Reste der römischen Grenzanlage entdeckt
Aufsehenerregender Fund in Gunzenhausen: Am Marktplatz der Altmühlstadt wurden bei Bauarbeiten Reste des römischen Limes entdeckt.
An der Hausecke eines Kaufhauses steht zu lesen, dass dort einst, vor rund 1800 Jahren, die «Teufelsmauer« verlief – der römische Limes. Wie präzise die Steintafel dort tatsächlich platziert ist, hat sich nun im Zuge von Bauarbeiten gezeigt: An der Nordseite des Marktplatzes, direkt unterhalb der Hinweistafel, kamen von Menschenhand bearbeitete Holzpfähle und Überreste einer Steinmauer ans Tageslicht.
Große Steinblöckee
Eine schnurgerade Reihe aus vier unten angespitzten, senkrecht im Erdreich steckenden Pfählen aus Fichtenstämmen, Teile eines quer liegenden Eichenbalkens und mehrere kleinere Holzfragmente kamen bei den Kanalisationsarbeiten zum Vorschein. Auf den Pfählen ruhen stellenweise drei bis vier Lagen sorgfältig aufeinander geschichteter, etwa kopfgroßer Steinblöcke.
Holz wird untersucht
Darauf, dass es sich tatsächlich um Fundamente des Rätischen Limes oder gar um die Überreste der Palisade selbst handelt, wollte sich Wolfgang Czysz, Referatsleiter für Bodendenkmäler beim Landesamt für Denkmalpflege, vor Ort noch nicht festlegen. Angesichts der Beschaffenheit der Fundstelle sei dies aber sehr wahrscheinlich. Ein Vergleich mit den Holzfragmenten, die vor gut 30 Jahren beim Bau des Kaufhauses gefunden und per Dendrochronologie (Altersbestimmung anhand der Jahresringe) etwa auf das Jahr 160 nach Christus datiert wurden, soll darüber Aufschluss geben.
Unsicherer ist dagegen die Zuordnung der Mauersteine: Zwar hat sich dem Fachmann zufolge einst in direkter Nachbarschaft ein Wachturm der «Teufelsmauer« befunden. Dessen Position stimme aber nicht exakt mit der der Funde überein.
Sicker- oder Thermalquelle?
Besonders interessant ist laut Czysz die Beschaffenheit des Bodens rund um die Limes-Fragmente. Tiefschwarz ist die Erde, extrem torfhaltig und mit einer schweren Tonschicht darunter – für die Gunzenhausener Gegend äußerst unüblich. «Möglicherweise gab es hier eine Sickerquelle«, meint der Denkmalpfleger, «vielleicht sogar eine Thermalquelle«. Auch dies sei aber vorerst nur Spekulation.
Der Limes führt mitten durch das heutige Stadtgebiet von Gunzenhausen. Wo jetzt die Stadtpfarrkirche steht, befand sich einst das Stabsgebäude eines Kleinkastells für eine schnelle Eingreiftruppe am Limes.
Die Grenzbefestigung des Imperium Romanum hat eine Gesamtlänge von 550 Kilometern, wovon gut 150 Kilometer auf heute fränkisches Gebiet entfallen. Seit dem Jahr 2005 zählt das größte Bodendenkmal Europas zum Unesco-Weltkulturerbe.
Quelle: hersbrucker-zeitung.de
Museum für Vor- und Frühgeschichte - Gunzenhausen
11.02.09
Gunzenhausen: Limes unterm Pflaster
Tags: Antike, Ausgrabungen, Bauwerke, Roemer
Grabkammer mit 30 Mumien in Ägypten entdeckt
Sensationsfund für agyptische Archäologen: Die Forscher entdeckten in der Totenstadt von Sakkara eine unberührte Grabkammer. In der Gruft fanden sich acht Sarkophage und viele Wandnischen mit weiteren Mumien. In einem der Holzsärge lag die Mumie eines Mannes, der vor etwa 2500 Jahren bestattet wurde.
Ägyptische Archäologen haben in der Totenstadt von Sakkara eine Grabkammer mit 30 Mumien und mehreren noch unberührten Sarkophagen aus der Pharaonenzeit entdeckt. Die Kammer mit Dutzenden Wandnischen befindet sich am Boden eines elf Meter tiefen Schachts, wie der Chef der ägyptischen Altertumsbehörde, Sahi Hawass, am Montag mitteilte..
Das Finden von intakten Begräbnisstätten in so bekannten Totenstädten wie Sakkara ist ungewöhnlich. Oft haben Grabräuber die Gegenden bereits vor den Archäologen entdeckt und geplündert.
Bislang sei erst ein Sarkophag geöffnet worden. In dem 1,8 Meter langen Holzsarg fanden die Forscher die relativ unversehrte Mumie eines Mannes. Auf dem Sarkophag ist in Hieroglyphen der Name des Toten und seiner männlichen Vorfahren zu lesen. Hawass datierte das Grab auf das Jahr 640 vor Christus. Es stammt demnach aus der 26. Dynastie, der letzten unabhängigen Epoche vor der Eroberung Ägyptens durch die Perser.
Vier weitere Sarkophage aus Kalkstein sollen in den kommenden Tagen vorsichtig geöffnet werden. Die 22 Mumien in den Nischen sind nicht sehr gut erhalten, so dass schwer zu bestimmen ist, welchen Rang sie zu Lebzeiten bekleideten. Nischengräber waren in dieser Zeit auch sehr unüblich, wie die Archäologen betonten. In einer der Nischen befand sich außerdem noch ein mumifizierter Hund.
Den Wissenschaftlern zufolge wurde das neu entdeckte Grab ursprünglich für einen bedeutenden Priester der 6. Dynastie (ca. 2318-2168 v. Chr.) namens Sengam gebaut worden. Die in der mit Reliefs dekorierten Kammer gefundenen Mumien stammen jedoch vermutlich aus der 26. Dynastie (664-525 vor Christus). Damit ist die Grabkammer selbst deutlich älter als die Mumien.
In der Totenstadt von Sakkara waren vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Perserzeit Könige und Beamte bestattet. Seit 150 Jahren wird dort kontinuierlich gegraben, wobei einige sensationelle Entdeckungen gemacht wurden. So wurde erst im November eine neue Pyramide lokalisiert.
Hawass zufolge sind erst etwa 30 Prozent der historischen Monumente freigelegt worden. Berühmt ist die Stätte vor allem für die Stufenpyramide des Djoser. Sie ist mit rund 60 Metern das größte Bauwerk der immer noch nicht vollständig erforschten Nekropole.
Quelle: welt.de
Tags: Ägypten, Antike, Ausgrabungen
10.02.09
10.2.382: Westgoten verbündeten sich mit Rom
Der römische Kaiser Theodosius I. schloss mit den Westgoten einen Föderationsvertrag ab. Durch die Ansiedlung eines autonomen Volkes wurde ein Staat im Staate geschaffen. Diese Ansiedlung erfolgte im Gebiet von Reichsdakien, Niedermösien und Kleinskythien. Die Ansiedlung diente dem Grenzschutz in den Provinzen der unteren Donau. Hier hatte die Christianisierung der Westgoten im Sinne des Arianers Wulfilla begonnen. Im Zuge der sogenannten Völkerwanderung waren die Goten in Scharen über die Donau gewandert. Nach dem Tod von Theodosius im Jahre 395 kündigten sie ihr Bündnis mit dem Römischen Reich auf und fielen unter der Führung von Alarich vom Ostreich ab. In den folgenden Jahren zogen sie durch den Balkan und über die Peloponnes und brachen im Jahre 401 in Italien ein.
Quelle: kalenderblatt.de
Tags: Heute vor...
07.02.09
Das Pantheon - eine Sonnenuhr?
Im Pantheon wurden im alten Rom Götter verehrt. Doch Archäologen sind uneins, ob der Kuppelbau nicht noch eine weitere Funktion hatte.
Das Pantheon, eines der am besten erhaltenen Bauwerke aus der Römerzeit, ist möglicherweise eine riesige Sonnenuhr. Zu diesem Schluss kommt der Archäologe Robert Hannah von der Universität von Otago in Neuseeland. Seiner Theorie zufolge war der etwa im Jahr 128 nach Christus fertiggestellte Kuppelbau nicht nur ein den römischen Hauptgöttern gewidmeter Tempel, sondern auch ein Gemäuer, das astronomische Gegebenheiten abbildet.
Hannah, ein Spezialist für Zeitmessung in der Antike, vermutet, dass die kreisförmige Öffnung in der Kuppel des Pantheons mehr sein könnte als bloß ein Loch, um den Innenraum zu erhellen. Hannah nahm vielmehr an, dass der Winkel, in dem die Sonnenstrahlen durch die Kuppelöffnung dringen, eine besondere Bedeutung hat.
Im Winter bescheint die niedrig stehende Sonne das Innere der Kuppel. Im Sommer treffen die Strahlen auf Wände und Boden. Von Bedeutung sind nach Hannahs Theorie aber vor allem die beiden Tage der Tagundnachtgleiche, dem sogenannten Äquinoktium. Das sind in Europa der Frühlings- und Herbstanfang, am 21. März und am 23. September.
An diesen Tagen trifft das Sonnenlicht im Pantheon genau die Trennlinie zwischen Kuppel und Seitenwänden. Durch ein Gitter über dem nördlichen Eingang fällt an diesen beiden Tagen ein Teil des Lichtes in den Vorraum an der Nordseite des Pantheon.
Antikenforscher Hannah hält das nicht für Zufall: Die Römer hätten ausgehöhlte Halbkugeln mit einem Loch in der Mitte als Sonnenuhr für größere Zeiträume genutzt, um die Jahreszeiten anzuzeigen. So könnte es auch beim Pantheon gewesen sein.
Hannah hält es für möglich, dass die besondere Betonunung des Äquinoktiums dazu diente, den Kaiser, der im Pantheon betete, in den Rang der Götter zu erheben.
Andere Archäologen sehen das skeptisch. "Es ist nicht ausgeschlossen, aber eine Sonnenuhr war sicher nicht der vordergründige Zweck des Pantheon", sagt Jochen Griesbach vom Institut für Klassische Archäologie an der Universität München. Ihm seien jedenfalls keine Quellen bekannt, die eine solche Theorie bestätigen würden.
Quelle: sueddeutsche.de
04.02.09
Schatztaucher finden "HMS Victory"
Seit mehr als 260 Jahren rankt sich ein Mysterium um das britische Kriegsschiff "HMS Victory" - jetzt hat eine Schatztaucherfirma angeblich das Wrack entdeckt. Das Schiff war 1744 mit einem Schatz im Ärmelkanal gesunken. 1100 Mann fanden den Tod.
Die US-Firma Odyssey Marine Exploration teilte am Montag in London mit, das Segelschiff im Ärmelkanal ausfindig gemacht zu haben. Die "Victory" war 1744 im Sturm vor der Kanalinsel Alderney mitsamt Goldschatz und 1100 Mann an Bord gesunken. Seitdem galt es als verschollen. Die "Victory" war auch Vorbild für Admiral Nelsons gleichnamiges Flaggschiff von der Schlacht von Trafalgar. Experten gehen davon aus, dass der Fund Milliarden wert sein könnte.
Zwei Kanonen geborgen
"Dieses Wrack zu finden, hat eines der größten Mysterien der Geschichte gelöst", sagte Greg Stemm, Gründer von Odyssey Marine Exploration. Die Forscher entdeckten das Wrack nach eigenen Angaben etwa 100 Kilometer von dem Ort entfernt, wo das Schiff damals gesunken sein soll. Zwei der mehr als 100 Kanonen seien geborgen worden, um das Schiff zu identifizieren. Einen genauen Fundort gab die Firma nicht an.
Odyssey Marine Exploration habe eng mit dem britischen Verteidigungsministerium und der Marine zusammengearbeitet, erklärte Stemm. Das Ministerium betonte, das Wrack sei "hoheitlich geschützt". Als Militärschiff ist das Wrack im Besitz des Staates.
Streit um Funde
Odyssey Marine Exploration ist mit einer Entdeckung schon einmal in die Schlagzeilen geraten: Vor zwei Jahren gab sie den Fund eines spanischen Wracks mit einem Millionenschatz bekannt. Spanien erhob jedoch Anspruch darauf. Der Fall ist immer noch anhängig. Das Kulturministerium in Madrid warf den Amerikanern Plünderung spanischen Kulturbesitzes vor.
Quelle:.heute.de
Tags: Ausgrabungen, England
02.02.09
Faszination Mittelalter auf Arte
ARTE widmet der mythischen Epoche im Februar den Schwerpunkt "Ritter, Pfaffen, Knechte - Leben im Mittelalter" mit zwei Spielfilmen und zwei Themenabenden. Der Themenabend "Geduldet, verdächtigt, verfolgt - Juden im Mittelalter" wirft einen Blick auf jüdisches Leben am Rhein und präsentiert den Spielfilmklassiker "Ivanhoe" mit Robert Taylor in der Hauptrolle. Der zweite Themenabend forscht nach der wahren Geschichte des König Artus: eine mittelalterliche Detektivgeschichte.
Die einzelnen Sendungen im Überblick:
Montag, 2. Februar um 21.00 Uhr
Die Ritter der Tafelrunde
(Knights of the Round Table)
Spielfilm von Richard Thorpe, USA 1953
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Mittwoch, 4. Februar um 23.10 Uhr
Beowulf and Grendel
Spielfilm von Sturla Gunnarsson, Kanada/Island/Großbritannien 2005
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Mittwoch, 4. Februar um 00.50 Uhr
Der Templer
Kurzfilm von Florian und Sebastian Henckel von Donnersmarck, Deutschland 2002
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Samstag, 7. Februar um 21.00 Uhr
Sphinx
Der Kreuzzug in die Hölle - Die Templer
Dokumentation von Jens-Peter Behrend, Deutschland 2004
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Samstag, 7. Februar um 21.50 Uhr
Terra X
Im Bann des Priesterkönigs - Suche nach den "Drei Indien"
Dokumentation von Martin Papirowski und Heike Nelsen-Minkenberg, Deutschland 2007
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Sonntag, 8. Februar ab 20.45 Uhr
Themenabend: Geduldet - verdächtigt - verfolgt
Die Juden im europäischen Mittelalter
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Sonntag, 15. Februar ab 20.15 Uhr
Themenabend: König Artus
Englands keltischer König
Tags: Programmvorschau
31.01.09
L'Angélus
Ein sehr bekanntes französisches Gemälde , das die Deutschen kaum kennen: "L'Angélus" von Jean-François Millet.