06.06.08

Im Schatzhaus der Pharaonen

08.06.2008 | 20:15 Uhr| Phoenix

Unter einem verstaubten Holzdeckel kommt das leuchtende Antlitz einer pharaonischen Schönheit zum Vorschein. Im Licht der Taschenlampe erwacht sie aus Jahrtausende langem Schlaf. Keine Szene aus einem Märchen, sondern einer von vielen magischen Momenten im Laufe einer einzigartigen wissenschaftlichen Expedition. Sie führt in die legendären Katakomben eines der berühmtesten Museen der Welt. Archäologen und Ägyptologen begeben sich auf Spurensuche im Keller des Ägyptischen Museums in Kairo. Dort lagern in endlosen Regalen Hunderte von kostbaren Sarkophagen und zauberhafte Mumienmasken neben Tausenden von Kisten und Kästen, die allesamt längst in Vergessenheit geraten sind.

Das Kairoer Museum stellt rund 150.000 Artefakte aus, darunter die Mumien von legendären Pharaonen wie Ramses II und den Goldschatz aus dem Grab des Tutanchamun. Was kaum jemand ahnt: Schätzungsweise weitere 90.000 Kunstgegenstände lagern im Keller. Das 10.500 m¿ große, labyrinthische Gewölbe dient seit mehr als 100 Jahren als Zentrallager für Ausgrabungsfunde aus ganz Ägypten. Erstmals durfte ein Filmteam die Forscher bei ihrer Expedition in die jahrzehntelang verschlossenen und in Vergessenheit geratenen unterirdischen Gewölbe begleiten. Die Filmemacher erhielten exklusiven Zugang zu Schätzen, die seit ihrer Entdeckung niemand mehr zu Gesicht bekommen hat. Mehrere Wochen konnten sie in der größten und bedeutendsten Sammlung der pharaonischen Antike drehen.

Im Zentrum des Films steht Dr. Wafaa El Saddik, die erste Frau an der Spitze von Ägyptens wichtigstem Nationalmuseum. Sie hat die titanische Aufgabe übernommen, das Haus zu modernisieren. Das Filmteam begleitet die renommierte Ägyptologin und ihre Mitarbeiter bei dem abenteuerlichen Vorstoß in die hintersten Winkel des Museums. Die Dokumentation zeigt die Arbeit in dieser 'Schatzkammer der Pharaonen' so, wie sie noch nie in einem Film festgehalten wurde.

Das Mediciprojekt - Gicht oder Gift?

08.06.2008 | 12:45 Uhr| 16:00 Uhr

Seit 450 Jahren ist er tot und gibt immer noch Rätsel auf: Ferdinando de Medici, Sohn von Cosimo I., dem Großherzog von Florenz. Er galt als grausam, despotisch und tyrannisch. Er starb, erst 36 Jahre alt, am 16. Oktober 1587 unter mysteriösen Umständen. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt. Systematisch haben Archäologen, Medizinhistoriker und Molekularbiologen die Familiengruft der Medici in Besitz genommen. Die internationalen Wissenschaftler unter Leitung der Paläopathologen Gino Fornaciari und Donatella Lippi sind dabei, die berühmteste Familie Italiens auszugraben. Direkt in der Gruft unterziehen sie die sterblichen Überreste einer gründlichen Autopsie. Im Florentiner Krankenhaus werden die Knochen und Schädel dann geröntgt und einer Computertomografie unterzogen. Von jedem der Medici werden DNS-Analysen angefertigt. Die Dokumentation begleitet die Paläopathologen bei ihrer kriminalistischen Tätigkeit.

6.6.1838: US-Amerikaner vertrieben Cherokees

US-amerikanische Truppen drangen in das Gebiet der Cherokee-Indianer ein und begannen mit der Vertreibung des Stammes in das von der Regierung vorgesehene Territorium westlich des Mississippi. Etwa 3000 Indianer wurden gefangen genommen und in die Reservate gebracht. Im Winter 1838/1939 wurden weitere 14.000 Cherokees auf einen 1.200 Meilen langen Fußmarsch in die Indianer-Reservate gezwungen. Etwa 4000 starben dabei an Hunger, Erschöpfung und Krankheit. Der lange Weg wurde als "trail where they cried" zum Symbol für die Vertreibung der Indianer aus ihrer Heimat. Heute ist er bekannt als "Trail of Tears" (Pfad der Tränen). Die Nachkommen der Überlebenden des "Trail of Tears" bilden heute die "Cherokee Nation" mit mehr als 165.000 Mitgliedern.

04.06.08

4.6.1745: Schlacht bei Hohenfriedberg

In der Schlacht bei Hohenfriedberg besiegte die Armee des preußischen Königs Friedrich II. die zahlenmäßig stark überlegenen Truppen Österreichs und Sachsens. Viel hatte Friedrich "der Große" von diesem Triumph über die Verbündeten erwartet: Der Erfolg sollte sich für Preußen sowohl in militärischer, als auch in politischer Hinsicht positiv auswirken. In beiden Belangen wurden die Erwartungen des Preußenherrschers nicht erfüllt. Während die Generalität der gegen Friedrich Verbündeten die Leistungsfähigkeit der preußischen Armee unterschätzt hatte, unterlag der Autor des "Antimachiavell" einem Fehlurteil bei der Bewertung der militärischen und politischen Gesamtlage. Die Niederlage von Hohenfriedberg konnte die Österreicher vorerst keineswegs davon abbringen, Schlesien zurückerobern zu wollen. Der für Preußen ausgebliebene politische Nutzen wurde reichlich aufgewogen durch den nicht zu unterschätzenden großen moralischen Erfolg, den die Schlacht beim Gegner und in den eigenen Reihen zeitigte. Preußens Heer blieb im Felde schier unüberwindlich. Der Sieg von Hohenfriedberg zeigte die militärischen Möglichkeiten des preußischen Königs und seines Heeres, die zusammen ein ganzes Netz gegnerischer Pläne mit einem Hieb zerschlagen hatten.

Abenteuer ARTE: Antike Städte

Die letzten Römer
Samstag, 7. Juni 2008 ab 21.00 Uhr
Wiederholungen :
08.06.2008 um 14:00
15.06.2008 um 15:20

Ein Film von Marco Visalberghi und Philippe Axell

Nicht weit entfernt von der türkischen Touristenhochburg Antalya befindet sich die archäologische Ausgrabungsstätte Sagalassos. Die Überreste der im 6. Jahrhundert von den Römern aufgegebenen Stadt sind erstaunlich gut erhalten und bieten den Forschern aufschlussreiche Einblicke in die Lebensweise der Menschen der Antike.

Die "Agora", der zentrale Platz der antiken Stadt Sagalassos, unweit der türkischen Stadt Antalya

In 1.500 Metern Höhe, im Taurusgebirge Anatoliens unweit des heutigen Ortes Aglasun in der türkischen Provinz Burdur, liegt die beeindruckende archäologische Fundstätte Sagalassos. Die antike Stadt wurde im Jahr 333 vor Christus von Alexander dem Großen auf seinem Weg nach Persien erobert und zählte zu den wohlhabendsten Städten der kleinasiatischen Region Psidien. Die Ruinen der erst Ende des 20. Jahrhunderts entdeckten Stadt - mittlerweile beliebtes Ziel von der Touristenhochburg Antalya aus - umfassen Forum, Theater, Tempel, Bibliothek, Thermen, Odeum und Kirchen.

Durch die Jahrhunderte von Plünderungen verschont geblieben, erzählen die gut erhaltenen Fundstücke von den "letzten Römern". Seit Beginn der Ausgrabungen fragen sich die Wissenschaftler der Katholischen Universität Loewen/Belgien, wer diese "letzten Römer" waren, wie sie lebten und vor allem, warum sie ihre Stadt verließen? Auf diese Fragen gibt es viele mögliche Antworten, unter anderem soll es mehrere Erdbeben und Epidemien gegeben haben. Archäologen versuchen nachzuvollziehen, wie die Stadt einst aussah, wie in der antiken Blütezeit Gesellschaft, Politik und Religion strukturiert waren, und wie Landwirtschaft, Gewerbe und Handel funktionierten.

Persepolis - Blick in ein Weltreich
Samstag, 07. Juni 2008 um 21.50 Uhr
Wiederholung: am 8. Juni um 14.50 Uhr

Die Dokumentation lässt die Hauptstadt des untergegangenen Perserreiches wieder erstehen. Der Bau von Persepolis wurde im Jahr 520 vor Christus unter König Darius I. begonnen. Die Stadt wurde zur Metropole eines Weltreichs, das beispielgebend für seine Organisation und Verwaltung war und dessen Bewohner - auch in den eroberten Gebieten - auf Toleranz in Glaubensfragen zählen konnten und in gewisser Hinsicht sogar auf Rechtssicherheit. Alexander der Große ließ Persepolis im Jahr 330 vor Christus als Vergeltung für die zerstörte Akropolis von Athen brandschatzen.

PersepolisWahrscheinlich war es das größte Bauvorhaben der Antike, als König Darius I. im Jahr 520 vor Christus am Fuß des Kuh-e-Rahmat - des Bergs der Gnade - in der zentralpersischen Hochebene eine 15 Hektar große Terrasse aufschütten ließ. Hier sollte Persepolis, die neue Hauptstadt des Perserreichs, entstehen. Architekten, Handwerker und Künstler aus allen Regionen des Weltreichs, das sich über drei Kontinente vom Indus bis zum Schwarzen Meer, vom Kaspischen Meer bis nach Äthiopien erstreckte, wurden mobilisiert, um eine prächtige Stadt entstehen zu lassen. Der Blick auf die Ruinen ist beeindruckend. Wenn bereits geborstene Säulen, angeschlagene Friese und Reste von Toren und Standbildern solche Wirkung erzeugen, wie muss es dann vor 2.500 Jahren gewesen sein, wenn Fremde in der Hochebene zum ersten Mal die Terrasse von Persepolis mit ihren Säulenhallen, prächtigen Toren und rotgoldenen Dächern erblickten? Persepolis sollte Respekt und Bewunderung hervorrufen, wenn zu Noruz, dem persischen Neujahr, die Abgesandten der tributpflichtigen Völker Vorderasiens vor den Achaemenidenkönigen Darius I., Xerxes, Darius II. oder Artaxerxes erscheinen mussten. 330 vor Christus zerstörte und brandschatzte Iskander - Alexander von Makedonien - die Stadt, angeblich um die Zerstörung der Akropolis durch die Perser zu rächen.

Das kleine Extra
Die Architekten Wolfgang Gambke und Kourosh Afhami haben Persepolis für die Dokumentation virtuell neu gebaut. In mehrjähriger Arbeit haben sie mit einem Animationsprogramm, das vor allem Stadtplaner benutzen, einige tausend Umrisse, Details und Texturen hergestellt.

01.06.08

1.6.1780: Carl von Clausewitz (†16.11.1831)

Preußischer General und Kriegstheoretiker, Begründer der modernen Strategielehre. Studierte Philosophie und Literatur. Ab 1810 diente er unter Gerhard von Scharnhorst dem preußischen Generalstab. 1812 trat Clausewitz in russische Dienste, um gegen die napoleonische Invasion Russlands zu kämpfen. Im Range eines Generalmajors leitete er von 1818 bis 1830 die Allgemeine Kriegsschule in Berlin. Berühmt machte ihn sein Hauptwerk "Vom Kriege". Darin lehnte er den Krieg als Selbstzweck ab und deutete ihn als "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln". Das erst nach seinem Tod von seiner Frau veröffentlichte Buch beeinflusste Generationen von Militärstrategen und Politikern - beispielsweise Lenins Konzept des "imperialistischen Krieges".

1.6.1035: Einsiedler-Mönch Simeon

Im Ostturm der Porta Nigra in Trier starb der Einsiedler-Mönch Simeon nach fünf Jahren selbst gewählter Einsamkeit. Der Legende nach vollbrachte Simeon zahlreiche Wunder. Der Sohn einer Griechin war Pilgerführer im Heiligen Land. Über Rom und Rouen kam er auf Befehl eines Abtes nach Trier, um den Trierer Bischof auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem zu begleiten. Nach der Rückkehr ließ er sich in einer Kammer der Porta Nigra, der Trierer Stadtmauer einmauern. 1041 wurde das alte römische Stadttor zu einer Kirche umgebaut und daneben der St. Simeon-Stift errichtet. Die Gebeine des Mönchs werden in der Kirche von St. Gervasius in Trier verwahrt. Simeon wurde von Papst Benedikt IX. heilig gesprochen.

Rekonstruierte Bilder der mittelalterlichen Porta Nigra in Trier.




Umfangreicherer Text zu Simeon von Trier auf den Seiten des "Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons".