15.01.09

Che Guevara aus der Sicht von Steven Soderbergh

Endlich kommt das jahrelang geplante und angekündigte Filmprojekt des amerikanischen Filmemachers Steven Soderbergh über das Leben des Che Guevara in die Kinos. Benicio Del Toro spielt Ernesto Che Guevara in beiden Folgen des Spielfilm-Zweiteilers, „The Argentine – Part I“ und „Guerilla – Part II“. „Metropolis“ traf den Regisseur und seinen Hauptdarsteller anlässlich des französischen Kinostarts. In den deutschen Kinos läuft das Doppelfeature am 26. März 2009 an.

Che: The Argentine
von Steven Soderbergh
mit Julia Ormond, Benicio Del Toro, Pablo Guevara, Franklin Díaz, Armando Suárez Cobián, Rodrigo Santoro, María Isabel Díaz, Demián Gómez, Mateo Gómez

Part 1: Am 26. November 1956 segelt Fidel Castro mit 80 Rebellen nach Kuba. Einer dieser Rebellen, Ernesto "Che" Guevara, ein Argentinischer Doktor teilt mit Castro das Ziel den Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Che entwickelt sich schnell zum Elite Kämpfer und Anführer der Guerilla Bewegung, welcher von seinen Mitstreiter und dem kubanischen Volk geliebt wird. Der Film zeigt die Entwicklung der Kubanischen Revolution und wie er vom Doktor über den Kommandanten zu einem Volkshelden wächst.

Che: Guerilla
von Steven Soderbergh
mit Benicio Del Toro, Demián Bichir, Rodrigo Santoro, Catalina Sandino Moreno, Franka Potente, Joaquim de Almeida, Marísa D. Sosa, Raúl Beltrán

Part 2: Nach der kubanischen Revolution ist Che auf der Höhe seines Ruhmes und Macht als er im Dschungel von Bolivien untertaucht und sich mit einer kleinen Gruppe von kubanischen Kameraden und bolivianischen Rekruten auf den Start der grossen Latein Amerikanischen Revolution vorzubereiten. Doch dieses mal lernen wir wieviel Hartnäckigkeit, Opfer und Idealismus er für seinen Kriegszug aufbringen muss der schlussendlich versagt und Che umbringt. Durch diese Geschichte lernen wir, weshalb Che bis heute ein Symbol für Idealismus und ein Held bleibt, welcher im Herzen der Menschen auf der ganzen Welt weiterlebt.


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11.01.09

Baukunst - Nemausus - Sozialer Wohnungsbau der 80er Jahre

Der französische Architekt Jean Nouvel hat für die südfranzösische Stadt Nîmes 114 Sozialwohnungen gebaut. Für Nouvel ist "eine schöne Wohnung vor allem eine große Wohnung". Bei Nemausus ist Quantität die ästhetische Grundvoraussetzung. Nemausus sieht aus wie ein Raumschiff aus dem Film "Krieg der Sterne" und wurde seitdem vielfach kopiert.
Diese Wohnungen haben bis zu 40 Prozent mehr Grundfläche als die herkömmlichen Sozialbauwohnungen - ohne mehr zu kosten. Das kommt einer Revolution gleich, denn Wohnungen dieser Kategorie wurden bisher immer nach dem "Schuhkartonprinzip" entworfen. Für Nouvel ist die futuristische Formgebung von Nemausus keine künstlerische Laune, sondern das Ergebnis gründlichen Nachdenkens, eines Kampfes für den Raum und gegen die Kosten.
Nouvels Hauptziele sind: Platz in den Wohnungen gewinnen, indem die überdachte kollektive Nutzungsfläche des Hauses verkleinert wird, Raum und Licht gewinnen, die Kosten reduzieren, indem die Struktur des Gebäudes so weit wie möglich vereinfacht wird.
Die Wohnungen von Jean Nouvel setzen sich über den typischen Grundriss der modernen Sozialbauwohnung hinweg. Die Nemausus-Wohnungen - zwischen 90 und 160 Quadratmeter groß - haben meist drei oder vier Zimmer und erstrecken sich als Maisonettewohnungen über zwei oder drei Stockwerke. So entfallen die traditionellen Eingänge und Flure. Raum wird also nicht nur durch zusätzliche Grundfläche, sondern auch durch Volumen gewonnen. Jean Nouvels Wohnungen aus den 80er Jahren haben dadurch - obwohl sie Prinzipien des sozialen Wohnungsbaus folgen - nichts mehr mit den tristen Siedlungen und beengenden Wohnverhältnissen in den französischen Vororten gemein.
Über dieses Sozialbauprojekt hinaus sind Jean Nouvels wichtigste Werke die Lyoner Oper, die Kongresshalle von Tours und die Cartier-Stiftung, das "Institut du Monde Arabe" sowie das Musée du Quai Branly in Paris.


10.01.09

10.1.1356: "Goldene Bulle" verabschiedet

Der Reichstag von Nürnberg unter Kaiser Karl IV. gab das wichtigste Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bekannt, die "Goldene Bulle". Der Gesetzestext legte die Stellung der sieben Kurfürsten fest und sicherte damit deren Status als alleinige Wähler des Königs. Die "Goldene Bulle" blieb als Reichsgesetz über ein halbes Jahrtausend für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gültig.

Quelle: kalenderblatt.de

Dem Geheimnis von Troja auf der Spur

Die finanziell gefährdeten Ausgrabungen in der antiken Stadt gehen weiter

Die finanziell gefährdeten Ausgrabungen in der antiken Stadt Troja werden voraussichtlich doch fortgesetzt. Der Grabungsleiter, der Tübinger Professor Ernst Pernicka, sagte in Mannheim, dank einer großzügigen Privatspende könnten die Archäologen im kommenden Jahr weiterarbeiten.

Im vergangenen Sommer hatte es noch geheißen, die Ausgrabungen in der heutigen Westtürkei müssten nach gut 20 Jahren aufgrund der auslaufenden Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beendet werden.

Pernicka kündigte an, den Verlauf eines Wehrgrabens durch Bohrungen und einen neuen Grabungsschnitt weiter zu untersuchen. Außerdem wollen die Forscher die Geländeoberfläche in und um Troja mit einem speziellen Laser-Messgerät aus der Luft genauer als bisher aufzeichnen. Das «Airborn Laserscanning» ermöglicht es, auch kleinste Erhebungen und Vertiefungen zu erfassen, die oft durch die Vegetation verdeckt werden.

Mit den Messdaten hofft Pernicka auch ein detailliertes virtuelles Modell Trojas zu bekommen. Dieses könnte den Besuchern in dem geplanten Museum die Lage und den Aufbau der Stadt plastisch zeigen. Voraussetzung für die Lasermessung ist allerdings, dass die Volkswagenstiftung die dafür beantragten Mittel genehmigt.

Das weltberühmte Epos «Ilias» des Dichters Homer über die Eroberung Trojas durch die Griechen gilt als älteste Dichtung des Abendlandes. Seit der Wiederentdeckung der alten Stätte im 19. Jahrhundert versuchten Hunderte Forscher, die Geheimnisse der legendären Stadt zu lüften.

Der Graben aus der Bronzezeit, der die Unterstadt der Festung umgibt, ist bisher auf 1,4 Kilometer Länge nachgewiesen. Sein Verlauf lässt Rückschlüsse auf die Ausdehnung Trojas vor rund 3500 Jahren zu. In dieser Epoche etwa spielt auch die «Ilias». Allerdings ist die Deutung des Grabens als militärisches Bollwerk in der Wissenschaft umstritten. Pernicka ist überzeugt, dass die Lage des Grabens mit einer Tiefe von zwei Metern und einer Breite von vier Metern die These untermauert, dass Troja in der späten Bronzezeit (1750 bis 1300 v. Chr.) eine Fläche von 35 Hektar und bis zu 10 000 Einwohner hatte.

Im vergangenen August hatten die Archäologen nach langer Suche die Fortsetzung des Grabens in östlicher Richtung entdeckt. Sie waren zudem auf eine Unterbrechung gestoßen und hatten damit eine weitere Toranlage freigelegt, die den Trojanern den Übergang über den Graben ermöglichte.

Allerdings werden die weiteren Ausgrabungen nach Pernickas Worten durch die Reste früherer wissenschaftlicher Arbeit behindert. Denn sein Vorgänger, der vor drei Jahren verstorbene Tübinger Archäologe Manfred Korfmann und sein Team, hatten Erdaushub und Schutt genau in diesem Gelände abgeladen, wo die Forscher nun den Spaten ansetzen wollen. «Man überlegt sich in der Archäologie zwar vorher immer genau, wo man den Schutt lagert. Trotzdem passiert es immer wieder, dass man später genau dort weitergraben will», erklärte Pernicka.

Korfmann hatte 1988 die jüngste Grabungskampagne in Troja begonnen. Er und sein Team hatten mit vielen Funden dazu beigetragen, das Wissen um die antike Stadt zu erweitern.

Quelle: mz-web.de

Pompeji - Rette es, wer kann

„Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte“, bemerkte Goethe nach seinem Besuch in Pompeji. Heute wird hier allerdings niemand mehr so recht froh. 2,5 Millionen Besucher kommen alljährlich in die Ruinenstadt. Sie entwenden Mosaiksteinchen und kleine Freskenreste und hinterlassen Berge von Abfall. Das Aufsichtspersonal ist ungenügend. Die dreihundert Wächter sind in sieben verschiedenen Gewerkschaften eingeschrieben und können Pompeji jederzeit lahmlegen. Ein großer Teil der ausgegrabenen Bauten verfällt. „Dramatisch“ sei der Zustand von Pompeji, erklärte Kulturminister Sandro Bondi im Juli, und auf sein Drängen verhängte die italienische Regierung den Notstand über die antike Stadt. Der ehemalige Präfekt von Neapel, Renato Profili, wurde als Sonderkommissar eingesetzt.

Für den in der Fachwelt geschätzten Archäologen Pietro Giovanni Guzzo, seit fünfzehn Jahren Pompejis oberster Denkmalpfleger, war dies ein wenig kränkend: „Wir brauchen die Ausrufung eines Notstands nicht“, sagt er, „den gibt es in Pompeji seit 1738. Wir brauchen eine kontinuierliche Pflege. Aber der italienische Staat hat nicht das Geld dafür.“ Die Einnahmen von 20 Millionen Euro jährlich reichen nicht. „Wir benötigen 275 Millionen Euro“, sagt Guzzo. Nur durch eine internationale Kooperation könnte Pompeji gerettet werden.

Mafios verursachte Missstände

Seit fünf Monaten ist der Sonderkommissar im Amt. Er verfügt über kein eigenes Budget und schöpft aus den kargen Mitteln der Denkmalschutzbehörde. Eine Satellitenüberwachung des 44 Hektar großen Geländes ist geplant. Sie wird die Kontrolle erleichtern, und es ist auch gut, dass der ehemalige Präfekt aus Neapel dem Archäologieprofessor Probleme abnimmt, die beispielsweise das Funktionieren von Toiletten, aufsässiges Wachpersonal, fehlende Restaurants und zudringliche Souvenirverkäufer betreffen. Lauter mafios verursachte Missstände.

Und das Problem der streunenden Hunde, denen Helmut Krausser 2004 in seinem bezaubernden Roman „Die wilden Hunde von Pompeji“ ein Denkmal setzte? „Das ist unlösbar“, sagt Guzzo, „wir können kein Tierheim bauen, da der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von 500 Metern zum nächsten Wohnhaus in dieser dichtbesiedelten Region nicht eingehalten werden kann.“

Ein natürlicher Tod

Neben Pompeji und Herculaneum ist der Superintendent Guzzo auch für die römischen Villen in Oplontis, Stabia und Boscoreale zuständig, für das Archäologische Museum in Neapel und für alles, was Griechen und Römer auf den Phlegräischen Feldern und der Halbinsel Sorrent hinterlassen haben. Der italienische Denkmalschutz leidet unter Personalmangel. Seit mehr als fünfzehn Jahren werden keine Stellen mehr ausgeschrieben: „Offensichtlich will man den Denkmalschutz eines natürlichen Todes sterben lassen“, sagt Guzzo. Die gesamte Altertumswissenschaft werde langsam ins Abseits gedrängt. Auch der Fall des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, das vor zwei Jahren auf unabsehbare Zeit geschlossen wurde, sei dafür ein Beweis. „Für uns Archäologen ist das Institut lebenswichtig.“ In keinem Sektor der öffentlichen Verwaltung findet man heute in Italien so viele entmutigte Beamte wie im Denkmalschutz.

Doch gibt es eine glückliche Insel: Herculaneum. Weder Herkules, den die Bewohner als Stadtgründer verehrten und nach dem sie ihr kleines Paradies am Meer benannt hatten, noch der vergöttlichte Augustus, dem sie eine zwei Meter hohe Bronzestatue errichteten, halfen der Stadt an jenem Augustmorgen 79 nach Christus, als sich der kochende Vulkanschlamm heranwälzte. Aber heute hat Herculaneum einen Schutzgott, der aktiv wird, sobald Not am Mann ist: David Woodley Packard.

Entschluss zur Hilfe

Der Sohn des Mitbegründers von Hewlett Packard kam vor acht Jahren zum ersten Mal nach Herculaneum. Er sah den Verfall, die vielen Bauten kurz vor dem Einsturz, und entschloss sich zu helfen. Gemeinsam mit Andrew Wallace-Hadrill, dem Archäologen und Leiter der British School in Rom, wurde das „Herculaneum Conservation Project“ erarbeitet. Aber erst nachdem 2004 in Italien neue Denkmalschutznormen in Kraft traten, war die Zusammenarbeit zwischen Staat und privaten Sponsoren möglich. Der Gesetzgeber hatte sich bemüht, den in der italienischen Geschichte verankerten hohen Begriff von Denkmalschutz mit einer modernen Auffassung vom Kulturgut als Wirtschaftsfaktor zu verbinden. Die Schutzfunktion blieb beim Staat. Die Erschließung und Vermarktung von Kulturgütern aber konnte jetzt von Privatunternehmen übernommen werden.

Die Grabungsleiterin von Herculaneum, Maria Paola Guidobaldi, ist mit Begeisterung am Werk, seit Packard seine schützende Hand über die Ruinenstadt hält: „Er will auf dem Laufenden gehalten werden. Alle zwei Wochen schicken wir einen detaillierten Bericht über die ausgeführten Arbeiten nach Kalifornien.“ Ein großer Teil der Straßen und Häuser ist wieder zugänglich. Die antike Kanalisation nimmt wieder das Regenwasser auf. Die Tauben wurden durch den Einsatz von Falken verjagt. Packard hat bisher 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und weitere 9 Millionen für die nächsten drei Jahre versprochen.

Sehr mühselige Grabungen

Während Pompeji im Aschenregen versank, raste auf Herculaneum eine Glutlawine aus Gas, Magma und Gesteinsbrocken zu. Sie füllte Straßen, Häuser und den Strand, erhärtete sich und bildete eine Plattform. Tief unten blieb das gesamte antike Stadtwesen perfekt konserviert. Obendrauf entstand eine neue Siedlung, das heutige Ercolano.

Daher sind Grabungen in Herculaneum sehr mühselig. Nur ein Viertel der Stadt konnte aus dem harten Verschüttungsmaterial herausgeschält werden. An den hohen, bemoosten Tuffwänden rieselt das Wasser herunter. Rund um die Uhr sind Pumpen in Gang. Vor den Bootshäusern, wo einst der Strand lag, hat sich ein fauliger Sumpf gebildet. „In den nächsten Tagen fangen wir hier mit der Trockenlegung an“, sagt die Grabungsleiterin Guidobaldi und deutet dann hinüber zu einer vierzig Meter hohen Wand, der bisherigen Grabungsgrenze. „Dank Packard konnten wir der Gemeinde 12 Meter Terrain abkaufen. Da wollen wir jetzt einen Schacht bohren. Genau da, wo schon der Bourbonenkönig durch unterirdische Abbaustollen Statuen ans Licht befördert hat. Wir werden mitten auf der Theaterbühne landen. Wir wollen endlich wissen, wie das Theater von Herculaneum im Detail aussieht.“ Packard unterstützt den Plan begeistert.

Feucht und schwül

Auch die Papyrusvilla, jene palastartige Villa, in der man 1750 80 Skulpturen sowie rund 2000 Schriftrollen einer griechischen Privatbibliothek entdeckte, beflügelt die Phantasie. Zumal das Ensemble 1750 nur mittels Tunneln erforscht wurde und erst seit den neunziger Jahren ein kleiner Teil freigelegt werden konnte. Jetzt wurde der zugeschüttete Gang einer älteren Grabung freigeräumt und von dort aus ein Erkundungsstollen in den Tuff gegraben. Man stieß auf eine bemalte Wand und legte einen 8 mal 4 Meter großen Raum frei. Die Decke, ein Tonnengewölbe, ist mit Stuckreliefs verziert. Entlang der oberen Wandzonen läuft ein Fries aus Stuck mit Waffendarstellungen: Helme, Schilde, Schwerter. An den Wänden gemalte Girlanden, bärtige Gesichter, fliegende Eroten. Auf dem Boden liegt noch eine meterhohe Schicht von Verschüttungsmaterial. Sie soll vorerst nicht abgetragen werden. Was auch immer man darin finden würde - Gebrauchsgegenstände, Mobiliar, Gebeine -, die Bergung und Konservierung wäre zu kostspielig.

Es ist feucht und schwül im Raum. Die Wandbemalung in verschiedenen Rottönen ist seltsam kontrastlos. Nur in einer Ecke schimmert ein heller Ockerton. Und plötzlich wird einem schaudernd klar, was für ein Inferno hier einmal tobte: Helle Ockersorten lassen sich nur in Rot überführen, indem man sie auf Temperaturen über 300 Grad erhitzt.

Quelle: .faz.net

«Kein Eiserner Vorhang»

Bramsche (ddp-nrd). Das jüngst nahe dem niedersächsischen Northeim entdeckte römische Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert liefert Experten zufolge geschichtliche Erkenntnisse von unschätzbarem Wert. «Die Römer haben im Norden des heutigen Deutschlands deutlich mehr Spuren hinterlassen als lange Zeit angenommen», sagte der Geschäftsführer der Firma Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH, Joseph Rottmann, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Bramsche. Es habe sich nach der Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus eben »kein Eiserner Vorhang« zwischen die von den Römern besetzten linksrheinischen Gebiete und die Territorien östlich davon gesenkt, der jegliche Begegnung verhindert hätte. Bislang waren viele Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Römer nach der Varusschlacht aus Germanien vollständig vertrieben wurden.

Bisher war das Gelände in Bramsche-Kalkriese, das von einem Teil der Wissenschaftler als Ort der Varusschlacht angesehen wird, das einzige antike Schlachtfeld, das mit modernen Methoden untersucht wurde. Die neue Ausgrabungsstelle in Kalefeld bei Northeim sei für Kalkriese keine Konkurrenz, sondern eher eine Bereicherung, sagte Rottmann, der den archäologischen Park und das Museum Kalkriese leitet. In Kalefeld könnten Wissenschaftler in Kalkriese entwickelte Untersuchungsmethoden für ein antikes Schlachtfeld nutzen, sagte Rottmann. Der wissenschaftliche Projektleiter in Kalkriese, Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück, sei auch an der Untersuchung der Fundstücke von Kalefeld beteiligt.

2009 werde der 2000. Jahrestag der Varusschlacht begangen, sagte Rottmann. Die Frage, was nach diesem «außergewöhnlichen Ereignis» geschah, werde im Mittelpunkt einer Sonderausstellung in Kalkriese mit dem Titel «Konflikt» stehen. Museum und Park Kalkriese böten das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen, die den Menschen aus unterschiedlichen Blickwinkeln Zugang zum Thema Varusschlacht eröffneten. Als Höhepunkt gilt die Eröffnung der neuen Dauerausstellung und des Sonderausstellungsprojekts «Imperium Konflikt Mythos - 2000 Jahre Varusschlacht» am 15. Mai 2009. Die Schirmherrschaft dafür hat unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übernommen.

Quelle: de.news.yahoo.com

05.01.09

Akhetaton, 1.350 vor Christus auf Arte

Samstag, 10. Januar 2009 um 21.20 Uhr Arte

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Akhetaton, 1.350 vor Christus
(Frankreich, 2005, 51mn)
ARTE F
Regie: Patric Jean
Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Amenophis IV., der sich später Echnaton nannte, und seine Gemahlin Nofretete wagten im alten Ägypten, was zuvor undenkbar gewesen wäre: Sie schafften die alte Ordnung ab, die geprägt war durch eine Vielzahl von Göttern, und ließen zu Ehren des neuen einzigen Gottes Aton die neue Hauptstadt Achet-Aton mitten in der Wüste errichten.

Etwa 1.350 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde Amenophis IV. Pharao und gab der Geschichte Alt-Ägyptens eine völlig neue Richtung. In seiner nur 17 Jahre währenden Herrschaft an der Seite Nofretetes schaffte Amenophis IV. die Vielgötterei ab und begründete die erste monotheistische Religion in der Geschichte Ägyptens. Er führte den Kult des Sonnengottes Aton ein, war dessen einziger Fürbitter und änderte seinen eigenen Namen in Echnaton, was ins Deutsche übersetzt heißt: "der Aton wohlgefällt oder nützlich ist".
Zu Atons Ehren ließ er mitten in der Wüste die neue Hauptstadt Achet-Aton - auch Akhetaton geschrieben - bauen. Er begründete außerdem einen neuen Kunststil, der radikal mit den Traditionen brach. Um das Königspaar vollkommen von den gemeinen Sterblichen abzuheben, wurden ihm in der künstlerischen Darstellung gottähnliche Züge verliehen. Zwar überdauerte diese Kunstrichtung ihren Schöpfer kaum, doch hinterließ sie unauslöschbare Spuren in der Kunst- und Repräsentationsgeschichte.