jahrhundert nach Christus. Rund 1000 Ausstellungsstücke, darunter Waffen, Helme, Schmuck, Münzen und Büsten von fast 70 europäischen Leihgebern sind zu sehen.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn. Bis 11. Januar 2009, Di, Mi 10–21 Uhr, Do bis So 10–19 Uhr. Eintritt 8 Euro.

Telefon (0228) 91 71-0.

Quelle: fnp.de


Kunst- und Ausstellungshalle Bonn

Archäologischer Park in Syrien im Aufbau

Am reizvoll gelegenen Assad-Stausee in Nord-Syrien entsteht in Emar-Balis ein Archäologischer Park rund um die Ausgrabungen, die von den Universitäten Tübingen und Princeton in Zusammenarbeit mit der syrischen Antikenverwaltung dort seit 1996 betrieben werden. Ein neues Grabungs- und Besucherzentrum zum Empfang von Touristen wurde soeben fertig gestellt.

Auf wenigen Quadratkilometern bietet sich den Besuchern ein einzigartiges Panorama der syrischen Geschichte. Obwohl Emar bzw. Barbalissos/Balis zu größeren Teilen in den Fluten des Euphrat-Stausees versunken sind, drängen sich auf der Halbinsel, die sich noch in den See erstreckt, sakrale und profane Bauten aus der Bronzezeit wie Tempel, Stadtmauer und Wohnbebauung, Reste der byzantinischen Befestigung, einschließlich eines teilweise restaurierten Praetoriums, sowie auf der Höhe über dem See ein omaijadischer Palast und ein vor dem Untergang hierher gerettetes aijubidisches Minarett.

Die Kosten für den Archäologischen Park sind zum größten Teil von einer Stiftung der Princeton University getragen worden, darüber hinaus vom Referat Kulturerhalt des Auswärtigen Amtes und vom Tübinger Universitätsbund. Die Grabungsleiter sind Thomas Leisten für die byzantinisch-islamischen Stätten, der in Tübingen promoviert hat und jetzt als Professor am Department of Art and Archaeology in Princeton arbeitet, und Dr. Uwe Finkbeiner vom Altorientalischen Seminar der Universität Tübingen für die bronzezeitlichen Ruinen.

Der Archäologische Park wird bereits drei Mal in der Woche von Reisegruppen besucht, die die Fahrt von Aleppo nach Deir az-Zor dort für zwei Stunden unterbrechen. Im Frühjahr soll ein Pfad mit Informationstafeln angelegt werden, der zu besonders interessanten Punkten in den Ruinen von Emar führen wird. Außerdem sollen besonders erosionsanfällige Lehmziegelstrukturen restauriert und ergänzt werden, um die Vorstellungskraft des Besuchers zu unterstützen.

Quelle: archaeologie-online.de

22.11.08

Weitere Teile von Herodes Mausoleum entdeckt

Israelische Archäologen haben in der vermeintlichen Grabstätte König Herodes zwei Sarkophage und Hinweise auf ein zweistöckiges Mausoleum gefunden. Nach Ansicht der Wissenschaftler von der Hebräischen Universität in Jerusalem handelt es sich um ein repräsentatives Familiengrab.

"Was wir überall verstreut gefunden haben, sind architektonische Bruchstücke, die es uns erleichtern, das 25 Meter hohe Monument zusammenzusetzen. Es ist sehr elegant und entspricht Herodes Geschmack und Status", sagte Ehud Netzer von der Hebräischen Universität, der vor rund einem Jahr den mutmaßlichen Sarkophag Herodes ausgegraben hat. König Herodes sei bekannt gewesen als ein Liebhaber pompöser Gebäude, berichtet die Tageszeitung "Jerusalem Post".

Auf Grund der Größe gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es ein Familiengrab gewesen ist. "Ein Mausoleum wie dieses war für Könige bestimmt, aber nicht unbedingt nur für ihn selbst. Vielmehr sollte es auch für seine Kinder und seine Familie sein", so Netzer weiter. Bisher ist es noch unklar, ob es wirklich das Grab von König Herodes ist. Die Wissenschaftler sehen in den aufwendigen Wandmalereien allerdings Hinweise auf die Grabstätte Herodes, der von 73 bis 4 vor der Zeitrechnung lebte.

Der mutmaßliche Sarkophag Herodes wurde im Jahr 2007 an der Seite eines Hügels oberhalb von Jerusalem entdeckt, wo einst der Königsfriedhof lag. Der Archäologe sagte, dass Herodes diesen Ort bewusst für das Mausoleum gewählt habe, damit es von ganz Jerusalem zu sehen sei. Zudem habe der König beabsichtigt, es zum "krönenden" Zeichen seiner Bauwerke zu machen.

Quelle: factum-magazin.ch

Koloss von Rhodos- Wunder gibt es immer wieder

In der Antike galt er als eines der Sieben Weltwunder, nun soll er wiederauferstehen: Ein deutscher Künstler plant den "Koloss von Rhodos" als Lichtskulptur.

Nicht weniger als ein neues Weltwunder wird verheißen, und ein Beitrag zum Weltfrieden noch dazu. Ort des Wunders: Die griechische Insel Rhodos. Dort stand einst der spreizbeinige Koloss von Rhodos, gut 30 Meter hoch, die größte Bronzeskulptur jener Zeit und eines von sieben Weltwundern der Antike.

Ein Erdbeben ließ die Figur des Sonnengottes Helios 226 vor Christus stürzen, nur 70 Jahre nach der Errichtung des kolossalen Monuments. Nun soll der Koloss wiederauferstehen - aus der Sonne selbst.

Der deutsche Lichtkünstler Gert Hof will den neuen Koloss von Rhodos als Lichtskulptur erstehen lassen. Hof, der schon zur Jahrtausendwende die Berliner Siegessäule illuminierte sowie die Akropolis in Athen, ist bekannt für pompöse Inszenierungen an geschichtsträchtigen Orten, seine Kunst hat deshalb manche Kontroverse ausgelöst; das Siegessäulen-Silvester-Spektakel wurde gar in die Nähe von Nazi-Licht-Spielen gerückt. Der Lichtmagier nannte seine Aktion völkerverbindend statt völkisch.
Auf Rhodos haben sich schon andere in der Vergangenheit mit der Idee verhoben, den sagenhaften Koloss erneut zu errichten. Die griechischen Archäologen zerpflückten jeden Vorschlag.

Kein Wunder: Weiß doch in Wirklichkeit keiner, wie der echte Koloss einst ausgesehen hat, alle Darstellungen stammen aus späterer Zeit. Niemand kann daher sagen, ob einst tatsächlich ein nackter Gott mit lockigem Haar breitbeinig über der Hafeneinfahrt stand, so dass alle Schiffe hindurchfahren mussten, wie es berühmte Bilder glauben machen wollen.

» Wir wollen keine Replik des antiken Mythos. «
"Wir wollen keine Replik des antiken Mythos", sagt Asteris Koutoulas, der damit möglichen Koloss-Kritikern gleich den Wind aus den Segeln nehmen möchte. Der gebürtige Grieche Koutoulas fungiert als Manager des Künstlers Hof, dessen Koloss auf der Sonneninsel vielmehr ein "neuartiges Gebäude" von bis zu 100 Metern Höhe sein soll. Tagsüber soll sich das Hochhaus "mit der Sonne bewegen", so kündigt Koutoulas höchst geheimnisvoll an, und nachts soll die gespeicherte Sonnenenergie den neuen Koloss "zur größten Lichtskulptur der Welt" machen.

Mehr will Koutoulas noch nicht verraten. Auch keine Bilder, nicht einmal aus dem Computer, soll es von dem neuen Wunder geben, solange es noch ein Traumgebilde ist.

Wunder für den Fremdenverkehr erhofft
Den Bürgermeister der Stadt Rhodos, Hatzis Hatziefthimiou, haben Gert Hof und sein Team schon gewonnen. "Als Rhodite bin ich stolz, dass auf unserer Insel die Idee geboren wurde, der Welt ein neues Wunder zu schenken", schwärmt der Rathauschef, der auch hofft, dass der neue Koloss für den Fremdenverkehr Wunder wirken könnte. "Rhodos war einmal die Mutter des Mittelmeertourismus", sagt Koutoulas. Das ist lange vorbei, denn es gibt einfach zu viel Konkurrenz.

Auch Friedenskonferenzen und die Tagungen zur Förderung alternativer Energien sollen im neuen Kultur-Koloss Platz finden, wünschen sich dessen Förderer. Damit folgen sie durchaus dem Vorbild der Antike. So soll die Kolossalstatue einst aus dem Kriegsmaterial der Belagerer der Insel gegossen worden sein, nachdem es diesen nicht gelungen war, den Stadtstaat Rhodos zu besiegen - ein früheres Beispiel dafür, wie sich Schwerter zwar nicht in Pflugscharen, aber in Denkmäler verwandeln lassen. Schon in der antiken Literatur galt der Koloss jedoch auch als Beispiel für übertriebene Größe und Größenwahn.

Bescheidenheit ist auch die Sache der soeben in Köln gegründeten "New Colossus Peace Association" nicht, die nun erst einmal Sponsoren für den Sonnenlicht-Dom sucht. Sie hofft wohl, dass dies nicht zwölf Jahre dauern wird - so lange brauchte einst der Bronzegussmeister Chares von Lindos für seinen Koloss. Schon in zwei Jahren, so sagt Koutoulas, könnte Rhodos leuchten.

Quelle: sueddeutsche.de

Antiker Streitwagen in Bulgarien entdeckt

Sofia (AP) Archäologen haben in Bulgarien einen 1.800 Jahre alten Streitwagen aus Bronze ausgegraben. Sie entdeckten das gut erhaltene Stück in einem thrakischen Grabhügel im Südosten des Landes, wie der Ausgrabungsleiter am Freitag mitteilte. Der reich verzierte vierrädrige Wagen stamme aus dem zweiten Jahrhundert, erklärte Weselin Ignatow. Das Grab habe vermutlich einem wohlhabenden thrakischen Adligen gehört, da der Tote mit seinen Besitztümern bestattet worden sei. Diesen Artikel weiter lesen

Mit dem Streitwagen, der mit Szenen aus der Mythologie verziert ist, wurden Gegenstände aus Holz und Leder geborgen. Dabei handelt es sich vermutlich unter anderem um Pferdegeschirre. In Bulgarien gibt es rund 10.000 thrakische Grabhügel. Die Thraker lebten von 4.000 vor Christus bis zum sechsten Jahrhundert nach Christus in Bulgarien und Teilen des heutigen Griechenlands, der Türkei, Mazedoniens und Rumäniens.

Quelle: de.news.yahoo.com

16.11.08

16.11.1869: Suezkanal fertig

Am Süd-Ufer des Mittelmeers, am Eingang zum Suezkanal, stand bis 1956 eine riesige Statue. Sie zeigte den Franzosen Ferdinand de Lesseps. Stolz erhobenen Hauptes, die offene Rechte wegweisend ausgestreckt, nahm der Mann aus Bronze die Parade der durchfahrenden Schiffe ab. Tausende Passagiere blickten staunend zu dem Koloss hoch und dachten: "Das ist der Vater des Suezkanals."

"Sie wissen ja nicht, dass dieses Götzenbild nur das Denkmal einer großen Geschichtsfälschung ist", schrieb 1940 Nikolaus Negrelli. "Sie ahnen nicht, dass der zusammengerollte Bauplan, den die Linke der Erzgestalt da oben gierig umkrallt, dem Gehirn eines anderen entsprungen ist."

Negrelli ärgerte sich zu Recht, denn die Pläne zum Bau des Suezkanals zeichnete nicht Lesseps, sondern sein Großvater, dem Ägypten kein Denkmal stiftete: Alois Negrelli, Ritter von Moldelbe. Er und Lesseps arbeiteten Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinsam in der internationalen Suez-Kommission. Beide wussten, es gab schon einmal einen längst wieder versandeten Kanal zwischen Mittelmeer und Rotem Meer - zur Zeit der Pharaonen. Negrelli war überzeugt, das ein solcher Kanal wieder ausgehoben werden könnte:

Negrelli: "Die Verbindung der beiden Meere mittels eines maritimen Kanals ist sowohl für die Entfaltung des Welthandels durch Abkürzung des Weges zwischen Europa und den am indischen Ozean gelegenen reichen Ländern der alten Welt als auch für die Belebung der Küstenfahrt Ägyptens, verbunden mit dem Aufblühen der inneren Wohlfahrt dieses gesegneten Landes, eine unbestreitbare Notwendigkeit."

Doch Negrelli starb bevor er seine Pläne umsetzen konnte. Das nutzte Lesseps aus. Er kaufte der Witwe alle Pläne ab und gab sie als die eigenen aus. Dabei verstand Lesseps von Architektur nur wenig. Seine Fähigkeiten lagen in der Politik. Der gerissene Diplomat hatte schon 1854 die Erlaubnis für den Bau des Suezkanals besorgt, indem er seinen Freund, den ägyptischen Vizekönig, umgarnte.

Lesseps: "Die Namen der Erbauer der Pyramiden, jener nutzlosen Monumente menschlichen Stolzes, versinken in der Dunkelheit. Der Name des Prinzen, der den großen Suez-Schiffskanal geöffnet hat, wird von der Nachwelt über Jahrhunderte gepriesen werden."

Lesseps gründete eine Aktiengesellschaft. Doch die Geldgeber waren zaghaft, nur knapp drei Viertel der 400.000 zum Kauf angebotenen Aktien wurden gezeichnet. Trotzdem konnte Lesseps im April 1859 den ersten Spatenstich machen. Kritisiert wurde der Kanalbau vor allem von den Briten. England hatte gerade eine Eisenbahnlinie von Alexandrien nach Suez eröffnet und fürchtete nun um deren Einnahmen. Als Lesseps das Geld ausging, schrieb die britische Zeitung "Standard":

"Standard": "Was werden die Aktionäre dazu sagen, diese armen Spekulanten in Frankreich, Ägypten und der Türkei? Sie werden ruiniert sein! Wenn die zweihundert Millionen ausgegeben sein werden, bricht das Unternehmen aus Mangel an Mitteln zusammen."

Die Zeitung irrte. Tausende Ägypter gruben weiter am Kanal in sengender Wüstenhitze. Viele von ihnen starben an Erschöpfung, Lesseps hielt durch. 1869 war der Kanal fertig. Der Bau dauerte doppelt so lange und kostete drei Mal so viel wie geplant. Am 16. November 1869 fand in Port Said eine große Feier statt, Adelige aus ganz Europa nahmen daran teil. Tags darauf weihten sie mit einer offiziellen Fahrt den Kanal ein. Auch der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm war dabei:

Friedrich Wilhelm: "Bis zur Ankunft in Ismailia bot die Fahrt nichts anderes als den Blick auf einen geradlinig gezogenen Kanal, der durchweg von sandigen Ufern eingefasst ist. Drei Mal geriet das eine der österreichischen Schiffe Elisabeth, welches sich uns vorgeschoben hatte, auf den Sand, und hielt uns sowie die sämtlichen Schiffe dadurch gehörig auf; sonst ging die siebenstündige Fahrt ohne Anstoß vonstatten; doch ward natürlich sehr vorsichtig gedampft."

Zur Einweihung sprach niemand mehr von Negrelli, der Planer des Kanals war vergessen. Erst die Tochter des Ingenieurs entdeckte im Nachlass wichtige Papiere, die belegten, dass ihr Vater und nicht Lesseps die Pläne für den Kanal gezeichnet hatte. Sie ging vor Gericht. Ergebnis: Alois Negrelli, Ritter von Moldelbe ist Urheber des Kanals. Gelohnt hat sich das Urteil für die Familie nicht, verdient haben am Kanal nur die Menschen und Staaten, denen er gehörte.

Keltischer Münzschatz in Maastricht gefunden

Maastricht (dpa) Archäologen haben auf einem Acker in Maastricht einen in den Niederlanden einzigartigen keltischen Münzschatz aus dem 1. Jahrhundert vor Christus gefunden. Nach Angaben der Stadt Maastricht besteht der Schatz aus insgesamt 109 Gold- und Silbermünzen.

Die 39 Goldmünzen werden dem keltischen Volksstamm der Eburonen zugeordnet. Die 70 silbernen sogenannten Regenbogenschüsselchen stammten demnach aus dem Rheingebiet. Dieser erste keltische Goldschatz auf niederländischem Boden sei von großer kulturhistorischer Bedeutung.

Die Münzen datierten aus der Zeit, in der der römische Feldherr Julius Caesar in das Gebiet eingefallen sei. Die Bewohner, die Eburonen, leisteten heftigen Widerstand und suchten sich Verbündete aus dem Rheingebiet. Der Münzschatz könne die Bezahlung für die Verbündeten gewesen sein, vermuten die Experten. Möglicherweise habe jemand den Münzschatz in den Kriegswirren in Sicherheit gebracht und in einer 65 Zentimeter tiefen Grube vergraben.

Ein Hobby-Archäologe hatte im vergangenen Jahr mit einem Metall-Detektor die Entdeckung seines Lebens gemacht. Er fand auf dem Acker vereinzelte Gold- und Silbermünzen. Nachdem er dem Archäologischen Dienst seinen Fund angezeigt hatte, meldeten auch andere ihre Funde an diesem Platz. Das war Anlass für die archäologische Grabung auf einem 15 mal 30 Meter großen Feld.

Die Münzen wurden gesäubert, restauriert und konserviert. Die Stadt Maastricht ist Eigentümer von 80 Münzen. Die restlichen gehören den Findern, die Stadt darf sie aber nutzen.

Quelle: all-in.de